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NEUROLOGIE·PSYCHIATRIE

Depression: Symptome, Verlauf und Behandlung verstehen

Eine Depression (depressive Episode) ist eine psychische Erkrankung mit gedrückter Stimmung, Verlust von Interesse und Freude und weiteren seelischen und körperlichen Beschwerden, die mindestens zwei Wochen anhalten.1 Sie entsteht nach der WHO aus einem Zusammenspiel sozialer, psychologischer und biologischer Faktoren.2

Dieser Beitrag erklärt, woran man eine Depression erkennt, welche Formen es gibt, wie sie verläuft, wovon sie abzugrenzen ist und welche Behandlungen es gibt. Er ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch eine Diagnose.

  • 241 Quellen, u. a. aus The Lancet, New England Journal of Medicine, JAMA, JAMA Psychiatry
  • Belegte Aussagen mit Fußnote, Einordnung getrennt
  • Stand 05.10.2026
Akute Krise

Akute Krise oder Gedanken an Selbsttötung? Bei unmittelbarer Gefahr: Notruf 112. TelefonSeelsorge kostenfrei: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Ärztlicher Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechstunden: 116 117. Mehr im Abschnitt „Krise und Notfall“ (Stand 5. Oktober 2026).3,4


Depression auf einen Blick

  1. Nach der ICD-11 der WHO liegt eine depressive Episode vor, wenn mindestens fünf typische Symptome über mindestens zwei Wochen den größten Teil des Tages und fast täglich bestehen; eines davon betrifft Stimmung oder Freude.5 Formen und Schweregrade
  2. Eine Episode dauerte in einer US-Bevölkerungsstudie im Mittel 16 Wochen.6 Rückfälle sind häufig: In einer US-Langzeitstudie mit Patientinnen und Patienten aus Fachzentren erlebten bis zu 15 Jahre nach der Genesung 85 Prozent eine erneute Episode.7 Verlauf
  3. Psychotherapie und Antidepressiva sind Behandlungen der ersten Wahl; bei schwererer oder chronischer Depression kann die Kombination vorzuziehen sein.1 Behandlung nach Schweregrad
  4. In einer Netzwerk-Meta-Analyse waren alle 21 untersuchten Antidepressiva bei akuter Depression Erwachsener einem Placebo überlegen.8 Antidepressiva
  5. Antidepressiva setzen Sie nicht eigenständig ab; das Absetzen gehört in ärztliche Begleitung (siehe Abschnitt zu Antidepressiva). Antidepressiva
  6. In einer Meta-Analyse prospektiver Studien sagten Hirnvolumina und Immunmarker eine Depression nicht vorher; ein etablierter Bluttest oder eine Bildgebung zur Feststellung einer Depression lässt sich daraus nicht ableiten.9 Diagnose

Was ist eine Depression? Krankheitsbild und Abgrenzung von Traurigkeit

Gesichtslose Figur sitzt mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern auf einem Stuhl; vor ihr fällt warmes Tageslicht auf den Boden.
KI-generierte Illustration (Sinnbild, keine reale Person)

Eine Major Depression, der Fachbegriff für die Depression im engeren Sinn, zeigt sich durch gedrückte Stimmung, verminderte Interessen, eingeschränktes Denken und körperlich-vegetative Symptome wie gestörten Schlaf oder Appetit.10

Traurigkeit oder Depression?

Nicht jede gedrückte Stimmung ist eine Depression. Traurigkeit nach Verlusten, Belastungsreaktionen, eine bipolare Störung, körperliche Erkrankungen, Medikamente und Substanzen können ähnlich aussehen; der Abschnitt „Differenzialdiagnosen“ beschreibt ausführlich, woran Ärztinnen und Ärzte sie unterscheiden.

Unipolar heißt: Es gab nie Phasen mit auffallend gehobener oder gereizter Stimmung und gesteigertem Antrieb. Für die Unterscheidung von einer bipolaren Störung gibt es keine Biomarker; entscheidend ist das gezielte Erfragen solcher Phasen.11

Depression zeigt sich sehr unterschiedlich; Verlauf, Prognose und Ansprechen auf Behandlung sind schwer vorherzusagen.12

Woher eine Depression kommt, erklären mehrere Modelle mit unterschiedlich guter Beweislage; die Abschnitte zu Gehirn, Lebensgeschichte und psychologischen Modellen stellen sie nebeneinander.


Welche Depressionen gibt es? Formen und Schweregrade

Leicht, mittelgradig, schwer

Nach den klinischen Leitlinien der ICD-10 sind für eine leichte Episode mindestens zwei der drei typischen Symptome und zwei weitere nötig, für eine mittelgradige mindestens zwei typische und drei, besser vier weitere. Für eine schwere Episode verlangt die ICD-10 alle drei typischen Symptome und mindestens vier weitere, von denen einige stark ausgeprägt sind.13 Die Einteilung ist ein klinisches Urteil über Zahl, Art und Schwere der Symptome; eine Rechenregel für zu Hause ist sie nicht.13

Dysthymie und anhaltende Beschwerden

Beschwerden bestehen oft über lange Zeit in wechselnder Stärke: In einer US-Langzeitstudie mit behandlungssuchenden Menschen hatten Betroffene über zwölf Jahre in 59 Prozent der Wochen Beschwerden, meist leichte oder unterschwellige.14 Bei einer Dysthymie ist die Stimmung seit mindestens 2 Jahren meist gedrückt, mit milderen Begleitbeschwerden.5

Sonderformen

Bei einem Teil der Depressionen treten Wahnideen oder Halluzinationen auf: In einer Telefonbefragung in fünf europäischen Ländern, darunter Deutschland, hatten 18,5 Prozent der Menschen ab 15 Jahren mit aktueller depressiver Episode auch psychotische Merkmale.15 Die saisonale affektive Störung wurde 1984 als Depression beschrieben, die jedes Jahr zur gleichen Jahreszeit wiederkehrt; bei den damals untersuchten Personen, überwiegend mit bipolarer Störung, waren vermehrter Schlaf, vermehrtes Essen und Heißhunger auf Kohlenhydrate typisch.16 In einer niederländischen Studie zeigten Menschen mit atypischer Depression mehr Entzündungs- und Stoffwechselauffälligkeiten, Menschen mit melancholischer Depression eine überaktive Stresshormonachse.17

Depression rund um die Geburt

Rund um die Geburt leiden weltweit nach einer Meta-Regression 6,2 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft und 6,8 Prozent im Jahr nach der Geburt an einer Major Depression.18

Studiendetails: Depression rund um die Geburt

Das DSM-5 kennt außerdem Zusatzbezeichnungen: In einer großen US-Erhebung hatten 74,6 Prozent der Menschen mit Major Depression die Zusatzbezeichnung „ängstliche Anspannung“ und 15,5 Prozent „gemischte Merkmale“.19

Formen der Depression im Überblick
FormKernmerkmalZeitkriterium
Leichte, mittelgradige, schwere Episode (ICD-10)mindestens zwei der drei typischen Symptome plus weitere; schwer: alle drei typischenetwa zwei Wochen13
Chronischer VerlaufBeschwerden bleiben über Jahrein einer Verlaufsstudie nach fünf Jahren noch nicht genesen20
Dysthymieüber Jahre gedrückte StimmungErholung oft erst nach Jahren, Rückfälle häufig21
Mit psychotischen MerkmalenWahnideen oder Halluzinationenbei einem Teil der Episoden15
Saisonales MusterEpisoden zur gleichen Jahreszeitjährlich wiederkehrend16
Rund um die GeburtEpisode in Schwangerschaft oder im Jahr danachSchwangerschaft und erstes Jahr18

ICD-Kodes sind bewusst nicht aufgeführt. Die Einteilung ist ein klinisches Urteil und keine Rechenregel.13,15,16,18,20,21

Erklärvideo · 39 s

Formen und Schweregrade der Depression

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Depression ist nicht gleich Depression. Nach der ICD-11 liegt eine depressive Episode vor, wenn mindestens fünf typische Symptome über mindestens zwei Wochen fast täglich bestehen; eines davon betrifft Stimmung oder Freude. Nach Zahl und Stärke der Symptome unterscheiden Fachleute leichte, mittelgradige und schwere Episoden. Das ist ein klinisches Urteil, keine Rechenregel für zu Hause. Dazu kommen besondere Formen: die Dysthymie mit jahrelang gedrückter Stimmung, Depressionen mit Wahnideen und Depressionen rund um die Geburt.5,10,13,15,18


Wie häufig sind Depressionen? Epidemiologie in Deutschland und weltweit

Viele kleine gesichtslose Figuren von oben, einzelne leuchten blaugrün, als Sinnbild dafür, dass Depressionen häufig sind (nicht maßstäblich).
KI-generierte Illustration, Sinnbild, nicht maßstäblich: Die Zahl der leuchtenden Figuren ist zufällig und kein Anteil.

In Deutschland gaben in einer bundesweiten RKI-Befragung (2014 bis 2015) 8,1 Prozent der Erwachsenen an, in den letzten 12 Monaten eine ärztlich diagnostizierte Depression gehabt zu haben, Frauen mit 9,7 Prozent häufiger als Männer mit 6,3 Prozent.22 In der deutschen Gesundheitsstudie DEGS1-MH lag das Lebenszeitrisiko für eine diagnostizierte depressive Störung bei 11,6 Prozent, und innerhalb von zwölf Monaten litten 8,2 Prozent an einer unipolaren Depression.23

Die WHO schätzt, dass weltweit etwa 322 Millionen Menschen mit einer Depression leben.2 Frauen erkranken häufiger als Männer, je nach Quelle und Erhebungsweise etwa 1,5-mal bis doppelt so oft.2,24

Wann Depression beginnt

Das mittlere Erkrankungsalter für Depression lag in einer Meta-Analyse von 192 Studien bei 30 bis 35 Jahren; nur 11,5 Prozent der Stimmungsstörungen begannen vor dem 18. Lebensjahr.25 Bei Menschen ab 55 Jahren tritt eine Major Depression bei etwa 2 Prozent auf; weitere 10 bis 15 Prozent haben bedeutsame depressive Beschwerden, ohne die Kriterien zu erfüllen.26

Krankheitslast

Psychische Erkrankungen waren 2023 nach der Global-Burden-of-Disease-Studie weltweit die häufigste Ursache für Lebensjahre mit Beeinträchtigung; zu den größten Einzelbeiträgen gehörte die Major Depression.27

Studiendetails: Krankheitslast

In den USA hatten in der National Comorbidity Survey Replication 16,2 Prozent der Erwachsenen im Lauf des Lebens und 6,6 Prozent in den letzten zwölf Monaten eine Major Depression.6

In der Erhebung NESARC-III (2012 bis 2013) lag die Lebenszeitprävalenz nach DSM-5 bei 20,6 und die Zwölf-Monats-Prävalenz bei 10,4 Prozent; die Studien unterscheiden sich in Interviews, Definitionen und Zeiträumen und lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen.19

Für 2023 schätzt die WHO, dass 4,1 Prozent der erwachsenen Männer und 6,2 Prozent der erwachsenen Frauen betroffen waren.2

Zahlen aus Befragungen richtig lesen, Krankheitslast

Fragebogenwerte sind keine Diagnosen und schwanken mit der Methode. Beim RKI sank der Anteil Erwachsener mit depressiven Symptomen im ersten Pandemiejahr von 9,2 auf 7,6 Prozent (PHQ-8). Im RKI-Panel 2024 zeigten geschätzt 22 Prozent depressive Symptome (PHQ-9 ab 10); der Anstieg gegenüber dem Vorjahr beruht laut RKI weitgehend auf einem Methodenwechsel.28,29

Eine weltweite Modellrechnung schätzte für 2020 rund 53,2 Millionen zusätzliche Fälle von Major Depression infolge der COVID-19-Pandemie, ein Anstieg um 27,6 Prozent. Zwischen 2010 und 2021 nahm die altersstandardisierte Krankheitslast (DALY-Rate) durch depressive Störungen weltweit um 16,4 Prozent zu; das beschreibt die Gesundheitseinbußen insgesamt, nicht die Zahl der Erkrankten.30,31

Wie häufig sind Depressionen?

Fünf Ansichten: Deutschland, Welt und USA, Beginn und Alter, Begleiterkrankungen, Krankheitslast. Jede Quelle mit eigener Achse, Intervalle wo berichtet.

Die Studien unterscheiden sich in Interviews, Definitionen und Zeiträumen und lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen.19 Jede Karte hat deshalb ihre eigene Achse.

Deutschland

RKI-Befragung 2014 bis 2015

8,1%

der Erwachsenen berichteten eine ärztlich diagnostizierte Depression in den letzten 12 Monaten (Selbstangabe)22

Achse 0 bis 12 %

Gesundheitsstudie DEGS1-MH (Diagnose im Interview)

Achse 0 bis 15 %23

Fragebogenwerte sind keine Diagnosen und schwanken mit der Methode.28,29 Beim RKI sank der Anteil Erwachsener mit depressiven Symptomen im ersten Pandemiejahr von 9,2 auf 7,6 Prozent (PHQ-8). Im RKI-Panel 2024 zeigten geschätzt 22 Prozent depressive Symptome (PHQ-9 ab 10); der Anstieg gegenüber dem Vorjahr beruht laut RKI weitgehend auf einem Methodenwechsel.

Weltweit und USA

Weltweit (WHO, Schätzung)

322Mio.

Menschen leben nach Schätzung der WHO mit einer Depression2

Erwachsene 2023, WHO-Schätzung2

Achse 0 bis 8 %

Frauen erkranken häufiger als Männer, je nach Quelle und Erhebungsweise etwa 1,5-mal bis doppelt so oft.2,24

USA, zwei Erhebungen

National Comorbidity Survey Replication6

NESARC-III, 2012 bis 2013, nach DSM-519

Achse 0 bis 25 %

Die Studien unterscheiden sich in Interviews, Definitionen und Zeiträumen und lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen.19

Beginn und Alter

Mittleres Erkrankungsalter, Meta-Analyse von 192 Studien

Lebensalter in Jahren25

Stimmungsstörungen insgesamt: Anteil mit Beginn vor einem Alter (kumulativ)25

Achse 0 bis 50 %; wer vor dem 14. Lebensjahr begann, zählt auch bei „vor 18“ mit.

Ab 55 Jahren

Bedeutsame Beschwerden unterhalb der Diagnoseschwelle10 bis 15 %

Achse 0 bis 20 %

Bei Menschen ab 55 Jahren tritt eine Major Depression bei etwa 2 Prozent auf; weitere 10 bis 15 Prozent haben bedeutsame depressive Beschwerden, ohne die Kriterien zu erfüllen.26

Begleiterkrankungen

Weitere psychische Störungen (USA)

72,1%

der Menschen mit Major Depression hatten im Lauf des Lebens mindestens eine weitere psychische Störung6

Chancenverhältnis (Odds Ratio), Spanne über Einzelstörungen19

Angststörungen2,1 bis 5,7
Substanzgebrauchsstörungen1,8 bis 3,0

Achse 0 bis 7; ein Chancenverhältnis ist kein Prozentwert.

Körper und Entwicklung

Depression bei mindestens einer von vier chronischen Krankheiten (WHO, 60 Länder)9,3 bis 23 %

Achse 0 bis 40 %32,33,34

Depression im früheren Leben war in Studien durchgehend mit einem mehr als doppelt so hohen Demenzrisiko verbunden; bei Depression im späten Leben ist der Zusammenhang weniger klar.35

Krankheitslast

Krankheitslast (modellierte Schätzungen)

Anstieg der altersstandardisierten DALY-Rate 2010 bis 2021, 95-%-Unsicherheitsintervall30,31

COVID-19-Modell 2020: zusätzliche Fälle von Major Depression

Zusätzliche Fälle (Mio.)304050607053,244,8 bis 62,9

Modellierte Schätzungen mit Unsicherheitsintervallen; Krankheitslast ist nicht Häufigkeit. Anstieg um 27,6 Prozent30,31.

Psychische Erkrankungen waren 2023 nach der Global-Burden-of-Disease-Studie weltweit die häufigste Ursache für Lebensjahre mit Beeinträchtigung; zu den größten Einzelbeiträgen gehörte die Major Depression.27

Sterblichkeit

Relatives Sterberisiko, nach Korrektur für Publikationsverzerrung, 95-%-KI36

Depressive gegenüber nicht depressiven Menschen0,811,21,41,61,821,521,45 bis 1,59

Das Sterberisiko depressiver Menschen lag in einer großen Meta-Analyse nach Korrektur für Publikationsverzerrung etwa 1,5-fach höher als bei nicht depressiven; die Autoren halten den Zusammenhang für möglicherweise überschätzt.36

Todesursachen bei psychischen Erkrankungen insgesamt37

Depression gehört aber zu den Erkrankungen, die die Chance für einen Suizid um mehr als das Dreifache erhöhen. Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.38

Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3

  • Kennzahl
  • Kennzahl (zweite Quelle)
  • Vergleichsgröße
  • Spanne
  • kein Unterschied (1)

KernsatzDepression ist häufig, aber jede Zahl hängt an ihrer Methode: Interviews, Definitionen und Zeiträume unterscheiden sich, die Werte lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen.

Kennzahlen als Tabelle
KennzahlWert
Deutschland, 12 Monate (RKI, Selbstangabe)8,1 % (Frauen 9,7 %, Männer 6,3 %)22
Deutschland, DEGS1-MHLebenszeit 11,6 %; 12 Monate unipolar 8,2 %23
Weltweit (WHO)etwa 322 Millionen; 2023 Männer 4,1 %, Frauen 6,2 %2
USA, NCS-RLebenszeit 16,2 %, 12 Monate 6,6 %6
USA, NESARC-IIILebenszeit 20,6 %, 12 Monate 10,4 %19
ErkrankungsalterMittel 30 bis 35 Jahre; 11,5 % der Stimmungsstörungen vor dem 18. Lebensjahr25
Weitere psychische Störung72,1 % im Lauf des Lebens6
KrankheitslastDALY-Rate +16,4 % (11,9 bis 21,3), 2010 bis 202130,31
Sterberisikorelatives Risiko 1,52 (1,45 bis 1,59)36

Quellen: World Health Organization · WHO 20262; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; Kessler RC et al. · JAMA 20036; Hasin DS et al. · JAMA Psychiatry 201819; Thom J et al. · Journal of Health Monitoring (RKI) 201722; Bundesärztekammer et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 202223; Kuehner C · The Lancet Psychiatry 201724; Solmi M et al. · Molecular Psychiatry 202225; Kok RM, Reynolds CF · JAMA 201726; GBD 2023 Mental Disorder Collaborators · The Lancet 202627; Hapke U et al. · Journal of Health Monitoring (RKI) 202228; Walther L et al. · Journal of Health Monitoring (RKI) 202529; COVID-19 Mental Disorders Collaborators · The Lancet 202130; GBD 2021 Diseases and Injuries Collaborators · The Lancet 202431; Hollocks MJ et al. · Psychological Medicine 201933; Riglin L et al. · Psychological Medicine 202134; Moussavi S et al. · The Lancet 200732; Byers AL, Yaffe K · Nature Reviews Neurology 201135; Cuijpers P et al. · American Journal of Psychiatry 201436; Walker ER et al. · JAMA Psychiatry 201537; Fazel S, Runeson B · New England Journal of Medicine 202038


Wie macht sich eine Depression im Alltag bemerkbar?

Im Alltag fällt eine Depression oft daran auf, dass Freude und Interesse verloren gehen, der Antrieb nachlässt und schon kleine Aufgaben ermüden. Dazu kommen nach der ICD-10 häufig Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, ein pessimistischer Blick nach vorn sowie Schlaf- und Appetitstörungen.13

Schlaf und Tagesverlauf

Gesichtslose Figur sitzt am Morgen auf der Kante eines ungemachten Bettes, die Hände im Schoß, neben ihr ein helles Fenster.
KI-generierte Illustration (Sinnbild, keine reale Person)

Typisch kann ein Morgentief sein, mit Erwachen zwei Stunden oder mehr vor der gewohnten Zeit.13

Wenn der Körper zuerst spricht

Viele Betroffene kommen nicht wegen Niedergeschlagenheit, sondern wegen körperlicher Beschwerden in die Praxis: In einer WHO-Studie in 14 Ländern nannten 69 Prozent der Menschen mit Major Depression in der Hausarztpraxis ausschließlich körperliche Beschwerden als Anlass.39

Mehr dazu: Wenn der Körper zuerst spricht

Die Hälfte berichtete über mehrere körperlich nicht erklärte Beschwerden, und 11 Prozent verneinten auf direkte Nachfrage seelische Symptome.39

Konzentration und Gedächtnis

Auch Denken und Konzentration sind betroffen. Eine Meta-Analyse fand bei Menschen mit Depression mäßige Einschränkungen in Planen und Steuern, Gedächtnis und Aufmerksamkeit im Vergleich zu Gesunden (Effektstärken von minus 0,34 bis minus 0,65).40 Einschränkungen von Aufmerksamkeit und Planungsfähigkeit bestanden zum Teil auch dann fort, wenn die depressiven Beschwerden abgeklungen waren. Das sind Gruppenwerte und kein Test für einzelne Personen.40

Beruf, Partnerschaft und Familie

Beruf und Familie leiden mit: In einer US-Erhebung waren 59,3 Prozent der Menschen mit Major Depression im letzten Jahr in ihren Alltagsrollen schwer oder sehr schwer beeinträchtigt.6 Bei Beschäftigten mit Major Depression entsprach der Arbeitsausfall in einer weiteren US-Erhebung im Schnitt etwa 27 verlorenen Arbeitstagen pro Jahr.41 Kinder depressiver Eltern hatten in einer Meta-Analyse ein etwa 2,3-fach erhöhtes Risiko, selbst eine depressive Störung zu entwickeln; das Risiko bis zum Erhebungsalter lag bei 14 Prozent, viele erkranken also nicht.42

Erklärvideo · 42 s

Depression im Alltag

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Im Alltag zeigt sich eine Depression oft leise: Freude und Interesse gehen verloren, der Antrieb lässt nach, schon kleine Aufgaben ermüden. Typisch kann ein Morgentief sein, mit Erwachen zwei Stunden oder mehr vor der gewohnten Zeit. Viele kommen zuerst wegen körperlicher Beschwerden; in einer WHO-Studie nannten 69 Prozent beim Hausarzt nur solche als Anlass. In einer US-Erhebung waren 59,3 Prozent in ihren Alltagsrollen schwer beeinträchtigt. Bei Beschäftigten entsprach der Ausfall etwa 27 Arbeitstagen im Jahr. Angehörige erleben das oft als Rückzug.6,13,39,41


Wie Rückzug, Antriebsmangel und Grübeln sich verstärken

Ein gläsernes, blaugrünes Band rollt sich zu einer Spirale ein, die zur Mitte hin dunkler wird; ein goldener Faden führt aus ihr heraus ins Helle.
KI-generierte Illustration: Sinnbild für den Kreislauf aus Rückzug und Grübeln, kein Modell mit Messwerten.

Depression zeigt sich oft in Mustern, die sich gegenseitig verstärken. Eine Übersicht beschreibt, dass Menschen mit Depression überwiegend Negatives erwarten und widersprechende positive Erfahrungen umdeuten, wodurch sich die negative Erwartung festigt; das ist ein Erklärungsmodell, noch kein bestätigtes Krankheitsmodell.43

Die Grafik auf dieser Seite zeigt den Kreislauf aus Rückzug, nachlassendem Antrieb und Grübeln als Veranschaulichung. Ein Modell mit Messwerten dafür gibt es nicht.

Die Verhaltensaktivierung, ein psychotherapeutischer Ansatz, setzt hier an. Nach der britischen NICE-Leitlinie erkennt sie den Zusammenhang zwischen Aktivitäten und Stimmung und kann hilfreich sein, wenn die Depression zu Rückzug oder Inaktivität geführt hat oder auf eine Veränderung der Lebensumstände oder Routinen folgte.44


Wie verläuft eine Depression? Episoden, Rückfall und Chronifizierung

Ein gläsernes Band wellt sich von links nach rechts und sinkt mehrmals in dunkle Täler ab, als Sinnbild für einen Verlauf in Episoden.
KI-generierte Illustration, Sinnbild, nicht maßstäblich: Zahl, Tiefe und Länge der Täler sind zufällig, keine Verlaufskurve.

Episoden und ihre Dauer

Depressionen verlaufen typischerweise in Episoden. In einer 23-jährigen Bevölkerungsstudie lag die mittlere Episodendauer bei 12 Wochen.45 In einer US-Verlaufsstudie mit behandlungssuchenden Menschen erholte sich die Hälfte in den ersten sechs Monaten; je länger eine Episode bereits dauerte, desto geringer wurde die Chance, sich im folgenden Monat zu erholen.20

Studiendetails: Episoden und ihre Dauer

Eine Meta-Analyse schätzte für Erwachsene aus Hausarztpraxen, dass ohne Behandlung 23 Prozent nach drei, 32 Prozent nach sechs und 53 Prozent nach zwölf Monaten remittieren. In diesen Stichproben waren leichte bis mittelgradige Fälle vermutlich überrepräsentiert; für schwere Depressionen gilt das möglicherweise nicht.46

Rückfall und Wiederkehr

In einer dänischen Beobachtungsstudie mit erster depressiver Episode erreichten innerhalb von fünf Jahren 83,3 Prozent eine Remission, die Beschwerden klangen also ab; bei 31,5 Prozent trat eine erneute Depression auf.47

Studiendetails: Rückfall und Wiederkehr

In derselben Studie wurde bei 8,6 Prozent später eine bipolare Störung festgestellt.47

In einer 23-jährigen Bevölkerungsstudie erholte sich etwa die Hälfte der Menschen nach der ersten Episode dauerhaft; bei 35 Prozent kehrte die Major Depression zurück, und bei etwa 15 Prozent gab es kein Jahr ohne Episode.45

Für 687 Menschen nach früherer Depression ergab eine niederländische Bevölkerungsstudie ein kumulatives Rückfallrisiko von 13,2 Prozent nach fünf, 23,2 Prozent nach zehn und 42,0 Prozent nach 20 Jahren (Kaplan-Meier-Schätzung bei Menschen nach mindestens sechs Monaten Remission).48

Nach einer ersten Episode kommt es laut Leitlinie bei etwa 40 bis 60 Prozent zu einem Rückfall oder Wiederauftreten.23 Eine zehnjährige US-Studie zeigte: Mit jeder weiteren Episode stieg das Risiko für eine erneute um 16 Prozent seines bisherigen Werts, und es sank, je länger die Erholung anhielt.49 Eine individuelle Vorhersage ist nicht zuverlässig möglich: In einer US-Langzeitstudie sagten nur wenige Merkmale vorher, wer eine erneute Episode bekommt.7

Was den Verlauf beeinflusst, Rückfall und Wiederkehr

Als Vorhersagefaktoren für einen früheren Rückfall blieben in einer niederländischen Studie jüngeres Alter, mehr frühere Episoden, eine schwere letzte Episode, belastende Jugenderfahrungen und anhaltende Schwierigkeiten bestehen.48

Restbeschwerden sind ein Warnsignal: Nach einer Teilremission trat in einer kleinen Studie bei 76 Prozent mit und 25 Prozent ohne Restbeschwerden ein früher Rückfall auf.50

Begleitende Angst, psychotische Symptome, Substanzmissbrauch und eine Borderline-Persönlichkeitsstörung gehen mit einer ungünstigeren Prognose, längeren Episoden und schwereren Symptomen einher.51

Wenn die Beschwerden bleiben

Ein Teil der Depressionen wird chronisch: In einer US-Verlaufsstudie waren 12 Prozent nach fünf Jahren noch nicht genesen.20

Studiendetails: Wenn die Beschwerden bleiben

Bei einer früh beginnenden Dysthymie erholten sich in einer zehnjährigen Studie mit 97 Erwachsenen geschätzt 73,9 Prozent, im Median nach 52 Monaten.21

Bis zur Behandlung

Bis zur Behandlung vergeht oft viel Zeit: In einer US-Erhebung lagen bei affektiven Störungen zwischen Beginn und erstem Behandlungskontakt typischerweise sechs bis acht Jahre.52

Studiendetails: Bis zur Behandlung

In einer weiteren US-Erhebung wurde die Hälfte der Menschen mit aktueller Major Depression behandelt (51,6 Prozent), und die Behandlung war nur in 41,9 Prozent dieser Fälle angemessen.6

In Deutschland hatte in der Gesundheitsstudie DEGS1-MH weniger als die Hälfte der Menschen mit einer psychischen Störung innerhalb eines Jahres deswegen Kontakt zum Gesundheitswesen.53

Erklärvideo · 35 s

Wie eine Depression verläuft

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Eine Depression verläuft meist in Episoden. In einer Bevölkerungsstudie über 23 Jahre dauerte eine Episode im Mittel zwölf Wochen. Von den Behandlungssuchenden einer US-Studie erholte sich die Hälfte in den ersten sechs Monaten; nach fünf Jahren waren aber zwölf Prozent noch nicht genesen. Nach einer ersten Episode kommt es laut Leitlinie bei etwa 40 bis 60 Prozent zu einem Rückfall. Mit jeder weiteren Episode stieg das Risiko für die nächste. Eine sichere Vorhersage für Einzelne gibt es nicht.7,20,23,45,49

Wie verläuft eine Depression?

Episoden, Erholung und Wiederkehr über Wochen bis Jahrzehnte; berichtete Verlaufspunkte und was Rückfälle begleitet.

Eine individuelle Vorhersage ist nicht zuverlässig möglich: In einer US-Langzeitstudie sagten nur wenige Merkmale vorher, wer eine erneute Episode bekommt.7 Gruppenwerte, keine Prognose für Einzelne.

Episode und Erholung

Wiederkehr

Zeitpunkt der Beobachtung, logarithmische Achse. Jede Zeile ist eine eigene Studie mit eigener Population; Zeile antippen für Details.

So lesen

Eine Markierung auswählen

Die Markierungen stammen aus verschiedenen Studien und werden nicht zu einer Kurve verbunden. Ein Konfidenzintervall ist nur für die mittlere Episodendauer berichtet.

Remission ohne Behandlung (Hausarztpraxen)

0204060
23 %
32 %
53 %

Eine Meta-Analyse schätzte für Erwachsene aus Hausarztpraxen, dass ohne Behandlung 23 Prozent nach drei, 32 Prozent nach sechs und 53 Prozent nach zwölf Monaten remittieren. In diesen Stichproben waren leichte bis mittelgradige Fälle vermutlich überrepräsentiert; für schwere Depressionen gilt das möglicherweise nicht.46

Kumulatives Rückfallrisiko (Bevölkerung)

0204060
13,2 %
23,2 %
42,0 %

Für 687 Menschen nach früherer Depression ergab eine niederländische Bevölkerungsstudie ein kumulatives Rückfallrisiko von 13,2 Prozent nach fünf, 23,2 Prozent nach zehn und 42,0 Prozent nach 20 Jahren (Kaplan-Meier-Schätzung bei Menschen nach mindestens sechs Monaten Remission).48

Modell Gezeigt sind nur die berichteten Zeitpunkte; die gestrichelte Linie verbindet sie zur Orientierung und ist kein Messwert. Konfidenzintervalle sind in den Belegen nicht berichtet.

Was einen Rückfall begleitet

Weiterführen

Rückfall unter fortgesetztem Antidepressivum oder nach Umstellung auf Placebo

31 Studien, 4.410 Personen54

40 Studien, 8890 Personen55,56

Die Fortsetzung eines Antidepressivums nach dem Ansprechen senkte in einer Meta-Analyse das Rückfallrisiko deutlich.54

Absetzen

Nach langer Einnahme: Rückfall innerhalb eines Jahres56

In einer britischen Studie mit Menschen, die sich nach langer Einnahme gut genug zum Aufhören fühlten, erlitten innerhalb eines Jahres 39 Prozent unter fortgesetztem Antidepressivum und 56 Prozent nach dem Ausschleichen einen Rückfall; Absetzsymptome und Rückfall waren dabei schwer zu trennen.56

Setzen Sie ein Antidepressivum nie auf eigene Faust ab, auch nicht bei Besserung oder Nebenwirkungen: Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.57

Nach EKT

Nach erfolgreicher EKT: Rückfall innerhalb von 24 Wochen (kleine Studie, 84 Personen)58

Nach erfolgreicher EKT kam es ohne Weiterbehandlung innerhalb von 24 Wochen häufig zum Rückfall; eine Weiterbehandlung senkte die Rate.58

Restbeschwerden

Früher Rückfall nach Teilremission (kleine Studie)50

Als Vorhersagefaktoren für einen früheren Rückfall blieben in einer niederländischen Studie jüngeres Alter, mehr frühere Episoden, eine schwere letzte Episode, belastende Jugenderfahrungen und anhaltende Schwierigkeiten bestehen.48

Nach einer ersten Episode kommt es laut Leitlinie bei etwa 40 bis 60 Prozent zu einem Rückfall oder Wiederauftreten.23 Jede Ansicht ist eine eigene Studie; Werte nicht zwischen Ansichten vergleichen.

  • Episode und Erholung
  • Wiederkehr
  • Verbindung nur zur Orientierung
  • Vergleichsgruppe

KernsatzEine individuelle Vorhersage ist nicht zuverlässig möglich: Die Zahlen beschreiben Gruppen über Wochen bis Jahrzehnte.

Verlaufsdaten als Tabelle
BereichZeitraumBefundBeleg
Episode und Erholung12 WochenMittlere Episodendauer, Bevölkerungsstudie über 23 Jahre: 12 Wochen45
Episode und Erholung16 WochenMittlere Episodendauer, US-Bevölkerungsstudie: 16 Wochen6
Episode und Erholung6 MonateErholt in den ersten sechs Monaten: die Hälfte20
Episode und Erholung5 JahreNach fünf Jahren noch nicht genesen: 12 %20
Episode und Erholung52 MonateFrüh beginnende Dysthymie: Erholung im Median: 52 Monate21
Wiederkehr5 JahreNach erster Episode: erneute Depression: 31,5 %47
Wiederkehr10 JahreRisikoanstieg je weiterer Episode: +16 %49
Wiederkehr15 JahreErneute Episode nach Genesung (Fachzentren): 85 %7
Wiederkehr23 JahreWiederkehr in der Bevölkerungsstudie: 35 %45
Ohne Behandlung3 / 6 / 12 MonateRemission 23 / 32 / 53 %46
Rückfallrisiko5 / 10 / 20 Jahre13,2 / 23,2 / 42,0 %48
WeiterführenStudienzeitraum18 gegenüber 41 %; 20,9 gegenüber 39,7 %54,55,56
Nach EKT24 Wochen84 / 60 / 39 %58

Quellen: Kessler RC et al. · JAMA 20036; Mueller TI et al. · American Journal of Psychiatry 19997; Geddes JR et al. · The Lancet 200354; Kato M et al. · Molecular Psychiatry 202155; Lewis G et al. · New England Journal of Medicine 202156; Henssler J et al. · The Lancet Psychiatry 202457; Bundesärztekammer et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 202223; Sackeim HA et al. · JAMA 200158; Eaton WW et al. · Archives of General Psychiatry 200845; Keller MB et al. · Archives of General Psychiatry 199220; Whiteford HA et al. · Psychological Medicine 201346; Bukh JD et al. · Psychological Medicine 201647; Hardeveld F et al. · Psychological Medicine 201348; Solomon DA et al. · American Journal of Psychiatry 200049; Paykel ES et al. · Psychological Medicine 199550; Klein DN et al. · American Journal of Psychiatry 200621


Begleiterkrankungen und Sterblichkeit

Depression kommt selten allein. In einer US-Erhebung hatten 72,1 Prozent der Menschen mit Major Depression im Lauf des Lebens mindestens eine weitere psychische Störung.6

In einer großen US-Erhebung war eine Major Depression eng mit Angststörungen verbunden (Chancenverhältnis 2,1 bis 5,7) und mit Substanzgebrauchsstörungen (1,8 bis 3,0). Ein Chancenverhältnis beschreibt, um welchen Faktor die Chance höher ist, nicht die Häufigkeit selbst.19

Erwachsenen-ADHS und Autismus

Auch neurologische Entwicklungsstörungen kommen gemeinsam mit Depression vor: Bei Erwachsenen im Autismus-Spektrum lag die geschätzte Lebenszeithäufigkeit einer depressiven Störung bei 37 Prozent, und ADHS im Kindesalter ging in einer britischen Geburtskohorte mit einem höheren Risiko für wiederkehrende Depression im jungen Erwachsenenalter einher.33,34

Körperliche Erkrankungen

Auch körperliche Erkrankungen treten häufiger gemeinsam mit Depression auf, etwa Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, entzündliche und neurologische Erkrankungen. Gemeinsame Gene, biologische Wege, soziale Faktoren, Gesundheitsverhalten und psychische Faktoren können dazu beitragen.59

Studiendetails: Körperliche Erkrankungen

In einer WHO-Befragung mit 245.404 Erwachsenen in 60 Ländern hatten 9,3 bis 23,0 Prozent der Menschen mit mindestens einer von vier chronischen Krankheiten (Angina pectoris, Arthritis, Asthma, Diabetes) zugleich eine Depression, deutlich häufiger als Menschen ohne diese Krankheiten.32

Depression im früheren Leben war in Studien durchgehend mit einem mehr als doppelt so hohen Demenzrisiko verbunden; bei Depression im späten Leben ist der Zusammenhang weniger klar.35

Sterblichkeit

Das Sterberisiko depressiver Menschen lag in einer großen Meta-Analyse nach Korrektur für Publikationsverzerrung etwa 1,5-fach höher als bei nicht depressiven; die Autoren halten den Zusammenhang für möglicherweise überschätzt.36

Mehr dazu: Sterblichkeit

Bei psychischen Erkrankungen insgesamt gingen in einer Meta-Analyse 67,3 Prozent der Todesfälle auf natürliche Ursachen zurück und 17,5 Prozent auf unnatürliche, darunter Suizide und Unfälle. Das sind Gruppenwerte, kein Urteil über einzelne Menschen.37

Depression gehört aber zu den Erkrankungen, die die Chance für einen Suizid um mehr als das Dreifache erhöhen. Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.38


Depression oder etwas anderes? Differenzialdiagnosen

Die Differenzialdiagnose klärt, ob die Beschwerden tatsächlich eine Depression sind und ob etwas anderes dahintersteckt oder hinzukommt. Zur Abklärung gehört nach einer Übersicht in JAMA, neben der Schwere auch nach Selbstgefährdung, Hinweisen auf eine bipolare Störung, psychotischen Symptomen, Substanzkonsum und begleitender Angst zu fragen.1

Bipolare Störung: die wichtigste Abgrenzung

Eine bipolare Störung ist im Versorgungsalltag schwer zu erkennen, weil sie meist mit einer depressiven Episode beginnt, die einer unipolaren Depression ähnelt. Verlässliche Biomarker gibt es nicht; entscheidend sind das gezielte Erfragen hypomaner Phasen und die Beobachtung im Verlauf.11

In einer US-Langzeitstudie mit 550 behandlungssuchenden Menschen mit Major Depression entwickelten im Mittel über 17,5 Jahre 19,6 Prozent später eine Hypomanie oder Manie. Hinweise darauf waren leichte hypomane Beschwerden, besonders ein vermindertes Schlafbedürfnis, ungewöhnlich viel Energie und gesteigerte zielgerichtete Aktivität, außerdem psychotische Symptome und das Alter bei Erkrankungsbeginn. Die meisten, bei denen sich später eine bipolare Störung zeigte, hatten zu Beginn aber keine hypomanen Beschwerden.60 Die Unterscheidung ist für die Behandlung wichtig: In schwedischen Registerdaten war bei bipolarer Störung eine Behandlung nur mit einem Antidepressivum mit einem erhöhten Manierisiko verbunden, zusammen mit einem Stimmungsstabilisierer in den ersten drei Monaten nicht.61 Die britische NICE-Leitlinie empfiehlt deshalb, bei Erwachsenen mit Depression nach früheren Phasen von Überaktivität oder enthemmtem Verhalten zu fragen; hielten sie 4 Tage oder länger an, soll eine fachpsychiatrische Abklärung erwogen werden. Betroffene und auch ihre Familien erkennen die Bedeutung hypomaner Beschwerden nicht immer.62,63

Studiendetails: Bipolare Störung: die wichtigste Abgrenzung

In der internationalen BRIDGE-Studie mit 5635 Erwachsenen in einer depressiven Episode erfüllten 16,0 Prozent die DSM-IV-TR-Kriterien einer bipolaren Störung, nach erweiterten Kriterien 47,0 Prozent; Hinweise waren vor allem Manie oder Hypomanie in der Familie und mehrere frühere Stimmungsepisoden.64

Die Registerstudie umfasste 3240 Menschen (Hazard Ratio 2,83). In der randomisierten STEP-BD-Studie führte ein zusätzliches Antidepressivum zu einem Stimmungsstabilisierer nicht häufiger zu anhaltender Erholung als Placebo (23,5 gegenüber 27,3 Prozent).61,65

Anpassungsstörung und Belastungsreaktion

Eine Anpassungsstörung ist nach der ICD-11 eine Fehlanpassung an einen erkennbaren Belastungsfaktor wie Trennung oder Jobverlust. Erfüllen die Beschwerden die Kriterien einer depressiven Episode, wird trotz Auslöser eine Depression diagnostiziert.5 Eine Übersicht warnt vor zwei Fehlern: normale Belastungsreaktionen als krankhaft einzuordnen oder zu oft eine Depression zu diagnostizieren. Anpassungsstörungen gelten oft als leicht, waren aber unter Menschen, die durch Suizid gestorben sind, auffällig häufig diagnostiziert.66

Dysthymie: oft langwierig

Eine Dysthymie verläuft oft langwierig: Bei früh beginnender Dysthymie erholten sich in einer zehnjährigen Studie geschätzt 73,9 Prozent, im Median aber erst nach 52 Monaten. Unter denen, die sich erholt hatten, lag das geschätzte Risiko, in eine weitere chronische Depressionsphase zurückzufallen, bei 71,4 Prozent.21

Trauer, Depression und anhaltende Trauerstörung

Trauer ist keine Krankheit. Für eine Depression in der Trauer sprechen nach der ICD-11 einen Monat oder länger durchgehende Beschwerden ohne Phasen von Freude, Schuldgefühle, die nicht den Verstorbenen betreffen, oder Suizidgedanken.5 Die anhaltende Trauerstörung ist eine eigene ICD-11-Diagnose: Sehnsucht nach dem Verstorbenen mit starkem Schmerz, mindestens 6 Monate und deutlich länger als kulturell üblich.5 Eine Depression nach einem Trauerfall ähnelte in einer Übersichtsarbeit einer Depression aus anderem Anlass mehr, als sie sich von ihr unterschied, etwa bei Rückfällen und beim Ansprechen auf Antidepressiva; sie gehört deshalb ernst genommen.67

Studiendetails: Trauer, Depression und anhaltende Trauerstörung

In einer randomisierten Studie mit 395 Menschen mit komplizierter Trauer sprachen mit einer trauerspezifischen Psychotherapie 82,5 Prozent an, ohne sie unter Placebo 54,8 Prozent; das Antidepressivum verbesserte das Trauer-Ergebnis nicht zusätzlich, senkte aber depressive Begleitsymptome.68

In einer US-Erhebung waren bei 12,9 Prozent der Menschen mit Depression im Leben alle Episoden kurz nach dem Tod einer nahestehenden Person aufgetreten und kürzer als zwei Monate; nach dem früheren DSM-IV galt das als Trauer.19

Burn-out oder Depression?

Burn-out führt die WHO in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit; der Begriff bezieht sich ausdrücklich auf den beruflichen Kontext. Als eigene Krankheit wird Burn-out damit nicht eingestuft. Ob hinter erschöpfungsbedingten Beschwerden eine Depression steckt, klärt die ärztliche Untersuchung.69

Mehr dazu: Burn-out oder Depression?

Wie unscharf der Begriff ist, zeigt eine Übersicht über 182 Studien mit Ärztinnen und Ärzten: Sie fand mindestens 142 verschiedene Definitionen, und wie Burn-out mit depressiven Beschwerden zusammenhängt, ließ sich deshalb nicht verlässlich bestimmen.70

Körperliche Ursachen und Laboruntersuchungen

Eine depressive Symptomatik kann Folge einer körperlichen Erkrankung sein. Im Allgemeinkrankenhaus kann nach einer Übersicht im New England Journal of Medicine bei bis zu einem Drittel der Menschen mit depressiven Beschwerden eine körperliche Erkrankung zugrunde liegen. Mit depressiven Beschwerden verbunden sind unter anderem Blutarmut, Schilddrüsenunterfunktion, Anfallsleiden, Parkinson, Schlafapnoe und Vitaminmangel.51 Der WHO-Leitfaden mhGAP sieht vor, eine solche Ursache zuerst zu behandeln und danach zu prüfen, ob depressive Beschwerden bestehen bleiben.71 Bei der ersten Abklärung sollten Laboruntersuchungen erwogen werden, etwa Blutbild, Stoffwechselwerte, Schilddrüsenwerte sowie Vitamin B12 und Folsäure; für einzelne Tests ist die Datenlage allerdings dünn.51

Schilddrüse und Vitaminmangel

Schilddrüsenunterfunktion und Depression hingen in einer Meta-Analyse von 25 Studien zusammen, deutlich schwächer als bisher angenommen (Odds Ratio 1,30), bei ausgeprägter Unterfunktion stärker als bei nur laborchemisch leichter.72

Mehr dazu: Schilddrüse und Vitaminmangel

Bei älteren Menschen mit leichter (subklinischer) Unterfunktion veränderte eine Hormonbehandlung die depressiven Symptome nach zwölf Monaten nicht gegenüber einem Scheinmedikament; die Teilnehmenden hatten zu Beginn allerdings kaum Beschwerden.73

Bei körperlich eingeschränkten Frauen ab 65 Jahren hatten Frauen mit stoffwechselrelevantem Vitamin-B12-Mangel nach Bereinigung etwa doppelt so häufig schwere depressive Beschwerden im Fragebogen; Folat und Blutarmut hingen in derselben Studie nicht mit dem Depressionsstatus zusammen.74

Neurologische Erkrankungen: Demenz, Parkinson, Schlaganfall, MS, Epilepsie

Mehrere neurologische Erkrankungen können mit depressiven Beschwerden beginnen oder von ihnen begleitet werden; die folgenden Befunde zeigen, wo neurologische und psychiatrische Abklärung zusammengehören.

Demenz

In der britischen Whitehall-II-Kohorte erhöhten depressive Beschwerden im mittleren Lebensalter das Demenzrisiko nicht; Unterschiede zeigten sich erst etwa 11 Jahre vor der Demenzdiagnose. Die Autoren deuten späte depressive Beschwerden eher als mögliches Frühzeichen einer beginnenden Demenz oder als Ausdruck gemeinsamer Ursachen.75

Mehr dazu: Neurologische Erkrankungen: Demenz, Parkinson, Schlaganfall, MS, Epilepsie: Demenz

Die Lancet-Kommission nennt Depression im höheren Lebensalter als Risikofaktor für Demenz, weist aber darauf hin, dass der Zusammenhang in beide Richtungen wirken kann.76

Parkinson

In britischen Hausarztdaten wurde 5 Jahre vor der Parkinson-Diagnose häufiger eine Depression erfasst als bei Kontrollen (relatives Risiko 1,76); am deutlichsten erhöht war das Zittern. Nach einer Übersicht betrifft Depression etwa 35 Prozent der Menschen mit Parkinson-Krankheit und kann schon vor den Bewegungssymptomen auftreten.77,78

Schlaganfall

Eine Depression nach Schlaganfall geht mit stärkerer Behinderung und höherer Sterblichkeit einher. Eine vorbestehende Depression ging in einer Meta-Analyse mit einer etwa dreifach höheren Chance für eine Depression nach dem Schlaganfall einher.79,80

Multiple Sklerose

Depression ist bei MS häufig; schwierig ist die Abgrenzung, weil sich psychische und neurologische Beschwerden überlappen.81

Epilepsie

Depression, Angst und Psychosen waren in britischen Hausarztdaten schon in den Jahren vor einer Epilepsiediagnose häufiger; die Autoren sprechen von einem Zusammenhang in beide Richtungen.82

Alkohol, Drogen und Medikamente

Auch Konsum oder Entzug von Cannabis, Beruhigungs- und Schlafmitteln, Opiaten, Kokain oder Stimulanzien kann depressive Beschwerden auslösen; dazu kommen einige verordnete Medikamente.51

Mehr dazu: Alkohol, Drogen und Medikamente

Unter 2945 Menschen mit Alkoholabhängigkeit hatten 15,2 Prozent eine von der Sucht unabhängige depressive Episode und 26,4 Prozent mindestens eine substanzinduzierte Episode. In einer großen US-Erhebung hatten nur wenige Menschen mit affektiven Störungen ausschließlich substanzinduzierte Störungen; die Behandlung einer begleitenden Depression sollte bei Sucht nicht zurückgestellt werden.83,84

Bei Medikamenten lohnt der genaue Blick: Kortison-Tabletten waren in britischen Hausarztdaten im Vergleich zu Menschen mit derselben Grunderkrankung ohne Kortison mit mehr Depressionen verbunden. Unter Hochdosis-Interferon alfa wegen eines Melanoms entwickelten in einer kleinen Studie 45 Prozent der Placebogruppe eine Major Depression. Betablocker waren dagegen in einer Auswertung von 15 Studien nicht mit einem signifikant erhöhten Risiko für depressive Beschwerden verbunden.85,86,87

Studiendetails: Alkohol, Drogen und Medikamente

In einer US-Querschnittserhebung hatten 15 Prozent der Erwachsenen, die drei oder mehr Medikamente mit Depression als möglicher Nebenwirkung nahmen, eine Depression (PHQ-9 ab 10), ohne solche Medikamente 4,7 Prozent; das ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Verursachung.88

In einer dänischen Kohorte mit 1.061.997 Frauen war die Einnahme kombinierter hormoneller Verhütungspillen mit einer häufigeren ersten Antidepressiva-Verordnung verbunden (relatives Risiko 1,23). Cannabiskonsum im Jugendalter ging in einer Meta-Analyse mit einer höheren Chance für eine Depression im jungen Erwachsenenalter einher (Odds Ratio 1,37).89,90

Erwachsenen-ADHS und Autismus

Bei ADHS bestehen Konzentrationsprobleme nach der ICD-11 dauerhaft, nicht in Episoden; beide Störungen können gemeinsam vorliegen.5 In einer US-Erhebung lag die geschätzte Häufigkeit einer Erwachsenen-ADHS bei 4,4 Prozent; sie trat häufig zusammen mit anderen psychischen Störungen auf und war meist unbehandelt, obwohl viele wegen der Begleiterkrankungen in Behandlung waren.91 Im Autismus-Spektrum fand eine Meta-Analyse gesicherte depressive Störungen bei 11 Prozent; Fragebögen und eine begleitende intellektuelle Beeinträchtigung können Häufigkeitsschätzungen deutlich beeinflussen, deshalb ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig.33,92

Ob hinter Konzentrationsproblemen und Erschöpfung eine Depression, eine Erwachsenen-ADHS oder beides steckt, behandelt ein Beitrag auf adhs-spezialambulanz.de; dort gibt es auch Beiträge zur Abgrenzung von Autismus und Angststörungen (siehe Verweise).

Differenzialdiagnosen der Depression im Überblick
ZustandWas dafür sprichtWas abgeklärt wird
Bipolare Störungfrühere Phasen mit weniger Schlafbedürfnis, viel Energie, Überaktivität; Familiegezielte Fragen, Angehörige, fachpsychiatrische Abklärung60,62,63,64
Anpassungsstörungklarer Belastungsfaktor; Gefahr, normale Reaktionen als krankhaft einzuordnenob die Kriterien einer Episode erfüllt sind66
TrauerDepression nach Trauerfall ähnelt Depression aus anderem AnlassVerlauf und Ansprechen wie bei anderen Depressionen67
Dysthymielangwieriger Verlauf, Rückfälle häufigVerlauf über Jahre21
Burn-outberufsbezogenes Phänomen, keine Krankheitob eine Depression vorliegt69
Körperliche UrsachenBlutarmut, Schilddrüse, Anfallsleiden, Parkinson, Schlafapnoe, VitaminmangelLaborwerte, körperliche Untersuchung51
Neurologische ErkrankungenDepression kann Parkinson oder Demenz vorausgehen; häufig bei Schlaganfall, MS, Epilepsieneurologische Untersuchung, Warnzeichen75,77,78,79,80,81,82
SubstanzenKonsum oder Entzug von Alkohol, Cannabis, Beruhigungsmitteln und anderen StoffenKonsum erfragen; Verlauf nach Abstinenz51,83,84
Medikamenteetwa Kortison oder InterferonMedikamentenliste; nie eigenmächtig absetzen85,86,87
Erwachsenen-ADHS und Autismushäufig gemeinsam mit anderen Störungen; ADHS oft unbehandeltsorgfältige Diagnostik33,91,92

Die Tabelle ersetzt keine Untersuchung; mehrere Zustände können gleichzeitig vorliegen.21,33,51,60,62,63,64,66,67,69,75,77,78,79,80,81,82,83,84,85,86,87,91,92

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Depression oder etwas anderes?

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Nicht hinter jeder gedrückten Stimmung steckt eine Depression. Die Abklärung fragt gezielt nach Selbstgefährdung, nach früheren Phasen mit gehobener Stimmung und viel Energie, nach psychotischen Symptomen, Substanzkonsum und Angst. Denn eine bipolare Störung beginnt oft wie eine Depression. Laborwerte wie Blutbild, Schilddrüse und Vitamin B12 helfen, körperliche Ursachen zu finden. Auch Alkohol, Drogen und manche Medikamente können depressive Beschwerden auslösen. Neue Lähmungen oder ausgeprägte Gedächtnisstörungen gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.1,3,4,11,23,51,60,62,63,83,84,85,86,87

Depression oder etwas anderes?

Zwei Tabellen: der Überblick über zehn Abgrenzungen und alle 41 Befundblöcke des Abschnitts, filterbar nach Richtung, Art und Stichwort.

Die Differenzialdiagnose klärt, ob die Beschwerden tatsächlich eine Depression sind und ob etwas anderes dahintersteckt oder hinzukommt.1

Überblick: zehn Abgrenzungen

ZustandWas dafür sprichtWas abgeklärt wird
Bipolare Störungfrühere Phasen mit weniger Schlafbedürfnis, viel Energie, Überaktivität; Familiegezielte Fragen, Angehörige, fachpsychiatrische Abklärung60,62,63,64
Anpassungsstörungklarer Belastungsfaktor; Gefahr, normale Reaktionen als krankhaft einzuordnenob die Kriterien einer Episode erfüllt sind66
TrauerDepression nach Trauerfall ähnelt Depression aus anderem AnlassVerlauf und Ansprechen wie bei anderen Depressionen67
Dysthymielangwieriger Verlauf, Rückfälle häufigVerlauf über Jahre21
Burn-outberufsbezogenes Phänomen, keine Krankheitob eine Depression vorliegt69
Körperliche UrsachenBlutarmut, Schilddrüse, Anfallsleiden, Parkinson, Schlafapnoe, VitaminmangelLaborwerte, körperliche Untersuchung51
Neurologische ErkrankungenDepression kann Parkinson oder Demenz vorausgehen; häufig bei Schlaganfall, MS, Epilepsieneurologische Untersuchung, Warnzeichen75,77,78,79,80,81,82
SubstanzenKonsum oder Entzug von Alkohol, Cannabis, Beruhigungsmitteln und anderen StoffenKonsum erfragen; Verlauf nach Abstinenz51,83,84
Medikamenteetwa Kortison oder InterferonMedikamentenliste; nie eigenmächtig absetzen85,86,87
Erwachsenen-ADHS und Autismushäufig gemeinsam mit anderen Störungen; ADHS oft unbehandeltsorgfältige Diagnostik33,91,92

Die Tabelle ersetzt keine Untersuchung; mehrere Zustände können gleichzeitig vorliegen.

Alle 41 Befunde, filterbar

Abgrenzung vonRichtungArtBefund mit Beleg
GrundsatzpsychischKernaussageDie Differenzialdiagnose klärt, ob die Beschwerden tatsächlich eine Depression sind und ob etwas anderes dahintersteckt oder hinzukommt. Zur Abklärung gehört nach einer Übersicht in JAMA, neben der Schwere auch nach Selbstgefährdung, Hinweisen auf eine bipolare Störung, psychotischen Symptomen, Substanzkonsum und begleitender Angst zu fragen.1
Bipolare StörungpsychischKernaussageEine bipolare Störung ist im Versorgungsalltag schwer zu erkennen, weil sie meist mit einer depressiven Episode beginnt, die einer unipolaren Depression ähnelt. Verlässliche Biomarker gibt es nicht; entscheidend sind das gezielte Erfragen hypomaner Phasen und die Beobachtung im Verlauf.11
Bipolare StörungpsychischKernaussageIn einer US-Langzeitstudie mit 550 behandlungssuchenden Menschen mit Major Depression entwickelten im Mittel über 17,5 Jahre 19,6 Prozent später eine Hypomanie oder Manie. Hinweise darauf waren leichte hypomane Beschwerden, besonders ein vermindertes Schlafbedürfnis, ungewöhnlich viel Energie und gesteigerte zielgerichtete Aktivität, außerdem psychotische Symptome und das Alter bei Erkrankungsbeginn. Die meisten, bei denen sich später eine bipolare Störung zeigte, hatten zu Beginn aber keine hypomanen Beschwerden.60
Bipolare StörungpsychischKernaussageDie Unterscheidung ist für die Behandlung wichtig: In schwedischen Registerdaten war bei bipolarer Störung eine Behandlung nur mit einem Antidepressivum mit einem erhöhten Manierisiko verbunden, zusammen mit einem Stimmungsstabilisierer in den ersten drei Monaten nicht.61
Bipolare StörungpsychischKernaussageDie britische NICE-Leitlinie empfiehlt deshalb, bei Erwachsenen mit Depression nach früheren Phasen von Überaktivität oder enthemmtem Verhalten zu fragen; hielten sie 4 Tage oder länger an, soll eine fachpsychiatrische Abklärung erwogen werden. Betroffene und auch ihre Familien erkennen die Bedeutung hypomaner Beschwerden nicht immer.62,63
Bipolare StörungpsychischHinweisMit Einverständnis der betroffenen Person kann es deshalb hilfreich sein, auch Angehörige nach solchen Phasen zu fragen.
Bipolare StörungpsychischStudiendetailIn der internationalen BRIDGE-Studie mit 5635 Erwachsenen in einer depressiven Episode erfüllten 16,0 Prozent die DSM-IV-TR-Kriterien einer bipolaren Störung, nach erweiterten Kriterien 47,0 Prozent; Hinweise waren vor allem Manie oder Hypomanie in der Familie und mehrere frühere Stimmungsepisoden.64
Bipolare StörungpsychischStudiendetailDie Registerstudie umfasste 3240 Menschen (Hazard Ratio 2,83). In der randomisierten STEP-BD-Studie führte ein zusätzliches Antidepressivum zu einem Stimmungsstabilisierer nicht häufiger zu anhaltender Erholung als Placebo (23,5 gegenüber 27,3 Prozent).61,65
AnpassungsstörungpsychischKernaussageEine Anpassungsstörung ist nach der ICD-11 eine Fehlanpassung an einen erkennbaren Belastungsfaktor wie Trennung oder Jobverlust. Erfüllen die Beschwerden die Kriterien einer depressiven Episode, wird trotz Auslöser eine Depression diagnostiziert.5
AnpassungsstörungpsychischKernaussageEine Übersicht warnt vor zwei Fehlern: normale Belastungsreaktionen als krankhaft einzuordnen oder zu oft eine Depression zu diagnostizieren. Anpassungsstörungen gelten oft als leicht, waren aber unter Menschen, die durch Suizid gestorben sind, auffällig häufig diagnostiziert.66
DysthymiepsychischKernaussageEine Dysthymie verläuft oft langwierig: Bei früh beginnender Dysthymie erholten sich in einer zehnjährigen Studie geschätzt 73,9 Prozent, im Median aber erst nach 52 Monaten. Unter denen, die sich erholt hatten, lag das geschätzte Risiko, in eine weitere chronische Depressionsphase zurückzufallen, bei 71,4 Prozent.21
TrauerpsychischKernaussageTrauer ist keine Krankheit. Für eine Depression in der Trauer sprechen nach der ICD-11 einen Monat oder länger durchgehende Beschwerden ohne Phasen von Freude, Schuldgefühle, die nicht den Verstorbenen betreffen, oder Suizidgedanken.5
TrauerpsychischKernaussageDie anhaltende Trauerstörung ist eine eigene ICD-11-Diagnose: Sehnsucht nach dem Verstorbenen mit starkem Schmerz, mindestens 6 Monate und deutlich länger als kulturell üblich.5
TrauerpsychischKernaussageEine Depression nach einem Trauerfall ähnelte in einer Übersichtsarbeit einer Depression aus anderem Anlass mehr, als sie sich von ihr unterschied, etwa bei Rückfällen und beim Ansprechen auf Antidepressiva; sie gehört deshalb ernst genommen.67
TrauerpsychischStudiendetailIn einer randomisierten Studie mit 395 Menschen mit komplizierter Trauer sprachen mit einer trauerspezifischen Psychotherapie 82,5 Prozent an, ohne sie unter Placebo 54,8 Prozent; das Antidepressivum verbesserte das Trauer-Ergebnis nicht zusätzlich, senkte aber depressive Begleitsymptome.68
TrauerpsychischStudiendetailIn einer US-Erhebung waren bei 12,9 Prozent der Menschen mit Depression im Leben alle Episoden kurz nach dem Tod einer nahestehenden Person aufgetreten und kürzer als zwei Monate; nach dem früheren DSM-IV galt das als Trauer.19
Burn-outpsychischKernaussageBurn-out führt die WHO in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit; der Begriff bezieht sich ausdrücklich auf den beruflichen Kontext. Als eigene Krankheit wird Burn-out damit nicht eingestuft. Ob hinter erschöpfungsbedingten Beschwerden eine Depression steckt, klärt die ärztliche Untersuchung.69
Burn-outpsychischStudiendetailWie unscharf der Begriff ist, zeigt eine Übersicht über 182 Studien mit Ärztinnen und Ärzten: Sie fand mindestens 142 verschiedene Definitionen, und wie Burn-out mit depressiven Beschwerden zusammenhängt, ließ sich deshalb nicht verlässlich bestimmen.70
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, VitaminekörperlichKernaussageEine depressive Symptomatik kann Folge einer körperlichen Erkrankung sein. Im Allgemeinkrankenhaus kann nach einer Übersicht im New England Journal of Medicine bei bis zu einem Drittel der Menschen mit depressiven Beschwerden eine körperliche Erkrankung zugrunde liegen. Mit depressiven Beschwerden verbunden sind unter anderem Blutarmut, Schilddrüsenunterfunktion, Anfallsleiden, Parkinson, Schlafapnoe und Vitaminmangel.51
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, VitaminekörperlichKernaussageDer WHO-Leitfaden mhGAP sieht vor, eine solche Ursache zuerst zu behandeln und danach zu prüfen, ob depressive Beschwerden bestehen bleiben.71
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, VitaminekörperlichKernaussageBei der ersten Abklärung sollten Laboruntersuchungen erwogen werden, etwa Blutbild, Stoffwechselwerte, Schilddrüsenwerte sowie Vitamin B12 und Folsäure; für einzelne Tests ist die Datenlage allerdings dünn.51
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, VitaminekörperlichHinweisLaborwerte helfen, körperliche Ursachen zu finden; eine Depression selbst lässt sich damit nicht feststellen.
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, VitaminekörperlichHinweisWarnzeichen für eine körperliche Ursache sind nach der deutschen Leitlinie unter anderem neue Lähmungen, Bewegungs- oder Gefühlsstörungen, die zeitgleich mit einer neuen schweren depressiven Symptomatik auftreten, ebenso ausgeprägte Einschränkungen von Gedächtnis, Konzentration oder Denkleistung. Solche Zeichen gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.23
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, VitaminekörperlichKernaussageSchilddrüsenunterfunktion und Depression hingen in einer Meta-Analyse von 25 Studien zusammen, deutlich schwächer als bisher angenommen (Odds Ratio 1,30), bei ausgeprägter Unterfunktion stärker als bei nur laborchemisch leichter.72
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, VitaminekörperlichStudiendetailBei älteren Menschen mit leichter (subklinischer) Unterfunktion veränderte eine Hormonbehandlung die depressiven Symptome nach zwölf Monaten nicht gegenüber einem Scheinmedikament; die Teilnehmenden hatten zu Beginn allerdings kaum Beschwerden.73
Körperliche Ursachen, Schilddrüse, VitaminekörperlichStudiendetailBei körperlich eingeschränkten Frauen ab 65 Jahren hatten Frauen mit stoffwechselrelevantem Vitamin-B12-Mangel nach Bereinigung etwa doppelt so häufig schwere depressive Beschwerden im Fragebogen; Folat und Blutarmut hingen in derselben Studie nicht mit dem Depressionsstatus zusammen.74
Neurologische ErkrankungenneurologischKernaussageDemenz: In der britischen Whitehall-II-Kohorte erhöhten depressive Beschwerden im mittleren Lebensalter das Demenzrisiko nicht; Unterschiede zeigten sich erst etwa 11 Jahre vor der Demenzdiagnose. Die Autoren deuten späte depressive Beschwerden eher als mögliches Frühzeichen einer beginnenden Demenz oder als Ausdruck gemeinsamer Ursachen.75
Neurologische ErkrankungenneurologischStudiendetailDie Lancet-Kommission nennt Depression im höheren Lebensalter als Risikofaktor für Demenz, weist aber darauf hin, dass der Zusammenhang in beide Richtungen wirken kann.76
Neurologische ErkrankungenneurologischKernaussageParkinson: In britischen Hausarztdaten wurde 5 Jahre vor der Parkinson-Diagnose häufiger eine Depression erfasst als bei Kontrollen (relatives Risiko 1,76); am deutlichsten erhöht war das Zittern. Nach einer Übersicht betrifft Depression etwa 35 Prozent der Menschen mit Parkinson-Krankheit und kann schon vor den Bewegungssymptomen auftreten.77,78
Neurologische ErkrankungenneurologischKernaussageSchlaganfall: Eine Depression nach Schlaganfall geht mit stärkerer Behinderung und höherer Sterblichkeit einher. Eine vorbestehende Depression ging in einer Meta-Analyse mit einer etwa dreifach höheren Chance für eine Depression nach dem Schlaganfall einher.79,80
Neurologische ErkrankungenneurologischKernaussageMultiple Sklerose: Depression ist bei MS häufig; schwierig ist die Abgrenzung, weil sich psychische und neurologische Beschwerden überlappen.81
Neurologische ErkrankungenneurologischKernaussageEpilepsie: Depression, Angst und Psychosen waren in britischen Hausarztdaten schon in den Jahren vor einer Epilepsiediagnose häufiger; die Autoren sprechen von einem Zusammenhang in beide Richtungen.82
Alkohol, Drogen, MedikamenteSubstanzen und MedikamenteKernaussageAuch Konsum oder Entzug von Cannabis, Beruhigungs- und Schlafmitteln, Opiaten, Kokain oder Stimulanzien kann depressive Beschwerden auslösen; dazu kommen einige verordnete Medikamente.51
Alkohol, Drogen, MedikamenteSubstanzen und MedikamenteStudiendetailUnter 2945 Menschen mit Alkoholabhängigkeit hatten 15,2 Prozent eine von der Sucht unabhängige depressive Episode und 26,4 Prozent mindestens eine substanzinduzierte Episode. In einer großen US-Erhebung hatten nur wenige Menschen mit affektiven Störungen ausschließlich substanzinduzierte Störungen; die Behandlung einer begleitenden Depression sollte bei Sucht nicht zurückgestellt werden.83,84
Alkohol, Drogen, MedikamenteSubstanzen und MedikamenteStudiendetailBei Medikamenten lohnt der genaue Blick: Kortison-Tabletten waren in britischen Hausarztdaten im Vergleich zu Menschen mit derselben Grunderkrankung ohne Kortison mit mehr Depressionen verbunden. Unter Hochdosis-Interferon alfa wegen eines Melanoms entwickelten in einer kleinen Studie 45 Prozent der Placebogruppe eine Major Depression. Betablocker waren dagegen in einer Auswertung von 15 Studien nicht mit einem signifikant erhöhten Risiko für depressive Beschwerden verbunden.85,86,87
Alkohol, Drogen, MedikamenteSubstanzen und MedikamenteHinweisSetzen Sie verordnete Medikamente nie ohne ärztlichen Rat ab, auch wenn Sie einen Zusammenhang vermuten.
Alkohol, Drogen, MedikamenteSubstanzen und MedikamenteStudiendetailIn einer US-Querschnittserhebung hatten 15 Prozent der Erwachsenen, die drei oder mehr Medikamente mit Depression als möglicher Nebenwirkung nahmen, eine Depression (PHQ-9 ab 10), ohne solche Medikamente 4,7 Prozent; das ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Verursachung.88
Alkohol, Drogen, MedikamenteSubstanzen und MedikamenteStudiendetailIn einer dänischen Kohorte mit 1.061.997 Frauen war die Einnahme kombinierter hormoneller Verhütungspillen mit einer häufigeren ersten Antidepressiva-Verordnung verbunden (relatives Risiko 1,23). Cannabiskonsum im Jugendalter ging in einer Meta-Analyse mit einer höheren Chance für eine Depression im jungen Erwachsenenalter einher (Odds Ratio 1,37).89,90
Erwachsenen-ADHS und AutismuspsychischKernaussageBei ADHS bestehen Konzentrationsprobleme nach der ICD-11 dauerhaft, nicht in Episoden; beide Störungen können gemeinsam vorliegen.5
Erwachsenen-ADHS und AutismuspsychischKernaussageIn einer US-Erhebung lag die geschätzte Häufigkeit einer Erwachsenen-ADHS bei 4,4 Prozent; sie trat häufig zusammen mit anderen psychischen Störungen auf und war meist unbehandelt, obwohl viele wegen der Begleiterkrankungen in Behandlung waren.91
Erwachsenen-ADHS und AutismuspsychischKernaussageIm Autismus-Spektrum fand eine Meta-Analyse gesicherte depressive Störungen bei 11 Prozent; Fragebögen und eine begleitende intellektuelle Beeinträchtigung können Häufigkeitsschätzungen deutlich beeinflussen, deshalb ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig.33,92

41 von 41 Befunden

Warnzeichen für eine körperliche Ursache sind nach der deutschen Leitlinie unter anderem neue Lähmungen, Bewegungs- oder Gefühlsstörungen, die zeitgleich mit einer neuen schweren depressiven Symptomatik auftreten, ebenso ausgeprägte Einschränkungen von Gedächtnis, Konzentration oder Denkleistung. Solche Zeichen gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.23

Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3

  • psychisch
  • körperlich
  • neurologisch
  • Substanzen und Medikamente

KernsatzLaborwerte helfen, körperliche Ursachen zu finden; eine Depression selbst lässt sich damit nicht feststellen.

Quellen: Simon GE, Moise N, Mohr DC · JAMA 20241; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; World Health Organization · WHO 20245; Grande I et al. · The Lancet 201611; Hasin DS et al. · JAMA Psychiatry 201819; Bundesärztekammer et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 202223; Park LT, Zarate CA Jr · New England Journal of Medicine 201951; Klein DN et al. · American Journal of Psychiatry 200621; Hollocks MJ et al. · Psychological Medicine 201933; Fiedorowicz JG et al. · American Journal of Psychiatry 201160; Viktorin A et al. · American Journal of Psychiatry 201461; National Institute for Health and Care Excellence (NICE) · NICE 201462; Vieta E et al. · Nature Reviews Disease Primers 201863; Angst J et al. · Archives of General Psychiatry 201164; Sachs GS et al. · New England Journal of Medicine 200765; Casey P, Bailey S · World Psychiatry 201166; Zisook S, Kendler KS · Psychological Medicine 200767; Shear MK et al. · JAMA Psychiatry 201668; World Health Organization · WHO 201969; Rotenstein LS et al. · JAMA 201870; World Health Organization · WHO 201671; Bode H et al. · JAMA Psychiatry 202172; Wildisen L et al. · JAMA Network Open 202173; Penninx BW et al. · American Journal of Psychiatry 200074; Singh-Manoux A et al. · JAMA Psychiatry 201775; Livingston G et al. · The Lancet 202076; Schrag A et al. · The Lancet Neurology 201577; Aarsland D et al. · Nature Reviews Neurology 201178; Robinson RG, Jorge RE · American Journal of Psychiatry 201679; Taylor-Rowan M et al. · Psychological Medicine 201980; Feinstein A et al. · Nature Reviews Neurology 201481; Hesdorffer DC et al. · Annals of Neurology 201282; Schuckit MA et al. · American Journal of Psychiatry 199783; Grant BF et al. · Archives of General Psychiatry 200484; Fardet L et al. · American Journal of Psychiatry 201285; Musselman DL et al. · New England Journal of Medicine 200186; Ko DT et al. · JAMA 200287; Qato DM et al. · JAMA 201888; Skovlund CW et al. · JAMA Psychiatry 201689; Gobbi G et al. · JAMA Psychiatry 201990; Kessler RC et al. · American Journal of Psychiatry 200691; Lai MC et al. · The Lancet Psychiatry 201992


Ursachen der Depression: Was im Gehirn geschieht und wie sicher die Erklärungen sind

Was im Gehirn bei einer Depression geschieht, ist nicht aufgeklärt. Nach dem Übersichtsartikel in Nature Reviews Disease Primers kann kein etablierter Mechanismus alle Aspekte der Erkrankung erklären; Veränderungen betreffen unter anderem das Hirnvolumen, besonders den Hippocampus, Netzwerke für die Kontrolle des Denkens, die Stressachse und das Immunsystem.10

Mehr dazu: Heterogenität und Biotypen

Jede Theorie trifft nach einer Übersicht in World Psychiatry nur auf einen Teil der Betroffenen zu; der Wissensstand spricht gegen eine einheitliche Erklärung.93

Die folgende Landkarte stellt die wichtigsten Erklärungsmodelle nebeneinander. Zu jedem steht der Evidenzstand: gut gestützt, teilweise gestützt, vorläufig oder umstritten. Fast alle Hirn- und Laborbefunde stammen aus Vergleichen von Gruppen zu einem Zeitpunkt. Sie sagen wenig darüber, was Ursache und was Folge ist.

Evidenzstand nach der Recherche

  • gut gestützt
  • teilweise gestützt
  • vorläufig
  • umstritten

Die Monoamin-Hypothese der Botenstoffe

Evidenzstand: umstritten

Die Monoamin-Hypothese führte Depression auf einen Mangel an Botenstoffen wie Serotonin zurück. Einfache biochemische Erklärungen, die niedrige Serotoninspiegel mit gedrückter Stimmung gleichsetzen, sind nach einer Übersicht von Cowen und Browning nicht mehr haltbar; eine geschwächte Serotoninfunktion könne in manchen Fällen aber zu einer Depression beitragen.94 Eine Übersichtsarbeit über Übersichtsarbeiten fand in den wichtigsten Forschungsfeldern keine konsistenten Belege dafür, dass Depression mit einer niedrigeren Serotoninaktivität zusammenhängt. Die einfache Erklärung „Depression entsteht durch Serotoninmangel“ wird dadurch nicht gestützt. Das sagt nichts darüber, ob Antidepressiva wirken.95 Die deutsche Leitlinie nennt einen ursächlichen Monoamin-Mangel umstritten; die Hypothese gilt damit weder als bewiesen noch als widerlegt.23

Studiendetails: Die Monoamin-Hypothese der Botenstoffe

Nach Cowen und Browning ist eine gestörte Serotoninfunktion weder notwendig noch ausreichend für eine Depression.94

Bei zehn von 15 Frauen mit früheren depressiven Episoden, die gesund waren und keine Medikamente nahmen, löste ein tryptophanfreies Aminosäuregemisch vorübergehend Symptome aus.96

Eine Meta-Analyse von 45 Tryptophan- und 8 weiteren Depletionsstudien fand, dass eine solche Absenkung die Stimmung gesunder Kontrollpersonen nicht senkte. Die Autoren deuten die Befunde als Verletzlichkeit, nicht als Beleg für einen ursächlichen Mangel.97

Auf die Übersichtsarbeit zur Serotonin-Hypothese gab es fachliche Erwiderungen; deren Inhalt wurde für diesen Beitrag nicht ausgewertet.95

Die HPA-Achsen-Hypothese zur Stressachse

Evidenzstand: teilweise gestützt

Chronischer oder früher Stress soll die Stresshormonachse verstellen, die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Bei melancholischer Depression scheint das Stresssystem überaktiv zu sein, bei atypischer eher unteraktiv.98

Mehr dazu: Die HPA-Achsen-Hypothese zur Stressachse

Die Cortisol-Aufwachreaktion war bei aktueller und bei abgeklungener Depression nur leicht erhöht und könnte eine Verletzlichkeit anzeigen. Ob die Überaktivität Ursache, Folge oder Verletzlichkeitszeichen ist, lassen die Daten offen.99

Studiendetails: Die HPA-Achsen-Hypothese zur Stressachse

In einer niederländischen Kohorte mit 1588 Personen lagen die Unterschiede der Cortisol-Aufwachreaktion zu Kontrollen bei Effektstärken von 0,15 bis 0,25, also klein. Bei Frauen mit Missbrauchserfahrung in der Kindheit fiel die hormonelle Stressreaktion in einem Stresstest deutlich stärker aus.99,100

Die Neurotrophin-Hypothese zur Plastizität

Evidenzstand: teilweise gestützt

Die Plastizitätshypothese vermutet, dass Stress und Depression Synapsen in Hippocampus und Stirnhirn abbauen und wirksame Behandlungen sie wiederherstellen. In der bisher größten Auswertung war das Hippocampusvolumen im Mittel nur um etwa 1,2 Prozent kleiner, vor allem bei wiederkehrender Depression; bei einer ersten Episode fand sich kein Unterschied.101

Mehr dazu: Die Neurotrophin-Hypothese zur Plastizität

Ob beim Erwachsenen im Hippocampus neue Nervenzellen entstehen, wird kontrovers diskutiert.102

Studiendetails: Die Neurotrophin-Hypothese zur Plastizität

Die Auswertung umfasste 1728 Betroffene und 7199 Kontrollen.101

Der BDNF-Spiegel im Blut, ein Wachstumsfaktor für Nervenzellen, war in einer Meta-Analyse niedriger, nach Korrektur für Publikationsverzerrung aber schwächer als zunächst gedacht.103

Glutamat, GABA und die Ketamin-Frage

Evidenzstand: teilweise gestützt

Dass eine einzelne Ketamin-Infusion bei therapieresistenter Depression innerhalb von Stunden wirken kann, rückte die Botenstoffe Glutamat und GABA in den Blick. Das stützt eine Beteiligung des NMDA-Rezeptor-Systems, zeigt aber nicht, dass ein Glutamat-Defizit die Depression verursacht.104,105

Mehr dazu: Glutamat, GABA und die Ketamin-Frage

Beim Menschen ist der Mechanismus ungeklärt, und die Hypothese, Ketamin stelle verlorene Synapsen wieder her, ist nicht bestätigt.106

Studiendetails: Glutamat, GABA und die Ketamin-Frage

In einer Studie mit 73 Personen sprachen 24 Stunden nach der Infusion 64 Prozent an, nach dem Vergleichsmittel Midazolam 28 Prozent. Eine kleine, vorzeitig beendete Zwischenanalyse sprach auch für eine Rolle des Opioidsystems.105,107

Die Immunhypothese der Entzündung

Evidenzstand: teilweise gestützt

Bei einem Teil der Menschen mit Depression sind Entzündungsmarker erhöht: In einer Meta-Analyse von 37 Studien zeigten 27 Prozent ein CRP über 3 mg/L, die Mehrheit also nicht.108

Mehr dazu: Die Immunhypothese der Entzündung

Erhöhte Werte des Immunbotenstoffs Interleukin-6 im Alter von neun Jahren gingen in einer Geburtskohorte mit einem erhöhten Depressionsrisiko mit 18 Jahren einher.109

Ob Entzündung Ursache oder Folge ist und wem Entzündungshemmer nützen könnten, ist offen.110

Studiendetails: Die Immunhypothese der Entzündung

Das Odds Ratio betrug 1,55 für das höchste gegenüber dem niedrigsten Drittel. Auch Interferon alfa, ein Zytokin, kann eine Depression auslösen: Unter Placebo entwickelten 9 von 20 Menschen mit schwarzem Hautkrebs Symptome, unter einem vorbeugend gegebenen Antidepressivum 2 von 18.86,109

Das Konnektivitätsmodell der Hirnnetzwerke

Evidenzstand: vorläufig

Das Netzwerkmodell versteht Depression als gestörte Kommunikation großer Hirnnetzwerke. Eine Meta-Analyse beschrieb eine verminderte Kopplung im frontoparietalen Kontrollnetzwerk und eine verstärkte im Default-Mode-Netzwerk, das mit selbstbezogenem Denken verbunden ist.111

Mehr dazu: Das Konnektivitätsmodell der Hirnnetzwerke

Dessen Kopplung mit dem subgenualen präfrontalen Cortex sagt oft das Ausmaß des Grübelns voraus; das daraus abgeleitete Modell ist ein Vorschlag der Autoren.112

Das Belohnungssystem reagierte bei unmedizierten Betroffenen auf Gewinne abgeschwächt.113

Die Befunde schwanken jedoch, und für einzelne Menschen sind sie kein Test.114,115

Studiendetails: Das Konnektivitätsmodell der Hirnnetzwerke

Die Meta-Analyse umfasste 27 Datensätze mit 556 Betroffenen und 518 Kontrollen.111

Im Belohnungs-Experiment waren es 30 Betroffene und 31 Gesunde.113

Eine Meta-Analyse von 57 Studien mit Aufgaben zur emotionalen und kognitiven Verarbeitung fand keine übereinstimmend veränderten Aktivierungsorte.114

In einer Studie mit 1809 Personen lag die Klassifikationsgenauigkeit der Hirnbilder bei 54 bis 56 Prozent.115

Die zirkadiane Hypothese zu Schlaf und innerer Uhr

Evidenzstand: vorläufig

Ein schwächerer Tag-Nacht-Rhythmus der Aktivität ging in einer großen Querschnittsstudie mit einem etwas höheren Risiko für eine lebenslange Depression einher, ein kleiner Effekt.116

Mehr dazu: Die zirkadiane Hypothese zu Schlaf und innerer Uhr

Morgendliches Licht wirkte in einer achtwöchigen Studie bei Erwachsenen mit nicht saisonaler Depression besser als Placebo. Beides spricht für eine Beteiligung der inneren Uhr an manchen Formen, ist aber kein Mechanismusbeweis.117

Studiendetails: Die zirkadiane Hypothese zu Schlaf und innerer Uhr

Die Querschnittsstudie umfasste 91.105 Personen der UK Biobank (Odds Ratio 1,06 je Quintil).116

Die Lichtstudie umfasste 122 Erwachsene (Effektstärke 0,80 für Licht gegenüber Placebo).117

Das polygene Modell der Erbanlagen

Evidenzstand: gut gestützt

Zwillingsstudien schätzen die Erblichkeit der Neigung zur Depression auf etwa 37 Prozent. Das beschreibt Unterschiede in der Bevölkerung, nicht den Anteil bei einem einzelnen Menschen.118

Mehr dazu: Das polygene Modell der Erbanlagen

Die Erkrankung ist hochgradig polygen: Die bisher größte Genomstudie fand 243 Risikoorte, jede Variante mit winzigem Effekt.119

Frühere Einzelgen-Befunde, etwa zum Serotonintransporter-Gen 5-HTTLPR, bestätigten sich in großen Stichproben nicht.120

Studiendetails: Das polygene Modell der Erbanlagen

Bei den Zwillingsstudien lag das 95-Prozent-Intervall bei 31 bis 42 Prozent.118

Die Genomstudie umfasste über 1,3 Millionen Personen, davon 371.184 Betroffene; rund 11.700 Varianten erklären 90 Prozent der durch häufige Varianten erklärbaren Erblichkeit.119

Die Kandidatengen-Analyse prüfte 18 Gene in Stichproben von 62.138 bis 443.264 Personen.120

Offene Frage: Epigenetik: Das polygene Modell der Erbanlagen

Offen ist, ob schwerer Stress die Aktivität von Genen über epigenetische Veränderungen dauerhaft verschiebt. Eine Studie beschrieb bei einer Variante des Gens FKBP5, eines Regulators der Stresshormon-Antwort, eine vom Kindheitstrauma abhängige Veränderung der DNA-Methylierung; eine Übersicht in JAMA Psychiatry formuliert die epigenetische Erklärung ausdrücklich als Hypothese.121,122

Die Mikrobiom-Hypothese zu Darm und Gehirn

Evidenzstand: vorläufig

Das Darmmikrobiom von Menschen mit Depression unterschied sich in einer Meta-Analyse von dem Gesunder, vor allem durch weniger Buttersäure bildende Bakterien; das Muster ist nicht auf Depression beschränkt.123

Mehr dazu: Die Mikrobiom-Hypothese zu Darm und Gehirn

Nach Übertragung des Mikrobioms auf keimfreie Mäuse zeigten diese depressionsähnliches Verhalten; beim Menschen ist ein solcher ursächlicher Weg nicht gezeigt.124

Endokrine Modelle der Hormone

Evidenzstand: teilweise gestützt

Die simulierte Absenkung von Östrogen und Progesteron löste in einem kleinen Experiment bei Frauen mit früherer postpartaler Depression Stimmungssymptome aus, bei Frauen ohne diese Vorgeschichte nicht; das spricht für eine unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber Hormonschwankungen.125

Mehr dazu: Endokrine Modelle der Hormone

In der Perimenopause entwickelten unter Östrogen plus Progesteron weniger Frauen depressive Symptome als unter Placebo.126

Eine Hormonbehandlung bei leichter Schilddrüsenunterfunktion zeigte im Alter keinen Nutzen.73

Testosteron senkte depressive Symptome bei Männern im Mittel nur gering, und die Studien waren sehr unterschiedlich.127

Studiendetails: Endokrine Modelle der Hormone

Im Experiment zeigten 5 von 8 Frauen mit früherer postpartaler Depression Symptome, keine der 8 Frauen ohne diese Vorgeschichte.125

In der Perimenopause-Studie mit 172 Frauen, die zu Beginn keine depressiven Symptome hatten, entwickelten 32,3 Prozent unter Placebo und 17,3 Prozent unter Östrogen plus Progesteron depressive Symptome. Das ist kein Behandlungsrat.126

In einer Studie mit 427 älteren Menschen mit leichter (subklinischer) Schilddrüsenunterfunktion veränderte eine Hormonbehandlung die depressiven Symptome nach zwölf Monaten nicht gegenüber einem Scheinmedikament.73

Bei Männern senkte Testosteron depressive Symptome in einer Meta-Analyse von 27 Studien mit 1890 Teilnehmern gegenüber Placebo nur gering (Hedges g 0,21).127

Heterogenität und Biotypen

Evidenzstand: vorläufig

Ob es biologisch abgrenzbare Untergruppen gibt, ist offen. Vorgeschlagen wurden anhand von Hirnnetzwerken unter anderem vier und sechs Untergruppen.128,129

Mehr dazu: Heterogenität und Biotypen

Ein systematischer Review sah Hinweise auf mögliche Untergruppen, wegen unterschiedlicher Methoden und fehlender Wiederholung in unabhängigen Daten aber keine endgültigen Schlüsse.130

Studiendetails: Heterogenität und Biotypen

Die Studien umfassten 1188 Personen (vier Untergruppen) und 801 unbehandelte Menschen mit Depression oder Angst (sechs Untergruppen); für den neueren Ansatz ist eine Bestätigung in unabhängigen Daten bisher nicht berichtet. Der Review umfasste 29 Arbeiten.128,129,130

Gehirn im Längsschnitt: Stirnhirn und vorderer Gyrus cinguli leuchten golden, der Hippocampus blaugrün, eine helle Linie zur Hirnanhangsdrüse steht für die Stressachse, kleine verzweigte Zellen für das Immunsystem.
KI-generierte schematische Illustration: mehrere Erklärungsmodelle nebeneinander, ohne Gewichtung und ohne Messwerte.
Schematischer KI-Film (Sinnbild für Netzwerkaktivität). Kein Krankheitsmodell, keine Messdaten.
Erklärungsmodelle der Pathophysiologie mit Evidenzstand
ModellEvidenzstandWichtigster BefundGrenze
Monoamin-HypotheseumstrittenÜbersichtsarbeit: keine konsistenten Belege für Serotoninmangelsagt nichts über die Wirkung von Antidepressiva95
Stressachse (HPA-Achse)teilweise gestütztleicht erhöhte Cortisol-AufwachreaktionUrsache und Folge offen98,99
Plastizität und Neurotrophineteilweise gestütztHippocampus im Mittel etwa 1,2 Prozent kleinerGruppenwert; Neurogenese umstritten101,102
Glutamat und GABAteilweise gestütztKetamin wirkt bei Therapieresistenz raschMechanismus beim Menschen ungeklärt104,105,106
Entzündungteilweise gestützt27 Prozent mit CRP über 3 mg/LMehrheit ohne Entzündungszeichen108
Netzwerkevorläufigstärkere Kopplung im Default-Mode-Netzwerkkleine, schwankende Gruppenunterschiede111,114,115
Schlaf und innere Uhrvorläufigschwächerer Tag-Nacht-Rhythmus, Morgenlicht wirktkleiner Effekt, Querschnitt116,117
Erbanlagen (polygen)gut gestütztErblichkeit etwa 37 Prozent, 243 Risikoortekein Test für Einzelne118,119
Darm-Hirn-Achsevorläufigverändertes Mikrobiom-Muster, nicht depressionsspezifischursächlicher Weg beim Menschen nicht gezeigt123,124
Hormoneteilweise gestütztEmpfindlichkeit für Hormonschwankungen bei einer UntergruppeLevothyroxin ohne Effekt bei subklinischer Unterfunktion im Alter; Testosteron bei Männern kleiner Effekt73,125,127
BiotypenvorläufigUntergruppen vorgeschlagenunabhängige Bestätigung fehlt128,129,130

Evidenzstand nach der Recherche (DP): gut gestützt, teilweise gestützt, vorläufig, umstritten. Keine Hypothese gilt als bewiesen.73,95,98,99,101,102,104,105,106,108,111,114,115,116,117,118,119,123,124,125,127,128,129,130

Was wir wissen

Depressionen sind kein einheitliches Krankheitsbild; jede Theorie trifft nur auf einen Teil der Betroffenen zu.93 Erbanlagen erklären nach Zwillingsstudien etwa 37 Prozent der Unterschiede in der Erkrankungsneigung.118 Belastende Lebensereignisse erhöhen das Risiko für den Beginn einer depressiven Episode.131 Misshandlung in der Kindheit geht mit häufiger wiederkehrenden und länger anhaltenden Episoden und schlechterem Ansprechen auf Behandlung einher.132 Gruppenunterschiede im Gehirn sind klein und für den Einzelfall nicht diagnostisch.101,115 Antidepressiva waren in der akuten Behandlung Erwachsener mit Major Depression einem Placebo überlegen.8

Was wir vermuten

Plausibel, aber nicht bewiesen sind eine Überaktivität der Stressachse bei Untergruppen, der Verlust und die Wiederherstellung von Synapsen, eine Rolle von Glutamat und GABA, Entzündung bei einem Teil der Betroffenen, Störungen großer Hirnnetzwerke sowie eine besondere Empfindlichkeit für Hormonschwankungen und für den Schlaf-Wach-Rhythmus.98,108,111,116,125,133,134

Was offen ist

Offen ist vor allem, was Ursache und was Folge ist; der kleinere Hippocampus bei wiederkehrender Depression etwa ist mit einer Folge längerer Krankheit vereinbar, belegt sie aber nicht.101

Mehr dazu: Was offen ist

Offen sind auch der Wirkmechanismus von Ketamin beim Menschen, die Gründe für den verzögerten Wirkungseintritt der Antidepressiva, die Existenz abgrenzbarer Biotypen und die Rolle der Darm-Hirn-Achse.106,124,130,135

Jede Karte steht für sich: eigene Frage, eigene Gruppe, eigener Zeitraum, eigenes Maß. Keine Rangfolge.

  • Molecular Psychiatry2023

    Umbrella-Review zur Serotonin-Hypothese (Moncrieff 2023)

    17 eingeschlossene Arbeiten

    Zusammenhang zwischen Serotonin und Depression

  • JAMA Psychiatry2022

    Hirnbilder als Klassifikator (Winter 2022)

    1.809 Teilnehmende

    Klassifikationsgenauigkeit

Studie 1 von 2

Umbrella-Review zur Serotonin-Hypothese (Moncrieff 2023)

Wer und was
Erwachsene mit Depression; Übersichtsarbeiten zu Serotonin und Depression
Umfang
17 eingeschlossene Arbeiten
Endpunkt
Zusammenhang zwischen Serotonin und Depression
Ergebnis
In den wichtigsten Forschungsfeldern keine konsistenten Belege für niedrigere Serotoninaktivität bei Depression.95
Grenzen
Übersichtsarbeit, keine Primärstudie; sagt nichts darüber, ob Antidepressiva wirken.

Studie 2 von 2

Hirnbilder als Klassifikator (Winter 2022)

Wer und was
Erwachsene 18 bis 65 Jahre mit Depression (861) und Kontrollen (948); Struktur-, Diffusions- und Funktions-MRT
Umfang
1.809 Teilnehmende · 861 Betroffene · 948 Kontrollpersonen
Endpunkt
Klassifikationsgenauigkeit
Ergebnis
Verteilungen überlappten zu 87 bis 95 Prozent; Klassifikationsgenauigkeit 54 bis 56 Prozent; keine Vorhersage für Einzelne.115
Grenzen
Eine Kohorte aus Marburg und Münster; Erratum betrifft nur Affiliationen.

Risiko und Schutz: Lebensgeschichte, Lebensphasen und Umwelt

Anfälligkeit und Auslöser

Nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell entsteht eine Depression, wenn Anfälligkeit und aktuelle Belastungen zusammentreffen. Eine Studie mit 5.221 Menschen stützt dieses Modell: Wer genetisch vorbelastet war und viele belastende Lebensereignisse erlebte, hatte ein etwas höheres Risiko, als sich aus beiden Faktoren einzeln ergab; der Zusatzeffekt war aber klein.136 Die WHO beschreibt Depression als Ergebnis eines Zusammenspiels sozialer, psychologischer und biologischer Faktoren.2 Risikofaktoren sind keine Schuldfaktoren, denn die meisten Menschen erkranken trotz belastender Erfahrungen nicht an einer Depression.137

Familie und Erbanlagen

Depression kommt in Familien gehäuft vor: Die Chance, selbst zu erkranken, ist bei Verwandten ersten Grades von Betroffenen etwa 2,8-fach höher als bei Verwandten von Menschen ohne Depression (Odds Ratio 2,84). Das ist eine Aussage über Bevölkerungen, keine Prognose für einzelne Familien.118

Belastende Ereignisse

Besonders schwere Belastungen, etwa der Tod einer nahestehenden Person, Gewalt oder eine Trennung, erhöhten bei Frauen die Chance für den Beginn einer Depression im selben Monat stark (Odds Ratio über 10); Erbanlagen beeinflussten, wie stark jemand darauf reagierte.138

Mehr dazu: Belastende Ereignisse

Der größere Teil des Zusammenhangs zwischen Belastungsereignissen und Depressionsbeginn ist nach einer Zwillingsstudie ursächlich, etwa ein Drittel aber nicht, weil vorbelastete Menschen sich eher in riskante Lebenslagen begeben.131

Studiendetails: Belastende Ereignisse

Ein direkter Test mit genetischen Risikoscores fand nur einen sehr kleinen Zusatzeffekt der Wechselwirkung von 0,12 Prozent der Varianz.136

Eine Meta-Analyse mit 5.765 Personen fand keine Wechselwirkung zwischen genetischem Gesamtrisiko und Kindheitsbelastung; beide erhöhten das Risiko jeweils für sich.139

Kindheit

Acht hochwertige Kohortenstudien zeigten in einer Meta-Analyse, dass Misshandlung in der Kindheit, gleich welcher Art, mit einer etwa doppelt so hohen Chance für eine Depression im Erwachsenenalter einherging (Odds Ratio 2,03).140

Studiendetails: Kindheit

In einer prospektiven Studie hatten dokumentiert misshandelte oder vernachlässigte Kinder im jungen Erwachsenenalter ein höheres Risiko für eine aktuelle Depression (Odds Ratio 1,51) und erkrankten im Durchschnitt früher.141

Auch häufiges Mobbing in der Kindheit hing in der britischen Geburtskohorte von 1958 mit einer Depression im Alter von 45 Jahren zusammen (Odds Ratio 1,95).142

Erwachsenenleben: Kindheit

Im Erwachsenenleben unterscheiden sich die Wege in die Depression: Bei Frauen spielten in einer Zwillingsstudie Persönlichkeit und Beziehungsprobleme eine größere Rolle, bei Männern verhaltensbezogene Probleme und frühere Depression.143

Studiendetails: Kindheit

In Längsschnittstudien ging Cannabiskonsum mit einem leicht erhöhten Depressionsrisiko einher (Odds Ratio 1,17), starker Konsum mit einem deutlicher erhöhten (Odds Ratio 1,62); ob das ursächlich ist, ist nicht gesichert.144

Lebensphasen

In einer großen US-Erhebung lag das mittlere Ersterkrankungsalter (Median) für affektive Störungen bei 30 Jahren, für Angststörungen bei 11 Jahren.145

Mehr dazu: Lebensphasen

Bei älteren Menschen gehörten Trauerfall, Schlafstörungen, Behinderung, eine frühere Depression und weibliches Geschlecht zu den wichtigsten Risikofaktoren; auch neue körperliche Erkrankungen fielen in mehreren Studien auf.146

Studiendetails: Lebensphasen

Nach der WHO erleben weltweit mehr als 10 Prozent der Schwangeren und frisch Entbundenen eine Depression.2

Eine Familiengeschichte psychischer Störungen ging in einer Meta-Analyse mit einer etwa doppelt so hohen Chance für eine Wochenbettdepression einher (Odds Ratio 2,08; 26 Studien, 100.877 Frauen).147

In einer US-Screening-Studie begann bei Frauen mit auffälligem Depressions-Screening die Episode in 40,1 Prozent nach der Geburt, in 33,4 Prozent während der Schwangerschaft und in 26,5 Prozent schon davor; 22,6 Prozent hatten eine bipolare Störung, weshalb die Unterscheidung wichtig ist.148

Schutzfaktoren

Emotional unterstützende Beziehungen schützten in einer Zwillingsstudie Frauen deutlich stärker vor einer Depression als Männer; ob die Unterstützung ursächlich schützt, ist nicht abschließend geklärt.149 Körperlich aktive Menschen erkrankten in Beobachtungsstudien seltener an einer Depression; diese Studien können aber nicht ausschließen, dass die Depression selbst die Aktivität senkt.150

Studiendetails: Schutzfaktoren

Eine Meta-Analyse von 49 Kohortenstudien (266.939 Personen) fand bei Menschen mit viel Bewegung im Vergleich zu wenig Bewegung eine um etwa 17 Prozent geringere Chance, eine Depression zu entwickeln (bereinigtes Odds Ratio 0,83).150

Die empfohlene Aktivitätsmenge ging in einer weiteren Auswertung im Vergleich zu keiner Aktivität mit einem um 25 Prozent geringeren Risiko einher (Beobachtungsdaten).151


Psychologische Modelle der Depression im Vergleich

Psychologische Modelle sind Erklärungsmodelle. Sie beschreiben, was eine Depression aufrechterhalten könnte, und führen jeweils zu einer Therapie hin. Dass eine Therapie wirkt, belegt das Modell dahinter aber nicht. In einer Netzwerk-Meta-Analyse unterschieden sich die Hauptformen der Psychotherapie in ihrer Wirkung kaum.152

Kognitives Modell

Das kognitive Modell nach Aaron Beck beschreibt verzerrte Aufmerksamkeit, verzerrte Informationsverarbeitung, negative Gedanken, Grübeln, verzerrtes Gedächtnis und dysfunktionale Einstellungen; diese Elemente wurden in 40 Jahren Forschung durchgehend mit Beginn und Aufrechterhaltung der Depression in Verbindung gebracht. Gedanken können aber auch Folge der Depression sein.153

Verhaltensaktivierung

Die Verhaltensaktivierung setzt am Zusammenhang von Aktivität und Stimmung an (siehe Abschnitt zu Rückzug und Grübeln).

In der COBRA-Studie war sie, durchgeführt von Fachkräften mit kurzer Schulung, der kognitiven Verhaltenstherapie nach zwölf Monaten gleichwertig. Die Wirksamkeit einer Therapie beweist die Ursache der Depression nicht.154

Kognitive Reaktivität

Das Modell der kognitiven Reaktivität (Segal, Williams, Teasdale und Kollegen) besagt, dass negative Denkmuster in depressiven Zuständen aktiviert werden und sich nach häufigem Gebrauch durch immer geringere Auslöser wieder aktivieren lassen.155 Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) senkte bei wiederkehrender Depression in einer Auswertung von neun Studien das Rückfallrisiko innerhalb von 60 Wochen gegenüber Behandlungen ohne MBCT.156

Mehr dazu: Kognitive Reaktivität

Gegenüber dauerhaft weiter eingenommenen Antidepressiva zeigte sich in einer weiteren Studie kein Unterschied.157

Studiendetails: Kognitive Reaktivität

Die Auswertung umfasste 1.258 Personen mit wiederkehrender Depression; das Hazard Ratio für den Rückfall lag bei 0,69 gegenüber keiner MBCT und bei 0,79 gegenüber aktiven Behandlungen. Ein Hazard Ratio kleiner als eins bedeutet weniger Rückfälle.156

In der PREVENT-Studie (424 Menschen mit mindestens drei früheren Episoden) unterschied sich die Zeit bis zum Rückfall nach 24 Monaten nicht zwischen MBCT mit Unterstützung beim Ausschleichen des Antidepressivums und weiter eingenommenen Antidepressiva (Hazard Ratio 0,89). Zu dieser Studie gibt es eine Korrekturmitteilung, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.157

Psychodynamisches Modell

Die kurze psychodynamische Psychotherapie richtet den Blick auf schwierige Gefühle in wichtigen Beziehungen und darauf, wie sich Muster wiederholen.44

Mehr dazu: Psychodynamisches Modell

Eine Gleichwertigkeits-Meta-Analyse fand die psychodynamische Therapie bei den Zielsymptomen gleichwertig zu anderen wirksamen Behandlungen; sie umfasste 23 Studien zu verschiedenen psychischen Erkrankungen, darunter Depression.158

Interpersonelles Modell

Die interpersonelle Psychotherapie stellt Verlust, Übergänge in Beziehungen und veränderte Rollen in den Mittelpunkt.44

Mehr dazu: Interpersonelles Modell

Bei akuter Depression zeigte sie in einer Meta-Analyse einen mittleren bis großen Effekt gegenüber Kontrollbedingungen und keinen signifikanten Unterschied zu anderen Therapien.159

Studiendetails: Interpersonelles Modell

Die Meta-Analyse zur interpersonellen Therapie umfasste 90 Studien mit 11.434 Personen zu verschiedenen psychischen Erkrankungen; bei akuter Depression lag der Effekt gegenüber Kontrollgruppen bei Hedges g 0,60.159

Zur psychodynamischen Therapie wurden 23 Studien mit 2.751 Personen zu verschiedenen Erkrankungen ausgewertet.158

Wenn Modelle sich ändern

Auch Modelle ändern sich. Frühere Einzelbefunde zu Kandidatengenen und ihrer Wechselwirkung mit Kindheitsmissbrauch haben sich in großen vorab registrierten Analysen nicht bestätigt und sind nach Einschätzung der Autoren wahrscheinlich falsch positiv.120

Mehr dazu: Wenn Modelle sich ändern

Im Tiermodell prüft das Stirnhirn, ob ein Stressor kontrollierbar ist; die Übertragung auf Menschen mit Depression ist ein Modellschluss.160

Psychologische Erklärungsmodelle im Vergleich
ModellKernideeBeispielbefundGrenze
Vulnerabilität und StressAnfälligkeit plus AuslöserZusatzeffekt genetischer Risikoscores mit Lebensereignissen 0,12 Prozent der VarianzZusatzeffekt klein136
Kognitives Modell (Beck)verzerrte Verarbeitung hält Depression aufrechtdurchgehend mit Beginn und Aufrechterhaltung verbundenGedanken können auch Folge sein153
VerhaltensaktivierungAktivitäten und Stimmung hängen zusammenCOBRA: gleichwertig zur kognitiven Verhaltenstherapiebeweist die Ursache nicht154
Kognitive ReaktivitätDenkmuster werden durch immer geringere Auslöser aktiviertMBCT senkt Rückfälle gegenüber Behandlungen ohne MBCTkein Unterschied zu weiter eingenommenen Antidepressiva155,156,157
Psychodynamischschwierige Gefühle in wichtigen Beziehungen, wiederkehrende Mustergleichwertig zu anderen wirksamen BehandlungenStudien zu verschiedenen Erkrankungen158
InterpersonellVerlust, Übergänge, veränderte Rollenmittlerer bis großer Effekt gegenüber KontrollenVerzerrungsrisiko vieler Studien159
Tiermodell KontrollierbarkeitStirnhirn prüft, ob ein Stressor kontrollierbar istTierstudieÜbertragung auf Menschen nicht belegt160

Alle Modelle sind Erklärungsmodelle; die Wirksamkeit einer Therapie belegt das Modell dahinter nicht.136,153,154,155,156,157,158,159,160


Diagnose der Depression: Gespräch, Fragebögen und Untersuchung

Zwei Sessel einander zugewandt in einem hellen Sprechzimmer, dazwischen ein Tisch mit Wasserglas, Mappe und Stift.
KI-generierte Illustration (Sinnbild für das ärztliche Gespräch)

Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt im Gespräch. Die Einteilung nach Schweregraden beruht auf einem klinischen Urteil über Zahl, Art und Schwere der Symptome.13 Regelmäßige Verlaufskontrolle verbessert die Erfolgsaussichten; Programme mit systematischer Nachverfolgung wirkten in einer Meta-Analyse besser als die übliche Versorgung.1

  1. Kurze Fragen und Fragebögen

    Zwei mündlich gestellte Fragen nach Niedergeschlagenheit und Interessenverlust erkannten in Hausarztpraxen 97 Prozent der Depressionen; da die Spezifität 67 Prozent betrug, ist ein positives Ergebnis nur ein Hinweis und keine Diagnose. Sensitivität heißt: Anteil der Erkrankten, die erkannt werden; Spezifität: Anteil der Gesunden, die richtig als gesund erkannt werden.161 Der PHQ-9, ein Fragebogen mit neun Fragen, erkannte in einer Meta-Analyse mit Einzeldaten (Teilgruppe mit halbstrukturiertem Interview, 6.725 Personen) bei einem Wert ab 10 Depressionen mit einer Sensitivität von 88 und einer Spezifität von 85 Prozent.162 Fragebögen überschätzen Häufigkeiten: Im Jahr nach der Geburt lag die geschätzte Häufigkeit der Major Depression mit dem Fragebogen EPDS um 71,3 Prozent höher als mit einem diagnostischen Interview.18

    Screening und Erkennung: Kurze Fragen und Fragebögen

    Die US-amerikanische Präventionsempfehlung (USPSTF) rät, alle Erwachsenen auf Depression zu untersuchen, sofern Diagnose, Behandlung und Nachsorge sichergestellt sind. Hausärztinnen und Hausärzte erkannten in einer Meta-Analyse von 41 Studien ohne Hilfsmittel eine Depression in 47,3 Prozent der Fälle richtig, bei mehr falsch positiven als verpassten Fällen.163,164

  2. Blutwerte und Bildgebung

    Einen anerkannten Labor- oder Bildgebungstest für Depression gibt es bislang nicht: In einer systematischen Übersicht von 75 prospektiven Studien sagten Hirnvolumina und Immunmarker in Meta-Analysen eine Depression nicht vorher, und für die führenden biologischen Erklärungsmodelle fehlen prospektive Belege. Laboruntersuchungen dienen der Suche nach körperlichen Ursachen (siehe Differenzialdiagnosen).9

Kurze Fragen und Fragebögen: was sie leisten
InstrumentBefundHinweis
Zwei Fragen nach Niedergeschlagenheit und InteressenverlustSensitivität 97, Spezifität 67 Prozent in Hausarztpraxenpositives Ergebnis nur ein Hinweis161
PHQ-9 ab 10 PunktenSensitivität 88, Spezifität 85 Prozent gegenüber halbstrukturiertem InterviewScreening, keine Diagnose162
Wochenbett-Fragebogen EPDSüberschätzte die Häufigkeit gegenüber einem Interview deutlichInterview bleibt maßgeblich18

Fragebögen ergänzen das ärztliche Gespräch und stellen keine Diagnose.18,161,162


Depression behandeln: der Stufenplan nach Schweregrad

Für Deutschland gilt die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression; sie ist spätestens bis zum 29. September 2027 gültig.23 Sie ordnet die Behandlung nach dem Schweregrad: bei leichter Episode zuerst Hilfen mit niedriger Intensität, bei mittelgradiger Psychotherapie oder Medikamente gleichwertig, bei schwerer die Kombination (Empfehlungen 5-1, 5-8, 5-13, jeweils Grad A).165 Das britische NICE rät ebenfalls, Antidepressiva bei weniger schwerer Depression nicht routinemäßig als erste Behandlung anzubieten.44

Behandlung nach Schweregrad (NVL 3.2)
SituationEmpfehlung der LeitlinieEmpfehlungsgrad
Leichte Episodezuerst Hilfen mit niedriger IntensitätA (soll)165
Mittelgradige EpisodePsychotherapie oder Medikamente, gleichwertigA (soll)165
Schwere EpisodeKombination aus beidemA (soll)165

Deutsche Leitlinie führend; Abweichungen des britischen NICE und der WHO sind im Text benannt.165

Gestufte Versorgung

Zu den Hilfen mit niedriger Intensität zählen etwa angeleitete Selbsthilfe mit schriftlichen Materialien und begrenzter fachlicher Unterstützung sowie Programme über das Internet. In gestuften Versorgungsmodellen wird der Verlauf regelmäßig geprüft, und wer nicht ausreichend anspricht, erhält eine intensivere Behandlung.166,167

Studiendetails: Gestufte Versorgung

In einer Meta-Analyse von 10 Studien mit 4580 Patientinnen und Patienten wirkte gestufte Versorgung nach sechs Monaten mäßig besser als übliche Versorgung (Cohen d 0,34); die Autoren halten die Belege aber für begrenzt.167

Gemeinsam entscheiden

Bei ambulant Behandelten unterschieden sich kognitive Verhaltenstherapie und Antidepressiva in einer Auswertung von Einzeldaten nicht im Ansprechen, unabhängig von der Schwere zu Beginn.168

Mehr dazu: Gemeinsam entscheiden

Konnten Erwachsene mit Depression ihre Behandlung mitwählen, verbesserten sich die Ergebnisse leicht, und Therapieabbrüche wurden seltener.169

Studiendetails: Gemeinsam entscheiden

Die Einzeldaten-Auswertung umfasste 16 Studien mit 1700 ambulanten Patientinnen und Patienten; die Auswertung zur Mitwahl 18 Studien zur Depression (Cohen d 0,17).168,169

Was Studien zur Kombination zeigen

In einer Netzwerk-Meta-Analyse war die Kombination aus Psychotherapie und Medikation wirksamer als jede der beiden Behandlungen allein; Psychotherapie allein und Medikation allein unterschieden sich nicht.170

Mehr dazu: Was Studien zur Kombination zeigen

Eine weitere Netzwerk-Meta-Analyse sah bei Psychotherapie und Kombination häufiger ein anhaltendes Ansprechen ohne Rückfall über etwa ein Jahr als bei Medikation allein.171

Studiendetails: Was Studien zur Kombination zeigen

Die erste Auswertung umfasste 101 Studien mit 11.910 Personen; beim Ansprechen am Behandlungsende lag das relative Risiko der Kombination bei 1,27 gegenüber Psychotherapie allein und bei 1,25 gegenüber Medikation allein.170

Die zweite umfasste 81 Studien mit 13.722 Personen; der Unterschied im anhaltenden Ansprechen betrug 12 bis 16 Prozentpunkte.171

Therapieoptionen im Überblick, ohne Rangliste
OptionStudienlage (Gruppenwerte)Hinweis
Kognitive VerhaltenstherapieHedges g 0,79 gegenüber Kontrollen (95-Prozent-Intervall 0,70 bis 0,89)ein Teil der Studien verglich mit Wartelisten172
Antidepressivaalle 21 untersuchten Wirkstoffe wirksamer als PlaceboAussagesicherheit mäßig bis sehr niedrig8
Kombinationrelatives Risiko 1,27 gegenüber Psychotherapie allein und 1,25 gegenüber Medikation alleinGruppenmittel170
Lithiumweniger Suizide gegenüber Placebo bei Stimmungsstörungenwenige Ereignisse173
Esketamin-NasensprayRemission 27,1 gegenüber 17,6 Prozent unter Quetiapin retard nach acht Wochen, jeweils plus SSRI oder SNRIoffene Herstellerstudie174
Bewegungstandardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,67, geringe GewissheitDosis nicht ableitbar175,176
LichttherapieEffektstärke 0,84 saisonal, 0,53 nicht saisonalNICE: Evidenz unsicher177,178
WachtherapieBesserung bei einem Teil innerhalb von 24 Stundenkurzfristig, nur ärztlich begleitet179

Die Werte stammen aus unterschiedlichen Studien mit unterschiedlichen Maßen und Populationen und sind nicht vergleichbar. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Rangliste.8,170,172,173,174,175,176,177,178,179

Jede Karte steht für sich: eigene Frage, eigene Gruppe, eigener Zeitraum, eigenes Maß. Keine Rangfolge.

  • The Lancet2018

    Netzwerk-Meta-Analyse Antidepressiva (Cipriani 2018)

    116.477 Teilnehmende

    Ansprechen (Quotenverhältnis gegenüber Placebo)

  • World Psychiatry2023

    Meta-Analyse kognitive Verhaltenstherapie (Cuijpers 2023)

    52.702 Teilnehmende

    Depressionsschwere (Hedges g)

  • American Journal of Psychiatry2006

    STAR*D (Rush 2006)

    3.671 Teilnehmende in Schritt 1

    Remission je Schritt (QIDS-SR16 höchstens 5)

  • JAMA Psychiatry2016

    Individualdaten-Meta-Analyse MBCT (Kuyken 2016)

    1.258 Teilnehmende

    Rückfall innerhalb von 60 Wochen (Hazard Ratio)

  • New England Journal of Medicine2023

    ESCAPE-TRD (Reif 2023)

    676 Teilnehmende

    Remission (MADRS höchstens 10) nach 8 Wochen

  • The Lancet2003

    UK ECT Review Group (2003)

    1.144 Teilnehmende gegen Medikamente

    standardisierte Effektstärke der Depressionsschwere

Studie 1 von 6

Netzwerk-Meta-Analyse Antidepressiva (Cipriani 2018)

Wer und was
Erwachsene mit unipolarer Major Depression; 21 Antidepressiva gegenüber Placebo in der akuten Behandlung
Umfang
522 Studien · 116.477 Teilnehmende
Endpunkt
Ansprechen (Quotenverhältnis gegenüber Placebo)
Ergebnis
Alle 21 Wirkstoffe Placebo überlegen; Quotenverhältnisse 1,37 bis 2,13; Aussagesicherheit mäßig bis sehr niedrig.8
Grenzen
Keine Rangliste; Gruppenmittel.

Studie 2 von 6

Meta-Analyse kognitive Verhaltenstherapie (Cuijpers 2023)

Wer und was
Menschen mit Depression (überwiegend Erwachsene); kognitive Verhaltenstherapie gegenüber Kontrollbedingungen (Warteliste, Regelversorgung)
Umfang
409 Studien · 518 Vergleiche · 52.702 Teilnehmende
Endpunkt
Depressionsschwere (Hedges g)
Ergebnis
Hedges g 0,79 (95-Prozent-Intervall 0,70 bis 0,89), auch nach 6 bis 12 Monaten nachweisbar.172
Grenzen
Ein Teil der Studien verglich mit Wartelisten; gilt für kognitive Verhaltenstherapie, nicht für alle Psychotherapien; keine Aussage für Einzelne.

Studie 3 von 6

STAR*D (Rush 2006)

Wer und was
Erwachsene mit nicht psychotischer Major Depression; bis zu vier aufeinanderfolgende Behandlungsschritte
Umfang
3.671 Teilnehmende in Schritt 1 · 123 in Schritt 4
Endpunkt
Remission je Schritt (QIDS-SR16 höchstens 5)
Ergebnis
Remission 36,8; 30,6; 13,7 und 13,0 Prozent je Schritt; rechnerische Gesamtrate 67 Prozent.180
Grenzen
Schritte nicht gegeneinander randomisiert; die Gesamtrate setzt voraus, dass alle Schritte durchlaufen werden; kein Wirkvergleich von Behandlungen.

Studie 4 von 6

Individualdaten-Meta-Analyse MBCT (Kuyken 2016)

Wer und was
Menschen mit wiederkehrender Depression in voller oder teilweiser Remission; MBCT gegenüber Behandlungen ohne MBCT
Umfang
9 Studien · 1.258 Teilnehmende
Endpunkt
Rückfall innerhalb von 60 Wochen (Hazard Ratio)
Ergebnis
Hazard Ratio 0,69 (0,58 bis 0,82) gegenüber keiner MBCT, 0,79 (0,64 bis 0,97) gegenüber aktiven Behandlungen.156
Grenzen
Nur Menschen mit wiederkehrender Depression in Remission; Nachbeobachtung etwa 60 Wochen.

Studie 5 von 6

ESCAPE-TRD (Reif 2023)

Wer und was
Erwachsene mit therapieresistenter Depression; Esketamin-Nasenspray plus SSRI oder SNRI gegenüber Antipsychotikum in Retardform plus SSRI oder SNRI
Umfang
676 Teilnehmende · 336 im Esketamin-Arm · 340 im Vergleichsarm
Endpunkt
Remission (MADRS höchstens 10) nach 8 Wochen
Ergebnis
27,1 gegenüber 17,6 Prozent Remission.174
Grenzen
Offen (Beurteiler verblindet), vom Hersteller finanziert, kein Placebo; Abbrecher als nicht remittiert gezählt.

Studie 6 von 6

UK ECT Review Group (2003)

Wer und was
Erwachsene mit Depression; echte gegenüber simulierter EKT und gegenüber Medikation
Umfang
6 Studien gegen simulierte EKT · 256 Teilnehmende gegen simulierte EKT · 18 Studien gegen Medikamente · 1.144 Teilnehmende gegen Medikamente
Endpunkt
standardisierte Effektstärke der Depressionsschwere
Ergebnis
Effektstärke minus 0,91 (minus 1,27 bis minus 0,54) gegenüber simulierter EKT, minus 0,80 (minus 1,29 bis minus 0,29) gegenüber Medikation.181
Grenzen
Ältere Studien mit teils alten Techniken; Wirkung kurzfristig; kognitive Beeinträchtigungen gehören zur Aufklärung.

Symptome, Begleiterkrankungen, Behandlungen und Studien im Zusammenhang

Interaktives Netz aus belegten Verbindungen. Knoten anklicken, Teilnetz oder Knotentyp filtern, zu Abschnitt, Studiendesign, Fallvignette oder Quelle springen.

Eine Linie bedeutet: Für diese Verbindung gibt es einen Beleg. Sie zeigt weder die Stärke einer Wirkung noch eine Rangfolge; alle Linien sind gleich stark gezeichnet.

Symptome

Begleiterkrankungen und Abgrenzung

Behandlung

Studien

Abschnitte und Fallvignetten

So lesen

Einen Knoten auswählen

Ein Klick hebt alle direkten Verbindungen hervor. Im Feld stehen die belegte Aussage, alle Verbindungen mit Fußnote und der Sprung zum Abschnitt, zum Studiendesign oder zur Fallvignette.

75 Knoten, 86 Verbindungen; gestrichelte Linien sind nur über die Grafik-Evidenz belegt.

Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3

  • Symptom
  • Begleiterkrankung oder Abgrenzung
  • Behandlung
  • Studie
  • Abschnitt oder Vignette
  • Sicherheitsthema
  • nur Forschung
  • nur Grafik-Evidenz

KernsatzEine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten. Das Netz zeigt Zusammenhänge mit Beleg, keine Wirkstärken.

Alle 86 Verbindungen als Tabelle
VonBeziehungNachHinweis und Beleg
Gedrückte Stimmung, Interessenverlustbeschrieben im AbschnittWas ist eine Depression?10
Antriebsmangelbeschrieben im AbschnittWie macht sich eine Depression im Alltag bemerkbar?13
Antriebsmangelbeschrieben im AbschnittWie Rückzug, Antriebsmangel und Grübeln sich verstärken13
Schlafstörungenbeschrieben im AbschnittWas ist eine Depression?10
Konzentration, Gedächtnis, Planenbeschrieben im AbschnittWie macht sich eine Depression im Alltag bemerkbar?13,40,43
Grübeln, Selbstzweifelbeschrieben im AbschnittWie Rückzug, Antriebsmangel und Grübeln sich verstärken13,43
Grübeln, Selbstzweifelbeschrieben im AbschnittPsychologische Modelle der Depression im Vergleich153
Körperliche Beschwerden, Schmerzenbeschrieben im AbschnittWie macht sich eine Depression im Alltag bemerkbar?39
Suizidrisiko und Suizidgedankenbeschrieben im AbschnittKrise und Notfall23,183
Angststörungenbeschrieben im AbschnittBegleiterkrankungen und Sterblichkeit19
Angststörungenbeschrieben im AbschnittWelche Depressionen gibt es?19
Substanzgebrauchsstörungenbeschrieben im AbschnittBegleiterkrankungen und Sterblichkeit19
AngststörungenBegleiterkrankungen allgemein erhöhenSuizidrisiko und SuizidgedankenBeleg gilt für Komorbidität allgemein und Suizidrisiko, nicht speziell für diese Erkrankung 38
SubstanzgebrauchsstörungenBegleiterkrankungen allgemein erhöhenSuizidrisiko und SuizidgedankenBeleg gilt für Komorbidität allgemein und Suizidrisiko, nicht speziell für diese Erkrankung 38
Chronische körperliche Erkrankungenbeschrieben im AbschnittBegleiterkrankungen und Sterblichkeit32,59
Demenzbeschrieben im AbschnittBegleiterkrankungen und Sterblichkeit35
Schilddrüsenfunktionsstörungabklären im AbschnittDepression oder etwas anderes?73
Medikamente als Mitauslöserabklären im AbschnittDepression oder etwas anderes?88
Bipolare Störung (Abgrenzung)abgrenzen von bzw. im AbschnittDepression oder etwas anderes?23
Bipolare Störung (Abgrenzung)abgrenzen von bzw. im AbschnittWochenbettdepression18,148
Trauer / anhaltende Trauerstörung (Abgrenzung)abgrenzen von bzw. im AbschnittDepression oder etwas anderes?eigene ICD-11-Diagnose 5,19
Burn-out (Abgrenzung)abgrenzen von bzw. im AbschnittDepression oder etwas anderes?69,70
Wochenbettdepressionbeschrieben im AbschnittRisiko und Schutz2,148
Antidepressivabeschrieben im AbschnittAntidepressiva8,188,189
Antidepressivauntersucht inCipriani 2018: Netzwerk-Meta-Analyse 21 Antidepressiva8
Antidepressivauntersucht inSTAR*D180,190
Absetzen/Ausschleichenbeschrieben im AbschnittAntidepressiva57,191,196
AntidepressivaAbsetzsymptome beimAbsetzen/Ausschleichen57,191
Antidepressivaaltersabhängiges Risiko fürSuizidrisiko und Suizidgedanken184
Kognitive Verhaltenstherapiebeschrieben im AbschnittPsychotherapie bei Depression152,172
Kognitive Verhaltenstherapiekognitives Modell beschreibtGrübeln, Selbstzweifel153
Interpersonelle Psychotherapiebeschrieben im AbschnittPsychologische Modelle der Depression im Vergleich159
Interpersonelle Psychotherapieverglichen mitAntidepressiva192
Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapiebeschrieben im AbschnittPsychologische Modelle der Depression im Vergleich156
Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapieuntersucht inPREVENT157
AntidepressivaVergleichsarm inPREVENT157
Augmentation (Antipsychotikum)untersucht inVAST-D197
Augmentation (Antipsychotikum)beschrieben im AbschnittTherapieresistente Depression197
Lithiumbeschrieben im AbschnittTherapieresistente Depression173
Lithiumuntersucht inLQD198
Lithiumweniger vollendete Suizide in Studien:Suizidrisiko und SuizidgedankenBeleg betrifft vollendete Suizide (OR 0,13), wenige Ereignisse 173
Esketamin-Nasenspraybeschrieben im AbschnittTherapieresistente Depression174,199,200
Esketamin-Nasensprayuntersucht inESCAPE-TRD174
Esketamin-Nasensprayuntersucht inSUSTAIN-1201
Esketamin-Nasensprayuntersucht inTRANSFORM-2202
Esketamin-NasensprayWirkung nicht nachgewiesen beiSuizidrisiko und Suizidgedanken185
Zuranolonuntersucht inZuranolon: Phase-3-Studien Major Depression und Wochenbettdepression203,204
Zuranolonin der EU zugelassen fürWochenbettdepression187
Psilocybin (experimentell)beschrieben im AbschnittTherapieresistente Depression165
Psilocybin (experimentell)untersucht inPsilocybin Phase 2186,205
Psilocybin (experimentell)Sicherheitssignal in Studie:Suizidrisiko und Suizidgedanken186
Elektrokonvulsionstherapiebeschrieben im AbschnittEKT, rTMS und weitere Verfahren der Hirnstimulation165,181
Elektrokonvulsionstherapieuntersucht inEKT: ELEKT-D182
Elektrokonvulsionstherapievorübergehend schlechteres Gedächtnis:Konzentration, Gedächtnis, Planen182
rTMS / Theta-Burstbeschrieben im AbschnittEKT, rTMS und weitere Verfahren der Hirnstimulation165,206,207
rTMS / Theta-Burstuntersucht inrTMS: George 2010206,207
Lichttherapiebeschrieben im AbschnittLicht, Bewegung und Schlaf bei Depression16,44,165,177,178
Bewegungbeschrieben im AbschnittLicht, Bewegung und Schlaf bei Depression175,176
BewegungVorbeugung beobachtet (Beobachtungsdaten):Risiko und Schutz151
Wachtherapiebeschrieben im AbschnittLicht, Bewegung und Schlaf bei Depression179
AntidepressivaDosis-Wirkungs-Modell im AbschnittAntidepressiva193
AntidepressivaGewichtszunahme, AbschnittAntidepressiva194
AntidepressivaSexualfunktion, AbschnittAntidepressivaNur über Grafik-Evidenz belegt; im Text kein P-Claim zur Sexualfunktion 195
Anpassungsstörungabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?5,66
Schilddrüsenunterfunktionabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?11,72,73,91
Vitamin-B12-Mangelabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?74
Demenzabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?26,75,76
Parkinson-Krankheitabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?71,77,78
Schlaganfallabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?79,80
Multiple Skleroseabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?81
Epilepsieabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?82
Alkohol und Substanzenabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?51,83,84
Medikamente (Kortison, Interferon)abgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?85,86,87
Erwachsenen-ADHSabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?5,11,33,34,72,91
Autismus-Spektrumabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?33,34,92
Burn-out (Abgrenzung)veranschaulicht inVignette: Erschöpft im Beruf69,70
Schilddrüsenunterfunktionveranschaulicht inVignette: Erschöpft im Beruf11,72,73,91
Bipolare Störung (Abgrenzung)veranschaulicht inVignette: Erste Depression mit früheren Hochphasen11,60,61,62,63,65,72,91
Parkinson-Krankheitveranschaulicht inVignette: Erste Depression im höheren Alter mit leichtem Zittern71,77,78
Demenzveranschaulicht inVignette: Erste Depression im höheren Alter mit leichtem Zittern26,75,76
Trauer / anhaltende Trauerstörung (Abgrenzung)veranschaulicht inVignette: Nach einem Trauerfall5,67
Anpassungsstörungveranschaulicht inVignette: Nach einem Trauerfall5,66
Erwachsenen-ADHSveranschaulicht inVignette: Konzentrationsprobleme seit der Schulzeit5,11,33,34,72,91
Autismus-Spektrumveranschaulicht inVignette: Konzentrationsprobleme seit der Schulzeit33,34,92
Demenzabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?26,75,76
Substanzgebrauchsstörungenabgegrenzt im AbschnittDepression oder etwas anderes?51,83,84

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Psychotherapie bei Depression

Zwei gesichtslose Figuren sitzen sich in Sesseln gegenüber; eine spricht mit offener Hand, die andere hört zu, ein feiner goldener Faden verbindet beide.
KI-generierte Illustration (Sinnbild, keine reale Behandlungssituation)

Die nach Angaben der Autoren größte Meta-Analyse zu einer einzelnen Psychotherapieform fand für die kognitive Verhaltenstherapie gegenüber Kontrollbedingungen wie Wartelisten oder üblicher Versorgung eine mittlere bis große Wirkung, die auch 6 bis 12 Monate später nachweisbar blieb. Der Wert beschreibt eine Gruppe, keinen Einzelfall.172

Zwischen den Verfahren sind die Unterschiede klein. In einer Netzwerk-Meta-Analyse waren alle untersuchten Psychotherapieformen wirksamer als Regelversorgung oder Warteliste und unterschieden sich untereinander kaum; nur die nicht-direktive stützende Beratung war weniger wirksam als die übrigen Verfahren. Psychodynamische Therapie und nicht-direktive Beratung waren nicht signifikant wirksamer als eine Placebo-Tablette. Die Auswahl hängt daher von Vorlieben und Verfügbarkeit ab.152

Studiendetails: Psychotherapie

Die Netzwerk-Meta-Analyse umfasste 331 Studien mit 34.285 Personen (standardisierte Mittelwertdifferenz gegenüber üblicher Versorgung zwischen minus 0,81 und minus 0,32 je nach Verfahren).152

Die kognitive Verhaltenstherapie war anderen Psychotherapien nur minimal überlegen, und der Unterschied verschwand in den meisten Sensitivitätsanalysen. Gegenüber Medikamenten unterschied sie sich kurzfristig nicht signifikant; nach 6 bis 12 Monaten war sie in wenigen Studien überlegen.172

Mehr dazu: Psychotherapie

Die interpersonelle Psychotherapie unterschied sich in einer Meta-Analyse nicht signifikant von Antidepressiva.192

Die absoluten Ansprechraten bleiben bescheiden: Bei Depression sprachen im Durchschnitt 42 Prozent auf eine Psychotherapie an (mindestens halbierte Symptome), und die Autoren sprechen selbst von bescheidenen Raten.208

Mehr dazu: Psychotherapie

Die Wirkung gegenüber Kontrollen nimmt nach der Behandlung zunächst ab und bleibt dann über Jahre mäßig bestehen.209

Studiendetails: Psychotherapie

Die Effektstärke gegenüber Kontrollen betrug 0,55 nach zwölf Wochen und etwa 0,39 nach einem Jahr und blieb bis zu 8,3 Jahre nach der Randomisierung signifikant.209

Bei Menschen, deren Depression trotz Antidepressiva nicht ausreichend besserte, sprachen nach sechs Monaten 46 Prozent mit zusätzlicher kognitiver Verhaltenstherapie an, in der Regelversorgung allein 22 Prozent (469 Personen).210

Zur Rückfallvorbeugung bei höherem Rückfallrisiko nennt NICE als Wege, das Antidepressivum fortzusetzen oder, für Menschen, die es nicht weiter einnehmen möchten, eine Gruppen-Verhaltenstherapie oder die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie.44

Mehr dazu: Psychotherapie

Nach erfolgreicher kognitiver Therapie traten in einer Studie im Folgejahr deutlich seltener Rückfälle auf als nach dem Absetzen von Medikamenten.211

Studiendetails: Psychotherapie

Die Rückfallraten lagen bei 30,8 Prozent nach kognitiver Therapie und 76,2 Prozent nach Absetzen der Medikamente; gegenüber weiter eingenommenen Medikamenten (47,2 Prozent) war der Unterschied nicht signifikant.211

Internet- und mobilbasierte Programme können ein Baustein sein: Selbstgeleitete internetbasierte kognitive Verhaltenstherapie war wirksamer als Kontrollbedingungen, die Effekte sind aber klein.212

Mehr dazu: Psychotherapie

Mit Begleitung durch Fachpersonal wirkte sie unmittelbar nach der Behandlung etwas besser als ohne Begleitung; nach 6 und 12 Monaten fand sich kein Unterschied.213

Therapeutisch begleitete internetbasierte Verhaltenstherapie wirkte in einer Meta-Analyse im Mittel ähnlich wie Verhaltenstherapie im persönlichen Kontakt.214

Studiendetails: Psychotherapie

Die Auswertung zur selbstgeleiteten Variante umfasste 3.876 Personen aus 13 Studien (Hedges g 0,27).212

Psychotherapie im höheren Alter

Psychotherapie wirkte bei älteren Menschen ähnlich wie bei Erwachsenen mittleren Alters.215

Studiendetails: Psychotherapie im höheren Alter

Die Meta-Analyse umfasste 366 Studien; der Effekt lag bei 55- bis 75-Jährigen bei Hedges g 0,66 und ab 75 Jahren bei 0,97.215


Antidepressiva: Wirkung, Dauer und Absetzen

In einer Netzwerk-Meta-Analyse waren alle 21 untersuchten Antidepressiva bei akuter Depression Erwachsener wirksamer als Placebo. Die Unterschiede zwischen einzelnen Wirkstoffen fielen je nach Auswertung unterschiedlich aus; die Autoren stufen die Aussagesicherheit als mäßig bis sehr niedrig ein. Eine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten.8

Der Nutzen hängt von der Schwere ab: Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden lag der Vorteil gegenüber Placebo im Mittel unter der Schwelle für einen kleinen Effekt, bei sehr schwerer Depression war er deutlich.216

Mehr dazu: Antidepressiva

Die Placebo-Ansprechrate blieb in Studien seit 1991 stabil bei etwa 35 bis 40 Prozent.217

Studiendetails: Antidepressiva

Die Auswertung zur Schwere umfasste Patientendaten aus sechs Studien mit 718 Personen.216

Laut einer Übersichtsarbeit zeigen Antidepressiva-Studien insgesamt eine Effektstärke von etwa 0,30 gegenüber Placebo.218

Wirkeintritt

Eine Meta-Analyse zu SSRI fand schon in der ersten Behandlungswoche eine messbare Besserung gegenüber Placebo; das bedeutet noch keine Remission.188

Mehr dazu: Wirkeintritt

Wie lange man warten sollte, bevor eine Behandlung als nicht ausreichend wirksam gilt, wird unterschiedlich definiert; Cochrane-Reviews setzten dafür mindestens vier Wochen in empfohlener Dosis an.189

Wie lange?

Die Fortsetzung eines Antidepressivums nach dem Ansprechen senkte in einer Meta-Analyse das Rückfallrisiko deutlich.54

Ausführlich lesen: Antidepressiva
Studiendetails: Wie lange?

In 31 Studien mit 4.410 Personen erlitten im Durchschnitt 18 Prozent unter Medikament und 41 Prozent unter Placebo einen Rückfall.54

In einer größeren Meta-Analyse senkte das Weiterführen auch dann noch die Rückfallrate, wenn das Antidepressivum nach der Remission schon mehr als sechs Monate eingenommen worden war.55

Die WHO empfiehlt, die Fortführung eines wirksamen Antidepressivums bei mittelgradiger bis schwerer Depression für mindestens sechs Monate nach der Remission zu erwägen (bedingte Empfehlung, sehr geringe Gewissheit).219

In einer britischen Studie mit Menschen, die sich nach langer Einnahme gut genug zum Aufhören fühlten, erlitten innerhalb eines Jahres 39 Prozent unter fortgesetztem Antidepressivum und 56 Prozent nach dem Ausschleichen einen Rückfall; Absetzsymptome und Rückfall waren dabei schwer zu trennen.56

Studiendetails: Wie lange?

Die größere Meta-Analyse umfasste 40 Studien mit 8890 Personen: Rückfall unter fortgesetztem Antidepressivum 20,9 Prozent, nach Umstellung auf Placebo 39,7 Prozent. Die britische Studie umfasste 478 Menschen in 150 Hausarztpraxen.55,56

Absetzsymptome in Studien: Absetzen nur ärztlich begleitet

Die Meta-Analyse umfasste 79 Studien mit 21.002 Personen; schwere Absetzsymptome traten bei etwa 2,8 Prozent auf (Placebo 0,6 Prozent). Rechnet man unspezifische Effekte heraus, wie sie auch nach Absetzen von Placebo auftreten, setzen die Autoren den Anteil auf etwa 15 Prozent an. Zu der Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.57

Eine weitere Meta-Analyse mit 50 Studien fand eine Woche nach dem Absetzen im Mittel etwa ein zusätzliches Symptom, Schwindel war am häufigsten; eine Verschlechterung der Stimmung hing nicht mit dem Absetzen zusammen.196

Wie absetzen?, Absetzen nur ärztlich begleitet

Wie man am besten absetzt, ist wenig erforscht: Ein Cochrane-Review fand dazu nur sehr unsichere Belege, und in den meisten Studien wurde höchstens vier Wochen lang ausgeschlichen.220

Eine Übersichtsarbeit schlägt vor, SSRI langsam und in immer kleineren Schritten auszuschleichen; das ist ein aus Bildgebungsdaten abgeleitetes Modell und kein in Studien geprüftes Schema. Absetzsymptome können mit einer wiederkehrenden Depression verwechselt werden.191

Der Behandlungsbeginn

Zu Beginn einer Behandlung ist Aufmerksamkeit für Suizidgedanken wichtig. Bei Studienteilnehmenden mit psychischen Erkrankungen hing das Risiko für Suizidgedanken oder -verhalten unter Antidepressiva stark vom Alter ab: Bei unter 25-Jährigen war es tendenziell erhöht, ab 65 Jahren gesenkt. Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.184

Studiendetails: Der Behandlungsbeginn

Die Auswertung umfasste 372 Studien mit 99.231 Erwachsenen. Bei unter 25-Jährigen lag das Odds Ratio für Suizidgedanken oder -verhalten bei 1,62 (statistisch nicht gesichert), für suizidales Verhalten allein bei 2,30; bei 25- bis 64-Jährigen bei 0,79, ab 65 Jahren bei 0,37.184

Höheres Lebensalter

Bei älteren Menschen sind Antidepressiva am besten untersucht; wegen Begleiterkrankungen und Wechselwirkungen bei mehreren Medikamenten bergen sie aber ein höheres Risiko für Nebenwirkungen. Psychotherapie wird bei leichter bis mittelschwerer Depression empfohlen.26

Mehr dazu: Höheres Lebensalter

Bei Menschen ab 60 Jahren senkte das Weiterführen eines Antidepressivums nach erfolgreicher Behandlung in einem Cochrane-Review das Wiederauftreten nach zwölf Monaten; die Belege beruhen auf drei kleinen Studien mit geringer Gewissheit.221

Depression mit psychotischen Merkmalen

Bei einer Depression mit psychotischen Merkmalen war die Kombination aus Antidepressivum und Antipsychotikum in einem Cochrane-Review wirksamer als jedes der beiden Mittel allein und als Placebo; die Gewissheit ist gering bis sehr gering.222

Studiendetails: Depression mit psychotischen Merkmalen

Der Review umfasste 12 Studien mit 929 Teilnehmenden (relatives Risiko 1,42 gegenüber Antidepressivum allein). Nach Abklingen einer psychotischen Depression erlitten in einer weiteren Studie mit 126 Personen über 36 Wochen 20,3 Prozent mit fortgesetztem Antipsychotikum und 54,8 Prozent nach Umstellung auf Placebo einen Rückfall; dem standen mehr Gewichtszunahme und höhere Cholesterinwerte gegenüber.222,223

Mehr dazu: Schwangerschaft und Zeit nach der Geburt

Bei einer Depression nach der Geburt waren SSRI in einem Cochrane-Review möglicherweise wirksamer als Placebo, bei geringer bis sehr geringer Gewissheit; Daten zu gestillten Kindern waren begrenzt.225

Studiendetails: Schwangerschaft und Zeit nach der Geburt

Die Kohorte umfasste 949.504 Schwangerschaften (SSRI, voll adjustiert: relatives Risiko 1,06). Der Cochrane-Review umfasste 11 Studien mit 1016 Frauen; das Ansprechen lag bei 55 gegenüber 43 Prozent, statistisch nicht gesichert (relatives Risiko 1,27; 0,97 bis 1,66).224,225

Schnitt durch eine Synapse: Bläschen geben blaugrüne Botenstoffe frei, Rezeptoren nehmen sie auf, goldene Wirkstoffmoleküle besetzen die Wiederaufnahme-Transporter.
KI-generierte schematische Illustration: Angriffspunkt der Antidepressiva an der Synapse, stark vergrößert. Sie zeigt keine Ursache der Depression.

Dosis, Wirkung, Abbrüche: was Studien zeigen

Eine Geschichte in fünf Schritten. Mit „Weiter“ oder den Schritt-Knöpfen blättern; in Schritt 1 Wirkstoff wählen und mit dem Regler die Dosisstufe verschieben.

Keine Dosierungsempfehlung: Dosisstufen erscheinen bewusst ohne Milligramm-Angabe, die Werte sind Gruppenmittel und nicht auf Einzelne übertragbar. Setzen Sie ein Antidepressivum nie auf eigene Faust ab, auch nicht bei Besserung oder Nebenwirkungen: Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.57

Schritt 1 von 5

Mehr Dosis heißt nicht automatisch mehr Wirkung.

Eine Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse fester Dosierungen (77 Studien, 19.364 Erwachsene, Behandlung im Median acht Wochen) rechnete SSRI-Dosen in Fluoxetin-Äquivalente um und modellierte Ansprechen, Abbruch wegen Nebenwirkungen und Abbruch aus jedem Grund.193

Für SSRI stieg die Wirkkurve bis in den unteren zugelassenen Bereich an und verlief darüber flach bis leicht abfallend, während Abbrüche wegen Nebenwirkungen über den gesamten Dosisbereich steil zunahmen.193

Die Autoren folgern, dass für die häufig verwendeten Antidepressiva der untere zugelassene Bereich das beste Verhältnis aus Wirkung, Verträglichkeit und Akzeptanz in der Akutbehandlung bietet.193

SSRI

Ansprechen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI193

0,611,41,82,2
11,12
21,24
31,29
41,27
51,18
61,09

Abbruch wegen Nebenwirkungen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI

1234567
11,18
21,4
31,65
41,94
52,69
63,73

Dosisstufe 1 bis 6, aufsteigend; bewusst ohne Milligramm-Angabe. Linie 1 = kein Unterschied zu Placebo.

SSRI (Fluoxetin-Äquivalente), Dosisstufe 1: Ansprechen relatives Risiko 1,12 (95-%-KI 1,09 bis 1,15); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,18 (1,09 bis 1,28); Abbruch aus jedem Grund 0,93 (0,89 bis 0,97).

Venlafaxin

Ansprechen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI193

0,611,41,82,2
11,15
21,31
31,47
41,53
51,58
61,64

Abbruch wegen Nebenwirkungen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI

1234567
11,53
22,24
33,08
43,21
53,31
63,42

Dosisstufe 1 bis 6, aufsteigend; bewusst ohne Milligramm-Angabe. Linie 1 = kein Unterschied zu Placebo.

Venlafaxin, Dosisstufe 1: Ansprechen relatives Risiko 1,15 (95-%-KI 1,06 bis 1,25); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,53 (1,25 bis 1,87).

Mirtazapin

Ansprechen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI193

0,611,41,82,2
11,08
21,17
31,28
41,16
50,95

Abbruch wegen Nebenwirkungen: relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI

1234567
11,23
21,52
32,17
42,54
52,66

Dosisstufe 1 bis 5, aufsteigend; bewusst ohne Milligramm-Angabe. Linie 1 = kein Unterschied zu Placebo.

Mirtazapin, Dosisstufe 1: Ansprechen relatives Risiko 1,08 (95-%-KI 1,01 bis 1,16); Abbruch wegen Nebenwirkungen 1,23 (1,05 bis 1,46).

Modell Alle Punkte sind Schätzungen eines statistischen Modells (flexible Splines) aus Gruppendaten, keine Einzelmessungen; die gestrichelte Linie zeichnet das Modell an den Stufen nach. Bezogen auf mittlere Ereignisraten von 35, 4 und 25 Prozent unter Placebo.193

Schritt 2 von 5

Eine zweite Auswertung kommt zu einem ähnlichen Bild.

Eine zweite Meta-Analyse (40 Studien, 10.039 Personen) fand einen kleinen, aber signifikanten Zusammenhang zwischen SSRI-Dosis und Wirkung, der ab einer mittleren Dosisstufe ein Plateau erreicht226.

Höhere Dosen gingen in dieser Auswertung häufiger mit Abbrüchen wegen Nebenwirkungen einher, zugleich aber mit weniger Abbrüchen aus jedem Grund.226

Wirkung

Plateau erreicht

Abbrüche wegen Nebenwirkungen

seltener als bei höheren Dosen

Abbrüche aus jedem Grund

häufiger als bei höheren Dosen

Modell Meta-Regression über 40 Studien mit 10.039 Personen; andere Umrechnungsskala als in Schritt 1, deshalb eigene, qualitative Darstellung ohne Werte.226

Schritt 3 von 5

Der Nutzen hängt von der Schwere ab.

Der Nutzen hängt von der Schwere ab: Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden lag der Vorteil gegenüber Placebo im Mittel unter der Schwelle für einen kleinen Effekt, bei sehr schwerer Depression war er deutlich.216

In Patientendaten aus sechs Studien (718 Personen) nahm der Vorteil von Antidepressiva gegenüber Placebo mit der Ausgangsschwere zu: Unterhalb eines HDRS-Werts von 23 lag die Effektstärke unter 0,20, die NICE-Schwelle für klinische Bedeutsamkeit wurde ab etwa 25 erreicht.216

unter 23

Ausgangswert unter 23: Der Vorteil gegenüber Placebo lag im Mittel unter einer Effektstärke von 0,20.216

ab etwa 25

Ab einem Ausgangswert von etwa 25 wurde die NICE-Schwelle für klinische Bedeutsamkeit erreicht.216

Modell Patientendaten aus sechs Studien mit 718 Personen; die Autoren modellierten den Vorteil in Abhängigkeit vom Ausgangswert. Gezeigt sind nur die beiden im Abstract genannten Ankerpunkte, keine Kurve.216

Schritt 4 von 5

Auch unter Placebo bessert sich vieles.

Die Placebo-Ansprechrate blieb in Studien seit 1991 stabil bei etwa 35 bis 40 Prozent.217

Die Placebo-Ansprechrate in Antidepressiva-Studien blieb seit 1991 stabil zwischen 35 und 40 Prozent (252 Studien, 26.324 Personen unter Placebo).217

Placebo-Ansprechen in Antidepressiva-Studien seit 1991217

Placebo-Ansprechrate35 bis 40 %

252 placebokontrollierte Studien mit 26.324 Personen unter Placebo; Studienpopulationen, nicht der Alltag.

Schritt 5 von 5

Was gemessen wird, beeinflusst das Ergebnis.

In Patientendaten von 18 Herstellerstudien (6669 Erwachsene) verfehlten 18 von 32 Vergleichen nach sechs Wochen die Signifikanz im Hamilton-Summenwert, aber nur 3 von 32, wenn allein das Item „gedrückte Stimmung“ ausgewertet wurde.227

Hamilton-Summenwert

18 von 32 Vergleichen verfehlten die Signifikanz (Hamilton-Summenwert).

Item „gedrückte Stimmung“

3 von 32 Vergleichen verfehlten die Signifikanz (nur Item „gedrückte Stimmung“).

  • nicht signifikant
  • signifikant

Patientendaten aus 18 Herstellerstudien mit 6669 Erwachsenen, Woche 6. Nachträgliche Auswertung, Einzelitem nicht vorab festgelegt.227

Schritt 1 von 5
  • Modellschätzung je Stufe
  • gewählte Stufe
  • Modell (nachgezeichnet)
  • kein Unterschied zu Placebo

KernsatzDie Kurven sind Modellschätzungen aus Gruppendaten. Sie ersetzen keine ärztliche Dosisfindung und sind keine Dosierungsempfehlung.

Alle Modellwerte als Tabelle (relatives Risiko gegenüber Placebo, 95-%-KI)
Wirkstoff und StufeAnsprechenAbbruch wegen NebenwirkungenAbbruch aus jedem Grund
SSRI, Stufe 1 (Modell)1,12 (1,09 bis 1,15)1,18 (1,09 bis 1,28)0,93 (0,89 bis 0,97)
SSRI, Stufe 2 (Modell)1,24 (1,18 bis 1,30)1,40 (1,20 bis 1,62)0,88 (0,81 bis 0,95)
SSRI, Stufe 3 (Modell)1,29 (1,21 bis 1,36)1,65 (1,39 bis 1,96)0,87 (0,79 bis 0,96)
SSRI, Stufe 4 (Modell)1,27 (1,19 bis 1,36)1,94 (1,63 bis 2,31)0,91 (0,82 bis 1,02)
SSRI, Stufe 5 (Modell)1,18 (1,06 bis 1,32)2,69 (2,06 bis 3,52)1,04 (0,90 bis 1,21)
SSRI, Stufe 6 (Modell)1,09 (0,91 bis 1,30)3,73 (2,42 bis 5,76)1,20 (0,97 bis 1,49)
Venlafaxin, Stufe 1 (Modell)1,15 (1,06 bis 1,25)1,53 (1,25 bis 1,87)nicht dargestellt
Venlafaxin, Stufe 2 (Modell)1,31 (1,12 bis 1,52)2,24 (1,53 bis 3,29)nicht dargestellt
Venlafaxin, Stufe 3 (Modell)1,47 (1,24 bis 1,75)3,08 (1,95 bis 4,85)nicht dargestellt
Venlafaxin, Stufe 4 (Modell)1,53 (1,31 bis 1,78)3,21 (2,09 bis 4,92)nicht dargestellt
Venlafaxin, Stufe 5 (Modell)1,58 (1,30 bis 1,95)3,31 (2,02 bis 5,44)nicht dargestellt
Venlafaxin, Stufe 6 (Modell)1,64 (1,25 bis 2,14)3,42 (1,81 bis 6,45)nicht dargestellt
Mirtazapin, Stufe 1 (Modell)1,08 (1,01 bis 1,16)1,23 (1,05 bis 1,46)nicht dargestellt
Mirtazapin, Stufe 2 (Modell)1,17 (1,02 bis 1,34)1,52 (1,09 bis 2,13)nicht dargestellt
Mirtazapin, Stufe 3 (Modell)1,28 (1,03 bis 1,58)2,17 (1,26 bis 3,73)nicht dargestellt
Mirtazapin, Stufe 4 (Modell)1,16 (0,95 bis 1,42)2,54 (1,54 bis 4,21)nicht dargestellt
Mirtazapin, Stufe 5 (Modell)0,95 (0,65 bis 1,38)2,66 (1,44 bis 4,92)nicht dargestellt

Quelle der Tabellenwerte: Volltext, Tabelle 2.193

Quellen: Hieronymus F et al. · Molecular psychiatry 2016227; Jakubovski E et al. · The American journal of psychiatry 2016226; Furukawa TA et al. · The lancet. Psychiatry 2019193; Fournier JC et al. · JAMA 2010216; Furukawa TA et al. · The Lancet Psychiatry 2016217; Henssler J et al. · The Lancet Psychiatry 202457

Erklärvideo · 38 s

Dosis, Wirkung, Nebenwirkung

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Hilft eine höhere Dosis eines Antidepressivums automatisch besser? Eine Auswertung von 77 Studien mit 19.364 Erwachsenen ging dieser Frage nach. Das Modell zeigt zwei Kurven. Die Wirkung steigt zunächst an und flacht dann ab. Die Abbrüche wegen Nebenwirkungen nehmen dagegen über den ganzen Bereich weiter zu. Die Autoren sehen das beste Verhältnis im unteren zugelassenen Bereich. Das ist eine Aussage über Gruppen, keine Anleitung für Sie persönlich. Die passende Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen fest.57,193

Wann sich ein Unterschied zeigt

Unterschied zu Placebo in Woche 1 und Woche 6, mit 95-%-Konfidenzintervall. Messgröße wählen; daneben eine eigene Studie mit anderem Wirkprinzip.

Gezeigt sind nur die belegten Zeitpunkte. Zwischen Woche 1 und 6 wird nichts verbunden oder geschätzt. Ein Unterschied zu Placebo heißt nicht, dass sich jede Person nach einer Woche besser fühlt.

SSRI gegenüber Placebo: Meta-Analyse von 28 Studien mit 5872 Personen188

Hamilton-Differenz

0−1−2−3−4−5Wochen 2 bis 5: im Beleg nur grafisch, hier keine Werte
Woche 1−1,07
Woche 6−3,3

Unterschied zu Placebo im Hamilton-Wert (Punkte, negativ = stärkere Besserung unter SSRI), 95-%-KI.188

MADRS-Differenz

0−1−2−3−4−5Wochen 2 bis 5: im Beleg nur grafisch, hier keine Werte
Woche 1−0,84
Woche 6−3,25

Unterschied zu Placebo in der MADRS (Punkte), 95-%-KI; Werte aus dem Volltext.188

Ansprechen (RR)

0,811,41,82,2Wochen 2 bis 5: im Beleg nur grafisch, hier keine Werte
Woche 11,64
Woche 61,32

Relatives Risiko für eine Halbierung des Hamilton-Werts gegenüber Placebo, 95-%-KI. Linie 1 = kein Unterschied.188

NNT

5102550100Wochen 2 bis 5: im Beleg nur grafisch, hier keine Werte
Woche 125
Woche 69

Zahl der nötigen Behandlungen für ein zusätzliches Ansprechen, 95-%-KI, logarithmisch; kleiner heißt: mehr zusätzliches Ansprechen je behandelter Person.188

Eigene Studie, eigene Skala: Zuranolon bei Major Depression, mittlere HAM-D-Abnahme (Punkte)203

Tag 3

Tag 15

Kurzbehandlung über 14 Tage; laut Abstract nur bis Tag 12 nominell signifikant. Eine EU-Zulassung für die Depression allgemein ist dort nicht genannt.187

Der Unterschied im Hamilton-Wert gegenüber Placebo betrug in Woche 1 −1,07 Punkte (95-%-KI −1,69 bis −0,44) und wuchs bis Woche 6 auf −3,3 Punkte (−4,14 bis −2,45); etwa ein Drittel des Sechs-Wochen-Effekts zeigte sich schon in der ersten Woche.188

Die Zahl der nötigen Behandlungen für ein zusätzliches Ansprechen sank von 25 nach einer Woche auf 9 nach sechs Wochen; wichtige Ziele wie Remission brauchen dennoch mehrere Wochen.188

Wie lange man warten sollte, bevor eine Behandlung als nicht ausreichend wirksam gilt, wird unterschiedlich definiert; Cochrane-Reviews setzten dafür mindestens vier Wochen in empfohlener Dosis an.189

  • belegter Zeitpunkt mit KI
  • kein Wert belegt
  • kein Unterschied

KernsatzEine Meta-Analyse zu SSRI fand schon in der ersten Behandlungswoche eine messbare Besserung gegenüber Placebo; das bedeutet noch keine Remission.188

Wirkbeginn als Tabelle
MessgrößeWoche 1 (95-%-KI)Woche 6 (95-%-KI)
Hamilton-Differenz (Punkte)−1,07 (−1,69 bis −0,44)−3,3 (−4,14 bis −2,45)
MADRS-Differenz (Punkte)−0,84 (−1,36 bis −0,32)−3,25 (−4,11 bis −2,39)
Ansprechen, relatives Risiko1,64 (1,2 bis 2,25)1,32 (1,18 bis 1,47)
NNT25 (15 bis 100)9 (6 bis 15)

188 Werte der Wochen 2 bis 5 sind nur grafisch berichtet.

Quellen: European Medicines Agency · EMA 2025187; Clayton AH et al. · The American journal of psychiatry 2023203; Taylor MJ et al. · Archives of General Psychiatry 2006188; Davies P et al. · Cochrane Database of Systematic Reviews 2019189

Erklärvideo · 38 s

Wann wirken Antidepressiva?

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Viele Menschen hören, ein Antidepressivum wirke erst nach Wochen. Eine Auswertung von 28 Studien mit 5872 Personen zeichnet ein genaueres Bild. Schon nach der ersten Woche war unter SSRI eine messbare Besserung gegenüber Placebo zu sehen. Bis zur sechsten Woche wuchs der Unterschied weiter; etwa ein Drittel davon zeigte sich bereits in Woche eins. Für Ziele wie eine vollständige Besserung braucht es trotzdem mehrere Wochen Geduld. Sprechen Sie Zweifel deshalb früh in der Sprechstunde an, statt die Behandlung selbst zu beenden.57,188

Nebenwirkungen und Absetzen: was Studien berichten

Vier Reiter: Absetzsymptome, Gewicht, Sexualfunktion und Suizidgedanken nach Alter, jeweils mit eigener Achse und Konfidenzintervall.

Setzen Sie ein Antidepressivum nie auf eigene Faust ab, auch nicht bei Besserung oder Nebenwirkungen: Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.57 Jeder Reiter stammt aus einer anderen Studie mit eigener Erfassung; Werte nicht zwischen Reitern vergleichen.

Absetzen

Wie häufig? Meta-Analyse, 79 Studien

Mindestens ein Absetzsymptom, 95-%-KI57

Schwere Absetzsymptome, 95-%-KI

Eigene Achsen: 0 bis 50 % und 0 bis 10 %. Anteile aus dem Abstract (etwa 0,028 und 0,006) samt Intervallen als Prozent dargestellt.

Rechnet man unspezifische Effekte heraus, wie sie auch nach dem Absetzen von Placebo auftreten, betrifft es nach den Autoren etwa 15 Prozent, also etwa eine von sechs bis sieben Personen.57

Welche? Meta-Analyse, 50 Studien

Odds Ratio einzelner Symptome nach dem Absetzen, 95-%-KI, logarithmisch196

Schwindel0,51251020405,523,81 bis 8,01
Übelkeit0,51251020403,162,01 bis 4,96
Drehschwindel0,51251020406,401,20 bis 34,19
Nervosität0,51251020403,151,29 bis 7,64

häufiger nach Absetzen →

Eine weitere Meta-Analyse (50 Studien, 17.828 Personen) fand eine Woche nach dem Absetzen im Mittel etwa ein zusätzliches Absetzsymptom gegenüber Placebo-Absetzen oder Weiterbehandlung; diese Effektstärke (SMD 0,31; 95-%-KI 0,23 bis 0,39) beruht auf 11 Studien mit 3915 Personen. Schwindel war am häufigsten, und das Absetzen ging nicht mit mehr depressiven Symptomen einher.196

Modell Langsames, hyperbolisches Ausschleichen ist ein aus Bildgebungsdaten abgeleiteter Vorschlag, kein in Studien geprüftes Schema; die Grafik zeigt deshalb keine Kurve und keine Dosisschritte.191

Das Absetzen gehört in ärztliche Begleitung. Die Leitlinie empfiehlt, am Ende der Erhaltungstherapie oder Rückfallvorbeugung über mindestens acht bis zwölf Wochen auszuschleichen (Empfehlung 4-16).165

Gewicht

Neue Episoden von Gewichtszunahme um mindestens 5 %

je 100 Personenjahre194

Adjustiertes Ratenverhältnis, 95-%-KI

Antidepressiva gegenüber keinen0,911,11,21,31,41,51,211,19 bis 1,22

Wie lange?

27

behandelte Personen im zweiten Jahr auf eine zusätzliche Episode von Gewichtszunahme (95-%-KI 25 bis 29)194

Das erhöhte Risiko blieb mindestens sechs Jahre bestehen194.

In einer britischen Kohorte von Hausarztpraxen (136.762 Männer und 157.957 Frauen, Beobachtung 2004 bis 2014) traten neue Episoden einer Gewichtszunahme um mindestens 5 Prozent unter Antidepressiva mit 11,2 je 100 Personenjahre auf, ohne Antidepressiva mit 8,1 (adjustiertes Ratenverhältnis 1,21; 95-%-KI 1,19 bis 1,22).194

Beobachtungsdaten aus britischen Hausarztpraxen: Zusammenhänge sind nicht sicher ursächlich, Störfaktoren können die Werte überschätzen.

Sexualfunktion

Was belegt ist

Sexuelle Funktionsstörungen sind nach einem Cochrane-Review eine relativ häufige Nebenwirkung von Antidepressiva und können dazu führen, dass Betroffene die Behandlung nicht wie verordnet fortsetzen.195

Was helfen kann

Für Männer mit antidepressivabedingter Erektionsstörung war die Zugabe von Sildenafil oder Tadalafil wirksam; bei Frauen ist die Lage unsicherer. Die Evidenz insgesamt ist begrenzt.195

Eine Häufigkeitszahl aus einer zulässigen Quelle liegt nicht vor; die Grafik zeigt deshalb bewusst keinen Wert. Sprechen Sie Beschwerden offen in der Sprechstunde an.

Suizidgedanken nach Alter

Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3

Odds Ratio gegenüber Placebo, 95-%-KI, logarithmisch: 372 Studien mit 99.231 Erwachsenen184

Suizidgedanken oder -verhalten

unter 25 Jahre0,010,10,5125101,620,97 bis 2,71
25 bis 64 Jahre0,010,10,5125100,790,64 bis 0,98
ab 65 Jahre0,010,10,5125100,370,18 bis 0,76

← seltener unter Antidepressivumhäufiger →

nur suizidales Verhalten

unter 25 Jahre0,010,10,5125102,301,04 bis 5,09
25 bis 64 Jahre0,010,10,5125100,870,58 bis 1,29
ab 65 Jahre0,010,10,5125100,060,01 bis 0,58

← seltener unter Antidepressivumhäufiger →

Zu Beginn einer Behandlung ist Aufmerksamkeit für Suizidgedanken wichtig.184 Bei unter 25-Jährigen schließt das Intervall für Gedanken oder Verhalten die 1 ein (statistisch nicht gesichert).184 Kurze Studiendauer; keine Vorhersage für Einzelne.

  • nach bzw. unter Antidepressivum
  • Placebo oder ohne
  • Odds Ratio
  • kein Unterschied (1)
  • nur Modell, keine Werte

KernsatzDas Absetzen gehört in ärztliche Begleitung.165

Alle Werte als Tabelle
ThemaWert (95-%-KI)
Absetzen: mindestens ein Symptom31 % (27 bis 35) gegenüber 17 % (14 bis 21) nach Placebo57
Absetzen: schwere Symptome2,8 % (1,4 bis 5,7) gegenüber 0,6 % (0,2 bis 1,3)57
Absetzen: bereinigtetwa 15 %57
Absetzen: Symptomzahl Woche 1SMD 0,31 (0,23 bis 0,39); 11 Studien, 3915 Personen196
Absetzen: SchwindelOdds Ratio 5,52 (3,81 bis 8,01)196
Absetzen: ÜbelkeitOdds Ratio 3,16 (2,01 bis 4,96)196
Absetzen: DrehschwindelOdds Ratio 6,40 (1,20 bis 34,19)196
Absetzen: NervositätOdds Ratio 3,15 (1,29 bis 7,64)196
Gewicht11,2 gegenüber 8,1 je 100 Personenjahre; Ratenverhältnis 1,21 (1,19 bis 1,22); NNH 27 (25 bis 29)194
Sexualfunktionrelativ häufig, keine Häufigkeitszahl195
Suizidgedanken oder -verhalten, unter 25 JahreOdds Ratio 1,62 (0,97 bis 2,71)184
Suizidgedanken oder -verhalten, 25 bis 64 JahreOdds Ratio 0,79 (0,64 bis 0,98)184
Suizidgedanken oder -verhalten, ab 65 JahreOdds Ratio 0,37 (0,18 bis 0,76)184
Nur suizidales Verhalten, unter 25 JahreOdds Ratio 2,30 (1,04 bis 5,09)184
Nur suizidales Verhalten, 25 bis 64 JahreOdds Ratio 0,87 (0,58 bis 1,29)184
Nur suizidales Verhalten, ab 65 JahreOdds Ratio 0,06 (0,01 bis 0,58)184

Quellen: Taylor MJ et al. · The Cochrane database of systematic reviews 2013195; Gafoor R et al. · BMJ (Clinical research ed.) 2018194; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; Bundesärztekammer (BÄK) et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 2023165; Henssler J et al. · The Lancet Psychiatry 202457; Kalfas M et al. · JAMA Psychiatry 2025196; Horowitz MA, Taylor D · The Lancet Psychiatry 2019191; Stone M et al. · BMJ 2009184


Therapieresistente Depression: Verstärken, Lithium, Esketamin

Von therapieresistenter Depression spricht man meist, wie in der Studie ESCAPE-TRD beschrieben, wenn mindestens zwei aufeinanderfolgende Behandlungen in der aktuellen Episode nicht angesprochen haben.174 In der US-Studie STAR*D sanken die Remissionsraten von Behandlungsschritt zu Behandlungsschritt, und je mehr Schritte nötig waren, desto höher waren die Rückfallraten. Die Autoren berichten eine rechnerische Gesamtrate von 67 Prozent nach bis zu vier Schritten; sie setzt voraus, dass alle Schritte durchlaufen werden, und ist deshalb vorsichtig zu lesen.180

Studiendetails: Therapieresistente Depression

In STAR*D erreichten im ersten Behandlungsschritt 36,8 Prozent eine Remission, im zweiten 30,6, im dritten 13,7 und im vierten 13,0 Prozent.180

Was die Leitlinie vorsieht

Spricht eine Behandlung nicht an, soll nach der Leitlinie zusätzlich Psychotherapie angeboten werden (Empfehlung 7-5, Grad A). Bei Therapieresistenz soll die EKT angeboten werden (7-27, Grad A), die rTMS sollte angeboten werden; Esketamin-Nasenspray kann bei mittelgradiger bis schwerer Episode nach mehreren erfolglosen Behandlungsversuchen im (teil-)stationären Rahmen ergänzt werden (7-24, Grad 0).165 Kam bei therapieresistenter Depression eine Psychotherapie zur Behandlung mit Antidepressiva hinzu, erreichten in einem Cochrane-Review mehr Menschen eine Remission (relatives Risiko 1,92; sechs Studien, mäßige Gewissheit).228

Wechseln, verstärken, kombinieren

Nach einem erfolglosen ersten Antidepressivum erreichte in STAR*D nach dem Wechsel auf ein anderes Mittel etwa jede vierte Person eine Remission.190

Mehr dazu: Wechseln, verstärken, kombinieren

Das Hinzufügen eines zweiten Medikaments führte bei etwa 30 Prozent zur Remission; einen Vergleich mit Placebo gab es in diesen Schritten nicht.229

In der Studie VAST-D war die Zugabe eines Antipsychotikums dem Wechsel auf ein anderes Antidepressivum beim Remissionsziel geringfügig überlegen.197

Ein Cochrane-Review bestätigt, dass die Zugabe bestimmter Antipsychotika die Beschwerden kurzfristig bessert; zugleich brachen mehr Menschen die Behandlung ab, meist wegen Nebenwirkungen. Die Zugabe eines zweiten Antidepressivums brachte dort keinen klinisch bedeutsamen Vorteil, gestützt auf eine einzige Studie.189

Studiendetails: Wechseln, verstärken, kombinieren

VAST-D umfasste 1.522 überwiegend männliche Veteranen; die Remissionsraten lagen bei 28,9 gegenüber 22,3 Prozent. Häufigere Nebenwirkungen waren Schläfrigkeit, Akathisie (Bewegungsunruhe) und Gewichtszunahme.197

Lithium

In einer Meta-Analyse zur Langzeitbehandlung von Stimmungsstörungen senkte Lithium das Risiko für Suizide gegenüber Placebo; die Zahl der Ereignisse war klein.173

Studiendetails: Lithium

Die Meta-Analyse umfasste 48 Studien mit 6.674 Personen (Odds Ratio für Suizide 0,13; bei unipolarer Depression 0,36).173

Als Zusatz nach zwei erfolglosen Behandlungsschritten erreichten in STAR*D mit Lithium 15,9 Prozent eine Remission, mit Schilddrüsenhormon 24,7 Prozent, ohne signifikanten Unterschied; unter Lithium brachen mehr Menschen wegen Nebenwirkungen ab. Bei älteren Menschen mit therapieresistenter Depression war Lithium als Zusatz in einer Übersicht die einzige Behandlung mit wiederholt belegter Wirkung, überwiegend aus offenen Studien.230,231

Zulassungsstand von Esketamin (Abruf 5. Oktober 2026)

Esketamin ist ein Nasenspray. In der EU ist es seit dem 18. Dezember 2019 zusammen mit einem SSRI oder SNRI für Erwachsene mit therapieresistenter Depression zugelassen, die in der aktuellen mittelschweren bis schweren Episode auf mindestens zwei verschiedene Antidepressiva nicht angesprochen haben (Fachinformation, abgerufen am 5. Oktober 2026).199 Zusätzlich ist es zusammen mit einer oralen antidepressiven Behandlung zur kurzzeitigen Behandlung eines psychiatrischen Notfalls bei mittelschwerer bis schwerer Depression zugelassen (abgerufen am 5. Oktober 2026).199

Mehr dazu: Zulassungsstand von Esketamin (Abruf 5. Oktober 2026)

Das englische NICE empfiehlt es nicht, weil die Belege unsicher und die Kostenwirksamkeit nicht verlässlich bestimmbar seien (Stand 2022).232

In den USA ist es nach der Fachinformation (Revised 3/2026, abgerufen am 5. Oktober 2026) auch als Monotherapie zugelassen, und zwar nur in zertifizierten Einrichtungen mit mindestens zweistündiger Überwachung.185

Esketamin in Studien

In der Studie ESCAPE-TRD erreichten unter Esketamin, jeweils zusätzlich zu einem SSRI oder SNRI, mehr Menschen eine Remission als unter einem Antipsychotikum in Retardform; die Studie war offen, vom Hersteller finanziert und ohne Placebo.174

Mehr dazu: Esketamin in Studien

Die FDA hält in der Fachinformation fest (abgerufen am 5. Oktober 2026), dass die Wirksamkeit bei der Vorbeugung von Suiziden nicht nachgewiesen ist.185

Esketamin wird nach einer Übersicht im Nervenarzt in einem strukturierten Rahmen mit Überwachung gegeben; Ketamin als Infusion wird außerhalb der Zulassung eingesetzt und hat an Bedeutung verloren.200

Studiendetails: Esketamin in Studien

In ESCAPE-TRD (676 Erwachsene) erreichten nach acht Wochen 27,1 Prozent unter Esketamin eine Remission, unter dem Vergleichsmedikament 17,6 Prozent.174

In der Zulassungsstudie mit 227 Randomisierten, ambulanten Erwachsenen mit mittelgradiger bis schwerer Depression, verbesserte sich der Depressionswert nach 28 Tagen unter Esketamin plus neuem Antidepressivum stärker als unter neuem Antidepressivum plus Placebo-Spray (Differenz minus 4,0 MADRS-Punkte). Zu der Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.202

Psilocybin in der Forschung (Stand 5. Oktober 2026)

Experimentelle Mittel wie Psilocybin sollen nach der Leitlinie nur im Rahmen klinischer Studien angeboten werden (Empfehlung 7-26, Grad A).165 Nach einer FDA-Bekanntmachung vom 14. Juli 2026 befindet sich Psilocybin gegen Depression in der Arzneimittelentwicklung; die Beschleunigungsverfahren ersetzen keine Zulassung. Eine Zulassung in der EU oder in Deutschland ist in den geprüften Quellen nicht belegt (Stand 5. Oktober 2026).233

Studiendetails: Psilocybin in der Forschung (Stand 5. Oktober 2026)

In einer Phase-2-Studie mit 233 Personen mit therapieresistenter Depression senkte eine einmalige Gabe der höchsten Stufe, jeweils mit psychologischer Begleitung, den Depressionswert nach drei Wochen stärker als die Kontrollstufe (Differenz minus 6,6 MADRS-Punkte). Unerwünschte Ereignisse traten bei 77 Prozent aller Teilnehmenden auf; Suizidgedanken oder selbstschädigendes Verhalten kamen in allen Gruppen vor.186

Im Vergleich mit einem Antidepressivum zeigte Psilocybin in einer Studie mit 59 Personen im Hauptziel keinen statistisch signifikanten Unterschied.205

Johanniskraut wird unterschiedlich bewertet

Ein Cochrane-Review fand Johanniskraut-Extrakte einem Placebo überlegen und gegenüber SSRI ohne Unterschied; die Ergebnisse waren heterogen, und Studien aus deutschsprachigen Ländern berichteten günstigere Ergebnisse.234 Das britische NICE rät trotz möglicher Vorteile bei leichteren Formen davon ab, Johanniskraut zu verordnen oder zu empfehlen, wegen unsicherer Dosierung, wechselnder Zusammensetzung und möglicher schwerer Wechselwirkungen. Besprechen Sie pflanzliche Mittel deshalb immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.44

Studiendetails: Johanniskraut wird unterschiedlich bewertet

Der Cochrane-Review umfasste 29 Studien mit 5.489 Personen (Stand 2008).234

Zulassungsstand von Esketamin und Psilocybin (Abruf 5. Oktober 2026)
SubstanzEUUSANICE
Esketamin-Nasensprayzugelassen seit 18.12.2019, mit SSRI oder SNRI bei Therapieresistenz; zusätzlich bei psychiatrischem Notfalllaut Fachinformation (Revised 3/2026) auch als Monotherapie; Überwachung mindestens zwei Stundennicht empfohlen (2022)185,199,232
Ketamin-Infusionaußerhalb der Zulassung (off-label)––200
Psilocybinin den geprüften Quellen nicht belegtin Arzneimittelentwicklung (FDA-Bekanntmachung 14.07.2026), keine Zulassung belegt–233

Stand der Fachinformationen und Behördenmitteilungen: Abruf am 5. Oktober 2026.185,199,200,232,233

Erklärvideo · 44 s

Studiendesign: ESCAPE-TRD

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Wie wird ein neues Medikament gegen Depression geprüft? Ein Beispiel ist die Studie ESCAPE-TRD: 676 Erwachsene mit therapieresistenter Depression wurden per Zufall zwei Gruppen zugeteilt, Esketamin-Nasenspray oder Quetiapin, jeweils zusätzlich zu einem Antidepressivum. Hauptziel war die Remission nach acht Wochen. Sie gelang bei 27,1 gegenüber 17,6 Prozent. Danach wurde bis Woche 32 beobachtet, ob die Besserung anhält. Wichtig für die Einordnung: Die Behandlung war offen, nur die Auswertenden waren verblindet, und der Hersteller hat die Studie finanziert.174

Erklärvideo · 40 s

Therapieweg: wenn der erste Versuch nicht reicht

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Ohne Untertitel; der gesprochene Text steht hier.

Gesprochener Text

Was, wenn das erste Antidepressivum nicht ausreicht? Die große US-Studie STAR*D begleitete Erwachsene durch bis zu vier Behandlungsstufen. Im ersten Schritt erreichten 36,8 Prozent eine Remission, im zweiten 30,6 Prozent, danach deutlich weniger. Nach einem Wechsel des Medikaments kam etwa jede vierte Person in Remission. Wer mehr Stufen brauchte, hatte später häufiger Rückfälle. Spricht eine Behandlung nicht an, soll laut deutscher Leitlinie zusätzlich Psychotherapie angeboten werden. Ein erfolgloser Versuch ist deshalb nicht das Ende.165,180,190

16 Schlüssel- und Zulassungsstudien: wie sie aufgebaut waren

Studie auswählen und das Design Schritt für Schritt ansehen: Einschluss, Randomisierung, Arme, Dauer mit Messpunkten, Endpunkt, Ergebnis mit Konfidenzintervall, Zulassungsstand und Grenzen.

Jede Kachel steht für sich: eigene Population, eigener Endpunkt, eigene Skala (MADRS, HAM-D, HRSD, QIDS) und eigene Definition von Ansprechen oder Remission. Die Studien bilden keine Rangfolge; Werte nicht über Kacheln hinweg vergleichen.

16 von 16 Studien

  • 2006STAR*D180,190American Journal of Psychiatry

    MedikamentAkutTherapieresistenz

    Was geschieht, wenn der erste Behandlungsschritt nicht zur Remission führt?

    n in Stufe 1
    3.671
    Dauer
    bis 4 Stufen + 12 Monate
    Population
    Ambulante Erwachsene mit nicht-psychotischer Major Depression, USA
  • 2018Netzwerk-Meta-Analyse 21 Antidepressiva8The Lancet

    MedikamentAkut

    Wirken Antidepressiva in der Akutbehandlung besser als Placebo, und wie sicher ist das?

    Teilnehmende
    116.477
    Dauer
    Akutbehandlung
    Population
    Erwachsene mit unipolarer Major Depression
  • 2019SUSTAIN-1201JAMA psychiatry

    MedikamentTherapieresistenzRückfall

    Therapieresistente Depression: Schützt fortgeführtes Esketamin-Nasenspray vor einem Rückfall?

    n randomisiert
    297
    Dauer
    16 Wochen + Erhaltung
    Population
    Erwachsene mit prospektiv bestätigter therapieresistenter Depression
  • 2019TRANSFORM-2202American Journal of Psychiatry

    MedikamentTherapieresistenz

    Therapieresistente Depression: Bessert Esketamin-Nasenspray zusätzlich zu einem neuen Antidepressivum die Beschwerden stärker?

    n randomisiert
    227
    Dauer
    28 Tage
    Population
    Erwachsene mit mittelgradiger bis schwerer, nicht-psychotischer Depression nach mindestens zwei erfolglosen Antidepressiva
  • 2023ESCAPE-TRD174New England Journal of Medicine

    MedikamentTherapieresistenz

    Therapieresistente Depression: Esketamin-Nasenspray oder Quetiapin retard als Zusatz?

    n randomisiert
    676
    Dauer
    8 Wochen + bis Woche 32
    Population
    Erwachsene mit therapieresistenter Depression unter einem SSRI oder SNRI
  • 2023Zuranolon bei Major Depression203The American journal of psychiatry

    EU: nur Wochenbettdepression zugelassen

    MedikamentAkut

    Bessert eine 14-tägige Einnahme von Zuranolon die Depression stärker als Placebo?

    n randomisiert
    543
    Dauer
    14 Tage + bis Tag 42
    Population
    Erwachsene von 18 bis 64 Jahren mit schwerer Depression
  • 2023Zuranolon bei Wochenbettdepression204The American journal of psychiatry

    EU-Zulassung seit 17.09.2025

    MedikamentAkut

    Schwere Wochenbettdepression: Bessert Zuranolon über 14 Tage die Beschwerden stärker als Placebo?

    n randomisiert
    196
    Dauer
    14 Tage + bis Tag 45
    Population
    Frauen mit schwerer Depression nach der Geburt
  • 2022Psilocybin, drei Stufen (Phase 2)186New England Journal of Medicine

    Nicht zugelassen · nur Studienlage

    ForschungTherapieresistenz

    Therapieresistente Depression: Wie verändert eine einmalige Psilocybin-Gabe mit psychologischer Begleitung die Beschwerden?

    n randomisiert
    233
    Dauer
    Einzelgabe, Endpunkt Woche 3
    Population
    Erwachsene mit therapieresistenter Episode einer Major Depression
  • 2021Psilocybin gegenüber Escitalopram205New England Journal of Medicine

    Nicht zugelassen · nur Studienlage

    ForschungMedikamentAkut

    Unterscheidet sich Psilocybin mit Begleitung im Hauptziel von Escitalopram?

    n randomisiert
    59
    Dauer
    6 Wochen
    Population
    Erwachsene mit langjähriger mittelgradiger bis schwerer Depression
  • 2010rTMS gegen Scheinstimulation206Archives of General Psychiatry

    HirnstimulationAkut

    Führt echte Magnetstimulation häufiger zur Remission als eine Scheinstimulation?

    n randomisiert
    199
    Dauer
    3 + bis 3 Wochen
    Population
    Erwachsene mit unipolarer, nicht-psychotischer Major Depression ohne Antidepressiva
  • 2018THREE-D: Theta-Burst gegen 10-Hz-rTMS207The Lancet

    HirnstimulationTherapieresistenz

    Therapieresistente Depression: Ist die nur wenige Minuten dauernde Theta-Burst-Stimulation der herkömmlichen rTMS nicht unterlegen?

    n randomisiert
    414
    Dauer
    4 bis 6 Wochen
    Population
    Erwachsene von 18 bis 65 Jahren mit therapieresistenter Depression
  • 2023ELEKT-D: Ketamin-Infusion gegen EKT182New England Journal of Medicine

    HirnstimulationMedikamentTherapieresistenz

    Therapieresistente Depression ohne Psychose: Ist eine Ketamin-Infusion der Elektrokonvulsionstherapie nicht unterlegen?

    n randomisiert
    403
    Dauer
    3 Wochen + 6 Monate
    Population
    Erwachsene mit nicht-psychotischer therapieresistenter Depression, an EKT-Ambulanzen überwiesen
  • 2003EKT: Meta-Analyse randomisierter Studien181The Lancet

    HirnstimulationAkut

    Wirkt echte Elektrokonvulsionstherapie kurzfristig stärker als simulierte EKT oder Medikamente?

    Personen je Vergleich
    256 / 1.144
    Dauer
    kurzfristig
    Population
    Erwachsene mit Depression in randomisierten Studien
  • 2015PREVENT: Achtsamkeitstherapie oder Erhaltungsmedikation157The Lancet

    PsychotherapieMedikamentRückfall

    Wiederkehrende Depression: Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie mit Ausschleichen oder fortgeführte Antidepressiva?

    n randomisiert
    424
    Dauer
    24 Monate
    Population
    Erwachsene mit mindestens drei früheren Episoden unter Erhaltungsmedikation
  • 2017VAST-D: Wechseln oder Ergänzen197JAMA

    MedikamentTherapieresistenz

    Nach einem erfolglosen Antidepressivum: wechseln oder ein zweites Mittel hinzufügen?

    n randomisiert
    1.522
    Dauer
    12 + bis 36 Wochen
    Population
    Veteranen mit nicht-psychotischer Depression nach mindestens einem erfolglosen Antidepressivum
  • 2025LQD: Lithium oder Quetiapin als Zusatz198The lancet. Psychiatry

    MedikamentTherapieresistenz

    Therapieresistente Depression: Lithium oder Quetiapin als Zusatz, über zwölf Monate betrachtet?

    n randomisiert
    212
    Dauer
    12 Monate
    Population
    Erwachsene mit therapieresistenter Depression (mindestens zwei erfolglose Antidepressiva), England

Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3

  • Medikament
  • Psychotherapie
  • Zusatzmedikament
  • Stimulation
  • Studiensubstanz
  • Vergleich
  • Placebo oder Kontrolle

KernsatzEine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten.

Alle Studiendesigns als Tabelle
StudiePopulation / nEndpunktErgebnis (wie berichtet)Grenze
STAR*D (2006)180,190Ambulante Erwachsene mit nicht-psychotischer Major Depression, USA; n = 3.671Remission: QIDS-SR16 höchstens 5 (in Stufe 2 HRSD-17 höchstens 7)Remission 36,8 / 30,6 / 13,7 / 13,0 Prozent je Stufe; rechnerische Gesamtrate 67 Prozent; Stufe 2 ohne signifikanten Unterschied (21,3 / 17,6 / 24,8 Prozent)Kein Placebo; die Stichprobe schrumpft mit jeder Stufe, die Stufen wurden nicht zufällig auf dieselben Personen verteilt; die Gesamtrate ist rechnerisch.
Netzwerk-Meta-Analyse 21 Antidepressiva (2018)8Erwachsene mit unipolarer Major Depression; n = 116.477Ansprechen; Abbruch aus jedem Grund (Akzeptanz)Odds Ratio für Ansprechen 1,37 bis 2,13 gegenüber Placebo; Aussagesicherheit mäßig bis sehr niedrigGruppendaten; Unterschiede zwischen Wirkstoffen hängen von der Auswertungsmethode ab; keine Rangliste für Einzelne.
SUSTAIN-1 (2019)201Erwachsene mit prospektiv bestätigter therapieresistenter Depression; n = 297Zeit bis zum Rückfall bei stabiler RemissionRückfall 26,7 gegenüber 45,3 Prozent; Hazard Ratio 0,49 (95-%-KI 0,29 bis 0,84)Angereicherte Population: Randomisiert wurde nur, wer bereits auf Esketamin angesprochen hatte. Die Studie prüft Rückfallvorbeugung, keine Akutwirksamkeit.
TRANSFORM-2 (2019)202Erwachsene mit mittelgradiger bis schwerer, nicht-psychotischer Depression nach mindestens zwei erfolglosen Antidepressiva; n = 227Veränderung im MADRS-Wert bis Tag 28Differenz −4,0 MADRS-Punkte (95-%-KI −7,31 bis −0,64)Die Zahl je Arm ist im Abstract nicht berichtet; zur Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.
ESCAPE-TRD (2023)174Erwachsene mit therapieresistenter Depression unter einem SSRI oder SNRI; n = 676Remission (MADRS höchstens 10) in Woche 8; Nebenendpunkt kein Rückfall bis Woche 32Remission 27,1 gegenüber 17,6 Prozent in Woche 8Offenes Design ohne Placebo; Abbrecher als ungünstiges Ergebnis gewertet; finanziert von Janssen EMEA.
Zuranolon bei Major Depression (2023)203Erwachsene von 18 bis 64 Jahren mit schwerer Depression; n = 543Veränderung im HAM-D-17 an Tag 15HAM-D-Abnahme an Tag 15: 14,1 gegenüber 12,3 PunkteKurze Behandlungsdauer; zur Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.
Zuranolon bei Wochenbettdepression (2023)204Frauen mit schwerer Depression nach der Geburt; n = 196Veränderung im HAM-D-17 an Tag 15Differenz −4,0 HAM-D-Punkte (95-%-KI −6,3 bis −1,7)Ergebnis gilt nur für Wochenbettdepression; zur Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.
Psilocybin, drei Stufen (Phase 2) (2022)186Erwachsene mit therapieresistenter Episode einer Major Depression; n = 233MADRS-Veränderung nach drei WochenHohe gegenüber Kontrollstufe −6,6 MADRS-Punkte (95-%-KI −10,2 bis −2,9); mittlere Stufe nicht signifikantNicht zugelassen; vom Hersteller finanziert (COMPASS Pathfinder); ein anhaltendes Ansprechen nach 12 Wochen ist nicht gesichert.
Psilocybin gegenüber Escitalopram (2021)205Erwachsene mit langjähriger mittelgradiger bis schwerer Depression; n = 59Veränderung im QIDS-SR-16 in Woche 6Kein signifikanter Unterschied (Differenz 2,0 QIDS-SR-16-Punkte; 95-%-KI −5,0 bis 0,9)Kleine, ausgewählte Stichprobe; Nebenendpunkte nicht für multiples Testen korrigiert; Psilocybin ist nicht zugelassen.
rTMS gegen Scheinstimulation (2010)206Erwachsene mit unipolarer, nicht-psychotischer Major Depression ohne Antidepressiva; n = 199RemissionRemission 14,1 gegenüber 5,1 Prozent; Odds Ratio 4,2 (95-%-KI 1,32 bis 13,24)Population ohne Antidepressiva; breites Konfidenzintervall.
THREE-D: Theta-Burst gegen 10-Hz-rTMS (2018)207Erwachsene von 18 bis 65 Jahren mit therapieresistenter Depression; n = 414HRSD-17-Veränderung; Nichtunterlegenheitsgrenze 2,25 PunkteNicht unterlegen; HRSD-17 in beiden Gruppen von etwa 23,5 auf 13,4 PunkteOffene Behandlung, Per-Protokoll-Analyse; Theta-Burst wurde als schmerzhafter empfunden.
ELEKT-D: Ketamin-Infusion gegen EKT (2023)182Erwachsene mit nicht-psychotischer therapieresistenter Depression, an EKT-Ambulanzen überwiesen; n = 403Ansprechen (Rückgang im QIDS-SR-16 um mindestens 50 Prozent); Nichtunterlegenheitsgrenze −10 ProzentpunkteAnsprechen 55,4 gegenüber 41,2 Prozent; Differenz 14,2 Prozentpunkte (95-%-KI 3,9 bis 24,2)Offenes Design; 38 Abbrüche vor Behandlungsbeginn, mehr in der EKT-Gruppe; Nichtunterlegenheits-, keine Überlegenheitsfrage.
EKT: Meta-Analyse randomisierter Studien (2003)181Erwachsene mit Depression in randomisierten Studien; n = 256 / 1.144Standardisierte Effektgröße der DepressionsschwereEffektgröße −0,91 gegenüber simulierter EKT, −0,80 gegenüber MedikamentenÄltere Studien bis 2003 mit teils alten Techniken; die Wirkung ist kurzfristig.
PREVENT: Achtsamkeitstherapie oder Erhaltungsmedikation (2015)157Erwachsene mit mindestens drei früheren Episoden unter Erhaltungsmedikation; n = 424Zeit bis zum Rückfall oder Wiederauftreten über 24 MonateHazard Ratio 0,89 (95-%-KI 0,67 bis 1,18), kein UnterschiedÜberlegenheitsdesign, kein Nachweis der Gleichwertigkeit; zur Arbeit ist eine Korrektur verknüpft, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.
VAST-D: Wechseln oder Ergänzen (2017)197Veteranen mit nicht-psychotischer Depression nach mindestens einem erfolglosen Antidepressivum; n = 1.522Remission (QIDS-C16 höchstens 5 an zwei Visiten) nach zwölf WochenRemission 22,3 / 26,9 / 28,9 Prozent; relatives Risiko 1,30 (95-%-KI 1,05 bis 1,60)Überwiegend männliche Population (85,2 Prozent Männer); laut Autoren nur ein geringer Vorteil.
LQD: Lithium oder Quetiapin als Zusatz (2025)198Erwachsene mit therapieresistenter Depression (mindestens zwei erfolglose Antidepressiva), England; n = 212Zwei gleichrangige Hauptendpunkte: Symptomlast über zwölf Monate; Zeit bis zum BehandlungsabbruchSymptomlast geringer unter Quetiapin (−68,36; 95-%-KI −129,95 bis −6,76); Zeit bis Abbruch ohne UnterschiedEin einzelnes offenes Studienprojekt; zur Arbeit ist eine Korrektur erschienen, deren Inhalt nicht eingesehen werden konnte.

Quellen: Rush AJ et al. · American Journal of Psychiatry 2006180; Rush AJ et al. · New England Journal of Medicine 2006190; Cipriani A et al. · The Lancet 20188; Daly EJ et al. · JAMA psychiatry 2019201; Popova V et al. · American Journal of Psychiatry 2019202; Reif A et al. · New England Journal of Medicine 2023174; Clayton AH et al. · The American journal of psychiatry 2023203; Deligiannidis KM et al. · The American journal of psychiatry 2023204; Goodwin GM et al. · New England Journal of Medicine 2022186; Carhart-Harris R et al. · New England Journal of Medicine 2021205; George MS et al. · Archives of General Psychiatry 2010206; Blumberger DM et al. · The Lancet 2018207; Anand A et al. · New England Journal of Medicine 2023182; UK ECT Review Group · The Lancet 2003181; Kuyken W et al. · The Lancet 2015157; Mohamed S et al. · JAMA 2017197; Cleare AJ et al. · The lancet. Psychiatry 2025198; European Medicines Agency · EMA 2025187; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; Bundesärztekammer (BÄK) et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 2023165; Cipriani A et al. · BMJ 2013173; European Medicines Agency / Janssen-Cilag International · EMA 2025199; Vestring S et al. · Der Nervenarzt 2026200; U.S. Food and Drug Administration · FDA (Federal Register) 2026233


EKT, rTMS und weitere Verfahren der Hirnstimulation

Elektrokonvulsionstherapie

Für die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) fand eine Meta-Analyse echte EKT kurzfristig deutlich wirksamer als simulierte und wahrscheinlich wirksamer als Medikamente.181 Nach erfolgreicher EKT kam es ohne Weiterbehandlung innerhalb von 24 Wochen häufig zum Rückfall; eine Weiterbehandlung senkte die Rate.58 Kognitive Beeinträchtigungen gehören zur Aufklärung: In einer Studie war das Gedächtnis nach drei Wochen EKT vorübergehend schlechter. In derselben Studie war Ketamin als Infusion, das bei Depression außerhalb der Zulassung eingesetzt wird, bei therapieresistenter Depression ohne Psychose der EKT nicht unterlegen.182

Studiendetails: Elektrokonvulsionstherapie

Die Meta-Analyse von 2003 fand für echte gegenüber simulierter EKT eine Effektstärke von minus 0,91 (6 Studien, 256 Personen) und gegenüber Medikation von minus 0,80 (18 Studien, 1.144 Personen).181

In einer kleinen Studie mit 84 Personen kam es nach erfolgreicher EKT innerhalb von 24 Wochen bei 84 Prozent ohne Weiterbehandlung zum Rückfall, bei 60 Prozent mit einem Antidepressivum allein und bei 39 Prozent mit Antidepressivum plus Lithium.58

Die Vergleichsstudie mit Ketamin umfasste 403 Personen und war offen; angesprochen haben 55,4 Prozent unter Ketamin und 41,2 Prozent unter EKT.182

Kognitive Testleistungen verschlechterten sich nach einer Meta-Analyse vor allem in den ersten drei Tagen nach einer EKT und erreichten danach wieder das Ausgangsniveau; rückwirkende Gedächtnislücken wurden dabei nicht standardisiert erfasst.235

In einer kanadischen Kohorte stationär behandelter Menschen war eine EKT nicht mit mehr schweren medizinischen Ereignissen in den folgenden 30 Tagen verbunden und ging mit einem geringeren Suizidrisiko im Jahr danach einher; das sind Beobachtungsdaten.236,237

Studiendetails: Elektrokonvulsionstherapie

Die Meta-Analyse zur Kognition umfasste 84 Studien mit 2981 Patientinnen und Patienten. Die Kohorten umfassten 10.016 und 67.327 Behandlungsfälle (Hazard Ratio 0,78 für schwere Ereignisse und 0,53 für Suizid).235,236,237

Magnetstimulation (rTMS)

Bei der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) erreichten in einer großen Studie mit echter Stimulation mehr Menschen eine Remission als mit Schein-rTMS.206

Gehirn in Seitenansicht, über dem linken Stirnhirn eine goldene Achter-Spule, deren Magnetfeldlinien in einen kleinen Rindenbereich reichen, als Schema der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation.
KI-generierte schematische Illustration der rTMS (Spule über dem linken Stirnhirn). Die EKT ist bewusst nicht bebildert.
Mehr dazu: Magnetstimulation (rTMS)

Die nur wenige Minuten dauernde Theta-Burst-Stimulation war in der THREE-D-Studie bei therapieresistenter Depression nicht schlechter als die herkömmliche rTMS.207

Nach dem britischen NICE braucht die rTMS keine Narkose und kann ambulant erfolgen; NICE sieht keine größeren Sicherheitsbedenken, weist aber darauf hin, dass sie nicht bei allen wirkt.238

Als Erklärungsmodell wird diskutiert, dass die Stimulation des linken dorsolateralen präfrontalen Cortex besser an Stellen wirkt, deren Aktivität gegenläufig zum subgenualen Cingulum schwankt; das ist ein Netzwerkmodell und kein kausaler Beleg.239

Studiendetails: Magnetstimulation (rTMS)

In der großen Studie, an Personen ohne Antidepressiva, erreichten 14,1 Prozent mit echter und 5,1 Prozent mit Schein-rTMS eine Remission. THREE-D umfasste 414 Menschen.206,207

Das Netzwerkmodell beruht auf Daten von 98 Gesunden und wurde bei 13 Betroffenen geprüft.239

In einer von NICE zitierten Übersicht berichteten 10 Prozent nach hochfrequenter rTMS über Kopfschmerzen, 3 Prozent nach Scheinbehandlung. Eine kleine doppelblinde Studie mit 29 Menschen prüfte eine beschleunigte, per Bildgebung zielgesteuerte Theta-Burst-Stimulation; Dauerhaftigkeit und Vergleich mit anderen Behandlungen sind offen.238,240

Hirnstimulation im Vergleich mit Scheinbehandlung, Magnetstimulation (rTMS)

Eine Netzwerk-Meta-Analyse von 113 Studien fand 10 von 18 Verfahren der Hirnstimulation, darunter EKT und rTMS, häufiger mit Ansprechen verbunden als eine Scheinbehandlung. Die Intervalle sind breit, eine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten.241

Die Netzwerk-Meta-Analyse umfasste 113 Studien mit 6.750 Personen, darunter auch Menschen mit bipolarer Depression; die Chancenverhältnisse reichten von 2,65 (transkranielle Gleichstromstimulation) über 3,17 (hochfrequente linke rTMS) bis 8,91 (bitemporale EKT).241

Weitere Verfahren

Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) war in einer Studie besser als Placebo, konnte aber nicht als gleichwertig mit einem Antidepressivum belegt werden und hatte mehr Nebenwirkungen.242 Die Vagusnervstimulation, ein operativ implantiertes Verfahren, war in der akuten Phase einer scheinkontrollierten Studie im Hauptmaß nicht signifikant besser als die Scheinstimulation.243 Die Tiefe Hirnstimulation war in einer scheinkontrollierten Studie der Scheinstimulation nicht überlegen.244

Studiendetails: Weitere Verfahren

Die Studie zur Tiefen Hirnstimulation umfasste 90 Personen (Ansprechen 20 gegenüber 17 Prozent). Die Vagusnervstimulations-Studie umfasste 235 Personen (15,2 gegenüber 10,0 Prozent nach zehn Wochen).243,244

In einem nicht randomisierten Fünf-Jahres-Register mit 795 Personen lag das kumulative Ansprechen mit Vagusnervstimulation plus üblicher Behandlung bei 67,6 Prozent, mit üblicher Behandlung allein bei 40,9 Prozent.245

Hirnstimulation im Überblick
VerfahrenStudienlageHinweis
Elektrokonvulsionstherapie (EKT)kurzfristig wirksamer als simulierte EKT und wahrscheinlich als Medikation; Rückfälle ohne Weiterbehandlung häufigkognitive Beeinträchtigungen gehören zur Aufklärung58,181,182
Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)Remission 14,1 gegenüber 5,1 Prozent unter Schein-rTMSambulant, ohne Narkose206,207,238
Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS)besser als Placebo, nicht als gleichwertig mit einem Antidepressivum belegtmehr Nebenwirkungen242
Vagusnervstimulation (VNS)Hauptmaß nicht signifikant (15,2 gegenüber 10,0 Prozent)operativ implantiert243,244
Tiefe HirnstimulationAnsprechen 20 gegenüber 17 Prozent unter Scheinstimulationnur im Studienrahmen243,244

Zulassungsangaben zu EKT und rTMS wurden nicht aus Behördenquellen erhoben. Keine Rangliste zwischen den Verfahren.58,181,182,206,207,238,242,243,244


Licht, Bewegung und Schlaf bei Depression

Ein goldener Ring, oben in warmes Morgenlicht, unten in eine Sternennacht getaucht, mit einer blaugrünen Kugel am Übergang von Nacht zu Morgen, als Sinnbild des Tag-Nacht-Rhythmus.
KI-generierte Illustration (Sinnbild für den Tag-Nacht-Rhythmus)

Licht

Helles Licht zeigte in einer Meta-Analyse bei saisonaler und bei nicht saisonaler Depression Wirkung; in dieser älteren Auswertung (Studien bis 2003) war Licht als Zusatz zu Antidepressiva bei nicht saisonaler Depression nicht wirksam.177 Die deutsche Leitlinie bewertet Licht günstiger: Bei saisonalem Muster soll, ohne saisonales Muster kann ein Therapieversuch angeboten werden (Empfehlungen 9-4 und 9-5). Das britische NICE hält die Evidenz bei Winterdepression dagegen für unsicher.44,165 Ein älterer Cochrane-Review beschrieb unter Licht häufiger eine Hypomanie, also eine gehobene Stimmung; eine ärztliche Begleitung ist deshalb sinnvoll.178

Studiendetails: Licht

Die Meta-Analyse fand für helles Licht bei saisonaler Depression eine Effektstärke von 0,84 und bei nicht saisonaler von 0,53. Im Cochrane-Review lag die Zahl der Behandelten, bei denen ein zusätzlicher Schaden zu erwarten ist, bei 8.177,178

Bewegung

Bewegung verringerte depressive Beschwerden nach der Cochrane-Aktualisierung von 2026, allerdings mit geringer Gewissheit; im Vergleich mit Psychotherapie fand sich wahrscheinlich kein Unterschied.175 Eine Netzwerk-Meta-Analyse fand mäßige Verbesserungen unter anderem durch Gehen oder Joggen, Yoga und Krafttraining; auch hier war die Gewissheit niedrig. Eine Dosis lässt sich daraus nicht ableiten; bei Vorerkrankungen klären Sie die Belastung vorher ärztlich ab.176

Studiendetails: Bewegung

Ausgewertet wurden in der Cochrane-Aktualisierung 57 Studien mit 2.189 Personen; die standardisierte Mittelwertdifferenz lag bei minus 0,67, im Vergleich mit Psychotherapie bei 0,03. Die Netzwerk-Meta-Analyse umfasste 218 Studien mit 14.170 Personen.175,176

Schlaf und Wachtherapie

Gezielter Schlafentzug, die Wachtherapie, bessert bei einem Teil der Menschen mit Depression die Stimmung innerhalb von 24 Stunden; nach dem Erholungsschlaf kehren die Beschwerden oft zurück. Der Mechanismus ist eine Hypothese. Führen Sie Schlafentzug nicht allein durch, sondern nur ärztlich begleitet.179

Studiendetails: Schlaf und Wachtherapie

Nach einer älteren Arbeit im Nervenarzt bessert sich bei etwa 60 Prozent der Menschen mit Major Depression die Stimmung nach einer durchwachten Nacht; Nickerchen oder der Schlaf der folgenden Nacht heben den Effekt wieder auf.246


Fallvignetten: Differenzialdiagnostisch denken

Die folgenden Fallvignetten sind erfundene, veranschaulichende Verläufe und beschreiben keine reale Person und keinen Praxisfall. Sie zeigen Schritt für Schritt, wie Ärztinnen und Ärzte bei depressiven Beschwerden differenzialdiagnostisch vorgehen: vom Beschwerdebild über Leitfragen und Abklärung bis zur vorläufigen Einordnung. Jede medizinische Aussage ist durch die zitierten Studien und Leitlinien gedeckt; ein typischer Verlauf oder eine Prognose für Einzelne lässt sich daraus nicht ableiten.

Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall

Fallvignetten: differenzialdiagnostisch denken

Vignette wählen, dann Schritt für Schritt aufdecken. Vor jedem Schritt steht die Frage: Was würden Sie als Nächstes abklären?

Die Differenzialdiagnose klärt, ob die Beschwerden tatsächlich eine Depression sind und ob etwas anderes dahintersteckt oder hinzukommt.1 Die Vignetten veranschaulichen den Denkweg. Sie ersetzen keine Untersuchung und sind keine Anleitung zur Selbstdiagnose.

Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall

Erschöpft im Beruf: Burn-out, Schilddrüse oder Depression?

Eine berufstätige erwachsene Person

  1. 1 Beschwerdebild Seit mehreren Wochen

    Stimmung und Interessen sind gedrückt, die Konzentration lässt nach, und der Schlaf ist gestört. Die Person spricht selbst von Burn-out.10,40

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Welche Fragen würden Sie als Erstes stellen?

  2. 2 Leitfragen Im ersten Gespräch

    Gefragt wird nach früheren Phasen von Überaktivität oder enthemmtem Verhalten und nach Alkohol oder anderen Substanzen; auch Suizidgedanken werden offen angesprochen.62,63,83,84,247

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Welche körperlichen Ursachen sollten ausgeschlossen werden?

  3. 3 Abklärung In den folgenden Tagen

    Erwogen werden Laboruntersuchungen wie Blutbild, Stoffwechselwerte, Schilddrüsenwerte sowie Vitamin B12 und Folsäure; sie dienen dem Ausschluss körperlicher Ursachen. Ein Fragebogen wie der PHQ-9 ergänzt das Gespräch.51,162

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Was bedeutet das Wort Burn-out für die Einordnung?

  4. 4 Abgrenzung Nach den Befunden

    Burn-out ist nach der WHO ein berufsbezogenes Phänomen und keine Krankheit; die Frage ist deshalb, ob die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt sind. Eine Schilddrüsenunterfunktion hängt mit Depression zusammen, aber schwächer als oft angenommen.69,72

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Welche Kriterien entscheiden über eine depressive Episode?

  5. 5 Vorläufige Einordnung Gemeinsame Besprechung

    Ob die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt sind, prüft die Ärztin oder der Arzt; dazu gehören typische Beschwerden über mindestens zwei Wochen.1

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Wie geht es nach der Einordnung weiter?

  6. 6 Weiteres Vorgehen In den folgenden Wochen

    Kognitive Verhaltenstherapie und Antidepressiva unterschieden sich bei ambulant Behandelten nicht im Ansprechen; wer die Behandlung mitwählt, bricht seltener ab.168,169

Was die Vignette zeigt: Wie aus der Selbstbeschreibung Burn-out eine strukturierte Abklärung wird, die körperliche Ursachen, bipolare Hinweise und Substanzen einbezieht.

Was sie nicht zeigt: Keinen typischen Verlauf, keine Prognose und keine Behandlungsempfehlung für Einzelne. Die Reihenfolge der Schritte kann in der Praxis anders sein.7,12

Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3

Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall

Erste Depression mit früheren Hochphasen: unipolar oder bipolar?

Eine junge erwachsene Person

  1. 1 Beschwerdebild Seit einigen Wochen

    Gedrückte Stimmung, Interessenverlust und weitere Beschwerden bestehen seit Wochen; es ist die erste ärztlich behandelte Episode.1

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Welche frühere Beobachtung wäre für die Einordnung wichtig?

  2. 2 Leitfragen Im Gespräch

    Gefragt wird gezielt nach früheren Phasen mit vermindertem Schlafbedürfnis, ungewöhnlich viel Energie und gesteigerter zielgerichteter Aktivität sowie nach Manie oder Hypomanie in der Familie.60,64

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Wen könnte man zusätzlich fragen?

  3. 3 Abklärung Mit Einverständnis

    Mit Einverständnis der Person werden Angehörige einbezogen, denn Betroffene erleben hypomane Phasen nicht immer als auffällig.62,63

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Warum ist die Unterscheidung für die Behandlung wichtig?

  4. 4 Abgrenzung Nach dem Gespräch

    Eine bipolare Störung beginnt meist mit einer depressiven Episode. Bei bipolarer Störung war eine Behandlung nur mit einem Antidepressivum mit einem erhöhten Manierisiko verbunden.11,61

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Was spricht für eine fachpsychiatrische Abklärung?

  5. 5 Vorläufige Einordnung Vorläufig

    Hielten frühere Phasen von Überaktivität vier Tage oder länger an, soll nach NICE eine fachpsychiatrische Abklärung erwogen werden. Ohne solche Hinweise wird vorläufig eine unipolare Episode angenommen, die Frage bleibt aber offen.62,63

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Worauf achten Sie im weiteren Verlauf?

  6. 6 Weiteres Vorgehen Im Verlauf

    Weil sich eine bipolare Störung auch Jahre später zeigen kann, wird im Verlauf weiter auf hypomane Beschwerden geachtet.60

Was die Vignette zeigt: Warum die Frage nach früheren Hochphasen bei jeder Depression dazugehört und warum die Einordnung vorläufig bleibt.

Was sie nicht zeigt: Keine Diagnose einer bipolaren Störung und keine Medikamentenwahl. Die meisten Menschen mit Depression entwickeln keine bipolare Störung.12,60

Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfallneurologischer Bezug

Erste Depression im höheren Alter mit leichtem Zittern: Parkinson als Spur?

Eine ältere Person

  1. 1 Beschwerdebild Seit Monaten

    Erstmals im höheren Alter treten gedrückte Stimmung, Antriebsmangel und Konzentrationsprobleme auf; Angehörigen fällt ein leichtes Zittern einer Hand auf.77,78

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Welche Beobachtung verdient besondere Aufmerksamkeit?

  2. 2 Leitfragen Im Gespräch

    Gefragt wird nach neuen neurologischen Zeichen wie Lähmungen, Bewegungs- oder Gefühlsstörungen, nach Gedächtnisproblemen sowie nach allen eingenommenen Medikamenten.23,85,86,87

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Welche Untersuchungen gehören dazu?

  3. 3 Abklärung In der Untersuchung

    Gesucht wird nach körperlichen Ursachen, etwa einer Schilddrüsenunterfunktion; neue Bewegungsstörungen gehören zeitnah neurologisch untersucht.23,72

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Wie hängen Depression und Parkinson zusammen?

  4. 4 Abgrenzung Nach den Befunden

    Depression kann der Parkinson-Diagnose um Jahre vorausgehen; späte depressive Beschwerden können nach einer großen Kohortenstudie auch ein Frühzeichen einer beginnenden Demenz sein.75,77,78

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Wie wird mit einer gefundenen Ursache umgegangen?

  5. 5 Vorläufige Einordnung Gemeinsame Besprechung

    Findet sich eine neurologische Erkrankung, werden beide Erkrankungen eingeordnet und behandelt; eine Depression bei Parkinson ist häufig und hält oft an.77,78

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Was ist bei der Behandlung im Alter zu bedenken?

  6. 6 Weiteres Vorgehen Im Verlauf

    Antidepressiva bergen im Alter wegen Begleiterkrankungen und Wechselwirkungen ein höheres Risiko für Nebenwirkungen; Psychotherapie wirkt bei älteren Menschen ähnlich wie bei jüngeren.26,215

Was die Vignette zeigt: Wie neurologische und psychiatrische Abklärung bei einer späten ersten Depression ineinandergreifen.

Was sie nicht zeigt: Keine Parkinson-Diagnose aus einzelnen Zeichen und keine Prognose. Zittern hat viele Ursachen.12,77,78

Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall

Nach einem Trauerfall: Trauer, Anpassungsstörung oder Depression?

Eine erwachsene Person nach dem Tod eines nahestehenden Menschen

  1. 1 Beschwerdebild Einige Monate nach dem Verlust

    Traurigkeit, Rückzug und Schlafprobleme bestehen seit dem Tod eines nahestehenden Menschen.67

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Ist das Trauer oder schon eine Depression?

  2. 2 Leitfragen Im Gespräch

    Gibt es noch Phasen von Freude? Betreffen Schuldgefühle den verstorbenen Menschen oder das eigene Wesen? Bestehen Suizidgedanken oder psychotische Symptome?5

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Was gehört außerdem zur Abklärung?

  3. 3 Abklärung Ergänzend

    Gefragt wird nach Alkohol, weil bei Alkoholabhängigkeit sowohl unabhängige als auch substanzinduzierte depressive Episoden vorkommen.83,84

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Welche Diagnosen kommen in Betracht?

  4. 4 Abgrenzung Nach dem Gespräch

    Bei Sehnsucht und Schmerz über mindestens sechs Monate, deutlich länger als kulturell üblich, kommt eine anhaltende Trauerstörung infrage.5

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Wie ist eine Depression nach einem Trauerfall einzuordnen?

  5. 5 Vorläufige Einordnung Vorläufig

    Eine Depression nach einem Trauerfall ähnelt einer Depression aus anderem Anlass und gehört deshalb ernst genommen; normale Belastungsreaktionen sollen aber nicht als krankhaft eingeordnet werden.66,67

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Welche Hilfen sind belegt?

  6. 6 Weiteres Vorgehen In den folgenden Wochen

    Bei komplizierter Trauer sprachen in einer Studie mit trauerspezifischer Psychotherapie mehr Menschen an als ohne sie. Bei Suizidgedanken gilt der Abschnitt Krise und Notfall.68

Was die Vignette zeigt: Wie Trauer, anhaltende Trauerstörung, Anpassungsstörung und Depression voneinander abgegrenzt werden, ohne Trauer zu pathologisieren.

Was sie nicht zeigt: Keine Regel, ab wann Trauer krank ist, und keine Behandlungsempfehlung für Einzelne. Trauer ist keine Krankheit.12,67

Hilfe in einer KriseBei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar.3

Fallvignette zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall

Konzentrationsprobleme seit der Schulzeit: Depression, Erwachsenen-ADHS oder beides?

Eine erwachsene Person

  1. 1 Beschwerdebild Seit Monaten verstärkt

    Konzentrationsprobleme, Erschöpfung und gedrückte Stimmung haben zugenommen; die Person berichtet, schon in der Schulzeit unaufmerksam gewesen zu sein.40,91

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Welche Frage trennt die beiden Störungen am ehesten?

  2. 2 Leitfragen Im Gespräch

    Gefragt wird nach dem Verlauf der Konzentrationsprobleme seit der Schulzeit, nach früheren Phasen von Überaktivität und nach Alkohol oder anderen Substanzen.62,63,83,84

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Was ist bei Fragebögen zu beachten?

  3. 3 Abklärung Ergänzend

    Kurze Fragen zur Depression geben Hinweise; ein positives Ergebnis ist aber nur ein Hinweis und keine Diagnose.161

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Können beide Störungen gemeinsam vorliegen?

  4. 4 Abgrenzung Nach der Untersuchung

    Erwachsenen-ADHS tritt häufig zusammen mit anderen psychischen Störungen auf und ist oft unbehandelt, auch wenn die Begleiterkrankungen behandelt werden.91

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Was folgt daraus für die Einordnung?

  5. 5 Vorläufige Einordnung Vorläufig

    Möglich ist eine depressive Episode mit zusätzlich zu klärender Erwachsenen-ADHS; ADHS im Kindesalter ging in einer Kohorte mit einem höheren Risiko für wiederkehrende Depression einher.33,34

    Was würden Sie als Nächstes abklären?

    Wie wird weiter vorgegangen?

  6. 6 Weiteres Vorgehen Im Verlauf

    Die Frage nach einer Erwachsenen-ADHS wird gesondert untersucht, weil sie oft unbehandelt neben anderen psychischen Störungen besteht.91

Was die Vignette zeigt: Wie sich dauerhafte von episodischen Konzentrationsproblemen unterscheiden und warum beide Diagnosen nebeneinander stehen können.

Was sie nicht zeigt: Keine Selbstdiagnose von ADHS oder Depression und keine Medikamentenwahl.91,161

  • aufgedeckt
  • noch verdeckt

Kernsatz5 Fallvignetten zur Veranschaulichung, keine reale Person, kein Praxisfall: Beschwerdebild, Leitfragen, Abklärung, Abgrenzung, vorläufige Einordnung und weiteres Vorgehen. Eine individuelle Vorhersage ist nicht zuverlässig möglich.

Quellen: Simon GE, Moise N, Mohr DC · JAMA 20241; TelefonSeelsorge Deutschland · TelefonSeelsorge Deutschland 20263; Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de) 20264; World Health Organization · WHO 20245; Mueller TI et al. · American Journal of Psychiatry 19997; Otte C et al. · Nature Reviews Disease Primers 201610; Grande I et al. · The Lancet 201611; Malhi GS, Mann JJ · The Lancet 201812; Arroll B, Khin N, Kerse N · BMJ 2003161; Levis B et al. · BMJ 2019162; Weitz ES et al. · JAMA Psychiatry 2015168; Johnson C et al. · Psychological Medicine 2025169; Cuijpers P et al. · JAMA Psychiatry 2020215; Bundesärztekammer et al. · Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF) 202223; Dazzi T et al. · Psychological Medicine 2014247; Kok RM, Reynolds CF · JAMA 201726; Rock PL et al. · Psychological Medicine 201440; Park LT, Zarate CA Jr · New England Journal of Medicine 201951; Hollocks MJ et al. · Psychological Medicine 201933; Riglin L et al. · Psychological Medicine 202134; Fiedorowicz JG et al. · American Journal of Psychiatry 201160; Viktorin A et al. · American Journal of Psychiatry 201461; National Institute for Health and Care Excellence (NICE) · NICE 201462; Vieta E et al. · Nature Reviews Disease Primers 201863; Angst J et al. · Archives of General Psychiatry 201164; Casey P, Bailey S · World Psychiatry 201166; Zisook S, Kendler KS · Psychological Medicine 200767; Shear MK et al. · JAMA Psychiatry 201668; World Health Organization · WHO 201969; Bode H et al. · JAMA Psychiatry 202172; Singh-Manoux A et al. · JAMA Psychiatry 201775; Schrag A et al. · The Lancet Neurology 201577; Aarsland D et al. · Nature Reviews Neurology 201178; Schuckit MA et al. · American Journal of Psychiatry 199783; Grant BF et al. · Archives of General Psychiatry 200484; Fardet L et al. · American Journal of Psychiatry 201285; Musselman DL et al. · New England Journal of Medicine 200186; Ko DT et al. · JAMA 200287; Kessler RC et al. · American Journal of Psychiatry 200691


Depression und Angehörige: verstehen und unterstützen

Zwei gesichtslose Figuren gehen von hinten gesehen einen Parkweg entlang; die eine stützt die andere leicht am Arm.
KI-generierte Illustration (Sinnbild, keine reale Person)

Angehörige erleben oft mit, wie Rückzug und Erschöpfung den Alltag verändern. Emotional unterstützende Beziehungen gingen in einer Zwillingsstudie mit einem geringeren Depressionsrisiko einher, bei Frauen deutlicher als bei Männern. Ihre Unterstützung ersetzt keine Behandlung, kann aber helfen.149

Das Ansprechen von Suizidgedanken löst sie nicht aus: In einer Literaturübersicht fand keine Studie einen statistisch bedeutsamen Anstieg von Suizidgedanken, nachdem Teilnehmende danach gefragt worden waren. Wenn Sie sich Sorgen machen, dürfen Sie also offen nachfragen. Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.247

Kinder depressiver Eltern: Angehörige

Kinder depressiver Eltern haben in Studien ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken: In einer 30-Jahres-Studie war es etwa dreifach erhöht.248

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen lag das Chancenverhältnis bei 2,7 für ein betroffenes und 3,0 für beide betroffenen Elternteile. Das bedeutet nicht, dass Kinder erkranken müssen.249

Die WHO empfiehlt für Kinder von Eltern mit psychischen Erkrankungen psychosoziale Angebote wie Psychoedukation und familienorientierte Ansätze, um Depression und Angst vorzubeugen (starke Empfehlung bei niedriger Evidenzsicherheit).219


Krise und Notfall

Hilfe in der Krise

Hilfe sofort

Wenn Sie an Selbsttötung denken oder sich in einer akuten Krise befinden: Bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 hilft außerhalb der Sprechstunden bei Erkrankungen, deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann.4 Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar. Die Angaben wurden am 5. Oktober 2026 geprüft.3

Stand der Nummern: 05.10.20263,4

Suizidgedanken sind behandelbar

Die Privatpraxis NEVPAZ ist kein Notdienst.

Diese Hinweise ersetzen keinen persönlichen Notfallplan. Besprechen Sie Ihr Vorgehen mit Ihrem Behandlungsteam.


Das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vorbereiten

  • Hilfreich ist es aufzuschreiben, seit wann die Beschwerden bestehen, wie sie sich über den Tag und über die Wochen verändern und was im Alltag nicht mehr gelingt. Auch Schlafstörungen, Kraftlosigkeit oder Schmerzen gehören dazu.
  • Nennen Sie alle Medikamente und Mittel, die Sie nehmen, auch pflanzliche und rezeptfreie. Manche Medikamente gehen mit depressiven Beschwerden einher. Setzen Sie sie nicht vorher ab.88
  • Berichten Sie von früheren Episoden, von Phasen mit ungewöhnlich gehobener oder gereizter Stimmung und von Depressionen in der Familie. Das hilft, eine bipolare Störung von einer unipolaren Depression zu unterscheiden.47,118
  • Lassen Sie sich Nutzen, Nebenwirkungen und Alternativen erklären, auch mögliche Absetzsymptome, und entscheiden Sie gemeinsam, ob Psychotherapie, Medikation oder beides besser passt.
  • Wenn Sie an Selbsttötung denken, sprechen Sie es an. Hilfe außerhalb der Sprechzeiten finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.

Versorgung bei NEVPAZ in Hamburg

Die Privatpraxis NEVPAZ GmbH am Dammtorwall 7a in 20354 Hamburg arbeitet interdisziplinär mit Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie zusammen und bietet die Abklärung und Behandlung depressiver Erkrankungen in Hamburg an. Nach Angabe der Praxisleitung (Dr. med. Amir Golsari, Stand 5. Oktober 2026) sind Gespräche in geeigneten Fällen auch per Video möglich, auch für Menschen außerhalb Hamburgs. Ob ein Termin per Video im Einzelfall ärztlich vertretbar ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach dem anerkannten fachlichen Standard (§ 7 Abs. 4 MBO-Ä); oft ist ein persönlicher Termin nötig, und körperliche und neurologische Untersuchungen finden vor Ort statt. Einen Termin fragen Sie über das Kontaktformular auf nevpaz.de oder telefonisch unter 040 238 353 790 an. Die Praxis ist kein Notdienst; Hilfe in akuten Krisen finden Sie im Abschnitt „Krise und Notfall“.

Termin anfragen 040 238 353 790 Kontakt und Anfahrt Dammtorwall 7a, 20354 Hamburg

Häufige Fragen zur Depression

Was ist eine Depression?

Eine Depression zeigt sich durch gedrückte Stimmung, verminderte Interessen, eingeschränktes Denken und körperliche Symptome wie gestörten Schlaf oder Appetit. Das geht über normale Traurigkeit hinaus, weil die Beschwerden anhalten und den Alltag einschränken. Eine Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt im Gespräch.10

Woran erkenne ich eine Depression?

Viele Betroffene kommen zuerst wegen körperlicher Beschwerden: In einer WHO-Studie in 14 Ländern nannten 69 Prozent der Menschen mit Major Depression in der Hausarztpraxis ausschließlich körperliche Beschwerden als Anlass. Welche seelischen Beschwerden typisch sind, beschreibt der Abschnitt zum Krankheitsbild. Ob eine Depression vorliegt, klärt ein ärztliches Gespräch, kein Online-Test.39

Wie lange müssen Beschwerden bestehen, damit von einer Depression gesprochen wird?

Die Beschwerden einer Major Depression halten mindestens zwei Wochen an. Wie viele Symptome nötig sind und wie der Schweregrad eingeteilt wird, erklärt der Abschnitt Formen; die Zählung ist keine Regel zur Selbstdiagnose.1

Welche Formen der Depression gibt es?

Unterschieden werden Schweregrade, einzelne und wiederkehrende Verläufe, anhaltende Formen und die Dysthymie, eine leichtere, aber über Jahre bestehende Verstimmung. Dazu kommen Sonderformen, etwa mit psychotischen Merkmalen oder saisonalem Muster. Die Tabelle im Abschnitt Formen gibt einen Überblick.15,16,21

Was ist der Unterschied zwischen Burn-out und Depression?

Die WHO führt Burn-out in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und nicht als Krankheit. Eine Depression ist dagegen eine Erkrankung mit eigenen Diagnosekriterien. Der Begriff Burn-out ist zudem unscharf: Eine Übersicht fand mindestens 142 verschiedene Definitionen. Ob hinter einer Erschöpfung eine Depression steckt, klärt eine ärztliche Untersuchung.69,70

Was ist eine Dysthymie?

Bei einer Dysthymie ist die Stimmung über Jahre an den meisten Tagen gedrückt, meist weniger stark als bei einer depressiven Episode. In einer zehnjährigen Studie mit 97 Erwachsenen mit früh beginnender Dysthymie erholten sich geschätzt 73,9 Prozent, im Median nach 52 Monaten; von ihnen fielen geschätzt 71,4 Prozent später in eine weitere chronische Depressionsphase zurück.21

Ist die Winterdepression eine eigene Erkrankung?

Sie wird als Depression mit saisonalem Muster beschrieben, die jedes Jahr zur gleichen Jahreszeit wiederkehrt. Helles Licht zeigte in einer älteren Meta-Analyse bei saisonaler Depression Wirkung; die Bewertung der Leitlinien unterscheidet sich, Einzelheiten stehen im Abschnitt zu Licht und Bewegung.16,177

Was ist eine postpartale Depression?

Gemeint ist eine Depression rund um die Geburt. Nach einer weltweiten Meta-Regression litten 6,8 Prozent der Frauen im Jahr nach der Geburt an einer Major Depression, am häufigsten in den ersten zwei Wochen. In einer US-Studie hatten 22,6 Prozent der Frauen mit auffälligem Screening eine bipolare Störung; deshalb ist die Unterscheidung wichtig.18,148

Wie zeigt sich eine Depression im Alter?

Bei älteren Menschen sind körperliche Begleiterkrankungen, Medikamente und Gedächtnisprobleme häufiger Teil des Bildes. Depressive Beschwerden im späten Leben können nach einer großen Kohortenstudie auch ein frühes Zeichen einer beginnenden Demenz sein. Die Abgrenzung ist eine ärztliche Aufgabe, oft mit neurologischem und psychiatrischem Blick zugleich.26,75

Was passiert bei einer Depression im Gehirn?

Das ist nicht abschließend geklärt. Kein etablierter Mechanismus erklärt alle Aspekte; diskutiert werden unter anderem die Stressachse, Hirnnetzwerke, Entzündung, Botenstoffe und Erbanlagen, jeweils mit unterschiedlicher Evidenz. Gruppenunterschiede im Gehirn sind klein und für den Einzelfall nicht diagnostisch.10,115

Ist Depression ein Serotoninmangel?

Eine Übersichtsarbeit über Übersichtsarbeiten fand keine konsistenten Belege dafür, dass Depression mit niedrigerer Serotoninaktivität zusammenhängt; die einfache Serotoninmangel-Erklärung wird nicht gestützt. Das sagt nichts darüber, ob Antidepressiva wirken.95

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Depression?

Eine Depression hat selten nur eine Ursache. Kinder depressiver Eltern erkranken häufiger selbst, und Misshandlung in der Kindheit ging in einer Meta-Analyse mit einer etwa doppelt so hohen Chance für eine Depression im Erwachsenenalter einher. Die meisten Menschen mit solchen Belastungen erkranken aber nicht, und aus Risikofaktoren folgt keine Schuld.42,137,140

Wie wird eine Depression diagnostiziert, und reicht ein Online-Test?

Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt im Gespräch; Fragebögen ergänzen es. Zwei kurze Fragen nach Niedergeschlagenheit und Interessenverlust erkannten in Hausarztpraxen 97 Prozent der Depressionen, ergaben aber viele falsch positive Befunde. Ein Online-Test gibt höchstens Orientierung und ersetzt keine Diagnose.161

Wie wird eine Depression behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Kognitive Verhaltenstherapie und Antidepressiva unterschieden sich bei ambulant Behandelten nicht im Ansprechen; die Kombination war in einer Netzwerk-Meta-Analyse wirksamer als jede allein. Konnten Erwachsene ihre Behandlung mitwählen, verbesserten sich die Ergebnisse leicht. Bei Nichtansprechen gibt es weitere Stufen.168,169,170

Wie lange dauert es, bis Antidepressiva wirken?

Eine Meta-Analyse zu SSRI fand schon nach einer Woche eine messbare Besserung gegenüber Placebo; das ist aber noch keine Remission. Wie lange man wartet, bevor eine Behandlung als nicht ausreichend wirksam gilt, wird unterschiedlich definiert, in Cochrane-Reviews mindestens vier Wochen in empfohlener Dosis.188,189

Darf ich Antidepressiva selbst absetzen?

Nein. Das Absetzen gehört in ärztliche Begleitung. Absetzsymptome sind häufig und meist mild, können aber auch ausgeprägt sein: In einer Meta-Analyse traten schwere Absetzsymptome bei etwa 2,8 Prozent auf. Sie können mit einer wiederkehrenden Depression verwechselt werden; was vorliegt, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.57,191,196

Was kann ich tun, wenn Behandlungen nicht ausreichend wirken?

Kam bei therapieresistenter Depression eine Psychotherapie zur Behandlung hinzu, erreichten in einem Cochrane-Review mehr Menschen eine Remission. Weitere Möglichkeiten sind ein Wechsel, die Zugabe bestimmter Antipsychotika, Lithium, EKT, rTMS oder Esketamin; die Abschnitte zur therapieresistenten Depression und zur Hirnstimulation erklären sie. Besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.228

Was ist der Unterschied zwischen EKT und TMS?

Beide sind Hirnstimulationsverfahren bei therapieresistenter Depression. Die rTMS braucht nach dem britischen NICE keine Narkose und kann ambulant erfolgen. In einer Netzwerk-Meta-Analyse von 113 Studien waren 10 von 18 Verfahren, darunter EKT und rTMS, häufiger mit Ansprechen verbunden als eine Scheinbehandlung. Eine Rangliste lässt sich daraus nicht ableiten.238,241

Ist Depression heilbar?

Depressive Episoden sind zeitlich begrenzt. In einer dänischen Studie mit 301 Erwachsenen erreichten innerhalb von fünf Jahren nach einer ersten Episode 83,3 Prozent eine Remission, bei 31,5 Prozent kehrte die Depression zurück. Eine Zusage für den Einzelfall lässt sich daraus nicht ableiten, die Zahlen beschreiben Gruppen.47

Wie kann ich als Angehörige oder Angehöriger helfen?

Sich anderen anvertrauen zu können, ging in einer großen Studie mit einem geringeren Depressionsrisiko einher. Fragen Sie offen nach, wie es der Person geht, auch nach Suizidgedanken: Das Ansprechen löst sie nach einer Literaturübersicht nicht aus. Ihre Unterstützung ersetzt keine Behandlung; ermutigen Sie zur ärztlichen Abklärung und achten Sie auf Ihre eigenen Grenzen.247,250

Was tun bei Suizidgedanken?

Bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar, der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Suizidgedanken gehören ernst genommen, und eine wirksame Behandlung der Depression ist ein wichtiger Teil der Suizidprävention.3,4,251

Wann sollte ich zur Psychiaterin oder zum Neurologen gehen?

Wenn gedrückte Stimmung, Interessenverlust oder Antriebsmangel über längere Zeit bestehen und den Alltag einschränken, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Weil etwa Blutarmut, Mangelernährung, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Medikamente wie Kortison ähnliche Beschwerden machen können, gehören körperliche Ursachen dazu; Depression kann auch einer Parkinson-Krankheit vorausgehen. Bei Gedanken an Selbsttötung zählt sofortige Hilfe; die Nummern stehen im Abschnitt „Krise und Notfall“.71,77

Sind bei NEVPAZ Gespräche per Video möglich?

Ob ein Termin per Video möglich ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im Einzelfall nach dem anerkannten fachlichen Standard (§ 7 Abs. 4 MBO-Ä). Nach Angabe der Praxisleitung sind Gespräche bei NEVPAZ in geeigneten Fällen auch per Video möglich; oft ist ein persönlicher Termin nötig. Fragen Sie über das Kontaktformular an.

Ist Esketamin für die Behandlung der Depression zugelassen?

In der EU ist Esketamin-Nasenspray seit dem 18. Dezember 2019 zugelassen, zusammen mit einem SSRI oder SNRI für Erwachsene mit therapieresistenter Depression; dazu kommt eine Zulassung zur kurzzeitigen Behandlung bei einem psychiatrischen Notfall zusammen mit einer oralen antidepressiven Behandlung (Abruf 5. Oktober 2026). Ketamin als Infusion wird außerhalb der Zulassung eingesetzt.199,200

Kann eine Depression von selbst vergehen?

Bei einem Teil ja: Ohne Behandlung remittierten nach einer Meta-Analyse von Erwachsenen aus Hausarztpraxen 23 Prozent nach drei, 32 Prozent nach sechs und 53 Prozent nach zwölf Monaten. Leichte bis mittelgradige Fälle waren dort vermutlich überrepräsentiert; für schwere Depressionen gilt das möglicherweise nicht.46

Hilft Bewegung bei Depression?

Bewegung verringerte depressive Beschwerden nach der Cochrane-Aktualisierung von 2026, allerdings mit geringer Gewissheit, und im Vergleich mit Psychotherapie fand sich wahrscheinlich kein Unterschied. Eine Netzwerk-Meta-Analyse fand mäßige Verbesserungen unter anderem durch Gehen oder Joggen, Yoga und Krafttraining.175,176

Was kann außer einer Depression hinter den Beschwerden stecken?

Die wichtigste Abgrenzung ist die bipolare Störung, weil sie meist mit einer depressiven Episode beginnt. Hinzu kommen Anpassungsstörung, Trauer, körperliche Ursachen wie Schilddrüsenunterfunktion, neurologische Erkrankungen, Substanzen und Medikamente sowie Erwachsenen-ADHS. Der Abschnitt Differenzialdiagnosen beschreibt, woran man sie unterscheidet.11,72,91

Kann eine Depression zu Demenz führen?

Depression im höheren Lebensalter gilt nach der Lancet-Kommission als Risikofaktor für Demenz, der Zusammenhang kann aber in beide Richtungen wirken. In einer großen britischen Kohorte erhöhten depressive Beschwerden im mittleren Lebensalter das Demenzrisiko nicht; späte Beschwerden können ein Frühzeichen einer beginnenden Demenz sein. Gedächtnisprobleme gehören deshalb ärztlich abgeklärt.75,76

Wie lange muss man Medikamente bei Depression nehmen?

Die WHO empfiehlt, bei mittelgradiger bis schwerer Depression die Fortführung eines wirksamen Antidepressivums für mindestens sechs Monate nach der Remission zu erwägen (bedingte Empfehlung). In einer Meta-Analyse von 40 Studien erlitten nach der Remission unter fortgesetztem Antidepressivum 20,9 Prozent einen Rückfall, nach Umstellung auf Placebo 39,7 Prozent. Wie lange im Einzelfall, wird ärztlich entschieden; abgesetzt wird nie eigenständig.55,219

Ist eine Depression vererbbar?

Erbanlagen spielen eine Rolle, wie der Abschnitt zu den Ursachen beschreibt. Kinder von Eltern mit depressiver Störung hatten in einer Meta-Analyse ein etwa 2,3-fach erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Das beschreibt Bevölkerungen und keine Vorhersage für einzelne Familien; das Risiko der Kinder bis zum Erhebungsalter lag bei 14 Prozent.42


Quellen und Einordnung

Die Auswahl umfasst publizierte Originalstudien, Meta-Analysen, Übersichtsarbeiten, die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, die Klassifikation der WHO, weitere Leitlinien und Behördenangaben. Sie ist eine gezielte wissenschaftliche Recherche mit Stand 5. Oktober 2026, kein systematischer Review. Die Quellen sind nummeriert und mit DOI beziehungsweise PubMed-Nachweis verknüpft. Neue Studien, Korrekturen und Leitlinienänderungen können die Einordnung ändern; die Nationale VersorgungsLeitlinie ist spätestens bis zum 29. September 2027 gültig.

Zulassungsangaben stammen aus Fachinformationen und Behördenmitteilungen mit Abrufdatum 5. Oktober 2026. Für EKT und rTMS wurden keine behördlichen Zulassungsangaben erhoben. Studienergebnisse sind Gruppenwerte und keine Prognose für einzelne Menschen, und Vergleiche zwischen Studien mit unterschiedlichen Populationen, Maßen und Zeiträumen sind bewusst nicht als Rangliste dargestellt. Die Angaben zur Versorgung in der Praxis sind Praxisangaben, keine Studienergebnisse.

Wischen Sie durch die Quellen oder filtern Sie nach Art der Quelle. Jede Quelle ist über DOI, PubMed oder die Originalseite nachprüfbar.

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Management of Depression in Adults: A Review

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Zitiert in: Depression: Symptome, Verlauf und Behandlung verstehen, Depression auf einen Blick

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Zitiert in: Depression: Symptome, Verlauf und Behandlung verstehen, Häufigkeit

03TelefonSeelsorge Deutschland2026

TelefonSeelsorge Deutschland – Startseite

TelefonSeelsorge Deutschland

Hilfsangebot/Registergeprüft: Webseite

Zitiert in: Depression: Symptome, Verlauf und Behandlung verstehen, Häufigkeit

04Kassenärztliche Bundesvereinigung (116117.de)2026

116117.de – Der Patientenservice

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Hilfsangebot/Registergeprüft: Webseite

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Clinical descriptions and diagnostic requirements for ICD-11 mental, behavioural and neurodevelopmental disorders

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Comparative efficacy and acceptability of 21 antidepressant drugs for the acute treatment of adults with major depressive disorder: a systematic review and network meta-analysis

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Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

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Zitiert in: Verlauf, Arztgespräch vorbereiten

48Psychological Medicine2013

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Hardeveld F, Spijker J, De Graaf R et al.

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Zitiert in: Verlauf

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Originalstudiegeprüft: Abstract

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Failure and delay in initial treatment contact after first onset of mental disorders in the National Comorbidity Survey Replication

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Originalstudiegeprüft: Abstract

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Incidence of antidepressant discontinuation symptoms: a systematic review and meta-analysis

Henssler J, Schmidt Y, Schmidt U, Schwarzer G, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

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Continuation pharmacotherapy in the prevention of relapse following electroconvulsive therapy: a randomized controlled trial

Sackeim HA, Haskett RF, Mulsant BH, Thase ME, et al.

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Comorbid depression in medical diseases.

Gold SM, Köhler-Forsberg O, Moss-Morris R et al.

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Subthreshold hypomanic symptoms in progression from unipolar major depression to bipolar disorder

Fiedorowicz JG, Endicott J, Leon AC, Solomon DA, Keller MB, Coryell WH et al.

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National Institute for Health and Care Excellence (NICE)

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Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

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Prevalence and characteristics of undiagnosed bipolar disorders in patients with a major depressive episode: the BRIDGE study

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Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

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Adjustment disorders: the state of the art

Casey P, Bailey S

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

67Psychological Medicine2007

Is bereavement-related depression different than non-bereavement-related depression?

Zisook S, Kendler KS

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

68JAMA Psychiatry2016

Optimizing Treatment of Complicated Grief: A Randomized Clinical Trial

Shear MK, Reynolds CF 3rd, Simon NM, Zisook S, Wang Y, Mauro C et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Fallvignetten

69WHO2019

Burn-out an "occupational phenomenon": International Classification of Diseases (ICD-11)

World Health Organization

Leitliniegeprüft: Webseite

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

70JAMA2018

Prevalence of Burnout Among Physicians: A Systematic Review

Rotenstein LS, Torre M, Ramos MA, Rosales RC, Guille C, Sen S et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

71WHO2016

mhGAP Intervention Guide for mental, neurological and substance use disorders in non-specialized health settings, Version 2.0

World Health Organization

Leitliniegeprüft: Volltext

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

72JAMA Psychiatry2021

Association of Hypothyroidism and Clinical Depression: A Systematic Review and Meta-analysis

Bode H, Ivens B, Bschor T, Schwarzer G, Henssler J, Baethge C et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

73JAMA Network Open2021

Effect of Levothyroxine Therapy on the Development of Depressive Symptoms in Older Adults With Subclinical Hypothyroidism: An Ancillary Study of a Randomized Clinical Trial

Wildisen L, Feller M, Del Giovane C et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Ursachen im Gehirn

74American Journal of Psychiatry2000

Vitamin B(12) deficiency and depression in physically disabled older women: epidemiologic evidence from the Women's Health and Aging Study

Penninx BW, Guralnik JM, Ferrucci L, Fried LP, Allen RH, Stabler SP et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

75JAMA Psychiatry2017

Trajectories of Depressive Symptoms Before Diagnosis of Dementia: A 28-Year Follow-up Study

Singh-Manoux A, Dugravot A, Fournier A, Abell J, Ebmeier K, Kivimäki M et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

76The Lancet2020

Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report of the Lancet Commission

Livingston G, Huntley J, Sommerlad A, Ames D, Ballard C, Banerjee S et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Volltext

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

77The Lancet Neurology2015

Prediagnostic presentations of Parkinson's disease in primary care: a case-control study

Schrag A, Horsfall L, Walters K, Noyce A, Petersen I

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

78Nature Reviews Neurology2011

Depression in Parkinson disease--epidemiology, mechanisms and management

Aarsland D, Påhlhagen S, Ballard CG, Ehrt U, Svenningsson P

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

79American Journal of Psychiatry2016

Post-Stroke Depression: A Review

Robinson RG, Jorge RE

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

80Psychological Medicine2019

Prevalence of pre-stroke depression and its association with post-stroke depression: a systematic review and meta-analysis

Taylor-Rowan M, Momoh O, Ayerbe L, Evans JJ, Stott DJ, Quinn TJ et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

81Nature Reviews Neurology2014

The link between multiple sclerosis and depression

Feinstein A, Magalhaes S, Richard JF, Audet B, Moore C

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

82Annals of Neurology2012

Epilepsy, suicidality, and psychiatric disorders: a bidirectional association

Hesdorffer DC, Ishihara L, Mynepalli L, Webb DJ, Weil J, Hauser WA et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

83American Journal of Psychiatry1997

Comparison of induced and independent major depressive disorders in 2,945 alcoholics

Schuckit MA, Tipp JE, Bergman M, Reich W, Hesselbrock VM, Smith TL et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

84Archives of General Psychiatry2004

Prevalence and co-occurrence of substance use disorders and independent mood and anxiety disorders: results from the National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions

Grant BF, Stinson FS, Dawson DA, Chou SP, Dufour MC, Compton W et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

85American Journal of Psychiatry2012

Suicidal behavior and severe neuropsychiatric disorders following glucocorticoid therapy in primary care

Fardet L, Petersen I, Nazareth I

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

86New England Journal of Medicine2001

Paroxetine for the prevention of depression induced by high-dose interferon alfa

Musselman DL, Lawson DH, Gumnick JF, Manatunga AK, Penna S, Goodkin RS et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Ursachen im Gehirn

87JAMA2002

Beta-blocker therapy and symptoms of depression, fatigue, and sexual dysfunction

Ko DT, Hebert PR, Coffey CS, Sedrakyan A, Curtis JP, Krumholz HM et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

88JAMA2018

Prevalence of Prescription Medications With Depression as a Potential Adverse Effect Among Adults in the United States

Qato DM, Ozenberger K, Olfson M

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

89JAMA Psychiatry2016

Association of Hormonal Contraception With Depression

Skovlund CW, Mørch LS, Kessing LV, Lidegaard Ø

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen

90JAMA Psychiatry2019

Association of Cannabis Use in Adolescence and Risk of Depression, Anxiety, and Suicidality in Young Adulthood: A Systematic Review and Meta-analysis

Gobbi G, Atkin T, Zytynski T, Wang S, Askari S, Boruff J et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen

91American Journal of Psychiatry2006

The prevalence and correlates of adult ADHD in the United States: results from the National Comorbidity Survey Replication

Kessler RC, Adler L, Barkley R, Biederman J, Conners CK, Demler O et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

92The Lancet Psychiatry2019

Prevalence of co-occurring mental health diagnoses in the autism population: a systematic review and meta-analysis

Lai MC, Kassee C, Besney R, Bonato S, Hull L, Mandy W et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Differenzialdiagnosen, Behandlung nach Schweregrad

93World Psychiatry2010

Pathophysiology of depression: do we have any solid evidence of interest to clinicians?

Hasler G

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

94World Psychiatry2015

What has serotonin to do with depression?

Cowen PJ, Browning M

Originalstudiegeprüft: Volltext

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

95Molecular Psychiatry2023

The serotonin theory of depression: a systematic umbrella review of the evidence

Moncrieff J, Cooper RE, Stockmann T, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Häufige Fragen

96The Lancet1997

Relapse of depression after rapid depletion of tryptophan

Smith KA, Fairburn CG, Cowen PJ

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

97Molecular Psychiatry2007

Mood is indirectly related to serotonin, norepinephrine and dopamine levels in humans: a meta-analysis of monoamine depletion studies

Ruhé HG, Mason NS, Schene AH

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

98Molecular Psychiatry2002

Organization of the stress system and its dysregulation in melancholic and atypical depression: high vs low CRH/NE states

Gold PW, Chrousos GP

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

99Archives of General Psychiatry2009

Major depressive disorder and hypothalamic-pituitary-adrenal axis activity: results from a large cohort study

Vreeburg SA, Hoogendijk WJ, van Pelt J, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

100JAMA2000

Pituitary-adrenal and autonomic responses to stress in women after sexual and physical abuse in childhood

Heim C, Newport DJ, Heit S, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

101Molecular Psychiatry2016

Subcortical brain alterations in major depressive disorder: findings from the ENIGMA Major Depressive Disorder working group

Schmaal L, Veltman DJ, van Erp TG, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

102Nature Medicine2019

Adult hippocampal neurogenesis is abundant in neurologically healthy subjects and drops sharply in patients with Alzheimer's disease

Moreno-Jiménez EP, Flor-García M, Terreros-Roncal J, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

103Molecular Psychiatry2014

Serum BDNF concentrations as peripheral manifestations of depression: evidence from a systematic review and meta-analyses on 179 associations (N=9484)

Molendijk ML, Spinhoven P, Polak M, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

104Archives of General Psychiatry2006

A randomized trial of an N-methyl-D-aspartate antagonist in treatment-resistant major depression

Zarate CA, Singh JB, Carlson PJ, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

105American Journal of Psychiatry2013

Antidepressant efficacy of ketamine in treatment-resistant major depression: a two-site randomized controlled trial

Murrough JW, Iosifescu DV, Chang LC, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

106Molecular Psychiatry2022

Imaging the effect of ketamine on synaptic density (SV2A) in the living brain

Holmes SE, Finnema SJ, Naganawa M, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

107American Journal of Psychiatry2018

Attenuation of Antidepressant Effects of Ketamine by Opioid Receptor Antagonism

Williams NR, Heifets BD, Blasey C, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

108Psychological Medicine2019

Prevalence of low-grade inflammation in depression: a systematic review and meta-analysis of CRP levels

Osimo EF, Baxter LJ, Lewis G, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

109JAMA Psychiatry2014

Association of serum interleukin 6 and C-reactive protein in childhood with depression and psychosis in young adult life: a population-based longitudinal study

Khandaker GM, Pearson RM, Zammit S, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

110JAMA Psychiatry2013

A randomized controlled trial of the tumor necrosis factor antagonist infliximab for treatment-resistant depression: the role of baseline inflammatory biomarkers

Raison CL, Rutherford RE, Woolwine BJ, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

111JAMA Psychiatry2015

Large-Scale Network Dysfunction in Major Depressive Disorder: A Meta-analysis of Resting-State Functional Connectivity

Kaiser RH, Andrews-Hanna JR, Wager TD, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

112Biological Psychiatry2015

Depressive Rumination, the Default-Mode Network, and the Dark Matter of Clinical Neuroscience

Hamilton JP, Farmer M, Fogelman P, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

113American Journal of Psychiatry2009

Reduced caudate and nucleus accumbens response to rewards in unmedicated individuals with major depressive disorder

Pizzagalli DA, Holmes AJ, Dillon DG, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

114JAMA Psychiatry2017

Altered Brain Activity in Unipolar Depression Revisited: Meta-analyses of Neuroimaging Studies

Müller VI, Cieslik EC, Serbanescu I, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

115JAMA Psychiatry2022

Quantifying Deviations of Brain Structure and Function in Major Depressive Disorder Across Neuroimaging Modalities

Winter NR, Leenings R, Ernsting J, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Häufige Fragen

116The Lancet Psychiatry2018

Association of disrupted circadian rhythmicity with mood disorders, subjective wellbeing, and cognitive function: a cross-sectional study of 91 105 participants from the UK Biobank

Lyall LM, Wyse CA, Graham N, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

117JAMA Psychiatry2016

Efficacy of Bright Light Treatment, Fluoxetine, and the Combination in Patients With Nonseasonal Major Depressive Disorder: A Randomized Clinical Trial

Lam RW, Levitt AJ, Levitan RD, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

118American Journal of Psychiatry2000

Genetic epidemiology of major depression: review and meta-analysis

Sullivan PF, Neale MC, Kendler KS

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Risiko und Schutz

119Nature Medicine2023

Depression pathophysiology, risk prediction of recurrence and comorbid psychiatric disorders using genome-wide analyses

Als TD, Kurki MI, Grove J, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

120American Journal of Psychiatry2019

No Support for Historical Candidate Gene or Candidate Gene-by-Interaction Hypotheses for Major Depression Across Multiple Large Samples

Border R, Johnson EC, Evans LM, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Psychologische Modelle

121Nature Neuroscience2013

Allele-specific FKBP5 DNA demethylation mediates gene-childhood trauma interactions

Klengel T, Mehta D, Anacker C, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

122JAMA Psychiatry2014

Epigenetic mechanisms of depression

Nestler EJ

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

123JAMA Psychiatry2021

Perturbations in Gut Microbiota Composition in Psychiatric Disorders: A Review and Meta-analysis

Nikolova VL, Smith MRB, Hall LJ, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

124Molecular Psychiatry2016

Gut microbiome remodeling induces depressive-like behaviors through a pathway mediated by the host's metabolism

Zheng P, Zeng B, Zhou C, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

125American Journal of Psychiatry2000

Effects of gonadal steroids in women with a history of postpartum depression

Bloch M, Schmidt PJ, Danaceau M, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

126JAMA Psychiatry2018

Efficacy of Transdermal Estradiol and Micronized Progesterone in the Prevention of Depressive Symptoms in the Menopause Transition: A Randomized Clinical Trial

Gordon JL, Rubinow DR, Eisenlohr-Moul TA, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

127JAMA Psychiatry2019

Association of Testosterone Treatment With Alleviation of Depressive Symptoms in Men: A Systematic Review and Meta-analysis

Walther A, Breidenstein J, Miller R

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

128Nature Medicine2017

Resting-state connectivity biomarkers define neurophysiological subtypes of depression

Drysdale AT, Grosenick L, Downar J, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

129Nature Medicine2024

Personalized brain circuit scores identify clinically distinct biotypes in depression and anxiety

Tozzi L, Zhang X, Pines A, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

130Molecular Psychiatry2019

Data-driven biological subtypes of depression: systematic review of biological approaches to depression subtyping

Beijers L, Wardenaar KJ, van Loo HM, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

131American Journal of Psychiatry1999

Causal relationship between stressful life events and the onset of major depression

Kendler KS, Karkowski LM, Prescott CA

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn, Risiko und Schutz

132American Journal of Psychiatry2012

Childhood maltreatment predicts unfavorable course of illness and treatment outcome in depression: a meta-analysis

Nanni V, Uher R, Danese A

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

133Nature Medicine2016

Synaptic plasticity and depression: new insights from stress and rapid-acting antidepressants

Duman RS, Aghajanian GK, Sanacora G, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

134Molecular Psychiatry2011

The GABAergic deficit hypothesis of major depressive disorder

Luscher B, Shen Q, Sahir N

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

135The Lancet Psychiatry2017

How do antidepressants work? New perspectives for refining future treatment approaches

Harmer CJ, Duman RS, Cowen PJ

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Ursachen im Gehirn

136Molecular Psychiatry2018

A direct test of the diathesis-stress model for depression.

Colodro-Conde L, Couvy-Duchesne B, Zhu G et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz, Psychologische Modelle

137Nature Reviews Neuroscience2009

Psychobiology and molecular genetics of resilience.

Feder A, Nestler EJ, Charney DS

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz, Häufige Fragen

138American Journal of Psychiatry1995

Stressful life events, genetic liability, and onset of an episode of major depression in women.

Kendler KS, Kessler RC, Walters EE et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

139Biological Psychiatry2018

Does Childhood Trauma Moderate Polygenic Risk for Depression? A Meta-analysis of 5765 Subjects From the Psychiatric Genomics Consortium.

Peyrot WJ, Van der Auwera S, Milaneschi Y et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

140Psychological Medicine2016

Maltreatment in childhood substantially increases the risk of adult depression and anxiety in prospective cohort studies: systematic review, meta-analysis, and proportional attributable fractions.

Li M, D'Arcy C, Meng X

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz, Häufige Fragen

141Archives of General Psychiatry2007

A prospective investigation of major depressive disorder and comorbidity in abused and neglected children grown up.

Widom CS, DuMont K, Czaja SJ

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

142American Journal of Psychiatry2014

Adult health outcomes of childhood bullying victimization: evidence from a five-decade longitudinal British birth cohort.

Takizawa R, Maughan B, Arseneault L

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

143American Journal of Psychiatry2014

Sex differences in the pathways to major depression: a study of opposite-sex twin pairs.

Kendler KS, Gardner CO

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

144Psychological Medicine2014

The association between cannabis use and depression: a systematic review and meta-analysis of longitudinal studies.

Lev-Ran S, Roerecke M, Le Foll B et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

145Archives of General Psychiatry2005

Lifetime prevalence and age-of-onset distributions of DSM-IV disorders in the National Comorbidity Survey Replication.

Kessler RC, Berglund P, Demler O et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

146American Journal of Psychiatry2003

Risk factors for depression among elderly community subjects: a systematic review and meta-analysis.

Cole MG, Dendukuri N

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

147JAMA Psychiatry2022

Family History of Psychiatric Disorders as a Risk Factor for Maternal Postpartum Depression: A Systematic Review and Meta-analysis.

Zacher Kjeldsen MM, Bricca A, Liu X et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

148JAMA Psychiatry2013

Onset timing, thoughts of self-harm, and diagnoses in postpartum women with screen-positive depression findings

Wisner KL, Sit DK, McShea MC et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz, Behandlung nach Schweregrad

149American Journal of Psychiatry2005

Sex differences in the relationship between social support and risk for major depression: a longitudinal study of opposite-sex twin pairs.

Kendler KS, Myers J, Prescott CA

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz, Angehörige

150American Journal of Psychiatry2018

Physical Activity and Incident Depression: A Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies.

Schuch FB, Vancampfort D, Firth J et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz

151JAMA Psychiatry2022

Association Between Physical Activity and Risk of Depression: A Systematic Review and Meta-analysis.

Pearce M, Garcia L, Abbas A et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Risiko und Schutz, Behandlung nach Schweregrad

152World Psychiatry2021

Psychotherapies for depression: a network meta-analysis covering efficacy, acceptability and long-term outcomes of all main treatment types.

Cuijpers P, Quero S, Noma H et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad

153Nature Reviews Neuroscience2011

Neural mechanisms of the cognitive model of depression.

Disner SG, Beevers CG, Haigh EA et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad

154The Lancet2016

Cost and Outcome of Behavioural Activation versus Cognitive Behavioural Therapy for Depression (COBRA): a randomised, controlled, non-inferiority trial.

Richards DA, Ekers D, McMillan D et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychologische Modelle

155Psychological Medicine1996

A cognitive science perspective on kindling and episode sensitization in recurrent affective disorder.

Segal ZV, Williams JM, Teasdale JD et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychologische Modelle

156JAMA Psychiatry2016

Efficacy of Mindfulness-Based Cognitive Therapy in Prevention of Depressive Relapse: An Individual Patient Data Meta-analysis From Randomized Trials.

Kuyken W, Warren FC, Taylor RS et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad

157The Lancet2015

Effectiveness and cost-effectiveness of mindfulness-based cognitive therapy compared with maintenance antidepressant treatment in the prevention of depressive relapse or recurrence (PREVENT): a randomised controlled trial.

Kuyken W, Hayes R, Barrett B et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad

158American Journal of Psychiatry2017

Psychodynamic Therapy: As Efficacious as Other Empirically Supported Treatments? A Meta-Analysis Testing Equivalence of Outcomes.

Steinert C, Munder T, Rabung S et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychologische Modelle

159American Journal of Psychiatry2016

Interpersonal Psychotherapy for Mental Health Problems: A Comprehensive Meta-Analysis.

Cuijpers P, Donker T, Weissman MM et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychologische Modelle, Behandlung nach Schweregrad

160Nature Neuroscience2005

Medial prefrontal cortex determines how stressor controllability affects behavior and dorsal raphe nucleus.

Amat J, Baratta MV, Paul E et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychologische Modelle

161BMJ2003

Screening for depression in primary care with two verbally asked questions: cross sectional study

Arroll B, Khin N, Kerse N

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Diagnose, Fallvignetten

162BMJ2019

Accuracy of Patient Health Questionnaire-9 (PHQ-9) for screening to detect major depression: individual participant data meta-analysis

Levis B, Benedetti A, Thombs BD et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Diagnose, Fallvignetten

163JAMA2016

Screening for Depression in Adults: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement

Siu AL, US Preventive Services Task Force (USPSTF), Bibbins-Domingo K et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Diagnose

164The Lancet2009

Clinical diagnosis of depression in primary care: a meta-analysis

Mitchell AJ, Vaze A, Rao S

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Diagnose

165Nationale VersorgungsLeitlinie (BÄK/KBV/AWMF)2023

Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression – Kurzfassung, Version 3.2

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), AWMF

Leitliniegeprüft: Volltext

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

166BMJ2013

Influence of initial severity of depression on effectiveness of low intensity interventions: meta-analysis of individual patient data

Bower P, Kontopantelis E, Sutton A, Kendrick T et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad

167Psychological Medicine2015

Stepped care treatment delivery for depression: a systematic review and meta-analysis

van Straten A, Hill J, Richards DA, Cuijpers P

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad

168JAMA Psychiatry2015

Baseline Depression Severity as Moderator of Depression Outcomes Between Cognitive Behavioral Therapy vs Pharmacotherapy: An Individual Patient Data Meta-analysis

Weitz ES, Hollon SD, Twisk J, van Straten A et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Fallvignetten

169Psychological Medicine2025

The impact of patient choice on uptake, adherence, and outcomes across depression, anxiety, and eating disorders: a systematic review and meta-analysis

Johnson C, Radunz M, Linardon J, Fuller-Tyszkiewicz M et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Fallvignetten

170World Psychiatry2020

A network meta-analysis of the effects of psychotherapies, pharmacotherapies and their combination in the treatment of adult depression

Cuijpers P, Noma H, Karyotaki E, Vinkers CH, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Häufige Fragen

171World Psychiatry2021

Initial treatment choices to achieve sustained response in major depression: a systematic review and network meta-analysis

Furukawa TA, Shinohara K, Sahker E, Karyotaki E, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad

172World Psychiatry2023

Cognitive behavior therapy vs. control conditions, other psychotherapies, pharmacotherapies and combined treatment for depression: a comprehensive meta-analysis including 409 trials with 52,702 patients

Cuijpers P, Miguel C, Harrer M, Plessen CY, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Psychotherapie

173BMJ2013

Lithium in the prevention of suicide in mood disorders: updated systematic review and meta-analysis

Cipriani A, Hawton K, Stockton S, Geddes JR

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

174New England Journal of Medicine2023

Esketamine Nasal Spray versus Quetiapine for Treatment-Resistant Depression

Reif A, Bitter I, Buyze J, Cebulla K, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

175Cochrane Database of Systematic Reviews2026

Exercise for depression

Clegg AJ, Hill JE, Mullin DS, Harris C, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf

176BMJ2024

Effect of exercise for depression: systematic review and network meta-analysis of randomised controlled trials

Noetel M, Sanders T, Gallardo-Gómez D, Taylor P, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf

177American Journal of Psychiatry2005

The efficacy of light therapy in the treatment of mood disorders: a review and meta-analysis of the evidence

Golden RN, Gaynes BN, Ekstrom RD, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf

178Cochrane Database of Systematic Reviews2004

Light therapy for non-seasonal depression

Tuunainen A, Kripke DF, Endo T

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf

179Biological Psychiatry2013

Mechanisms of rapid antidepressant effects of sleep deprivation therapy: clock genes and circadian rhythms

Bunney BG, Bunney WE

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Licht, Bewegung, Schlaf

180American Journal of Psychiatry2006

Acute and longer-term outcomes in depressed outpatients requiring one or several treatment steps: a STAR*D report

Rush AJ, Trivedi MH, Wisniewski SR et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

181The Lancet2003

Efficacy and safety of electroconvulsive therapy in depressive disorders: a systematic review and meta-analysis

UK ECT Review Group

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

182New England Journal of Medicine2023

Ketamine versus ECT for Nonpsychotic Treatment-Resistant Major Depression

Anand A, Mathew SJ, Sanacora G, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

183The Lancet2016

Suicide and suicidal behaviour

Turecki G, Brent DA

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Krise und Notfall

184BMJ2009

Risk of suicidality in clinical trials of antidepressants in adults: analysis of proprietary data submitted to US Food and Drug Administration

Stone M, Laughren T, Jones ML, Levenson M, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

185FDA2026

SPRAVATO (esketamine) nasal spray, CIII – Full prescribing information (Revised 3/2026)

U.S. Food and Drug Administration / Janssen Pharmaceuticals

Hilfsangebot/Registergeprüft: Volltext

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

186New England Journal of Medicine2022

Single-Dose Psilocybin for a Treatment-Resistant Episode of Major Depression

Goodwin GM, Aaronson ST, Alvarez O, Arden PC, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

187EMA2025

Zurzuvae (Zuranolon): EPAR – Übersicht und Zulassungsstand, abgerufen am 5. Oktober 2026

European Medicines Agency

Behörde (Zulassungsstand)Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

188Archives of General Psychiatry2006

Early onset of selective serotonin reuptake inhibitor antidepressant action: systematic review and meta-analysis

Taylor MJ, Freemantle N, Geddes JR, Bhagwagar Z

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

189Cochrane Database of Systematic Reviews2019

Pharmacological interventions for treatment-resistant depression in adults

Davies P, Ijaz S, Williams CJ, Kessler D et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

190New England Journal of Medicine2006

Bupropion-SR, sertraline, or venlafaxine-XR after failure of SSRIs for depression

Rush AJ, Trivedi MH, Wisniewski SR, Stewart JW, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

191The Lancet Psychiatry2019

Tapering of SSRI treatment to mitigate withdrawal symptoms

Horowitz MA, Taylor D

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

192Psychological Medicine2024

Comparative efficacy of interpersonal psychotherapy and antidepressant medication for adult depression: a systematic review and individual participant data meta-analysis

Cohen ZD, Breunese J, Markowitz JC, Weitz ES, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Psychotherapie

193The lancet. Psychiatry2019

Optimal dose of selective serotonin reuptake inhibitors, venlafaxine, and mirtazapine in major depression: a systematic review and dose-response meta-analysis.

Furukawa TA, Cipriani A, Cowen PJ et al.

Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

194BMJ (Clinical research ed.)2018

Antidepressant utilisation and incidence of weight gain during 10 years' follow-up: population based cohort study.

Gafoor R, Booth HP, Gulliford MC

Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

195The Cochrane database of systematic reviews2013

Strategies for managing sexual dysfunction induced by antidepressant medication.

Taylor MJ, Rudkin L, Bullemor-Day P et al.

Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

196JAMA Psychiatry2025

Incidence and Nature of Antidepressant Discontinuation Symptoms: A Systematic Review and Meta-Analysis

Kalfas M, Tsapekos D, Butler M, McCutcheon RA, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

197JAMA2017

Effect of Antidepressant Switching vs Augmentation on Remission Among Patients With Major Depressive Disorder Unresponsive to Antidepressant Treatment: The VAST-D Randomized Clinical Trial

Mohamed S, Johnson GR, Chen P, Hicks PB, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

198The lancet. Psychiatry2025

Clinical and cost-effectiveness of lithium versus quetiapine augmentation for treatment-resistant depression: a pragmatic, open-label, parallel-group, randomised controlled superiority trial in the UK.

Cleare AJ, Kerr-Gaffney J, Goldsmith K et al.

Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

199EMA2025

Spravato (esketamine) – Summary of Product Characteristics (EPAR product information), EU/1/19/1410

European Medicines Agency / Janssen-Cilag International

Hilfsangebot/Registergeprüft: Volltext

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

200Der Nervenarzt2026

[(Es)ketamine: practice update]

Vestring S, Domschke K, Normann C

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

201JAMA psychiatry2019

Efficacy of Esketamine Nasal Spray Plus Oral Antidepressant Treatment for Relapse Prevention in Patients With Treatment-Resistant Depression: A Randomized Clinical Trial.

Daly EJ, Trivedi MH, Janik A et al.

Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

202American Journal of Psychiatry2019

Efficacy and Safety of Flexibly Dosed Esketamine Nasal Spray Combined With a Newly Initiated Oral Antidepressant in Treatment-Resistant Depression: A Randomized Double-Blind Active-Controlled Study

Popova V, Daly EJ, Trivedi M, Cooper K, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

203The American journal of psychiatry2023

Zuranolone for the Treatment of Adults With Major Depressive Disorder: A Randomized, Placebo-Controlled Phase 3 Trial.

Clayton AH, Lasser R, Parikh SV et al.

Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Antidepressiva

204The American journal of psychiatry2023

Zuranolone for the Treatment of Postpartum Depression.

Deligiannidis KM, Meltzer-Brody S, Maximos B et al.

Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

205New England Journal of Medicine2021

Trial of Psilocybin versus Escitalopram for Depression

Carhart-Harris R, Giribaldi B, Watts R, Baker-Jones M, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

206Archives of General Psychiatry2010

Daily left prefrontal transcranial magnetic stimulation therapy for major depressive disorder: a sham-controlled randomized trial

George MS, Lisanby SH, Avery D, McDonald WM, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

207The Lancet2018

Effectiveness of theta burst versus high-frequency repetitive transcranial magnetic stimulation in patients with depression (THREE-D): a randomised non-inferiority trial

Blumberger DM, Vila-Rodriguez F, Thorpe KE, Feffer K, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Behandlung nach Schweregrad, Therapieresistente Depression

208World Psychiatry2024

Absolute and relative outcomes of psychotherapies for eight mental disorders: a systematic review and meta-analysis

Cuijpers P, Miguel C, Ciharova M, Harrer M, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychotherapie

209World Psychiatry2026

Long-term effects of psychotherapies for depression: an advanced meta-analysis

Cuijpers P, Miguel C, Kaya Aglio E, van Straten A, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychotherapie

210The Lancet2013

Cognitive behavioural therapy as an adjunct to pharmacotherapy for primary care based patients with treatment resistant depression: results of the CoBalT randomised controlled trial

Wiles N, Thomas L, Abel A, Ridgway N, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychotherapie

211Archives of General Psychiatry2005

Prevention of relapse following cognitive therapy vs medications in moderate to severe depression.

Hollon SD, DeRubeis RJ, Shelton RC et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychotherapie

212JAMA Psychiatry2017

Efficacy of Self-guided Internet-Based Cognitive Behavioral Therapy in the Treatment of Depressive Symptoms: A Meta-analysis of Individual Participant Data

Karyotaki E, Riper H, Twisk J, Hoogendoorn A, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychotherapie

213JAMA Psychiatry2021

Internet-Based Cognitive Behavioral Therapy for Depression: A Systematic Review and Individual Patient Data Network Meta-analysis

Karyotaki E, Efthimiou O, Miguel C, Bermpohl FMG, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychotherapie

214World Psychiatry2023

Therapist-supported Internet-based cognitive behaviour therapy yields similar effects as face-to-face therapy for psychiatric and somatic disorders: an updated systematic review and meta-analysis

Hedman-Lagerlöf E, Carlbring P, Svärdman F, Riper H et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychotherapie

215JAMA Psychiatry2020

Psychotherapy for Depression Across Different Age Groups: A Systematic Review and Meta-analysis

Cuijpers P, Karyotaki E, Eckshtain D, Ng MY et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Psychotherapie, Fallvignetten

216JAMA2010

Antidepressant drug effects and depression severity: a patient-level meta-analysis

Fournier JC, DeRubeis RJ, Hollon SD, Dimidjian S, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Antidepressiva

217The Lancet Psychiatry2016

Placebo response rates in antidepressant trials: a systematic review of published and unpublished double-blind randomised controlled studies

Furukawa TA, Cipriani A, Atkinson LZ, Leucht S, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Antidepressiva

218World Psychiatry2015

Antidepressants versus placebo in major depression: an overview

Khan A, Brown WA

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Antidepressiva

219WHO2025

Mental Health Gap Action Programme (mhGAP) guideline for mental, neurological and substance use disorders: executive summary

World Health Organization

Leitliniegeprüft: Volltext

Zitiert in: Antidepressiva, Angehörige

220Cochrane Database of Systematic Reviews2021

Approaches for discontinuation versus continuation of long-term antidepressant use for depressive and anxiety disorders in adults

Van Leeuwen E, van Driel ML, Horowitz MA, Kendrick T et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Antidepressiva

221Cochrane Database of Systematic Reviews2016

Continuation and maintenance treatments for depression in older people

Wilkinson P, Izmeth Z

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Antidepressiva

222Cochrane Database of Systematic Reviews2021

Pharmacological treatment for psychotic depression

Kruizinga J, Liemburg E, Burger H, Cipriani A et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Antidepressiva

223JAMA2019

Effect of Continuing Olanzapine vs Placebo on Relapse Among Patients With Psychotic Depression in Remission: The STOP-PD II Randomized Clinical Trial

Flint AJ, Meyers BS, Rothschild AJ, Whyte EM et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Antidepressiva

224New England Journal of Medicine2014

Antidepressant use in pregnancy and the risk of cardiac defects

Huybrechts KF, Palmsten K, Avorn J, Cohen LS et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Antidepressiva

225Cochrane Database of Systematic Reviews2021

Antidepressant treatment for postnatal depression

Brown JVE, Wilson CA, Ayre K, Robertson L et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Antidepressiva

226The American journal of psychiatry2016

Systematic Review and Meta-Analysis: Dose-Response Relationship of Selective Serotonin Reuptake Inhibitors in Major Depressive Disorder.

Jakubovski E, Varigonda AL, Freemantle N et al.

Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Antidepressiva

227Molecular psychiatry2016

Consistent superiority of selective serotonin reuptake inhibitors over placebo in reducing depressed mood in patients with major depression.

Hieronymus F, Emilsson JF, Nilsson S et al.

Ergänzende Quelle (Grafiken)

Zitiert in: Antidepressiva

228Cochrane Database of Systematic Reviews2018

Psychological therapies for treatment-resistant depression in adults

Ijaz S, Davies P, Williams CJ, Kessler D et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Therapieresistente Depression, Häufige Fragen

229New England Journal of Medicine2006

Medication augmentation after the failure of SSRIs for depression

Trivedi MH, Fava M, Wisniewski SR, Thase ME, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Therapieresistente Depression

230American Journal of Psychiatry2006

A comparison of lithium and T(3) augmentation following two failed medication treatments for depression: a STAR*D report

Nierenberg AA, Fava M, Trivedi MH, Wisniewski SR et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Therapieresistente Depression

231American Journal of Psychiatry2011

A systematic review of treatments for refractory depression in older people

Cooper C, Katona C, Lyketsos K, Blazer D et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Therapieresistente Depression

232NICE2022

Esketamine nasal spray for treatment-resistant depression (Technology appraisal guidance TA854)

National Institute for Health and Care Excellence

Leitliniegeprüft: Volltext

Zitiert in: Therapieresistente Depression

233FDA (Federal Register)2026

Considerations for Potential Future Therapeutic Use of Psychedelic Drugs; Public Hearing; Request for Comments

U.S. Food and Drug Administration

Hilfsangebot/Registergeprüft: Volltext

Zitiert in: Therapieresistente Depression

234Cochrane Database of Systematic Reviews2008

St John's wort for major depression

Linde K, Berner MM, Kriston L

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Therapieresistente Depression

235Biological Psychiatry2010

Objective cognitive performance associated with electroconvulsive therapy for depression: a systematic review and meta-analysis

Semkovska M, McLoughlin DM

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation

236The Lancet Psychiatry2021

Risk of serious medical events in patients with depression treated with electroconvulsive therapy: a propensity score-matched, retrospective cohort study

Kaster TS, Vigod SN, Gomes T, Sutradhar R et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation

237The Lancet Psychiatry2022

Risk of suicide death following electroconvulsive therapy treatment for depression: a propensity score-weighted, retrospective cohort study in Canada

Kaster TS, Blumberger DM, Gomes T, Sutradhar R et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation

238NICE2015

Repetitive transcranial magnetic stimulation for depression (Interventional procedures guidance IPG542, jetzt HealthTech guidance HTG396)

National Institute for Health and Care Excellence

Leitliniegeprüft: Volltext

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation, Häufige Fragen

239Biological Psychiatry2012

Efficacy of transcranial magnetic stimulation targets for depression is related to intrinsic functional connectivity with the subgenual cingulate

Fox MD, Buckner RL, White MP, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation

240American Journal of Psychiatry2022

Stanford Neuromodulation Therapy (SNT): A Double-Blind Randomized Controlled Trial

Cole EJ, Phillips AL, Bentzley BS, Stimpson KH et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation

241BMJ2019

Comparative efficacy and acceptability of non-surgical brain stimulation for the acute treatment of major depressive episodes in adults: systematic review and network meta-analysis

Mutz J, Vipulananthan V, Carter B, Hurlemann R, et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation, Häufige Fragen

242New England Journal of Medicine2017

Trial of Electrical Direct-Current Therapy versus Escitalopram for Depression

Brunoni AR, Moffa AH, Sampaio-Junior B, Borrione L, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation

243Biological Psychiatry2005

Vagus nerve stimulation for treatment-resistant depression: a randomized, controlled acute phase trial

Rush AJ, Marangell LB, Sackeim HA, George MS, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation

244The Lancet Psychiatry2017

Subcallosal cingulate deep brain stimulation for treatment-resistant depression: a multisite, randomised, sham-controlled trial

Holtzheimer PE, Husain MM, Lisanby SH, Taylor SF, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation

245American Journal of Psychiatry2017

A 5-Year Observational Study of Patients With Treatment-Resistant Depression Treated With Vagus Nerve Stimulation or Treatment as Usual: Comparison of Response, Remission, and Suicidality

Aaronson ST, Sears P, Ruvuna F, Bunker M, et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: EKT, rTMS, Hirnstimulation

246Der Nervenarzt1998

[Sleep deprivation and subsequent sleep phase advance stabilizes the positive effect of sleep deprivation in depressive episodes]

Albert R, Merz A, Schubert J, Ebert D

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Licht, Bewegung, Schlaf

247Psychological Medicine2014

Does asking about suicide and related behaviours induce suicidal ideation? What is the evidence?

Dazzi T, Gribble R, Wessely S et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Fallvignetten, Angehörige

248American Journal of Psychiatry2016

Offspring of Depressed Parents: 30 Years Later.

Weissman MM, Wickramaratne P, Gameroff MJ et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Angehörige

249Archives of General Psychiatry2002

Parental major depression and the risk of depression and other mental disorders in offspring: a prospective-longitudinal community study.

Lieb R, Isensee B, Höfler M et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Angehörige

250American Journal of Psychiatry2020

An Exposure-Wide and Mendelian Randomization Approach to Identifying Modifiable Factors for the Prevention of Depression

Choi KW, Stein MB, Nishimi KM et al.

Originalstudiegeprüft: Abstract

Zitiert in: Häufige Fragen

251The Lancet Psychiatry2016

Suicide prevention strategies revisited: 10-year systematic review

Zalsman G, Hawton K, Wasserman D et al.

Meta-Analyse/Übersichtgeprüft: Abstract

Zitiert in: Häufige Fragen

Alle 251 Quellen als Liste
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Stand 05.10.2026 · Gezielte narrative Recherche in sieben Bereichen (Klinik, Pathophysiologie, Biografie und Modelle, Therapie, Differenzialdiagnose, Ersatzbelege Klinik und Therapie) mit PMID-Prüfung; kein systematischer Review · Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Dr. med. Amir Golsari

Fachärztliche Prüfung

Dr. med. Amir Golsari

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Ausbildung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Mitautor klinischer Studien in der Schlaganfall-Bildgebung (u. a. WAKE-UP, NEJM 2018). Ärztlicher Leiter der Privatpraxis NEVPAZ in Hamburg.

Zuletzt fachärztlich geprüft am 13.10.2026 durch Dr. med. Amir Golsari

Autor und vorgesehener fachärztlicher Prüfer: Dr. med. Amir Golsari · Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung.