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PRIVATPRAXIS
NEUROLOGIE·PSYCHIATRIE
Notruf112

Wenn plötzlich eine Gesichtshälfte hängt, ein Arm schwach wird oder die Sprache verändert ist: Rufen Sie sofort 112.

So erkennen Sie die Zeichen (FAST)

Die FAST-Merkhilfe hilft Ihnen, diese Zeichen zu erkennen: Face, bitten Sie die Person zu lächeln; Arms, lassen Sie beide Arme anheben; Speech, bitten Sie um einen einfachen Satz; Time, bei einer neuen Auffälligkeit sofort den Notruf wählen. Es genügt ein verdächtiges Zeichen. Warten Sie nicht darauf, dass alle auftreten. Sagen Sie der Leitstelle, dass Sie einen Schlaganfall vermuten, und folgen Sie ihren Anweisungen. FAST erleichtert das Erkennen, stellt aber keine Diagnose. In einer klinischen Untersuchung gehören auch Beinlähmung und Gesichtsfeldausfälle zu den wichtigen Zeichen.1,2

Schlaganfall: erkennen, akut behandeln und vorbeugen

Ein Schlaganfall verändert den Alltag oft von einem Moment auf den anderen. Dieser Beitrag erklärt, was in der Akutphase zählt und wie die weitere Behandlung zur Ursache passt.

  • 51 Quellen, u. a. aus The Lancet Neurology, NEJM, The Lancet, JAMA
  • Studienergebnis und Einordnung getrennt, keine Rangliste
  • Stand 01.10.2026

Schlaganfall erkennen: sofort 112

Auch ein unauffälliger FAST-Test schließt einen Schlaganfall nicht aus. Im hinteren Kreislauf, der unter anderem den Hirnstamm versorgt, können andere Beschwerden im Vordergrund stehen: plötzlich auftretende Doppelbilder, eine neue deutliche Gangunsicherheit, verwaschene Sprache oder starker Schwindel mit weiteren neurologischen Auffälligkeiten. Besonders alarmierend ist es, wenn Sie auf einmal nicht mehr sicher stehen oder gehen können. Schwindel allein hat viele mögliche Ursachen. Achten Sie auf den plötzlichen Beginn und begleitende Ausfälle. Eine populationsbasierte Studie dokumentierte vor hinteren Schlaganfällen auch vorübergehende, zunächst wenig beachtete Hirnstammsymptome. Dass Beschwerden wieder verschwinden, ist daher kein verlässliches Zeichen der Entwarnung: Lassen Sie plötzlich aufgetretene neurologische Ausfälle sofort abklären.2,3

Warnzeichen erkennen: sofort 112

Plötzliche Zeichen eines Schlaganfalls oder einer Hirnblutung. Zeichen antippen oder mit der Tastatur wählen; die Figur markiert, wo es sich zeigt.

Keine Selbstdiagnose. Diese Karte hilft beim Erkennen und ersetzt keine Untersuchung. Im Zweifel immer 112.

Notruf

112

Bei Verdacht: sofort 112 rufen.12

  • Es genügt ein verdächtiges Zeichen.12
  • Sagen Sie der Leitstelle, dass Sie einen Schlaganfall vermuten, und folgen Sie ihren Anweisungen.12
  • Symptombeginn merken, den Notruf dafür aber nicht verzögern.4

Nervengewebe geht rasch verloren. Lyse und Thrombektomie verringern Behinderung, beide sind zeitkritisch.56

FAST-Merkhilfe Face · Arms · Speech · Time

Weitere wichtige Zeichen in der klinischen Untersuchung

Hinterer Kreislauf auch bei unauffälligem FAST-Test

Blutung zwischen den Hirnhäuten Subarachnoidalblutung

Wieder verschwunden? kein Grund zur Entwarnung

So lesen

Ein Zeichen auswählen

Es genügt ein verdächtiges Zeichen. Warten Sie nicht darauf, dass alle auftreten.12

  • FAST-Zeichen
  • Weitere Zeichen
  • Hinterer Kreislauf und Blutung

KernsatzAuch ein unauffälliger FAST-Test schließt einen Schlaganfall nicht aus.32 Lassen Sie plötzlich aufgetretene neurologische Ausfälle sofort abklären.32

Alle Warnzeichen als Liste
ZeichenGruppeWas gilt
Gesichtshälfte hängtFAST-MerkhilfeWenn plötzlich eine Gesichtshälfte hängt, ein Arm schwach wird oder die Sprache verändert ist: Rufen Sie sofort 112.12 Face: Bitten Sie die Person zu lächeln.12
Arm wird schwachFAST-MerkhilfeArms: Lassen Sie beide Arme anheben.12 Es genügt ein verdächtiges Zeichen.12
Sprache verändertFAST-MerkhilfeSpeech: Bitten Sie um einen einfachen Satz.12 Sagen Sie der Leitstelle, dass Sie einen Schlaganfall vermuten, und folgen Sie ihren Anweisungen.12
Zeit: sofort 112FAST-MerkhilfeTime: Bei einer neuen Auffälligkeit sofort den Notruf wählen.12 Notieren Sie, wenn möglich, den Symptombeginn und wann die Person zuletzt sicher unauffällig war; verzögern Sie dafür den Notruf nicht.4
Bein wird schwachWeitere wichtige ZeichenIn einer klinischen Untersuchung gehören auch Beinlähmung und Gesichtsfeldausfälle zu den wichtigen Zeichen.12 In einer Klinikauswertung hatten 14 Prozent der Hirninfarkte keine FAST-Zeichen; davon 42 Prozent Gang- oder Beinprobleme, 40 Prozent Sehstörungen.2
GesichtsfeldausfallWeitere wichtige ZeichenIn einer klinischen Untersuchung gehören auch Beinlähmung und Gesichtsfeldausfälle zu den wichtigen Zeichen.12 FAST erleichtert das Erkennen, stellt aber keine Diagnose.12
Plötzliche DoppelbilderHinterer KreislaufAuch ein unauffälliger FAST-Test schließt einen Schlaganfall nicht aus.32 Im hinteren Kreislauf, der unter anderem den Hirnstamm versorgt, können andere Beschwerden im Vordergrund stehen: plötzlich auftretende Doppelbilder, eine neue deutliche Gangunsicherheit, verwaschene Sprache oder starker Schwindel mit weiteren neurologischen Auffälligkeiten.32
Nicht mehr sicher stehen oder gehenHinterer KreislaufBesonders alarmierend ist es, wenn Sie auf einmal nicht mehr sicher stehen oder gehen können.32
Verwaschene SpracheHinterer KreislaufIm hinteren Kreislauf, der unter anderem den Hirnstamm versorgt, können andere Beschwerden im Vordergrund stehen: plötzlich auftretende Doppelbilder, eine neue deutliche Gangunsicherheit, verwaschene Sprache oder starker Schwindel mit weiteren neurologischen Auffälligkeiten.32
Starker Schwindel mit weiteren AusfällenHinterer KreislaufSchwindel allein hat viele mögliche Ursachen. Achten Sie auf den plötzlichen Beginn und begleitende Ausfälle.32
DonnerschlagkopfschmerzBlutung zwischen den HirnhäutenEin Warnzeichen ist ein neuer, schlagartig einsetzender extrem starker Kopfschmerz, der sein Maximum unmittelbar erreicht, ein „Donnerschlagkopfschmerz“.7 Rufen Sie bei einem solchen Kopfschmerz sofort 112, auch wenn keine Lähmung vorliegt.7 Häufigstes Zeichen ist ein plötzlicher, heftiger Kopfschmerz; hinzukommen können Nackensteife, Bewusstseinsstörungen und neurologische Ausfälle.8
Beschwerden wieder verschwundenWieder verschwunden?Auch vorübergehende Beschwerden können einem Schlaganfall vorausgehen. Wählen Sie bei akutem Verdacht 112.3 Dass Beschwerden wieder verschwinden, ist kein verlässliches Zeichen der Entwarnung.32 Vor Schlaganfällen im hinteren Kreislauf traten vorübergehende Hirnstammsymptome häufiger auf; nur 22 Prozent suchten vorher ärztliche Hilfe.3

Quellen: 1; 3; 7; 4


Was im Gehirn passiert

Bei einem ischämischen Schlaganfall ist die Durchblutung eines Gehirngebiets durch einen Gefäßverschluss vermindert. Im Infarktkern ist Gewebe bereits schwer geschädigt; daneben kann eine Penumbra bestehen: unterversorgtes Gewebe, das noch nicht infarziert ist und möglicherweise gerettet werden kann. Darauf zielt die Wiederherstellung des Blutflusses. Bereits abgestorbene Nervenzellen werden dadurch nicht wiederbelebt. Die Bildgebung schätzt Kern und gefährdetes Gewebe anhand unterschiedlicher Signale; sie kann nicht jede einzelne Zelle beurteilen. Wie viel Gewebe noch erhalten werden kann, ist individuell verschieden.9

Gehirn in Seitenansicht: Ein Gerinnsel verschließt die mittlere Hirnarterie, das von ihr versorgte Gebiet ist dunkel, ein goldener Saum markiert das gefährdete Randgewebe.
KI-generierte schematische Illustration

Die medikamentöse Wiedereröffnung eines verschlossenen Gefäßes heißt Thrombolyse, oft kurz „Lyse“. Ein Medikament unterstützt den Abbau des Blutgerinnsels. Die grundlegende NINDS-Studie untersuchte Alteplase innerhalb von drei Stunden und zeigte beim funktionellen Ergebnis nach drei Monaten einen Vorteil. Zugleich traten symptomatische Hirnblutungen häufiger auf: bei 6,4 Prozent mit Alteplase und 0,6 Prozent mit Placebo. „Symptomatisch“ bedeutet, dass die Blutung mit einer klinischen Verschlechterung verbunden war. Diese historischen Studienzahlen verdeutlichen die notwendige Abwägung; sie sind keine persönliche Risikoberechnung. Ob eine Lyse für Sie geeignet ist, hängt von Befund, Zeit, Bildgebung und möglichen Gegenanzeigen ab.10


Die erste Bildgebung entscheidet

Zunächst muss die Klinik klären, ob ein Gefäß verschlossen ist oder eine Blutung vorliegt. Für die Entscheidung über eine Lyse wird insbesondere eine Hirnblutung durch Bildgebung ausgeschlossen. ECASS III verwendete dafür die Computertomografie und beurteilte sichtbare Infarktveränderungen. Bei einer akuten Hirnblutung darf keine intravenöse Thrombolyse zur Behandlung des Schlaganfalls erfolgen. Ähnliche Beschwerden können unterschiedliche Behandlungen erfordern. FAST kann diese Unterscheidung nicht sicher treffen.11

Zwei schwebende Glastafeln mit schematischen Schnittbildern des Gehirns, links wie in der Computertomographie, rechts eine farbige Darstellung der Hirngefäße und Durchblutung.
KI-generierte schematische Illustration

Ursache, Behandlung, Studie: wie alles zusammenhängt

Interaktives Netzwerk: Welche Behandlung wurde bei welcher Ursache in welcher Studie geprüft? Auswahl per Klick, Tippen oder Tastatur.

Eine Linie bedeutet: Diese Studie hat diese Behandlung in dieser Situation geprüft. Sie zeigt weder die Stärke einer Wirkung noch eine Empfehlung für Sie.

So lesen

Einen Knoten auswählen

Links steht die Ursache oder Situation, in der Mitte die geprüfte Behandlung, rechts die Studie. Die Auswahl hebt den ganzen Pfad hervor; der Punkt vor der Studie zeigt die Art ihres Ergebnisses.

Die Ursache entscheidet mit.1213

Akuter Gefäßverschluss (Hirninfarkt)

Bei einem ischämischen Schlaganfall ist die Durchblutung eines Gehirngebiets durch einen Gefäßverschluss vermindert.9

  1. NINDS New England Journal of Medicine 1995 · Thrombolyse

    Primärendpunkt zugunsten Alteplase

    Diese historischen Studienzahlen verdeutlichen die notwendige Abwägung; sie sind keine persönliche Risikoberechnung.10
  2. ECASS III New England Journal of Medicine 2008 · Thrombolyse

    Primärendpunkt zugunsten Alteplase

    Sie bedeutet weder, dass jeder Mensch in diesem Zeitraum eine Lyse erhalten kann, noch dass die Behandlung vollständige Erholung garantiert.11
  3. AcT Lancet 2022 · Thrombolyse

    Nichtunterlegenheit gezeigt

    Das heißt: Tenecteplase war nach diesem Studienmaßstab nicht relevant schlechter. Eine Überlegenheit war damit nicht bewiesen.14
  4. WAKE-UP New England Journal of Medicine 2018 · Thrombolyse

    Primärendpunkt zugunsten Alteplase

    Dieses Muster kann auf eine geeignete Behandlungssituation hinweisen, gibt aber keine exakte Uhrzeit an.15
  5. EXTEND New England Journal of Medicine 2019 · Thrombolyse

    Primärendpunkt zugunsten Alteplase

    Es ist kein Grund, später Hilfe zu holen, und keine Freigabe für eine Lyse ohne passende Bildgebung.16
  6. TIMELESS New England Journal of Medicine 2024 · Thrombolyse

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Eine technisch mögliche späte Medikamentengabe ist nicht automatisch eine nachgewiesen wirksame Behandlung.17
  7. TRACE-III New England Journal of Medicine 2024 · Thrombolyse

    Primärendpunkt zugunsten Tenecteplase

    Aus TRACE-III folgt insbesondere nicht, dass eine verfügbare Thrombektomie durch eine späte Lyse ersetzt werden sollte.18
  8. OPTION JAMA 2026 · Thrombolyse

    Primärendpunkt zugunsten Tenecteplase

    Aus einer positiven Studie folgt keine allgemeine Medikamentenfreigabe für jeden späten Schlaganfall und keine automatische Übernahme als Behandlungsstandard.19
  9. MR CLEAN New England Journal of Medicine 2015 · Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Viele hatten zuvor Alteplase erhalten. Beide Verfahren können sich somit ergänzen, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.20
  10. DAWN New England Journal of Medicine 2018 · Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Dieser große Unterschied gilt für die untersuchte, eng ausgewählte Gruppe. Er lässt sich nicht auf jeden Schlaganfall übertragen.4
  11. DEFUSE 3 New England Journal of Medicine 2018 · Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Die Studie stützt damit das Prinzip, noch gefährdetes Gewebe anhand der Bildgebung zu erkennen.9
  12. SELECT2 New England Journal of Medicine 2023 · Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Zugleich blieb die Mehrheit hilfsbedürftig oder war verstorben.21 Der Nutzen kann also auch in einer geringeren Behinderung liegen.21
  13. ANGEL-ASPECT New England Journal of Medicine 2023 · Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Endovaskulär

    Sie liefern aber keine einfache Regel „großer Kern gleich immer behandeln“.22
  14. ATTENTION New England Journal of Medicine 2022 · Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Diese Kategorie umfasst auch Menschen, die Hilfe benötigen, aber ohne Unterstützung gehen können; sie bedeutet nicht durchgehend vollständige Selbstständigkeit.23
  15. DISTAL New England Journal of Medicine 2025 · Thrombektomie

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Der positive Befund für große Gefäßverschlüsse darf daher nicht einfach auf diese Gefäßgruppen übertragen werden.24
  16. ESCAPE-MeVO New England Journal of Medicine 2025 · Thrombektomie

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Die Sterblichkeit war im Eingriffsarm höher: 13,3 gegenüber 8,4 Prozent. Dieser Sicherheitsbefund ist bei der Entscheidung zu berücksichtigen.25
  17. ORIENTAL-MeVO New England Journal of Medicine 2026 · Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Ihre Ergebnisse erlauben weder eine allgemeine Ablehnung noch einen allgemeinen Eingriffsanspruch bei jedem mittelgroßen Verschluss.242526
  18. ATTRACTION Lancet 2026 · Zusatz nach Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Tirofiban

    Die Studie betrifft eine spezielle Situation nach erfolgreicher Reperfusion.27 Sie begründet keine eigenständige Einnahmeentscheidung und keinen allgemeinen Einsatz bei allen Menschen mit Schlaganfall.27
Blutung ins Hirngewebe (ICH)

Bei einer intrazerebralen Blutung, ICH, tritt Blut in das Gehirngewebe aus.28

  1. INTERACT3 Lancet 2023 · Behandlungsbündel

    Primärendpunkt zugunsten Bündel

    Die Studie belegt die Wirkung des Gesamtpakets; sie kann den Beitrag jeder einzelnen Maßnahme nicht sicher trennen.28
  2. ANNEXA-I New England Journal of Medicine 2024 · Gerinnungshemmung aufheben

    Primärendpunkt zugunsten Andexanet

    Bessere Blutungskontrolle allein bedeutet deshalb noch keine gesicherte Verbesserung des gesamten Krankheitsverlaufs.29
  3. ENRICH New England Journal of Medicine 2024 · Operation

    Primärendpunkt zugunsten Operation

    Der beobachtete Vorteil betraf vor allem lobäre Blutungen, also Blutungen in einem Großhirnlappen.30
Subarachnoidalblutung

Bei einer aneurysmatischen SAH ist eine Gefäßaussackung gerissen.31

  1. ISAT Lancet 2002 · Blutungsquelle verschließen

    Primärendpunkt zugunsten Coiling

    Die Auswahl des Verfahrens hängt weiterhin von der konkreten Gefäßanatomie und der klinischen Situation ab.31
Vorhofflimmern

Bei Vorhofflimmern ist ein wichtiger Ort möglicher Gerinnselbildung das linke Vorhofohr.3233

  1. AVERROES New England Journal of Medicine 2011 · Antikoagulation statt ASS

    Primärendpunkt zugunsten Apixaban

    Dennoch zeigt der direkte Vergleich, warum ASS eine passende Antikoagulation bei Vorhofflimmern nicht einfach ersetzen kann.12
  2. ELAN New England Journal of Medicine 2023 · Beginn der Antikoagulation

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Eine Überlegenheit war damit nicht gesichert.34
  3. OPTIMAS Lancet 2024 · Beginn der Antikoagulation

    Nichtunterlegenheit gezeigt

    Das ist kein Nachweis völliger Gleichheit oder einer Überlegenheit.35
  4. LAAOS III New England Journal of Medicine 2021 · Vorhofohrverschluss bei Herzoperation

    Primärendpunkt zugunsten Verschluss

    Die Studie prüfte keinen Ersatz der Antikoagulation durch den Verschluss und keine allgemeine Operationsempfehlung nach Schlaganfall.32
Offenes Foramen ovale (PFO)

Ein PFO wiederum beweist nicht, dass es den Schlaganfall verursacht hat.3637

  1. CLOSE New England Journal of Medicine 2017 · PFO-Verschluss

    Primärendpunkt zugunsten Verschluss + Plättchenhemmung

    Ein Nutzen in dieser ausgewählten Gruppe bedeutet nicht, dass jedes zufällig entdeckte PFO verschlossen werden sollte.38
  2. AAN-Empfehlung PFO Neurology 2020 · Andere Ursachen prüfen

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Eine solche Verbindung kann mit einer paradoxen Embolie zusammenhängen, aber auch zufällig bestehen.36
Ungeklärte, embolisch erscheinende Ursache

„Ungeklärt“ bedeutet nicht automatisch „Vorhofflimmern“.39

  1. NAVIGATE ESUS New England Journal of Medicine 2018 · Antikoagulation geprüft

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Aus einem vermuteten Emboliemechanismus lässt sich somit keine pauschale Antikoagulation ableiten.39
Kleine Gefäße (lakunärer Infarkt)

Werden diese Gefäße geschädigt und verschlossen, kann ein kleiner, sogenannter lakunärer Infarkt entstehen.404142

  1. SPS3 (Blutdruck) Lancet 2013 · Blutdruckziel

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Diese Studie untersucht somit längerfristige Vorbeugung, keine rasche Blutdrucksenkung beim akuten Schlaganfall.40
  2. SPS3 (Plättchenhemmung) New England Journal of Medicine 2012 · Dauerhafte Kombination von Plättchenhemmern

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Das zeigt, wie unterschiedlich eine kurze Behandlung in der frühen Risikophase und eine langfristige Kombination bewertet werden müssen.41
Große Arterien (Atherosklerose)

Atherosklerose betrifft größere Arterien, beispielsweise die Halsschlagader oder Gefäße innerhalb des Schädels.43

  1. NASCET New England Journal of Medicine 1991 · Operation der Halsschlagader

    Primärendpunkt zugunsten Operation + Medikamente

    Der Nutzen muss mit Operationsrisiko, Befund und Zeitpunkt des Ereignisses abgewogen werden; eine beliebige Verengung reicht als Begründung nicht aus.44
  2. SAMMPRIS New England Journal of Medicine 2011 · Stent im Schädel

    Primärendpunkt ungünstiger mit Stent + Medikamente

    „Enges Gefäß“ bedeutet also nicht automatisch „Stent“.45
  3. Treat Stroke to Target New England Journal of Medicine 2020 · LDL-Zielwert

    Primärendpunkt zugunsten < 70 mg/dl

    Das Ergebnis belegt weder eine Heilung noch, dass dieser Zielwert für jede Schlaganfallursache gleichermaßen geprüft wurde.46
Leichter Hirninfarkt oder Hochrisiko-TIA

Eine TIA ist eine vorübergehende neurologische Störung durch eine Durchblutungsstörung.4748

  1. CHANCE New England Journal of Medicine 2013 · Kurze Kombination von Plättchenhemmern

    Primärendpunkt zugunsten Kombination

    Die 90 Tage Nachbeobachtung dürfen nicht mit 90 Tagen doppelter Behandlung verwechselt werden.47
  2. POINT New England Journal of Medicine 2018 · Kurze Kombination von Plättchenhemmern

    Primärendpunkt zugunsten Kombination

    Diese Abwägung erklärt, warum eine Kombination einen definierten Anlass und ein festgelegtes Ende braucht.49
  3. THALES New England Journal of Medicine 2020 · Kurze Kombination von Plättchenhemmern

    Primärendpunkt zugunsten Ticagrelor + ASS

    Ihre Ergebnisse sind kein direkter Vergleich mit Clopidogrel und erlauben keine allgemeine Rangfolge zwischen den Kombinationen.48
Gefäßrisikofaktoren

Rauchen, hoher beziehungsweise episodisch hoher Alkoholkonsum und ungünstige Ernährung waren mit Schlaganfall assoziiert; regelmäßige Aktivität und günstigere Ernährung mit einem geringeren Risiko.50

  1. PROGRESS Lancet 2001 · Blutdrucksenkung

    Primärendpunkt zugunsten Perindopril-basiert

    Die Studie stützt wirksame Blutdruckbehandlung; sie beweist nicht, dass alle Betroffenen genau dieselbe Medikamentenkombination benötigen.51
  2. SPARCL New England Journal of Medicine 2006 · Statin

    Primärendpunkt zugunsten Atorvastatin

    Besonders nach einer vorausgegangenen Hirnblutung muss die Übertragbarkeit deshalb individuell beurteilt werden.13
  3. IRIS (Rauchstopp) Neurology 2017 · Rauchstopp

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Weil der Rauchstopp nicht zufällig zugeteilt wurde, können weitere Unterschiede mitgewirkt haben.52
  4. INTERSTROKE Lancet 2016 · Bewegung, Ernährung, Alkohol

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Daraus lässt sich keine feste Prozentzahl ableiten, um die eine Ernährungsänderung Ihr persönliches Wiederholungsrisiko senkt.50
Nach dem Akutereignis

Deshalb zählt neben dem Überleben auch, wie viel Alltag erhalten bleibt.53

  1. AVERT Lancet 2015 · Frühe Mobilisierung

    Primärendpunkt ungünstiger mit sehr früh, mehr

    Das spricht gegen die Annahme, mehr und früher sei in der akuten Phase immer besser.54
  2. ATTEND Lancet 2017 · Angehörige einbeziehen

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Das Ergebnis betrifft dieses Programm und Versorgungssystem; es besagt nicht, dass Angehörige unwichtig sind.55
  • Primärendpunkt zugunsten
  • Nichtunterlegenheit
  • kein gesicherter Unterschied
  • ungünstiger
  • Diagnostik/Beobachtung

KernsatzDie Ursache entscheidet mit.1213 Ein Studienzeitfenster ist deshalb keine Anleitung zur Selbstmedikation.3435

Quellen: 10; 11; 14; 15; 16; 17; 18; 20; 4; 9; 21; 22; 24; 25; 23; 28; 29; 30; 31; 26; 19; 27; 53; 43; 44; 45; 32; 12; 38; 39; 34; 35; 47; 49; 48; 13; 46; 51; 40; 41; 50; 52; 54; 55; 36; 33; 42; 37


Alteplase und Tenecteplase im frühen Zeitfenster

Für ausgewählte Menschen mit ischämischem Schlaganfall kann Alteplase auch zwischen drei und viereinhalb Stunden nach dem bekannten Symptombeginn nützen. In ECASS III hatten nach drei Monaten 52,4 Prozent der Behandelten keine oder keine wesentliche Behinderung, gegenüber 45,2 Prozent mit Placebo. Der Unterschied betrug 7,2 Prozentpunkte. Symptomatische Hirnblutungen waren mit 2,4 gegenüber 0,2 Prozent häufiger. Damit zeigte die Studie einen durchschnittlichen Nutzen unter ihren Auswahlbedingungen. Sie bedeutet weder, dass jeder Mensch in diesem Zeitraum eine Lyse erhalten kann, noch dass die Behandlung vollständige Erholung garantiert. Die Entscheidung trifft das Schlaganfallteam nach der akuten Untersuchung.11

Aufgeschnittene Arterie, in der ein Netz aus feinen Fibrinfäden Blutkörperchen und Blutplättchen einschließt und das Gefäß verstopft.
KI-generierte schematische Illustration

Tenecteplase ist eine weitere Möglichkeit der intravenösen Thrombolyse. Sie wird als einzelner Bolus gegeben; bei Alteplase folgt auf die erste Gabe eine Infusion. In der kanadischen AcT-Studie wurden beide Medikamente bei Menschen mit behindernden Schlaganfallsymptomen verglichen, die für eine Lyse innerhalb von viereinhalb Stunden geeignet waren. Ein günstiges funktionelles Ergebnis erreichten 36,9 Prozent mit Tenecteplase und 34,8 Prozent mit Alteplase. Die Studie erfüllte ihre vorab festgelegte Grenze für Nichtunterlegenheit. Das heißt: Tenecteplase war nach diesem Studienmaßstab nicht relevant schlechter. Eine Überlegenheit war damit nicht bewiesen. Auch mit Tenecteplase bleiben Blutungsrisiko, Gegenanzeigen und die sorgfältige Auswahl wichtig.14

Thrombolyse

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 29 Sekunden.

Gesprochener Text

Vor einer Thrombolyse schließt die Bildgebung eine Hirnblutung aus. Hier hat ein Gerinnsel eine Hirnarterie verschlossen. Das Medikament, Alteplase oder Tenecteplase, wandelt Plasminogen in Plasmin um, das Fibrin abbaut. Löst sich das Gerinnsel rechtzeitig auf, fließt das Blut wieder. Gerettet werden kann allenfalls die Penumbra, minderdurchblutetes Gewebe; abgestorbene Nervenzellen werden nicht wiederbelebt.6,9,10,11,14,16,56,57


Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

Wenn Sie mit Symptomen aufwachen, ist der tatsächliche Beginn häufig unbekannt. Trotzdem kann eine Behandlung infrage kommen. WAKE-UP untersuchte eine Auswahl anhand der Magnetresonanztomografie: Die Diffusionsaufnahme zeigte eine akute Veränderung, während eine andere Sequenz, FLAIR, noch keine entsprechende deutliche Veränderung erkennen ließ. Dieses Muster kann auf eine geeignete Behandlungssituation hinweisen, gibt aber keine exakte Uhrzeit an. Mit Alteplase erreichten 53,3 Prozent ein günstiges Ergebnis nach drei Monaten, mit Placebo 41,8 Prozent. Symptomatische Blutungen waren numerisch häufiger. Die Studie schloss Menschen aus, bei denen eine Thrombektomie geplant war. Ein Aufwachschlaganfall braucht daher sofortige Untersuchung und eine individuelle Auswahl.15

Die Perfusionsbildgebung untersucht, wie Blut durch das Gehirngewebe fließt. EXTEND wählte Menschen aus, bei denen noch unterversorgtes, möglicherweise rettbares Gewebe erkennbar war: zwischen viereinhalb und neun Stunden nach Symptombeginn oder bei bestimmten Aufwachschlaganfällen. Unter Alteplase erreichten 35,4 Prozent ein günstiges funktionelles Ergebnis, unter Placebo 29,5 Prozent. Die statistisch adjustierte Hauptanalyse war positiv; nicht alle weiteren Analysen zeigten einen gesicherten Unterschied. Symptomatische Blutungen traten bei 6,2 gegenüber 0,9 Prozent auf. Ein erweitertes Zeitfenster bedeutet deshalb eine zusätzliche Möglichkeit für ausgewählte Betroffene. Es ist kein Grund, später Hilfe zu holen, und keine Freigabe für eine Lyse ohne passende Bildgebung.16

Ausführlich lesen

Auch für Tenecteplase wurden spätere Behandlungen untersucht. TIMELESS prüfte das Medikament viereinhalb bis 24 Stunden nach dem Zeitpunkt, zu dem die Betroffenen zuletzt sicher ohne die aktuellen Symptome waren. Alle hatten einen großen Gefäßverschluss und passende Perfusionsbefunde; rund drei Viertel erhielten zusätzlich eine Thrombektomie. Tenecteplase verbesserte das funktionelle Ergebnis nach drei Monaten gegenüber Placebo nicht nachweisbar. Dieser neutrale Befund ist für die Einordnung wichtig: Eine technisch mögliche späte Medikamentengabe ist nicht automatisch eine nachgewiesen wirksame Behandlung. Die Zahlen „bis 24 Stunden“ müssen immer zusammen mit der untersuchten Patientengruppe, der Bildgebung und den gleichzeitig verfügbaren Behandlungen gelesen werden.17

TRACE-III untersuchte eine andere Versorgungssituation in China: Die Teilnehmenden hatten einen großen Gefäßverschluss und bildgebend rettbares Gewebe, konnten aber keine Thrombektomie erhalten. In dieser ausgewählten Gruppe zwischen viereinhalb und 24 Stunden erreichten mit Tenecteplase 33,0 Prozent ein günstiges funktionelles Ergebnis, mit Standardbehandlung 24,2 Prozent. Symptomatische Blutungen waren mit 3,0 gegenüber 0,8 Prozent häufiger. Die unterschiedlichen Ergebnisse von TRACE-III und TIMELESS lassen sich deshalb nicht durch eine einzige pauschale Zeitgrenze zusammenfassen. Aus TRACE-III folgt insbesondere nicht, dass eine verfügbare Thrombektomie durch eine späte Lyse ersetzt werden sollte. Für Sie zählt die passende Behandlung im tatsächlich vorliegenden Befund und Versorgungskontext.18

Die OPTION-Studie von 2026, eine offene, verblindet ausgewertete Studie in 48 chinesischen Zentren, erweiterte die Untersuchung auf Menschen ohne großen Gefäßverschluss, bei denen die Perfusionsbildgebung noch möglicherweise rettbares Gewebe zeigte. Zwischen viereinhalb und 24 Stunden nach „zuletzt sicher ohne Symptome“ erreichten mit Tenecteplase 43,6 Prozent ein günstiges funktionelles Ergebnis, mit Standardbehandlung 34,2 Prozent. Symptomatische Hirnblutungen traten bei 2,8 Prozent mit Tenecteplase und bei niemandem in der Kontrollgruppe auf. Das zeigt für diese ausgewählte Gruppe einen Vorteil. Nach 90 Tagen waren 5,0 Prozent mit Tenecteplase und 3,2 Prozent in der Kontrollgruppe verstorben; dieser Unterschied war statistisch nicht gesichert. Die Bildgebung bleibt dabei Voraussetzung der Aussage. Aus einer positiven Studie folgt keine allgemeine Medikamentenfreigabe für jeden späten Schlaganfall und keine automatische Übernahme als Behandlungsstandard.19

Zeitfenster: wen jede Studie eingeschlossen hat

Frühe und erweiterte Fenster für Thrombolyse und Thrombektomie, jede Studie mit eigener Achse und eigenem Ergebnis. Karte antippen für Auswahl, Ergebnis und Grenze.

Jede Karte zeigt nur, wen ihre eigene Studie eingeschlossen hat, mit eigener Achse. Die Fenster lassen sich nicht zu einem gemeinsamen Zeitstrahl verbinden: Zeitbezug, Bildgebung und Gefäßbefund unterscheiden sich. Kein Fenster ist eine Behandlungsgrenze für Sie.

Frühes Zeitfenster

Erweitert, mit Perfusionsbildgebung

Beginn unbekannt

Großer Verschluss vorn

Großer Infarktkern

Basilararterie

Mittelgroße Verschlüsse

So lesen

Eine Studie auswählen

Es gibt kein allgemeines 24-Stunden-Behandlungsfenster für alle Betroffenen.4 Die Zahlen „bis 24 Stunden“ müssen immer zusammen mit der untersuchten Patientengruppe, der Bildgebung und den gleichzeitig verfügbaren Behandlungen gelesen werden.17

Je früher Lyse oder Thrombektomie begannen, desto größer war der Vorteil (Studien ohne späte Bildauswahl).5859

  • Primärendpunkt zugunsten der Behandlung
  • Nichtunterlegenheit
  • kein gesicherter Unterschied

KernsatzEs gibt kein allgemeines 24-Stunden-Behandlungsfenster für alle Betroffenen.4 Es ist kein Grund, später Hilfe zu holen, und keine Freigabe für eine Lyse ohne passende Bildgebung.16

Zeitfenster als Tabelle
StudieBehandlungEinschlussPrimärendpunktErgebnis
NINDS (1995)10Thrombolyse0 bis 3 h, Behandlung innerhalb von 3 hPrimärendpunkt zugunsten AlteplaseOdds Ratio 1,7 (KI 1,2 bis 2,6)
ECASS III (2008)11Thrombolyse3 bis 4,5 h, nach bekanntem SymptombeginnPrimärendpunkt zugunsten AlteplasemRS 0 bis 1: 52,4 vs. 45,2 %
AcT (2022)14Thrombolyse0 bis 4,5 h, Lyse-geeignet innerhalb von 4,5 hNichtunterlegenheit gezeigtmRS 0 bis 1: 36,9 vs. 34,8 %
EXTEND (2019)16Thrombolyse4,5 bis 9 h, nach Symptombeginn; auch bestimmte AufwachschlaganfällePrimärendpunkt zugunsten AlteplasemRS 0 bis 1: 35,4 vs. 29,5 %
TIMELESS (2024)17Thrombolyse4,5 bis 24 h, seit „zuletzt gesund“; großer VerschlussKein gesicherter Unterschied im Primärendpunktgemeinsame Odds Ratio 1,13 (KI 0,82 bis 1,57)
TRACE-III (2024)18Thrombolyse4,5 bis 24 h, seit „zuletzt gesund“; ohne Zugang zur ThrombektomiePrimärendpunkt zugunsten TenecteplasemRS 0 bis 1: 33,0 vs. 24,2 %
OPTION (2026)19Thrombolyse4,5 bis 24 h, seit „zuletzt gesund“; ohne großen VerschlussPrimärendpunkt zugunsten TenecteplasemRS 0 bis 1: 43,6 vs. 34,2 %
WAKE-UP (2018)15ThrombolyseBeginn unbekannt; Auswahl nach MRT-Muster (DWI/FLAIR)Primärendpunkt zugunsten AlteplasemRS 0 bis 1: 53,3 vs. 41,8 %
MR CLEAN (2015)20Thrombektomie0 bis 6 h, Behandlung innerhalb von 6 hPrimärendpunkt zugunsten ThrombektomiemRS 0 bis 2: 32,6 vs. 19,1 %
DAWN (2018)4Thrombektomie6 bis 24 h, seit „zuletzt gesund“Primärendpunkt zugunsten ThrombektomiemRS 0 bis 2: 49 vs. 13 %
DEFUSE 3 (2018)9Thrombektomie6 bis 16 h, seit „zuletzt gesund“Primärendpunkt zugunsten ThrombektomiemRS 0 bis 2: 45 vs. 17 %
SELECT2 (2023)21Thrombektomie0 bis 24 h, bis 24 h seit „zuletzt gesund“Primärendpunkt zugunsten ThrombektomiemRS 0 bis 2: 20 vs. 7 %
ANGEL-ASPECT (2023)22Thrombektomie0 bis 24 h, bis 24 hPrimärendpunkt zugunsten Endovaskulärgeneralisierte Odds Ratio 1,37 (KI 1,11 bis 1,69)
ATTENTION (2022)23Thrombektomie0 bis 12 h, innerhalb von 12 hPrimärendpunkt zugunsten ThrombektomiemRS 0 bis 3: 46 vs. 23 %
ESCAPE-MeVO (2025)25Thrombektomie0 bis 12 h, bis 12 h seit „zuletzt gesund“Kein gesicherter Unterschied im PrimärendpunktmRS 0 bis 1: 41,6 vs. 43,1 %
DISTAL (2025)24Thrombektomie0 bis 24 h, bis 24 h seit „zuletzt gesund“Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunktgemeinsame Odds Ratio 0,9 (KI 0,67 bis 1,22)
ORIENTAL-MeVO (2026)26Thrombektomie0 bis 24 h, bis 24 hPrimärendpunkt zugunsten ThrombektomiemRS 0 bis 2: 58,6 vs. 46,6 %

Quellen: 10; 11; 14; 16; 17; 18; 19; 15; 20; 4; 9; 21; 22; 23; 25; 24; 26


Thrombektomie: das Gerinnsel mit einem Katheter entfernen

Bei einem geeigneten großen Gefäßverschluss kann das Gerinnsel durch einen Kathetereingriff entfernt werden. Häufig kommt dabei ein Stentretriever zum Einsatz, ein rückholbarer Stent: Er wird nur vorübergehend eingesetzt und bleibt nicht als Dauerstent im Gehirn. MR CLEAN zeigte bei großen Verschlüssen im vorderen Kreislauf und Behandlung innerhalb von sechs Stunden einen funktionellen Vorteil. Nach drei Monaten konnten 32,6 Prozent mit zusätzlicher endovaskulärer Behandlung ihren Alltag ohne fremde Hilfe bewältigen, gegenüber 19,1 Prozent mit Standardbehandlung. Viele hatten zuvor Alteplase erhalten. Beide Verfahren können sich somit ergänzen, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.20

Eine Thrombektomie kann auch später noch helfen. DAWN untersuchte Menschen sechs bis 24 Stunden nach dem Zeitpunkt „zuletzt sicher ohne Symptome“, deren schwere Ausfälle zu einem vergleichsweise begrenzten Infarktkern passten. Alter und Bildgebung waren Teil dieser Auswahl. Nach drei Monaten waren 49 Prozent mit Thrombektomie und 13 Prozent in der Kontrollgruppe funktionell unabhängig. Dieser große Unterschied gilt für die untersuchte, eng ausgewählte Gruppe. Er lässt sich nicht auf jeden Schlaganfall übertragen. Es gibt kein allgemeines 24-Stunden-Behandlungsfenster für alle Betroffenen. Notieren Sie, wenn möglich, den Symptombeginn und wann die Person zuletzt sicher unauffällig war; verzögern Sie dafür den Notruf nicht.4

DEFUSE 3 verwendete eine Auswahl anhand von Infarktgröße und Perfusionsbildgebung im Zeitraum von sechs bis 16 Stunden. Bei passenden großen Verschlüssen waren nach drei Monaten 45 Prozent mit Thrombektomie und 17 Prozent mit Standardbehandlung funktionell unabhängig. Die Studie stützt damit das Prinzip, noch gefährdetes Gewebe anhand der Bildgebung zu erkennen. Auch hier waren die Ergebnisse an festgelegte Bedingungen gebunden. Die Klinik muss prüfen, wie viel Gewebe bereits betroffen ist und wie groß das möglicherweise rettbare Gebiet erscheint. Ein späterer Behandlungsversuch braucht diese Bewertung ebenso wie ein früher Eingriff.9

Aufgeschnittene Hirnarterie: Ein feines goldenes Drahtgeflecht, über einen dünnen Katheter eingeführt, hat das dunkle Gerinnsel umschlossen.
KI-generierte schematische Illustration
Glasmodell der Arterien vom Aortenbogen bis ins Gehirn; ein dünner goldener Katheter ist durch eine Halsschlagader bis in eine Hirnarterie vorgeschoben.
KI-generierte schematische Illustration

Thrombektomie

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 27 Sekunden.

Gesprochener Text

Bei der Thrombektomie wird ein verschließendes Gerinnsel per Katheter entfernt. Der dünne Katheter wird über die Leistenarterie bis in die Hirngefäße vorgeschoben. Spezielle Instrumente holen das Gerinnsel heraus, etwa ein Stentretriever oder eine Absaugung. Gelingt die Wiedereröffnung, fließt das Blut wieder. Jede Stunde Verzögerung bis dahin ging mit mehr Behinderung einher.20,27,31,59,60,61


Zusatzbehandlung nach erfolgreicher Thrombektomie

Auch nach erfolgreicher Wiedereröffnung eines Gefäßes kann eine Behinderung zurückbleiben. ATTRACTION untersuchte 2026 in 82 Kliniken in China eine zusätzliche Behandlung mit dem Plättchenhemmer Tirofiban nach erfolgreicher Thrombektomie bei großen Verschlüssen im vorderen Kreislauf. Funktionell unabhängig waren nach drei Monaten 49 Prozent mit Tirofiban und 43 Prozent mit Placebo; die ausgewiesene absolute Differenz betrug 6,1 Prozentpunkte. Symptomatische Hirnblutungen waren numerisch häufiger, mit 12 gegenüber 9 Prozent. Der Unterschied war statistisch nicht gesichert, was eine gleiche Sicherheit nicht beweist. Die Studie betrifft eine spezielle Situation nach erfolgreicher Reperfusion. Sie begründet keine eigenständige Einnahmeentscheidung und keinen allgemeinen Einsatz bei allen Menschen mit Schlaganfall.27


Großer Infarktkern: eine Behandlung kann trotzdem helfen

Ein großer Infarktkern bedeutet eine ernste Ausgangslage. SELECT2 zeigte aber, dass ausgewählte Menschen mit großen Infarkten von einer Thrombektomie profitieren können. Eingeschlossen wurden große Verschlüsse mit deutlichen CT-Veränderungen oder einem bildgebend geschätzten Kern von mindestens 50 Millilitern. Die Verteilung der Behinderungsgrade nach drei Monaten war mit Thrombektomie günstiger. Funktionell unabhängig waren 20 gegenüber 7 Prozent. Zugleich blieb die Mehrheit hilfsbedürftig oder war verstorben. Unter der Thrombektomie traten Gefäßkomplikationen auf, zum Beispiel Einrisse der Gefäßwand bei 10 und Gefäßverletzungen mit Durchbruch bei 7 Personen; symptomatische Hirnblutungen waren in beiden Gruppen selten. Der Nutzen kann also auch in einer geringeren Behinderung liegen. Er bedeutet weder die Wiederbelebung bereits abgestorbener Zellen noch eine sichere Rückkehr zum früheren Alltag. Die Untersuchung der individuellen Ausgangslage bleibt entscheidend.21

ANGEL-ASPECT bestätigte einen funktionellen Vorteil in einer weiteren ausgewählten Gruppe mit großem Infarkt im vorderen Kreislauf. Die Studie wurde in China durchgeführt. Gleichzeitig traten unter der endovaskulären Behandlung mehr Hirnblutungen auf: Symptomatische Blutungen betrafen 6,1 Prozent gegenüber 2,7 Prozent unter rein medizinischer Behandlung. Eine in der Bildgebung sichtbare Blutung ist dabei nicht automatisch mit einer klinischen Verschlechterung verbunden; die Studie erfasste beide Kategorien getrennt. Zusammen erweitern die Studien die Behandlungsmöglichkeiten bei großen Infarkten. Sie liefern aber keine einfache Regel „großer Kern gleich immer behandeln“. Das Team wägt den möglichen Gewinn an Funktion gegen Blutungs- und Eingriffsrisiken ab.22


Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

Bei kleineren, weiter außen gelegenen Gefäßen ist der Kathetereingriff anspruchsvoll, und der Nutzen muss gesondert belegt werden. Die DISTAL-Studie von 2025 untersuchte bestimmte mittelgroße und distale Verschlüsse, unter anderem in ausgewählten Ästen der mittleren, vorderen und hinteren Hirnarterie. Eine zusätzliche endovaskuläre Behandlung verringerte die Behinderung nach drei Monaten nicht nachweisbar. Symptomatische Hirnblutungen waren numerisch häufiger: 5,9 gegenüber 2,6 Prozent. Der positive Befund für große Gefäßverschlüsse darf daher nicht einfach auf diese Gefäßgruppen übertragen werden. Die Studie begründet keinen routinemäßigen Eingriff für alle untersuchten distalen Verschlüsse. Sie beantwortet zugleich nicht jede denkbare Frage zu einzelnen Untergruppen.24

Auch ESCAPE-MeVO zeigte 2025 keinen funktionellen Vorteil für die untersuchte Gruppe mit mittelgroßen Verschlüssen und günstiger Ausgangsbildgebung. Nach drei Monaten hatten 41,6 Prozent mit Eingriff und 43,1 Prozent mit Standardbehandlung keine oder keine wesentliche Behinderung. Die Sterblichkeit war im Eingriffsarm höher: 13,3 gegenüber 8,4 Prozent. Dieser Sicherheitsbefund ist bei der Entscheidung zu berücksichtigen. Die Studie prüfte als Hauptziel einen besonders guten Behinderungsgrad, während andere Untersuchungen die breitere Kategorie funktioneller Unabhängigkeit betrachten. Ihr Ergebnis gilt für ihre Auswahlbedingungen. Eine individuelle Entscheidung muss deshalb sowohl die Gefäßlage und Ausfallschwere als auch die unterschiedlichen Wirksamkeits- und Sicherheitsbefunde berücksichtigen.25

2026 berichtete ORIENTAL-MeVO einen Vorteil bei ausgewählten mittelgroßen Verschlüssen mit moderaten bis schweren Ausfällen. In der chinesischen Studie waren nach drei Monaten 58,6 Prozent mit Thrombektomie funktionell unabhängig, gegenüber 46,6 Prozent mit medizinischer Behandlung. Symptomatische Hirnblutungen waren zugleich häufiger: 4,7 gegenüber 2,2 Prozent. Die Auswahl berücksichtigte eine festgelegte Ausfallschwere.26

Der mediane neurologische Schweregrad lag in ORIENTAL-MeVO höher als in DISTAL. Die Studien unterschieden sich außerdem in ihren funktionellen Hauptzielen. Ihre Ergebnisse erlauben weder eine allgemeine Ablehnung noch einen allgemeinen Eingriffsanspruch bei jedem mittelgroßen Verschluss. Ob Patientenauswahl, Verfahren oder weitere Faktoren die Unterschiede erklären, lässt sich aus getrennten Studien nicht sicher bestimmen.24,25,26

Wann die zitierten Studien erschienen sind

Publikationsjahre der 47 Studien von 1991 bis 2026, in Bahnen nach Thema. Punkt anklicken für die Kernaussage.

Jahr der Veröffentlichung der zitierten Studie, nicht Jahr einer Zulassung, Leitlinie oder Einführung.

Erkennen
Lyse
Thrombektomie
Blutung
Vorhofflimmern und Antikoagulation
Plättchenhemmung
Gefäße, LDL, Blutdruck
Reha
Ursachen und Alltag

Achse bis 2010 verdichtet: Seit 2010 erschien der größte Teil der zitierten Studien.

Zeitachse

Eine Studie auswählen

Die Punkte zeigen, wann die hier zitierten 47 Studien erschienen sind, geordnet nach Thema. Gefüllte Punkte: Primärendpunkt zugunsten der Behandlung; Ring: kein gesicherter Unterschied oder ungünstiger; Raute: Diagnostik oder Beobachtung.

  • Erkennen
  • Lyse
  • Thrombektomie
  • Blutung
  • Vorhofflimmern und Antikoagulation
  • Plättchenhemmung
  • Gefäße, LDL, Blutdruck
  • Reha
  • Ursachen und Alltag

KernsatzOb Patientenauswahl, Verfahren oder weitere Faktoren die Unterschiede erklären, lässt sich aus getrennten Studien nicht sicher bestimmen.242526

Zeitachse als Tabelle
JahrStudieThemaZeitschriftPrimärendpunkt
1991NASCET44Gefäße, LDL, BlutdruckNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Operation + Medikamente
1993TOAST43Ursachen und AlltagStrokeDiagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung
1995NINDS10LyseNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Alteplase
2001PROGRESS51Gefäße, LDL, BlutdruckLancetPrimärendpunkt zugunsten Perindopril-basiert
2002ISAT31BlutungLancetPrimärendpunkt zugunsten Coiling
2005ROSIER1ErkennenLancet NeurologyDiagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung
2006SPARCL13Gefäße, LDL, BlutdruckNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Atorvastatin
2008ECASS III11LyseNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Alteplase
2011SAMMPRIS45Gefäße, LDL, BlutdruckNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt ungünstiger mit Stent + Medikamente
2011AVERROES12Vorhofflimmern und AntikoagulationNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Apixaban
2012SPS3 (Plättchenhemmung)41PlättchenhemmungNew England Journal of MedicineKein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt
2013OXVASC3ErkennenLancet NeurologyDiagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung
2013Ottawa-SAH-Regel7BlutungJAMADiagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung
2013CHANCE47PlättchenhemmungNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Kombination
2013SPS3 (Blutdruck)40Gefäße, LDL, BlutdruckLancetKein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt
2015MR CLEAN20ThrombektomieNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Thrombektomie
2015AVERT54RehaLancetPrimärendpunkt ungünstiger mit sehr früh, mehr
2016INTERSTROKE50Ursachen und AlltagLancetDiagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung
2017CLOSE38Ursachen und AlltagNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Verschluss + Plättchenhemmung
2017IRIS (Rauchstopp)52Ursachen und AlltagNeurologyDiagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung
2017ATTEND55RehaLancetKein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt
2018WAKE-UP15LyseNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Alteplase
2018DAWN4ThrombektomieNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Thrombektomie
2018DEFUSE 39ThrombektomieNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Thrombektomie
2018NAVIGATE ESUS39Vorhofflimmern und AntikoagulationNew England Journal of MedicineKein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt
2018POINT49PlättchenhemmungNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Kombination
2019EXTEND16LyseNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Alteplase
2020THALES48PlättchenhemmungNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Ticagrelor + ASS
2020Treat Stroke to Target46Gefäße, LDL, BlutdruckNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten < 70 mg/dl
2020AAN-Empfehlung PFO36Ursachen und AlltagNeurologyDiagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung
2021LAAOS III32Vorhofflimmern und AntikoagulationNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Verschluss
2022AcT14LyseLancetNichtunterlegenheit gezeigt
2022ATTENTION23ThrombektomieNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Thrombektomie
2023SELECT221ThrombektomieNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Thrombektomie
2023ANGEL-ASPECT22ThrombektomieNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Endovaskulär
2023INTERACT328BlutungLancetPrimärendpunkt zugunsten Bündel
2023ELAN34Vorhofflimmern und AntikoagulationNew England Journal of MedicineKein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt
2024TIMELESS17LyseNew England Journal of MedicineKein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt
2024TRACE-III18LyseNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Tenecteplase
2024ANNEXA-I29BlutungNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Andexanet
2024ENRICH30BlutungNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Operation
2024OPTIMAS35Vorhofflimmern und AntikoagulationLancetNichtunterlegenheit gezeigt
2025DISTAL24ThrombektomieNew England Journal of MedicineKein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt
2025ESCAPE-MeVO25ThrombektomieNew England Journal of MedicineKein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt
2026ORIENTAL-MeVO26ThrombektomieNew England Journal of MedicinePrimärendpunkt zugunsten Thrombektomie
2026OPTION19LyseJAMAPrimärendpunkt zugunsten Tenecteplase
2026ATTRACTION27ThrombektomieLancetPrimärendpunkt zugunsten Tirofiban

Quellen: 1; 3; 10; 11; 14; 15; 16; 17; 18; 20; 4; 9; 21; 22; 24; 25; 23; 28; 29; 30; 31; 7; 26; 19; 27; 43; 44; 45; 32; 12; 38; 39; 34; 35; 47; 49; 48; 13; 46; 51; 40; 41; 50; 52; 54; 55; 36; 2


Der hintere Kreislauf braucht eine eigene Beurteilung

Die Basilararterie versorgt zentrale Bereiche des hinteren Kreislaufs. Ein Verschluss kann eine besonders schwere Notfallsituation verursachen. ATTENTION untersuchte ausgewählte Betroffene innerhalb von zwölf Stunden. Mit Thrombektomie erreichten 46 Prozent nach drei Monaten einen Behinderungsgrad von höchstens 3 auf der verwendeten Skala, gegenüber 23 Prozent mit Standardbehandlung. Diese Kategorie umfasst auch Menschen, die Hilfe benötigen, aber ohne Unterstützung gehen können; sie bedeutet nicht durchgehend vollständige Selbstständigkeit. Es traten zugleich Eingriffskomplikationen und Hirnblutungen auf. Die Studie zeigt eine Behandlungschance für eine klar ausgewählte Gruppe mit Basilarisverschluss. Für andere hintere Verschlüsse oder andere Schweregrade lässt sich daraus keine pauschale Eingriffsregel ableiten.23


Hirnblutung: andere Ursache, anderer Behandlungspfad

Bei einer intrazerebralen Blutung, ICH, tritt Blut in das Gehirngewebe aus. Die akute Behandlung richtet sich unter anderem darauf, weiteres Hämatomwachstum zu begrenzen und den Zustand eng zu überwachen. INTERACT3 untersuchte ein strukturiertes Krankenhausbündel: rasche Behandlung eines erhöhten Blutdrucks, von auffälligem Blutzucker und Fieber sowie die rasche Aufhebung einer Gerinnungshemmung durch Warfarin. Die Verteilung der funktionellen Ergebnisse nach sechs Monaten war mit dem Bündel günstiger. Die Studie lief überwiegend in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die Studie belegt die Wirkung des Gesamtpakets; sie kann den Beitrag jeder einzelnen Maßnahme nicht sicher trennen. Blutdruck und Gerinnung werden dabei kontrolliert ärztlich behandelt. Aus den Studienzielen ergibt sich keine Anleitung, Medikamente im Notfall eigenständig zusätzlich einzunehmen.28

Waagerechter Schnitt durch das Gehirn: In der Tiefe einer Hirnhälfte ist eine Blutung als goldene, rundliche Ansammlung dargestellt, die das Gewebe verdrängt.
KI-generierte schematische Illustration

Wenn eine Hirnblutung unter einem gerinnungshemmenden Medikament entsteht, prüft die Klinik eine rasche Aufhebung dieser Wirkung. Welche Behandlung passt, hängt vom Wirkstoff ab. ANNEXA-I untersuchte Andexanet bei Blutungen nach Einnahme bestimmter Faktor-Xa-Hemmer. Die festgelegte Blutungskontrolle wurde häufiger erreicht als mit üblicher Behandlung: 67,0 gegenüber 53,1 Prozent. Allerdings waren thrombotische Ereignisse häufiger, darunter ischämische Schlaganfälle mit 6,5 gegenüber 1,5 Prozent. Ein funktioneller oder Überlebensvorteil nach 30 Tagen war nicht erkennbar. Bessere Blutungskontrolle allein bedeutet deshalb noch keine gesicherte Verbesserung des gesamten Krankheitsverlaufs. Das Medikament erfordert eine genaue fachärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung; es ist keine pauschale Lösung für jede Blutung unter jeder „Blutverdünnung“.29

Hirninfarkt oder Hirnblutung

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 29 Sekunden.

Gesprochener Text

Ähnliche Beschwerden können zwei verschiedene Ursachen haben. Meist ist eine Arterie verschlossen: ein Hirninfarkt. Bei einer Hirnblutung reißt ein Gefäß, und Blut tritt ins Hirngewebe aus. Bei einer Subarachnoidalblutung liegt Blut zwischen Gehirn und Hirnhäuten. Unterscheiden kann das erst die Bildgebung. Eine Blutung braucht einen anderen akuten Behandlungspfad, eine Lyse kommt nicht infrage.6,7,11,62,63


Wann eine Operation bei ICH helfen kann

Bei bestimmten Hirnblutungen kommt eine operative Entfernung des Hämatoms infrage. ENRICH untersuchte einen frühen, möglichst wenig invasiven Eingriff bei ausgewählten Blutungen von 30 bis 80 Millilitern. Das funktionelle Ergebnis nach sechs Monaten war im Mittel günstiger als mit medizinischer Behandlung allein. Der beobachtete Vorteil betraf vor allem lobäre Blutungen, also Blutungen in einem Großhirnlappen. Für die untersuchten vorderen Basalganglienblutungen wurde kein entsprechender Vorteil gezeigt; die Rekrutierung wurde im Verlauf auf lobäre Blutungen begrenzt. Die Lage der Blutung ist daher wesentlich. Auch eine schonende Operation bleibt ein Eingriff mit Risiken. Aus dieser Studie folgt kein allgemeiner Operationsvorteil für sämtliche Hirnblutungen.30


Subarachnoidalblutung: plötzlicher stärkster Kopfschmerz

Sofort handeln

Eine Subarachnoidalblutung, SAH, betrifft den Raum zwischen Gehirn und umgebenden Hirnhäuten. Ein Warnzeichen ist ein neuer, schlagartig einsetzender extrem starker Kopfschmerz, der sein Maximum unmittelbar erreicht, ein „Donnerschlagkopfschmerz“. Rufen Sie bei einem solchen Kopfschmerz sofort 112, auch wenn keine Lähmung vorliegt. Perry und Kollegen untersuchten Menschen mit rasch maximal werdendem Kopfschmerz, die wach waren und eine normale neurologische Untersuchung hatten. Auch in dieser Gruppe kamen Subarachnoidalblutungen vor. Eine unauffällige Untersuchung allein kann daher nicht zuverlässig beruhigen. Die untersuchte klinische Entscheidungsregel war für eine eng definierte Notaufnahmegruppe gedacht. Sie eignet sich nicht dafür, zu Hause eine gefährliche Blutung selbst auszuschließen.7

112 Notruf


Subarachnoidalblutung: die Blutungsquelle sichern

Bei einer aneurysmatischen SAH ist eine Gefäßaussackung gerissen. Die Behandlung soll die Blutungsquelle verschließen: Beim Coiling werden über einen Katheter kleine Spiralen in das Aneurysma eingebracht; beim Clipping wird dessen Zugang operativ mit einem Clip verschlossen. ISAT verglich beide Verfahren bei Menschen, deren Aneurysma für beide geeignet war. In der damaligen Einjahresauswertung waren nach Coiling 23,7 Prozent abhängig oder verstorben, nach Clipping 30,6 Prozent. Die Auswahl des Verfahrens hängt weiterhin von der konkreten Gefäßanatomie und der klinischen Situation ab. Coiling bei SAH verschließt die Blutungsquelle. Bei der Thrombektomie eines ischämischen Schlaganfalls wird dagegen ein verschließendes Gerinnsel entfernt; das sind unterschiedliche Ziele und Verfahren.31

Arterienring an der Hirnbasis: An einer Gefäßgabelung wölbt sich eine kleine beerenförmige, golden hervorgehobene Aussackung, ein Aneurysma.
KI-generierte schematische Illustration

Die Studien im Überblick

Die Aussagen in diesem Beitrag stützen sich auf 47 Studien und Auswertungen. Jede Studie hat eigene Teilnehmende, Zeitfenster, Vergleichsbehandlungen und Endpunkte. Die Karten stehen deshalb nebeneinander, nicht in einer Rangfolge; eine Zahl aus einer Studie lässt sich nicht auf eine andere übertragen.

47 Studien, 47 eigene Fragen

Alle im Beitrag zitierten Studien nach Thema. Filtern, Kachel öffnen und Population, Endpunkt, Ergebnis mit Unsicherheit, Grenzen und Quelle ansehen.

Jede Kachel hat ihre eigene Messgröße, Achse und Population. Die Studien stehen in keiner Rangfolge; mRS 0 bis 1, 0 bis 2 und 0 bis 3 sind verschiedene Ergebnisse.

47 von 47 Studien

  • 2005ROSIER1Lancet Neurology

    Erkennen

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Wie zuverlässig erkennt eine klinische Skala in der Notaufnahme einen Schlaganfall?

    n
    343
    Messgröße
    Diagnostische Güte

    Sensitivität 93 % (95-%-KI 89 bis 97); Spezifität 83 % (95-%-KI 77 bis 89)1

  • 2013OXVASC3Lancet Neurology

    Erkennen

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Gehen Schlaganfällen im hinteren Kreislauf öfter unbeachtete Hirnstammsymptome voraus?

    n
    1.141
    Messgröße
    Vorausgehende isolierte Hirnstammsymptome, vertebrobasilär vs karotidal

    Vorausgehende isolierte Hirnstammsymptome, vertebrobasilär vs karotidal: Odds Ratio 14,7 (95-%-KI 7,3 bis 29,5)3

  • 1995NINDS10New England Journal of Medicine

    Lyse

    Primärendpunkt zugunsten Alteplase

    Hilft Alteplase innerhalb von drei Stunden nach Beginn eines ischämischen Schlaganfalls?

    n
    624
    Messgröße
    Globaler funktioneller Endpunkt Teil 2, 90 Tage

    Globaler funktioneller Endpunkt Teil 2, 90 Tage: Odds Ratio 1,7 (95-%-KI 1,2 bis 2,6); Symptomatische Hirnblutung ≤ 36 h: 6,4 % vs. 0,6 %10

  • 2008ECASS III11New England Journal of Medicine

    Lyse

    Primärendpunkt zugunsten Alteplase

    Nützt Alteplase auch drei bis viereinhalb Stunden nach bekanntem Symptombeginn?

    n
    821
    Messgröße
    mRS 0 bis 1, 90 Tage

    mRS 0 bis 1, 90 Tage: 52,4 % vs. 45,2 %; mRS 0 bis 1, 90 Tage: Odds Ratio 1,34 (95-%-KI 1,02 bis 1,76)11

  • 2018WAKE-UP15New England Journal of Medicine

    Lyse

    Primärendpunkt zugunsten Alteplase

    Kann eine Lyse bei unbekanntem Beginn helfen, wenn die MRT ein passendes Muster zeigt?

    n
    503
    Messgröße
    mRS 0 bis 1, 90 Tage

    mRS 0 bis 1, 90 Tage: 53,3 % vs. 41,8 %; mRS 0 bis 1, 90 Tage: adjustierte Odds Ratio 1,61 (95-%-KI 1,09 bis 2,36)15

  • 2019EXTEND16New England Journal of Medicine

    Lyse

    Primärendpunkt zugunsten Alteplase

    Hilft Alteplase nach 4,5 bis 9 Stunden, wenn die Perfusionsbildgebung rettbares Gewebe zeigt?

    n
    225
    Messgröße
    mRS 0 bis 1, 90 Tage

    mRS 0 bis 1, 90 Tage: 35,4 % vs. 29,5 %; mRS 0 bis 1, 90 Tage: adjustiertes relatives Risiko 1,44 (95-%-KI 1,01 bis 2,06)16

  • 2022AcT14Lancet

    Lyse

    Nichtunterlegenheit gezeigt

    Ist Tenecteplase im Zeitfenster bis viereinhalb Stunden nicht relevant schlechter als Alteplase?

    n
    1.600
    Messgröße
    mRS 0 bis 1, 90 bis 120 Tage

    mRS 0 bis 1, 90 bis 120 Tage: 36,9 % vs. 34,8 %; Differenz in Prozentpunkten 2,1 (95-%-KI −2,6 bis 6,9)14

  • 2024TIMELESS17New England Journal of Medicine

    Lyse

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Verbessert Tenecteplase 4,5 bis 24 Stunden nach „zuletzt gesund“ das Ergebnis bei großem Verschluss?

    n
    458
    Messgröße
    Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), 90 Tage

    Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), 90 Tage: adjustierte gemeinsame Odds Ratio 1,13 (95-%-KI 0,82 bis 1,57); Symptomatische Hirnblutung: 3,2 % vs. 2,3 %17

  • 2024TRACE-III18New England Journal of Medicine

    Lyse

    Primärendpunkt zugunsten Tenecteplase

    Hilft eine späte Tenecteplase-Gabe, wenn keine Thrombektomie möglich ist?

    n
    516
    Messgröße
    mRS 0 bis 1, 90 Tage

    mRS 0 bis 1, 90 Tage: 33,0 % vs. 24,2 %; mRS 0 bis 1, 90 Tage: relatives Risiko 1,37 (95-%-KI 1,04 bis 1,81)18

  • 2026OPTION19JAMA

    Lyse

    Primärendpunkt zugunsten Tenecteplase

    Hilft Tenecteplase spät bei Menschen ohne großen Gefäßverschluss, aber mit rettbarem Gewebe?

    n
    570
    Messgröße
    mRS 0 bis 1, 90 Tage

    mRS 0 bis 1, 90 Tage: 43,6 % vs. 34,2 %; mRS 0 bis 1, 90 Tage: relatives Risiko 1,28 (95-%-KI 1,04 bis 1,57)19

  • 2015MR CLEAN20New England Journal of Medicine

    Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Verbessert die Thrombektomie bei großem Verschluss vorn innerhalb von sechs Stunden das Ergebnis?

    n
    500
    Messgröße
    mRS 0 bis 2, 90 Tage

    mRS 0 bis 2, 90 Tage: 32,6 % vs. 19,1 %; Differenz in Prozentpunkten 13,5 (95-%-KI 5,9 bis 21,2); Primärendpunkt Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), 90 Tage: adjustierte gemeinsame Odds Ratio 1,67 (95-%-KI 1,21 bis 2,3)20

  • 2018DAWN4New England Journal of Medicine

    Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Hilft die Thrombektomie 6 bis 24 Stunden nach „zuletzt gesund“ bei passender Bildgebung?

    n
    206
    Messgröße
    mRS 0 bis 2, 90 Tage

    mRS 0 bis 2, 90 Tage: 49 % vs. 13 %; mRS 0 bis 2, 90 Tage: adjustierte Differenz in Prozentpunkten 33 (95-%-Kredibilitätsintervall 24 bis 44)4

  • 2018DEFUSE 39New England Journal of Medicine

    Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Hilft die Thrombektomie 6 bis 16 Stunden nach Beginn, wenn Perfusionsbilder gefährdetes Gewebe zeigen?

    n
    182
    Messgröße
    mRS 0 bis 2, 90 Tage

    mRS 0 bis 2, 90 Tage: 45 % vs. 17 %; Primärendpunkt Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), 90 Tage: gemeinsame Odds Ratio 2,77 (95-%-KI 1,63 bis 4,7)9

  • 2022ATTENTION23New England Journal of Medicine

    Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Hilft die Thrombektomie bei einem Verschluss der Basilararterie innerhalb von zwölf Stunden?

    n
    340
    Messgröße
    mRS 0 bis 3, 90 Tage

    mRS 0 bis 3, 90 Tage: 46 % vs. 23 %; mRS 0 bis 3, 90 Tage: adjustiertes relatives Risiko 2,06 (95-%-KI 1,46 bis 2,91)23

  • 2023SELECT221New England Journal of Medicine

    Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Können Menschen mit großem Infarktkern noch von einer Thrombektomie profitieren?

    n
    352
    Messgröße
    mRS 0 bis 2, 90 Tage

    mRS 0 bis 2, 90 Tage: 20 % vs. 7 %; Primärendpunkt Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), 90 Tage: generalisierte Odds Ratio 1,51 (95-%-KI 1,2 bis 1,89)21

  • 2023ANGEL-ASPECT22New England Journal of Medicine

    Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Endovaskulär

    Bestätigt sich der Nutzen bei großem Infarkt im vorderen Kreislauf, und wie oft blutet es?

    n
    456
    Messgröße
    Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), 90 Tage

    Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), 90 Tage: generalisierte Odds Ratio 1,37 (95-%-KI 1,11 bis 1,69); Symptomatische Hirnblutung: 6,1 % vs. 2,7 %22

  • 2025DISTAL24New England Journal of Medicine

    Thrombektomie

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Nützt die Thrombektomie bei mittelgroßen und distalen Verschlüssen?

    n
    543
    Messgröße
    Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), 90 Tage

    Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), 90 Tage: gemeinsame Odds Ratio 0,9 (95-%-KI 0,67 bis 1,22); Symptomatische Hirnblutung: 5,9 % vs. 2,6 %24

  • 2025ESCAPE-MeVO25New England Journal of Medicine

    Thrombektomie

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Verbessert die Thrombektomie bei mittelgroßen Verschlüssen mit günstiger Bildgebung das Ergebnis?

    n
    530
    Messgröße
    mRS 0 bis 1, 90 Tage

    mRS 0 bis 1, 90 Tage: 41,6 % vs. 43,1 %; mRS 0 bis 1, 90 Tage: adjustiertes relatives Risiko 0,95 (95-%-KI 0,79 bis 1,15)25

  • 2026ORIENTAL-MeVO26New England Journal of Medicine

    Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Thrombektomie

    Hilft die Thrombektomie bei mittelgroßen Verschlüssen mit moderaten bis schweren Ausfällen?

    n
    563
    Messgröße
    mRS 0 bis 2, 90 Tage

    mRS 0 bis 2, 90 Tage: 58,6 % vs. 46,6 %; mRS 0 bis 2, 90 Tage: adjustiertes Rate Ratio 1,24 (95-%-KI 1,07 bis 1,44)26

  • 2026ATTRACTION27Lancet

    Thrombektomie

    Primärendpunkt zugunsten Tirofiban

    Verbessert Tirofiban nach erfolgreicher Thrombektomie das funktionelle Ergebnis?

    n
    1.380
    Messgröße
    mRS 0 bis 2, 90 Tage

    mRS 0 bis 2, 90 Tage: 49 % vs. 43 %; Differenz in Prozentpunkten 6,1 (95-%-KI 0,8 bis 11,3); mRS 0 bis 2, 90 Tage: adjustiertes relatives Risiko 1,15 (95-%-KI 1,03 bis 1,27)27

  • 2002ISAT31Lancet

    Blutung

    Primärendpunkt zugunsten Coiling

    Ist Coiling oder Clipping bei einem gerissenen Aneurysma, das für beide geeignet ist, günstiger?

    n
    2.143
    Messgröße
    Tod/Abhängigkeit, 1 Jahr

    Tod/Abhängigkeit, 1 Jahr: 23,7 % vs. 30,6 %; absolute Risikosenkung in Prozentpunkten 6,9 (95-%-KI 2,5 bis 11,3)31

  • 2013Ottawa-SAH-Regel7JAMA

    Blutung

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Wie sicher erkennt eine Entscheidungsregel eine Subarachnoidalblutung in der Notaufnahme?

    n
    2.131
    Messgröße
    Diagnostische Güte

    Sensitivität 100 % (95-%-KI 97,2 bis 100); Spezifität 15,3 % (95-%-KI 13,8 bis 16,9)7

  • 2023INTERACT328Lancet

    Blutung

    Primärendpunkt zugunsten Bündel

    Verbessert ein strukturiertes Behandlungsbündel bei Hirnblutung das Ergebnis nach sechs Monaten?

    n
    7.036
    Messgröße
    Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), sechs Monate (schlechteres Ergebnis)

    Verteilung der Behinderungsgrade (mRS), sechs Monate (schlechteres Ergebnis): gemeinsame Odds Ratio 0,86 (95-%-KI 0,76 bis 0,97); Werte unter 1 = günstiger mit Bündel28

  • 2024ANNEXA-I29New England Journal of Medicine

    Blutung

    Primärendpunkt zugunsten Andexanet

    Kontrolliert Andexanet eine Hirnblutung unter Faktor-Xa-Hemmern besser als die übliche Behandlung?

    n
    530
    Messgröße
    Hämostatische Wirksamkeit, adjustierte Differenz

    Hämostatische Wirksamkeit, adjustierte Differenz: 67,0 % vs. 53,1 %; Differenz in Prozentpunkten 13,4 (95-%-KI 4,6 bis 22,2)29

  • 2024ENRICH30New England Journal of Medicine

    Blutung

    Primärendpunkt zugunsten Operation

    Hilft eine frühe, wenig invasive Operation bei ausgewählten Hirnblutungen?

    n
    300
    Messgröße
    Utility-gewichteter mRS, 180 Tage

    Utility-gewichteter mRS nach 180 Tagen (Skala 0 bis 1): 0,458 vs. 0,374; Differenz 0,084 (95-%-Kredibilitätsintervall 0,005 bis 0,163)30

  • 2011AVERROES12New England Journal of Medicine

    Vorhofflimmern und Antikoagulation

    Primärendpunkt zugunsten Apixaban

    Schützt Apixaban Menschen mit Vorhofflimmern besser vor Schlaganfällen als ASS?

    n
    5.599
    Dauer
    Mittel 1,1 Jahre
    Messgröße
    Schlaganfall/systemische Embolie

    Schlaganfall/systemische Embolie: 1,6 vs. 3,7 (Prozent pro Jahr); HR 0,45 (95-%-KI 0,32 bis 0,62)12

  • 2018NAVIGATE ESUS39New England Journal of Medicine

    Vorhofflimmern und Antikoagulation

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Hilft Rivaroxaban nach einem embolisch erscheinenden Hirninfarkt ohne gefundene Quelle?

    n
    7.213
    Dauer
    Median 11 Monate
    Messgröße
    Primärer Endpunkt

    Primärer Endpunkt: 5,1 vs. 4,8 (Prozent pro Jahr); HR 1,07 (95-%-KI 0,87 bis 1,33)39

  • 2021LAAOS III32New England Journal of Medicine

    Vorhofflimmern und Antikoagulation

    Primärendpunkt zugunsten Verschluss

    Senkt ein zusätzlicher Vorhofohrverschluss während einer Herzoperation das Schlaganfallrisiko?

    n
    4.770
    Dauer
    Mittel 3,8 Jahre
    Messgröße
    Primärer kombinierter Endpunkt

    Primärer kombinierter Endpunkt: 4,8 vs. 7,0 Prozent; HR 0,67 (95-%-KI 0,53 bis 0,85)32

  • 2023ELAN34New England Journal of Medicine

    Vorhofflimmern und Antikoagulation

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Ist ein früherer Beginn der Antikoagulation nach Hirninfarkt mit Vorhofflimmern vertretbar?

    n
    2.013
    Dauer
    Primär 30 Tage
    Messgröße
    Primärer Endpunkt

    Primärer Endpunkt: 2,9 vs. 4,1 Prozent; Risikodifferenz −1,18 Prozentpunkte (95-%-KI −2,84 bis +0,47)34

  • 2024OPTIMAS35Lancet

    Vorhofflimmern und Antikoagulation

    Nichtunterlegenheit gezeigt

    Ist ein Beginn innerhalb von vier Tagen nicht schlechter als ein Beginn an Tag sieben bis vierzehn?

    n
    3.621
    Dauer
    90 Tage
    Messgröße
    Kombinierter Endpunkt, 90 Tage

    Kombinierter Endpunkt nach 90 Tagen: 3,3 % vs. 3,3 %; adjustierte Differenz 0,0 Prozentpunkte (95-%-KI −1,1 bis +1,2); Nichtunterlegenheitsgrenze 2 Prozentpunkte35

  • 2012SPS3 (Plättchenhemmung)41New England Journal of Medicine

    Plättchenhemmung

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Schützt eine langfristige Kombination nach lakunärem Infarkt besser als ASS allein?

    n
    3.020
    Dauer
    Mittel 3,4 Jahre
    Messgröße
    Erneuter Schlaganfall

    Erneuter Schlaganfall: 2,5 vs. 2,7 (Prozent pro Jahr); HR 0,92 (95-%-KI 0,72 bis 1,16)41

  • 2013CHANCE47New England Journal of Medicine

    Plättchenhemmung

    Primärendpunkt zugunsten Kombination

    Senkt eine kurze Kombination von Plättchenhemmern nach leichtem Schlaganfall oder TIA das Risiko?

    n
    5.170
    Dauer
    90 Tage
    Messgröße
    Schlaganfall

    Schlaganfall: 8,2 vs. 11,7 Prozent; HR 0,68 (95-%-KI 0,57 bis 0,81)47

  • 2018POINT49New England Journal of Medicine

    Plättchenhemmung

    Primärendpunkt zugunsten Kombination

    Wie verhalten sich Nutzen und Blutungen bei 90 Tagen ASS plus Clopidogrel?

    n
    4.881
    Dauer
    90 Tage
    Messgröße
    Primärer Endpunkt

    Primärer Endpunkt: 5,0 vs. 6,5 Prozent; HR 0,75 (95-%-KI 0,59 bis 0,95)49

  • 2020THALES48New England Journal of Medicine

    Plättchenhemmung

    Primärendpunkt zugunsten Ticagrelor + ASS

    Senkt ASS plus Ticagrelor über 30 Tage Schlaganfall oder Tod?

    n
    11.016
    Dauer
    30 Tage
    Messgröße
    Schlaganfall oder Tod

    Schlaganfall oder Tod: 5,5 vs. 6,6 Prozent; HR 0,83 (95-%-KI 0,71 bis 0,96)48

  • 1991NASCET44New England Journal of Medicine

    Gefäße, LDL, Blutdruck

    Primärendpunkt zugunsten Operation + Medikamente

    Hilft eine Operation bei hochgradiger, symptomatischer Verengung der Halsschlagader?

    n
    659
    Dauer
    2 Jahre
    Messgröße
    Ipsilateraler Schlaganfall

    Ipsilateraler Schlaganfall: 9 vs. 26 (kumulatives Risiko in Prozent nach 2 Jahren)44

  • 2001PROGRESS51Lancet

    Gefäße, LDL, Blutdruck

    Primärendpunkt zugunsten Perindopril-basiert

    Senkt eine perindoprilbasierte Blutdruckbehandlung nach Schlaganfall oder TIA erneute Schlaganfälle?

    n
    6.105
    Dauer
    Mittel rund 4 Jahre
    Messgröße
    Schlaganfall

    Schlaganfall: 10,1 vs. 13,8 Prozent51

  • 2006SPARCL13New England Journal of Medicine

    Gefäße, LDL, Blutdruck

    Primärendpunkt zugunsten Atorvastatin

    Senkt hoch dosiertes Atorvastatin nach Schlaganfall oder TIA erneute Schlaganfälle?

    n
    4.731
    Dauer
    Median 4,9 Jahre
    Messgröße
    Schlaganfall

    Schlaganfall: 11,2 vs. 13,1 (roher Anteil in Prozent); adjustierte HR 0,84 (95-%-KI 0,71 bis 0,99)13

  • 2011SAMMPRIS45New England Journal of Medicine

    Gefäße, LDL, Blutdruck

    Primärendpunkt ungünstiger mit Stent + Medikamente

    Ist ein Stent bei hochgradiger Verengung im Schädel besser als intensive Medikamente allein?

    n
    451
    Messgröße
    Schlaganfall oder Tod binnen 30 Tagen

    Schlaganfall oder Tod binnen 30 Tagen: 14,7 vs. 5,8 Prozent45

  • 2013SPS3 (Blutdruck)40Lancet

    Gefäße, LDL, Blutdruck

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Ist ein systolisches Ziel unter 130 mmHg nach lakunärem Infarkt günstiger als 130 bis 149?

    n
    3.020
    Dauer
    Mittel 3,7 Jahre
    Messgröße
    Erneuter Schlaganfall

    Erneuter Schlaganfall: 2,25 vs. 2,77 (Prozent pro Jahr); HR 0,81 (95-%-KI 0,64 bis 1,03)40

  • 2020Treat Stroke to Target46New England Journal of Medicine

    Gefäße, LDL, Blutdruck

    Primärendpunkt zugunsten < 70 mg/dl

    Ist ein LDL-Ziel unter 70 mg/dl günstiger als 90 bis 110 mg/dl?

    n
    2.860
    Dauer
    Median 3,5 Jahre
    Messgröße
    Primärer kombinierter Endpunkt

    Primärer kombinierter Endpunkt: 8,5 vs. 10,9 Prozent; adjustierte HR 0,78 (95-%-KI 0,61 bis 0,98)46

  • 2015AVERT54Lancet

    Reha

    Primärendpunkt ungünstiger mit sehr früh, mehr

    Ist eine sehr frühe, intensivere Mobilisierung innerhalb von 24 Stunden günstiger?

    n
    2.104
    Dauer
    3 Monate
    Messgröße
    Günstiges funktionelles Ergebnis

    Günstiges funktionelles Ergebnis: 46 vs. 50 Prozent; adjustierte OR 0,73 (95-%-KI 0,59 bis 0,9)54

  • 2017ATTEND55Lancet

    Reha

    Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

    Verbessert ein strukturiertes Angehörigenprogramm das Ergebnis nach sechs Monaten?

    n
    1.250
    Dauer
    6 Monate
    Messgröße
    Tod oder Abhängigkeit

    Tod oder Abhängigkeit: 47 vs. 47 (gerundete Prozent); OR 0,98 (95-%-KI 0,78 bis 1,23)55

  • 1993TOAST43Stroke

    Ursachen und Alltag

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Wie lassen sich Ursachen eines Hirninfarkts einheitlich einteilen?

    n
    20
    Messgröße
    Übereinstimmung der Einteilung

    Übereinstimmung zweier unabhängiger Beurteilungen: 19 von 20 Fällen (95 %)43

  • 2016INTERSTROKE50Lancet

    Ursachen und Alltag

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Welche Lebensstilfaktoren sind mit einem ersten Schlaganfall verbunden?

    n
    26.919
    Messgröße
    Assoziation mit erstem Schlaganfall

    Regelmäßige Aktivität: OR 0,6 (99-%-KI 0,52 bis 0,7); Günstigere Ernährung: OR 0,6 (99-%-KI 0,53 bis 0,67); Aktuelles Rauchen: OR 1,67 (99-%-KI 1,49 bis 1,87); Hoher Alkoholkonsum: OR 2,09 (99-%-KI 1,64 bis 2,67)50

  • 2017CLOSE38New England Journal of Medicine

    Ursachen und Alltag

    Primärendpunkt zugunsten Verschluss + Plättchenhemmung

    Senkt ein PFO-Verschluss bei ausgewählten jüngeren Menschen erneute Schlaganfälle?

    n
    663
    Dauer
    Mittel 5,3 Jahre
    Messgröße
    Erneuter Schlaganfall

    Erneuter Schlaganfall über durchschnittlich 5,3 Jahre: 0 von 238 vs. 14 von 235; HR 0,03 (95-%-KI 0 bis 0,26); Vorhofflimmern 4,6 % vs. 0,9 %; Verfahrenskomplikationen 5,9 %38

  • 2017IRIS (Rauchstopp)52Neurology

    Ursachen und Alltag

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Wie verläuft es für Menschen, die nach Schlaganfall oder TIA mit dem Rauchen aufhören?

    n
    3.876
    Messgröße
    Kombinierter Endpunkt, beobachtete Assoziation

    Kombinierter Endpunkt, beobachtete Assoziation: 15,7 vs. 22,6 (geschätztes 5-Jahres-Risiko in Prozent); adjustierte HR 0,66 (95-%-KI 0,48 bis 0,9)52

  • 2020AAN-Empfehlung PFO36Neurology

    Ursachen und Alltag

    Diagnostik oder Beobachtung, keine Therapieprüfung

    Wann erklärt ein PFO einen Schlaganfall, und was muss vorher geprüft werden?

    Messgröße
    Diagnostische Einordnung

    Keine Effektzahl: Empfehlung auf Grundlage einer systematischen Evidenzbewertung.

    Keine gepoolten Wirksamkeitszahlen übernommen36

  • geprüfte Behandlung
  • Vergleichsgruppe
  • Sicherheit (z. B. Blutung)
  • kein Unterschied

KernsatzOb Patientenauswahl, Verfahren oder weitere Faktoren die Unterschiede erklären, lässt sich aus getrennten Studien nicht sicher bestimmen.242526

Alle 47 Studien als Tabelle
StudieThemaPopulation / nPrimärer EndpunktErgebnisGrenzen
ROSIER (2005)1ErkennenNotaufnahme; separate prospektive Validierung mit 173 Verdachtsfällen.; n = 343Schlaganfallerkennung gegen abschließende klinische Diagnose.Sensitivität 93% (95%-KI 89 bis 97), Spezifität 83% (77 bis 89) in der Validierung.Ein Zentrum; professionelle Untersuchung. Keine Validierung von FAST als Selbsttest.
OXVASC (2013)3ErkennenIschämische Schlaganfälle; 1034 territorial klassifizierbar: 275 vertebrobasilär, 759 karotidal.; n = 1.141Isolierte Hirnstammsymptome in den vorausgehenden 90 Tagen.45/275 gegenüber 10/759; OR 14,7 (95%-KI 7,3 bis 29,5).Vorausgehende Symptome anamnestisch; kein Risiko-Schätzer für beliebige Schwindelpatienten.
NINDS (1995)10LyseIschämischer Schlaganfall, Behandlung innerhalb von drei Stunden; Teil 1:291, Teil 2:333.; n = 624Teil 2: globaler funktioneller Endpunkt nach 90 Tagen über vier Skalen.Globaler OR 1,7 (95%-KI 1,2 bis 2,6); symptomatische ICH 6,4% vs 0,6% innerhalb 36 h.24-h-Primärendpunkt von Teil 1 nicht positiv; historisch ausgewählte Population.
ECASS III (2008)11Lyse418 Alteplase, 403 Placebo; 3 bis 4,5 h; CT-Ausschluss von Blutung und ausgeprägtem Infarkt.; n = 821mRS 0 bis 1 nach 90 Tagen.52,4% vs 45,2%; OR 1,34 (95%-KI 1,02 bis 1,76); symptomatische ICH 2,4% vs 0,2%.Studienselektion; Zahlen nicht als individuelle Prognose oder Effekt jedes heutigen Lyseprotokolls verwenden.
WAKE-UP (2018)15Lyse254 Alteplase, 249 Placebo; unbekannter Beginn, DWI-positiv/FLAIR-negativ; geplante Thrombektomie ausgeschlossen.; n = 503mRS 0 bis 1 nach 90 Tagen.53,3% vs 41,8%; adjustierter OR 1,61 (95%-KI 1,09 bis 2,36); sICH 2,0% vs 0,4%.Vorzeitig wegen Finanzierungsende gestoppt; MRT-Muster datiert den Beginn nicht exakt.
EXTEND (2019)16Lyse113 Alteplase, 112 Placebo; perfusionsselektiert 4,5 bis 9 h oder Aufwachschlaganfall innerhalb 9 h ab Schlafmitte.; n = 225mRS 0 bis 1 nach 90 Tagen.35,4% vs 29,5%; adjustiertes RR 1,44 (95%-KI 1,01 bis 2,06); sICH 6,2% vs 0,9%.Vorzeitig gestoppt; unadjustiertes RR und ordinaler Sekundärendpunkt nicht signifikant. Erratum zu tertiären neurologischen Endpunkten geprüft.
AcT (2022)14LyseKanada; behindernder ischämischer Schlaganfall, IV-Lyse innerhalb 4,5 h; ITT 1577.; n = 1.600mRS 0 bis 1 nach 90 bis 120 Tagen; Nichtunterlegenheitsgrenze −5 Prozentpunkte.36,9% vs 34,8%; Risikodifferenz 2,1 Prozentpunkte (95%-KI −2,6 bis 6,9); sICH 3,4% vs 3,2%.Nichtunterlegenheit, kein bewiesener Überlegenheitsvorteil; offene Behandlung.
TIMELESS (2024)17Lyse228 Tenecteplase, 230 Placebo; ICA/MCA-Verschluss, Perfusionsselektion 4,5 bis 24 h seit zuletzt gesund; 77,3% Thrombektomie.; n = 458Ordinaler mRS nach 90 Tagen.Median 3 vs 3; adjustierter common OR 1,13 (95%-KI 0,82 bis 1,57); sICH 3,2% vs 2,3%.Kein funktioneller Vorteil nachgewiesen; überwiegende Thrombektomie begrenzt Übertragbarkeit auf deren Nichtverfügbarkeit.
TRACE-III (2024)18LyseChina; 264 Tenecteplase, 252 Standardtherapie; großer ICA/MCA-Verschluss mit rettbarem Gewebe, 4,5 bis 24 h seit zuletzt gesund, kein Zugang zu Thrombektomie.; n = 516mRS 0 bis 1 nach 90 Tagen.33,0% vs 24,2%; RR 1,37 (95%-KI 1,04 bis 1,81); sICH 3,0% vs 0,8%.Sehr spezielle Versorgungssituation; weniger als 2% Rescue-Thrombektomie. Kein Ersatz für verfügbare Thrombektomie ableitbar.
OPTION (2026)19Lyse48 Zentren China; 282 Tenecteplase, 284 Standard analysiert; non-LVO, perfusionsbildgebend rettbares Gewebe, 4,5 bis 24 h seit zuletzt gesund.; n = 570mRS 0 bis 1 nach 90 Tagen123/282 (43,6%) vs 97/284 (34,2%); RR 1,28 (95%-KI 1,04 bis 1,57). sICH 2,8% vs 0%; berichtete RD 2,85 Prozentpunkte (1,16 bis 5,54).Bildgebende Selektion, offene Behandlung, China; 4 Personen nach Randomisierung ausgeschlossen. Mehr symptomatische Blutungen; keine allgemeine späte Lyse oder Zulassung/Standard ableitbar.
MR CLEAN (2015)20ThrombektomieNiederlande; 233 intraarterielle Therapie, 267 Standardtherapie; proximaler vorderer Gefäßverschluss, innerhalb 6 h; 502 randomisiert, 500 analysiert.; n = 500Ordinaler mRS nach 90 Tagen.Adjustierter common OR 1,67 (95%-KI 1,21 bis 2,30); mRS 0 bis 2:32,6% vs 19,1%; Differenz 13,5 Prozentpunkte (5,9 bis 21,2).Verschiedene endovaskuläre Techniken; überwiegend zusätzliche IV-Alteplase; kein isolierter Vergleich einzelner Geräte.
DAWN (2018)4Thrombektomie107 Thrombektomie, 99 Kontrolle; ICA/proximale MCA, 6 bis 24 h seit zuletzt gesund; altersabhängige Diskrepanz klinischer Schwere/Infarktgröße.; n = 206Zwei koprimäre Endpunkte: utility-mRS und mRS 0 bis 2 nach 90 Tagen.Utility-mRS 5,5 vs 3,4; adjustierte Differenz 2,0 (95%-Kredibilitätsintervall 1,1 bis 3,0). mRS 0 bis 2:49% vs 13%; adjustierte Differenz 33 Prozentpunkte (24 bis 44).Vorzeitig gestoppt; starke Selektion. Bayesianische Intervalle sind Kredibilitätsintervalle.
DEFUSE 3 (2018)9Thrombektomie92 Thrombektomie, 90 Standard; ICA/proximale MCA; 6 bis 16 h seit zuletzt gesund, Kern <70 ml, Perfusionsmismatch ≥1,8.; n = 182Ordinaler mRS nach 90 Tagen.Common OR 2,77 (95%-KI 1,63 bis 4,70); mRS 0 bis 2:45% vs 17%; RR 2,67 (1,60 bis 4,48).Vorzeitig gestoppt; Bildgebungsmodelle sind Näherungen der Gewebevitalität, keine direkte Neuronenzählung.
ATTENTION (2022)23ThrombektomieChina; 226 Thrombektomie, 114 Standard; ausgewählter Basilarisverschluss, innerhalb 12 h.; n = 340mRS 0 bis 3 nach 90 Tagen.46% vs 23%; adjustiertes RR 2,06 (95%-KI 1,46 bis 2,91); Tod 37% vs 55%; sICH 5% vs 0%.mRS 0 bis 3 ist nicht funktionelle Unabhängigkeit (0 bis 2); ausgesuchte Population; prozedurale Komplikationen.
SELECT2 (2023)21Thrombektomie178 Thrombektomie, 174 Standard; ICA/M1, ≤24 h seit zuletzt gesund; ASPECTS 3 bis 5 oder Kern ≥50 ml.; n = 352Ordinaler mRS nach 90 Tagen.Generalisierter OR 1,51 (95%-KI 1,20 bis 1,89); mRS 0 bis 2: 20% vs 7%; RR 2,97 (1,60 bis 5,51).Vorzeitig gestoppt; vaskuläre Komplikationen. Korrektur 2024 zu Kernmessung: CT-Planimetrie in 48 Fällen eingesetzt, teils außerhalb der vorgesehenen Bedingung.
ANGEL-ASPECT (2023)22ThrombektomieChina; 231 endovaskulär, 225 medizinisch; großer vorderer Infarkt, ASPECTS 3 bis 5 oder selektierter Kern 70 bis 100 ml; ≤24 h.; n = 456Ordinaler mRS nach 90 Tagen.Generalisierter OR 1,37 (95%-KI 1,11 bis 1,69); sICH 6,1% vs 2,7%; jede ICH 49,1% vs 17,3%.Vorzeitig gestoppt; bildgebend ausgewählte Population; mehr Blutungen, nicht jede radiologische Blutung symptomatisch.
DISTAL (2025)24Thrombektomie271 EVT, 272 Standard; mittelgroße/distale ausgewählte Gefäße einschließlich nichtdominanter/kodominanter M2, M3/M4, ACA/PCA; ≤24 h seit zuletzt gesund.; n = 543Ordinaler mRS nach 90 Tagen.Common OR 0,90 (95%-KI 0,67 bis 1,22); sICH 5,9% vs 2,6%.Kein Vorteil nachgewiesen; keine Aussage über jede denkbare Subgruppe. Unterschiedliche Mortalitätsangaben in abgerufenen Versionen werden nicht übernommen.
ESCAPE-MeVO (2025)25Thrombektomie255 EVT, 275 Standard; fünf Länder; MeVO, günstige Bildgebung, ≤12 h seit zuletzt gesund.; n = 530mRS 0 bis 1 nach 90 Tagen.41,6% vs 43,1%; adjustiertes RR 0,95 (95%-KI 0,79 bis 1,15). Mortalität 13,3% vs 8,4%; adjustiertes HR 1,82 (1,06 bis 3,12).Kein Nutzen; höhere Mortalität und numerisch mehr sICH (5,4% vs 2,2%). Analysesätze bei Sicherheitsendpunkten unterscheiden sich.
ORIENTAL-MeVO (2026)26Thrombektomie48 Zentren China; 280 EVT, 283 medizinisch; mittelgroßer Verschluss, moderate/schwere Ausfälle; Einschluss NIHSS ≥6, Median 10 (berichtete Spanne 3 bis 36); ≤24 h.; n = 563mRS-Shift nach 90 Tagen geplant; wegen Verletzung der Proportional-Odds-Annahme wurde der vorab spezifizierte alternative Primärendpunkt funktionelle Unabhängigkeit (mRS 0 bis 2) nach 90 Tagen verwendet. Im Originalabstract bestätigt; Protokoll/Supplement nicht geprüft.Im vollständig indexierten PubMed-Originalabstract geprüft: 280 EVT plus 283 Kontrolle; NIHSS-Median 10; mRS 0 bis 2 nach 90 Tagen 58,6% vs 46,6%; adjustiertes rate ratio 1,24 (95%-KI 1,07 bis 1,44), P=0,004; sICH 4,7% vs 2,2%; 90-Tage-Mortalität 11,1% vs 10,2%.Zahlen und vorab spezifizierter Endpunktwechsel im vollständig indexierten PubMed-Originalabstract geprüft. Direkter PubMed-/NEJM-Inhaltsabruf, Volltext und Supplement weiterhin offen; keine Volltext- oder Protokollverifikation behaupten. Eine chinesische Population; anderer Schweregrad und funktioneller Endpunkt als in den negativen 2025-Studien; kein direkter randomisierter Vergleich zwischen Studien. Vorab vorgesehene Änderung der Primäranalyse; keine kausale Erklärung für Studienunterschiede; keine Zulassungs-/Standardbehauptung.
ATTRACTION (2026)27Thrombektomie82 Krankenhäuser China; 689 Tirofiban, 691 Placebo; vorderer LVO, bereits erfolgreiche Thrombektomie-Reperfusion; 99% Han-chinesisch.; n = 1.380mRS 0 bis 2 nach 90 Tagen (ITT)340/689 (49%) vs 299/691 (43%); unadjustierte RD 6,1 Prozentpunkte (95%-KI 0,8 bis 11,3); adjustiertes RR 1,15 (1,03 bis 1,27). sICH 82/687 (12%) vs 65/691 (9%), nicht signifikant.Spezielle Situation nach erfolgreicher Reperfusion; ethnisch/geografisch begrenzte Übertragbarkeit. Numerisch mehr sICH, Nichtsignifikanz beweist keine Gleichheit oder Sicherheit. Keine allgemeine Zusatzmedikation nach jedem Schlaganfall, keine Zulassungs-/Standardbehauptung.
ISAT (2002)31Blutung1073 Coiling, 1070 Clipping; rupturiertes Aneurysma für beide Verfahren geeignet; berichtete Einjahresdaten 801/793.; n = 2.143Tod oder Abhängigkeit (mRS 3 bis 6) nach einem Jahr.23,7% vs 30,6%; absolute Risikoreduktion 6,9 Prozentpunkte (95%-KI 2,5 bis 11,3).Vorläufige Einjahresanalyse, Per-Protokoll-Analyse; selektierte Anatomie, historische Techniken; keine allgemeine Coilingpflicht.
Ottawa-SAH-Regel (2013)7BlutungZehn kanadische Notaufnahmen; wache Patienten mit nichttraumatischem Kopfschmerzmaximum innerhalb 1 h, normaler neurologischer Untersuchung; 132 SAH.; n = 2.131Sensitivität/Spezifität der klinischen Entscheidungsregel für SAH.Sensitivität 100% (95%-KI 97,2 bis 100), Spezifität 15,3% (13,8 bis 16,9).Eng definierte Population; geringe Spezifität; kein Selbsttest und keine Entwarnung aufgrund unauffälliger Untersuchung allein.
INTERACT3 (2023)28Blutung121 Krankenhäuser in zehn Ländern, neun LMIC; 3221 Bündel, 3815 Standard; primäre Daten 6255.; n = 7.036Ordinaler mRS nach sechs Monaten.Common OR für schlechteres Ergebnis 0,86 (95%-KI 0,76 bis 0,97); binärer Tod/Abhängigkeit-Endpunkt nicht signifikant.Bündelwirkung nicht Einzelmaßnahme; fehlende Endpunkte, Zentrenausschlüsse und zeitliche Modellanpassung; eingeschränkte Übertragbarkeit.
ANNEXA-I (2024)29Blutung263 Andexanet, 267 Standard (85,5% PCC); Faktor-Xa-Hemmer innerhalb 15 h vor ICH; Wirksamkeit interim 452.; n = 530Hämostatische Wirksamkeit: Hämatomwachstum ≤35%, NIHSS-Zunahme <7, keine Rescue-Therapie, bis 12 h.67,0% vs 53,1%; adjustierte Differenz 13,4 Prozentpunkte (95%-KI 4,6 bis 22,2); Thrombosen 10,3% vs 5,6%; ischämischer Schlaganfall 6,5% vs 1,5%.Surrogatnaher kombinierter Endpunkt; kein erkennbarer mRS-/Sterbevorteil nach 30 Tagen. Fachärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung, keine pauschale Empfehlung.
ENRICH (2024)30Blutung150 Operation, 150 Standard; lobäre/vordere Basalganglien-ICH 30 bis 80 ml; Eingriff innerhalb 24 h seit zuletzt gesund.; n = 300Utility-gewichteter mRS nach 180 Tagen (0 bis 1, höher besser).0,458 vs 0,374; Differenz 0,084 (95%-Bayes-Kredibilitätsintervall 0,005 bis 0,163); Tod 30 d:9,3% vs 18,0%.Nach 175 Teilnehmenden nur noch lobäre ICH; Vorteil vor allem lobär. Keine Gleichsetzung mit Anteil unabhängig lebender Patienten.
AVERROES (2011)12Vorhofflimmern und AntikoagulationVorhofflimmern, erhöhtes Schlaganfallrisiko, Vitamin-K-Antagonisten ungeeignet; n = 5.599Schlaganfall oder systemische EmbolieSchlaganfall/systemische Embolie: 1,6 vs. 3,7 (Prozent pro Jahr), HR 0,45 (95-%-KI 0,32 bis 0,62)Nicht ausschließlich Sekundärprävention; AF mit erhöhtem Risiko und ungeeigneter Vitamin-K-Antagonisten-Therapie. Vorzeitig wegen Nutzen beendet; mittlere Nachbeobachtung 1,1 Jahre; kein Beleg für risikofreie Antikoagulation. Kombination ASS plus DOAC in dieser Studie nicht randomisiert geprüft; Gesprächsempfehlung zur gesonderten Indikation, keine absolute Verbotsaussage.
NAVIGATE ESUS (2018)39Vorhofflimmern und AntikoagulationEmbolisch erscheinender Hirninfarkt ohne bestimmte Ursache; n = 7.213Erneuter Schlaganfall jeder Art oder systemische EmboliePrimärer Endpunkt: 5,1 vs. 4,8 (Prozent pro Jahr), HR 1,07 (95-%-KI 0,87 bis 1,33); ISTH schwere Blutung: 1,8 vs. 0,7 (Prozent pro Jahr), HR 2,72 (95-%-KI 1,68 bis 4,39)ESUS ohne ≥50% relevante Stenose, Lakune oder identifizierte kardiale Emboliequelle. Vorzeitig wegen Blutungen und fehlendem Nutzen beendet; keine Aussage gegen Antikoagulation bei nachgewiesenem AF.
LAAOS III (2021)32Vorhofflimmern und AntikoagulationVorhofflimmern und aus anderem Grund geplante Herzoperation; n = 4.770Ischämischer Schlaganfall oder systemische EmboliePrimärer kombinierter Endpunkt: 4,8 vs. 7 (Prozent), HR 0,67 (95-%-KI 0,53 bis 0,85)4811 randomisiert, 4770 in primärer Auswertung nach Herzoperation. Herzoperation aus anderer Indikation und AF, CHA2DS2-VASc ≥2; nicht ausschließlich nach Schlaganfall. 76,8% weiterhin Antikoagulation nach 3 Jahren; kein Vergleich Verschluss statt Antikoagulation. Kein Beleg für perkutanen Verschluss.
ELAN (2023)34Vorhofflimmern und AntikoagulationIschämischer Schlaganfall mit Vorhofflimmern; n = 2.013Erneuter ischämischer Schlaganfall, systemische Embolie, schwere extrakranielle Blutung, symptomatische intrakranielle Blutung oder vaskulärer TodPrimärer Endpunkt: 2,9 vs. 4,1 (Prozent)Bildgebungsabhängige Infarktgröße bestimmt Zeitfenster. Primärer 95%-Unsicherheitsbereich umfasst fehlenden Unterschied; kein Überlegenheits- oder Gleichheitsnachweis. Keine Selbstmedikationsanweisung; Auswahl und Blutungsbefunde beachten.
OPTIMAS (2024)35Vorhofflimmern und AntikoagulationErwachsene mit akutem ischämischem Schlaganfall und AF, Unsicherheit über geeigneten DOAC-Beginn; n = 3.621Erneuter ischämischer Schlaganfall, symptomatische intrakranielle Blutung, unklassifizierter Schlaganfall oder systemische Embolie3648 randomisiert, 3621 modifizierte ITT nach 27 Ausschlüssen/Einwilligungsrücknahmen. Nichtunterlegenheit mit 2-Prozentpunkte-Grenze, keine Überlegenheit oder strikte Gleichheit. Ärztliche Unsicherheit über DOAC-Zeitpunkt war Einschlusskriterium; Ergebnisse nicht ungeprüft auf jede Blutungssituation übertragen.
SPS3 (Plättchenhemmung) (2012)41PlättchenhemmungMRT-bestätigter symptomatischer lakunärer Infarkt binnen 180 Tagen; n = 3.020Erneuter ischämischer Schlaganfall oder intrakranielle BlutungErneuter Schlaganfall: 2,5 vs. 2,7 (Prozent pro Jahr), HR 0,92 (95-%-KI 0,72 bis 1,16); Schwere Blutung: 2,1 vs. 1,1 (Prozent pro Jahr), HR 1,97 (95-%-KI 1,41 bis 2,71)Langfristige Behandlung nach lakunärem Infarkt; keine Widerlegung gezielter kurzer DAPT nach ausgewählten akuten Ereignissen. ASS 325 mg täglich; Antiplättchenarm vorzeitig gestoppt; Sterblichkeit erhöht.
CHANCE (2013)47PlättchenhemmungLeichter nichtkardioembolischer Hirninfarkt oder Hochrisiko-TIA; n = 5.170Jeder ischämische oder hämorrhagische SchlaganfallSchlaganfall: 8,2 vs. 11,7 (Prozent), HR 0,68 (95-%-KI 0,57 bis 0,81)China, Alter ≥40, NIHSS ≤3 oder TIA ABCD2 ≥4; Beginn ≤24 h. Keine Antikoagulationsindikation; Kombination nur 21 Tage, nicht 90 Tage. Andere Population, Endpunkt und Dauer als POINT/THALES; keine direkte Rangfolge.
POINT (2018)49PlättchenhemmungLeichter ischämischer Schlaganfall oder Hochrisiko-TIA; n = 4.881Ischämischer Schlaganfall, Herzinfarkt oder Tod durch ischämische GefäßereignissePrimärer Endpunkt: 5 vs. 6,5 (Prozent), HR 0,75 (95-%-KI 0,59 bis 0,95); Schwere Blutung: 0,9 vs. 0,4 (Prozent), HR 2,32 (95-%-KI 1,1 bis 4,87)NIHSS ≤3 oder TIA ABCD2 ≥4, Beginn ≤12 h; keine kardioembolische Indikation. Vorzeitig beendet bei 84% der geplanten Rekrutierung; Nutzen und Blutungen. 90 Tage DAPT im Trial sind keine pauschale Empfehlung zu dieser Dauer.
THALES (2020)48PlättchenhemmungLeichter bis mittelschwerer nichtkardioembolischer Schlaganfall oder Hochrisiko-TIA; n = 11.016Schlaganfall oder TodSchlaganfall oder Tod: 5,5 vs. 6,6 (Prozent), HR 0,83 (95-%-KI 0,71 bis 0,96); Schwere GUSTO-Blutung: 0,5 vs. 0,1 (Prozent), HR 3,99 (95-%-KI 1,74 bis 9,14)Nichtkardioembolisch NIHSS ≤5 oder ausgewählte Hochrisiko-TIA, innerhalb 24 h. Keine Übertragung auf akute Reperfusionstherapie; nicht gegen Clopidogrel randomisiert. Behinderung nach 30 Tagen nicht statistisch gesichert vermindert; schwere Blutungen erhöht.
NASCET (1991)44Gefäße, LDL, BlutdruckTIA am Auge/in einer Hirnhälfte oder nicht behindernder Schlaganfall innerhalb 120 Tagen; passende hochgradige Karotisstenose; n = 659Jeder ipsilaterale SchlaganfallIpsilateraler Schlaganfall: 9 vs. 26 (kumulatives Risiko in Prozent nach 2 Jahren)Nur symptomatische 70 bis 99%-Stenose, keine Aussage zu beliebiger oder asymptomatischer Stenose. Historischer Vergleich unter damaliger medikamentöser Behandlung; Operationsrisiko und Expertise entscheidend.
PROGRESS (2001)51Gefäße, LDL, BlutdruckVorausgegangener Schlaganfall oder TIA, hypertensive und nicht hypertensive Erwachsene; n = 6.105SchlaganfallSchlaganfall: 10,0623 vs. 13,7525 (Prozent)Hypertonie und Normotonie eingeschlossen; längerfristige Prävention, nicht akute Blutdrucksenkung. Perindopril mit Indapamid nach ärztlicher Auswahl oder Perindopril allein; kein randomisierter Direktvergleich Kombination vs. Monotherapie. Rund 3,7 Prozentpunkte aus exakten Ereigniszahlen berechnet; publiziertes gerundetes Abstract 10% vs. 14%.
SPARCL (2006)13Gefäße, LDL, BlutdruckSchlaganfall/TIA, LDL 100 bis 190 mg/dl, ohne bekannte koronare Herzkrankheit; n = 4.731Erster tödlicher oder nichttödlicher SchlaganfallSchlaganfall: 11,2 vs. 13,1 (roher Anteil in Prozent), adjustierte HR 0,84 (95-%-KI 0,71 bis 0,99)Ohne bekannte KHK; LDL 100 bis 190 mg/dl, Ereignis 1 bis 6 Monate zuvor; AF/kardiale Emboliequellen ausgeschlossen. Absolute 5-Jahres-Risikosenkung 2,2 Prozentpunkte ist Kaplan–Meier-Schätzung; rohe Anteile 11,2 bis 13,1 ergeben −1,9, nicht −2,2. Hämorrhagische Schlaganfälle 55 vs. 33; keine pauschale Übertragung auf Patienten nach Hirnblutung. Erratum 2018 korrigiert SE/SD in Tabellenfußnote, keine neue Effektberechnung daraus.
SAMMPRIS (2011)45Gefäße, LDL, BlutdruckKürzliche TIA oder Schlaganfall bei 70 bis 99% Stenose einer großen intrakraniellen Arterie; n = 451Schlaganfall/Tod innerhalb 30 Tagen bzw. nach späterer Intervention; danach Schlaganfall im betroffenen StromgebietSchlaganfall oder Tod binnen 30 Tagen: 14,7 vs. 5,8 (Prozent)Vorzeitig beendet; 451 statt geplanter 764. 70 bis 99% intrakranielle Stenose, Ereignis binnen 30 Tagen; Befund system- und populationsgebunden, keine pauschale Aussage zu allen späteren Interventionen.
SPS3 (Blutdruck) (2013)40Gefäße, LDL, BlutdruckKürzlicher symptomatischer MRT-bestätigter lakunärer Infarkt; n = 3.020Jeder erneute Schlaganfall, einschließlich intrakranieller BlutungErneuter Schlaganfall: 2,25 vs. 2,77 (Prozent pro Jahr), HR 0,81 (95-%-KI 0,64 bis 1,03)MRT-definierter lakunärer Infarkt; Randomisierung frühestens 2 Wochen nach Ereignis, keine akute Senkungsstrategie. Primärer HR-Konfidenzbereich schließt 1 ein; keine gesicherte Reduktion aller erneuten Schlaganfälle. Autorenmanuskript enthält bei sekundärer Hirnblutung abweichendes KI; für finale Sekundärdaten gilt publizierte Summary 0,15 bis 0,95; Sekundär-KI nicht im Patiententext.
Treat Stroke to Target (2020)46Gefäße, LDL, BlutdruckIschämischer Schlaganfall binnen 3 Monaten oder TIA binnen 15 Tagen mit zerebraler oder koronarer Atherosklerose; n = 2.860Hirninfarkt/unklassifizierter Schlaganfall, Herzinfarkt, Hospitalisierung mit dringlicher koronarer oder Karotisrevaskularisierung oder kardiovaskulärer TodPrimärer kombinierter Endpunkt: 8,5 vs. 10,9 (Prozent), adjustierte HR 0,78 (95-%-KI 0,61 bis 0,98)2873 randomisiert, 2860 in Hauptanalyse; 13 ohne schriftliche Einwilligung ausgeschlossen. Frankreich/Südkorea, nachgewiesene Atherosklerose; keine universelle Aussage zu jeder Schlaganfallursache. Offene Zielwertbehandlung, verblindete Endpunkte; Trial aus Finanzierungsgründen vor geplanter Ereigniszahl beendet. Trialziel unter 70 mg/dl, keine Behauptung des aktuellen universellen Leitlinienziels.
AVERT (2015)54RehaAkuter ischämischer oder hämorrhagischer Schlaganfall; n = 2.104Günstiges funktionelles Ergebnis, mRS 0 bis 2Günstiges funktionelles Ergebnis: 46 vs. 50 (Prozent), adjustierte OR 0,73 (95-%-KI 0,59 bis 0,9)Komplexes Protokoll: frühere, häufigere und höher dosierte Mobilisierung; nicht isolierter Vergleich eines Startzeitpunkts. Nicht auf spätere Aktivität oder Rehabilitation allgemein übertragen. Funktioneller Endpunkt; kein Versuch zum Schutz vor erneutem Hirninfarkt.
ATTEND (2017)55RehaSchlaganfall binnen 1 Monat, verbleibende Behinderung und verfügbare Angehörigenperson; n = 1.250Tod oder Abhängigkeit, mRS 3 bis 6Tod oder Abhängigkeit: 47 vs. 47 (gerundete Prozent), OR 0,98 (95-%-KI 0,78 bis 1,23)14 Krankenhäuser in Indien, Versorgungskontext begrenzt übertragbar. 1250 randomisiert; primärer Endpunkt bei 607 bzw. 605 erhoben; 33 verloren, 5 Einwilligung zurückgezogen. Kein Nutzen im primären Endpunkt, kein Nachweis von Gleichwertigkeit; keine Abwertung Angehöriger. Alltagsabsprachen sind praktische Vorschläge, keine separat geprüfte Intervention.
TOAST (1993)43Ursachen und Alltag20 akut ischämische Schlaganfälle; n = 20Übereinstimmung ätiologischer KlassifikationHistorische ätiologische Klassifikation, keine moderne Therapieleitlinie. Myokarditis nicht als eigenständige Hauptursache belegt; Text ist begrenzte klinische Einordnung anhand konkret benannter kardialer Emboliequellen, kein Häufigkeitsbeleg.
INTERSTROKE (2016)50Ursachen und Alltag13447 Erstschlaganfälle: 10388 ischämisch, 3059 intrazerebrale Blutung; 13472 Kontrollen; n = 26.919Assoziation mit erstem SchlaganfallErster Schlaganfall, keine Sekundärpräventionsintervention. Fall-Kontroll-Assoziationen, Recall/Confounding; keine kausale absolute Risikosenkung aus OR berechnen. Konfidenzintervalle sind 99%, nicht 95%; Ernährung nach mAHEI, keine randomisierte Diät. Praktische Schritte im Text sind begrenzte Umsetzungsvorschläge, kein geprüftes poststroke-Lifestyleprogramm.
CLOSE (2017)38Ursachen und AlltagKryptogener ischämischer Schlaganfall mit Hochrisiko-PFO; n = 663Erneuter SchlaganfallErneuter Schlaganfall: 0 vs. 5,96 (roher Anteil in Prozent über variable Beobachtungsdauer), HR 0,03 (95-%-KI 0 bis 0,26); Vorhofflimmern: 4,6 vs. 0,9 (Prozent)Auswahl 16 bis 60 Jahre, PFO mit großem Shunt oder Septumaneurysma und fehlender anderer Ursache. 663 Gesamtpopulation; Vergleich Verschluss vs. Plättchenhemmung 238 vs. 235, nicht drei gleiche Gruppen. Keine routinemäßige Langzeit-EKG-Überwachung ≥30 Tage im Trial. Antikoagulationsvergleich zu klein für gesicherte Überlegenheit.
IRIS (Rauchstopp) (2017)52Ursachen und AlltagNichtdiabetische Menschen nach ischämischem Schlaganfall/TIA; 1072 bei Indexereignis rauchend; n = 3.876Schlaganfall, Herzinfarkt oder TodKombinierter Endpunkt, beobachtete Assoziation: 15,7 vs. 22,6 (geschätztes 5-Jahres-Risiko in Prozent), adjustierte HR 0,66 (95-%-KI 0,48 bis 0,9)Rauchstopp nicht randomisiert, mögliche Confounder und spätere Wechsel des Rauchstatus. IRIS n=3876 nichtdiabetische Teilnehmer; maßgeblicher Rauchervergleich 450 vs. 622, nicht 3876 Ex-Raucher. Kombination Schlaganfall/Herzinfarkt/Tod, nicht isolierte Schlaganfallrezidive.
AAN-Empfehlung PFO (2020)36Ursachen und AlltagMenschen mit Schlaganfall und PFODiagnostische Beurteilung alternativer Ursachen und möglicher paradoxer EmbolieDiagnostischer Fachkonsensus/Practice Advisory mit systematischer Evidenzbewertung, keine Primärtherapiestudie. Hier ausschließlich für PFO-Ursachenzuordnung, venösen Emboliemechanismus und Prüfung alternativer Ursachen verwendet; keine gepoolten Wirksamkeitszahlen übernommen. Konsensus von 2020, nicht als vollständige aktuelle Therapie-Leitlinie 2026 ausgewiesen.

Quellen: 1; 3; 10; 11; 15; 16; 14; 17; 18; 19; 20; 4; 9; 23; 21; 22; 24; 25; 26; 27; 31; 7; 28; 29; 30; 12; 39; 32; 34; 35; 41; 47; 49; 48; 44; 51; 13; 45; 40; 46; 54; 55; 43; 50; 38; 52; 36


Kleine Gefäße, große Arterien und Embolien

Durchscheinendes Gehirn mit leuchtenden, glasartigen Hirnarterien: Halsschlagadern und Basilararterie treffen sich an der Hirnbasis in einem Gefäßring, von dem sich die Arterien fein verzweigen.
KI-generierte schematische Illustration

Wenn kleine Hirngefäße erkranken

Kleine Arterien versorgen tiefer liegende Bereiche des Gehirns. Werden diese Gefäße geschädigt und verschlossen, kann ein kleiner, sogenannter lakunärer Infarkt entstehen. Diese Erkrankung der kleinen Gefäße ist mit Gefäßrisikofaktoren verbunden. Die Bezeichnung „klein“ beschreibt die Gefäße beziehungsweise den Infarkt; sie sagt nicht, dass die Folgen für Sie unbedeutend wären. Ein solcher Befund führt besonders zur Frage, wie sich Ihr Blutdruck langfristig gut einstellen lässt. Er beweist aber nicht allein, dass jede andere Ursache ausgeschlossen ist.40,41,42

Wenn größere Arterien verengt sind

Atherosklerose betrifft größere Arterien, beispielsweise die Halsschlagader oder Gefäße innerhalb des Schädels. An einer veränderten Gefäßwand können Gerinnsel entstehen, die vor Ort einen Verschluss verursachen oder weiter ins Gehirn gelangen. Eine Verengung wird Stenose genannt. Entscheidend ist, ob der Befund zum betroffenen Versorgungsgebiet passt. Mehrere Ursachen können vorliegen. Bildgebung, Gefäßuntersuchung und Herzdiagnostik werden gemeinsam bewertet.43

Eine Herzdiagnose allein erklärt den Schlaganfall nicht

Eine Emboliequelle im Herzen muss konkret begründet sein. Dazu können etwa ein Gerinnsel im linken Vorhof oder in der linken Herzkammer gehören. Auch bei einer Herzmuskelentzündung, der Myokarditis, reicht der Name der Erkrankung allein nicht als Erklärung: Relevant wäre beispielsweise ein nachgewiesener Thrombus in der linken Herzkammer. Für die Ursachenklärung zählt deshalb der konkrete Befund einer möglichen Emboliequelle.43

Ursachen und Vorbeugung

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 30 Sekunden.

Gesprochener Text

Erkranken kleine Hirngefäße, kann ein lakunärer Infarkt entstehen. Bei Atherosklerose sind größere Arterien verengt, etwa die Halsschlagader. Liegt Vorhofflimmern vor, kann eine Gerinnungshemmung nötig sein. Gemeinsame Bausteine der Vorbeugung sind Blutdruckeinstellung, Cholesterinbehandlung und gerinnungshemmende Medikamente. Rauchstopp und regelmäßige Bewegung sind mit geringerem Risiko verbunden. Doch die Ursache entscheidet mit.6,12,13,40,41,43,50,52

Woher der Verschluss kommt: vier Ursachengruppen

Kleine Gefäße, große Arterien, Embolie aus dem Herzen oder über ein PFO, ungeklärte Ursache. Gruppe wählen; das Schema zeigt den Weg.

Schema zum Verstehen, keine Diagnose. Welche Ursache vorliegt, klären Bildgebung, Gefäß- und Herzuntersuchung gemeinsam.

Schema der Ursachen: Gehirn, Halsschlagadern, Herz und Beinvene; nicht maßstäblichRALARVLV???GehirnHalsschlagaderlinkes VorhofohrAortenbogenBeinvenePFOkleiner InfarktAblagerungSchema · nicht maßstäblich

So lesen

Eine Ursachengruppe wählen

Mehrere Ursachen können vorliegen.43 Bildgebung, Gefäßuntersuchung und Herzdiagnostik werden gemeinsam bewertet.43

TOAST unterscheidet fünf Ursachengruppen; bei etwa einem Viertel der Hirninfarkte bleibt die Ursache ungeklärt.4337

  • Weg des Gerinnsels
  • betroffene Struktur
  • Herz und Gefäße

KernsatzEin PFO wiederum beweist nicht, dass es den Schlaganfall verursacht hat. Andere plausible Ursachen müssen sorgfältig geprüft werden.3637

Ursachen als Liste
UrsachengruppeOrtWas gilt
Kleine GefäßeUrsache im GehirnKleine Arterien versorgen tiefer liegende Bereiche des Gehirns. Werden diese Gefäße geschädigt und verschlossen, kann ein kleiner, sogenannter lakunärer Infarkt entstehen. Diese Erkrankung der kleinen Gefäße ist mit Gefäßrisikofaktoren verbunden.404142 Die Bezeichnung „klein“ beschreibt die Gefäße beziehungsweise den Infarkt; sie sagt nicht, dass die Folgen für Sie unbedeutend wären.404142
Große ArterienUrsache in Hals- und HirnarterienAtherosklerose betrifft größere Arterien, beispielsweise die Halsschlagader oder Gefäße innerhalb des Schädels. An einer veränderten Gefäßwand können Gerinnsel entstehen, die vor Ort einen Verschluss verursachen oder weiter ins Gehirn gelangen.43 Entscheidend ist, ob der Befund zum betroffenen Versorgungsgebiet passt.43
Embolie aus dem linken HerzenEmbolie · VorhofflimmernBei Vorhofflimmern ist ein wichtiger Ort möglicher Gerinnselbildung das linke Vorhofohr. Das ist eine kleine Ausbuchtung des linken Vorhofs. Ein dort entstandenes Gerinnsel kann in den Körperkreislauf und ins Gehirn gelangen.3233 Eine Emboliequelle im Herzen muss konkret begründet sein.43
Paradoxe Embolie über ein PFOEmbolie · offenes Foramen ovaleEin Gerinnsel aus einer tiefen Beinvene kann nur dann über diesen Weg ins Gehirn gelangen, wenn es durch einen Rechts-links-Shunt vom venösen in den arteriellen Kreislauf übertritt. Das heißt paradoxe Embolie.3637 Eine tiefe Venenthrombose allein ist deshalb keine gewöhnliche direkte Hirninfarktursache.3637
UngeklärtUrsache noch offen„Ungeklärt“ bedeutet nicht automatisch „Vorhofflimmern“.39 Mehrere Ursachen können vorliegen. Bildgebung, Gefäßuntersuchung und Herzdiagnostik werden gemeinsam bewertet.43 Die weitere Ursachenklärung bleibt wichtig.39

Quellen: 43; 44; 45; 32; 12; 38; 39; 34; 35; 46; 40; 41; 36; 33; 42; 37; 64; 65


Vorhofflimmern und das linke Vorhofohr

Bei Vorhofflimmern ist ein wichtiger Ort möglicher Gerinnselbildung das linke Vorhofohr. Das ist eine kleine Ausbuchtung des linken Vorhofs. Ein dort entstandenes Gerinnsel kann in den Körperkreislauf und ins Gehirn gelangen. Das Vorhofohr ist anatomisch etwas anderes als ein PFO, eine Verbindung zwischen den Vorhöfen. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich Untersuchungen und Behandlung unterscheiden.32,33

LAAOS III untersuchte den zusätzlichen chirurgischen Verschluss des Vorhofohrs bei Menschen mit Vorhofflimmern, die ohnehin eine Herzoperation benötigten. In der primären Auswertung von 4.770 Personen traten über durchschnittlich 3,8 Jahre ischämische Schlaganfälle oder andere systemische Embolien bei 4,8 statt 7,0 Prozent auf: 2,2 Prozentpunkte Unterschied. Die meisten erhielten weiterhin eine Gerinnungshemmung. Die Studie prüfte keinen Ersatz der Antikoagulation durch den Verschluss und keine allgemeine Operationsempfehlung nach Schlaganfall.32

Glasartiges Herz im Längsschnitt mit vier Kammern; das linke Vorhofohr ist golden hervorgehoben, darin liegt ein kleines dunkles Gerinnsel.
KI-generierte schematische Illustration
Schema: Eine goldene Spur zeigt, wie ein Gerinnsel aus dem Herzen über die Hauptschlagader und die Halsschlagader ins Gehirn gelangen kann.
KI-generierte schematische Illustration

Embolie aus dem linken Herzen

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 27 Sekunden.

Gesprochener Text

Bei Vorhofflimmern schlägt das Herz schnell und unregelmäßig; das Schlaganfallrisiko steigt. Ein wichtiger Ort möglicher Gerinnselbildung ist das linke Vorhofohr, eine kleine Ausbuchtung des linken Vorhofs. Löst sich dort ein Gerinnsel, gelangt es in den Körperkreislauf. Über eine Halsschlagader erreicht es etwa die mittlere Hirnarterie und verschließt sie. Das Gebiet dahinter wird schlecht durchblutet.6,32,33,64,65,66


Wann beginnt die Antikoagulation nach einem Hirninfarkt?

Der Zeitpunkt ist eine eigene Entscheidung. ELAN untersuchte 2.013 Menschen mit Vorhofflimmern nach einem Hirninfarkt. Der frühere Beginn erfolgte bei kleinen und mittleren Infarkten innerhalb von 48 Stunden, bei großen an Tag sechs oder sieben. In der Vergleichsgruppe wurde abhängig von der Infarktgröße später begonnen. Nach 30 Tagen trat der kombinierte Endpunkt aus erneutem ischämischem Schlaganfall, systemischer Embolie, schweren Blutungen außerhalb des Schädels, symptomatischer Hirnblutung und vaskulärem Tod bei 2,9 statt 4,1 Prozent auf. Die Risikodifferenz lag bei −1,18 Prozentpunkten; das 95-Prozent-Konfidenzintervall reichte von −2,84 bis +0,47. Eine Überlegenheit war damit nicht gesichert.34

OPTIMAS verglich einen Beginn innerhalb von vier Tagen mit Tag sieben bis vierzehn. Von 3.648 randomisierten Personen gingen 3.621 in die Hauptauswertung ein. Nach 90 Tagen hatten in beiden Gruppen 3,3 Prozent den kombinierten Endpunkt aus erneutem ischämischem Schlaganfall, symptomatischer Hirnblutung, nicht eindeutig einzuordnendem Schlaganfall oder systemischer Embolie erreicht. Die angepasste Differenz betrug 0,0 Prozentpunkte, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von −1,1 bis +1,2. Der frühe Beginn erfüllte die festgelegte Nichtunterlegenheitsgrenze von zwei Prozentpunkten. Das ist kein Nachweis völliger Gleichheit oder einer Überlegenheit.35

Beide Studien sprechen dafür, dass ein früherer Beginn bei geeigneten Betroffenen nicht mit mehr Ereignissen oder Hirnblutungen verbunden war. Für Sie zählen zusätzlich Bildgebung, Infarktgröße und Blutungsbefunde. Ein Studienzeitfenster ist deshalb keine Anleitung zur Selbstmedikation.34,35


Ein PFO ist eine mögliche Verbindung, keine fertige Erklärung

Ein persistierendes Foramen ovale, kurz PFO, ist eine verbliebene Verbindung zwischen rechtem und linkem Vorhof. Ein PFO findet sich bei etwa einem von vier Erwachsenen. Ein Gerinnsel aus einer tiefen Beinvene kann nur dann über diesen Weg ins Gehirn gelangen, wenn es durch einen Rechts-links-Shunt vom venösen in den arteriellen Kreislauf übertritt. Das heißt paradoxe Embolie. Eine tiefe Venenthrombose allein ist deshalb keine gewöhnliche direkte Hirninfarktursache. Ein PFO wiederum beweist nicht, dass es den Schlaganfall verursacht hat. Andere plausible Ursachen müssen sorgfältig geprüft werden.36,37

CLOSE untersuchte 663 Menschen im Alter von 16 bis 60 Jahren mit einem ungeklärten Hirninfarkt und einem PFO mit großem Shunt oder zusätzlicher Vorhofseptum-Aussackung. Im Vergleich Verschluss plus Plättchenhemmung gegen Plättchenhemmung allein trat über durchschnittlich 5,3 Jahre bei 0 von 238 gegenüber 14 von 235 Personen ein Schlaganfall auf. Der Eingriff hatte auch Risiken: Verfahrenskomplikationen traten bei 5,9 Prozent auf, Vorhofflimmern bei 4,6 gegenüber 0,9 Prozent. Ein Nutzen in dieser ausgewählten Gruppe bedeutet nicht, dass jedes zufällig entdeckte PFO verschlossen werden sollte.38


Wenn die Ursache noch ungeklärt ist

„Ungeklärt“ bedeutet nicht automatisch „Vorhofflimmern“. NAVIGATE ESUS untersuchte 7.213 Menschen mit einem embolisch erscheinenden Hirninfarkt ohne nachgewiesene entsprechende Quelle. Rivaroxaban war ASS beim primären Endpunkt aus erneutem Schlaganfall oder systemischer Embolie nicht überlegen: 5,1 gegenüber 4,8 Prozent pro Jahr. Schwere Blutungen waren mit 1,8 gegenüber 0,7 Prozent pro Jahr häufiger. Die Studie wurde vorzeitig beendet. Aus einem vermuteten Emboliemechanismus lässt sich somit keine pauschale Antikoagulation ableiten. Die weitere Ursachenklärung bleibt wichtig.39


Plättchenhemmung: wann zwei Medikamente sinnvoll sein können

Nach ausgewählten leichten, nicht durch eine Herzembolie verursachten Hirninfarkten oder Hochrisiko-TIA kann eine früh begonnene, zeitlich begrenzte Kombination von Plättchenhemmern helfen. Eine TIA ist eine vorübergehende neurologische Störung durch eine Durchblutungsstörung. Ob Sie für eine Kombination infrage kommen, hängt unter anderem von Schweregrad, Beginn der Beschwerden und Blutungsrisiko ab.47,48

CHANCE untersuchte 5.170 Menschen in China innerhalb von 24 Stunden nach einem leichten Schlaganfall oder einer Hochrisiko-TIA. ASS und Clopidogrel wurden 21 Tage kombiniert, anschließend Clopidogrel allein bis Tag 90 gegeben. Nach 90 Tagen hatten 8,2 statt 11,7 Prozent einen Schlaganfall erlitten. Das entspricht 3,5 Prozentpunkten Unterschied. Die 90 Tage Nachbeobachtung dürfen nicht mit 90 Tagen doppelter Behandlung verwechselt werden.47

POINT verwendete bei 4.881 Menschen dagegen eine Kombination über 90 Tage. Ischämischer Schlaganfall, Herzinfarkt oder ischämisch bedingter Gefäßtod traten bei 5,0 statt 6,5 Prozent auf. Schwere Blutungen waren mit 0,9 statt 0,4 Prozent häufiger. Das sind 1,5 Prozentpunkte weniger Gefäßereignisse und 0,5 Prozentpunkte mehr schwere Blutungen. Diese Abwägung erklärt, warum eine Kombination einen definierten Anlass und ein festgelegtes Ende braucht.49

THALES prüfte ASS plus Ticagrelor über 30 Tage bei 11.016 Menschen mit einem ausgewählten leichten bis mittelschweren nichtkardioembolischen Schlaganfall oder einer Hochrisiko-TIA. Schlaganfall oder Tod traten bei 5,5 statt 6,6 Prozent auf, schwere Blutungen bei 0,5 statt 0,1 Prozent. Eine Behinderung wurde nicht statistisch gesichert seltener. Die Studie betraf Menschen, die weder eine Thrombolyse noch eine Thrombektomie erhielten. Ihre Ergebnisse sind kein direkter Vergleich mit Clopidogrel und erlauben keine allgemeine Rangfolge zwischen den Kombinationen.48


Gefäßverengungen: der Ort entscheidet mit

Bei einer ausgeprägten, symptomatischen Verengung der Halsschlagader kann eine Operation sinnvoll sein. NASCET verglich bei 659 Menschen mit einer zum Ereignis passenden 70- bis 99-prozentigen Stenose eine Operation plus medikamentöse Behandlung mit Medikamenten allein. Das geschätzte Zwei-Jahres-Risiko eines Schlaganfalls auf der betroffenen Seite betrug 9 statt 26 Prozent. Das sind historische Studienwerte, keine persönliche Prognose unter heutiger Behandlung. Der Nutzen muss mit Operationsrisiko, Befund und Zeitpunkt des Ereignisses abgewogen werden; eine beliebige Verengung reicht als Begründung nicht aus.44

Für eine Verengung innerhalb des Schädels gelten andere Daten. SAMMPRIS untersuchte 451 Menschen mit kürzlich symptomatisch gewordenen 70- bis 99-prozentigen intrakraniellen Stenosen. Innerhalb von 30 Tagen traten Schlaganfall oder Tod bei 14,7 Prozent mit Stent und intensiver medikamentöser Behandlung auf, gegenüber 5,8 Prozent mit intensiver medikamentöser Behandlung allein. Die Studie wurde vorzeitig gestoppt. Sie spricht gegen eine pauschale Erstbehandlung solcher Stenosen mit dem untersuchten Stentsystem. „Enges Gefäß“ bedeutet also nicht automatisch „Stent“.45


LDL-Cholesterin senken: mehr als ein Laborwert

SPARCL untersuchte 4.731 Menschen nach Schlaganfall oder TIA ohne bekannte koronare Herzkrankheit. Unter hoch dosiertem Atorvastatin erlitten über median 4,9 Jahre 11,2 Prozent einen tödlichen oder nichttödlichen Schlaganfall, gegenüber 13,1 Prozent unter Placebo. Die aus Zeitverlaufsdaten geschätzte absolute Risikosenkung nach fünf Jahren betrug 2,2 Prozentpunkte (95-Prozent-Konfidenzintervall: 0,2 bis 4,2 Prozentpunkte). Sie ist nicht identisch mit der einfachen Differenz der genannten Gesamtanteile. Hirnblutungen waren im Atorvastatinarm häufiger. Besonders nach einer vorausgegangenen Hirnblutung muss die Übertragbarkeit deshalb individuell beurteilt werden.13

Treat Stroke to Target verglich nach Hirninfarkt oder TIA mit nachgewiesener Atherosklerose ein LDL-Ziel unter 70 mg/dl mit 90 bis 110 mg/dl. In der Hauptauswertung von 2.860 Personen trat der kombinierte Endpunkt aus Hirninfarkt beziehungsweise unklassifiziertem Schlaganfall, Herzinfarkt, Krankenhausaufnahme mit dringlicher Wiederherstellung der Blutversorgung an Herz- oder Halsgefäßen oder kardiovaskulärem Tod bei 8,5 statt 10,9 Prozent auf, über median 3,5 Jahre. Das entspricht 2,4 Prozentpunkten. Untersucht wurde ein Behandlungsziel mit Statinen und gegebenenfalls Ezetimib. Das Ergebnis belegt weder eine Heilung noch, dass dieser Zielwert für jede Schlaganfallursache gleichermaßen geprüft wurde.46


Blutdruck: langfristig zuverlässig behandeln

PROGRESS untersuchte 6.105 Menschen nach Schlaganfall oder TIA, mit und ohne zuvor bekannte Hypertonie. Ein perindoprilbasiertes Behandlungsschema, bei vielen ergänzt durch Indapamid, wurde gegen Placebo geprüft. Über vier Jahre traten Schlaganfälle bei 307 von 3.051 gegenüber 420 von 3.054 Personen auf: etwa 10,1 statt 13,8 Prozent. Die aus diesen Anteilen berechnete absolute Differenz beträgt rund 3,7 Prozentpunkte. Der Effekt zeigte sich vor allem mit der Kombination aus Perindopril und Indapamid; mit Perindopril allein war kein Rückgang der Schlaganfälle erkennbar. Die Studie stützt wirksame Blutdruckbehandlung; sie beweist nicht, dass alle Betroffenen genau dieselbe Medikamentenkombination benötigen.51

Arm einer Porzellanfigur mit dunkelblauer Blutdruckmanschette, über einen Schlauch verbunden mit einem goldenen Messgerät ohne Zahlen.
KI-generierte schematische Illustration

SPS3 verglich nach einem lakunären Infarkt systolische Ziele unter 130 mit 130 bis 149 mmHg. Die jährlichen Raten erneuter Schlaganfälle lagen bei 2,25 und 2,77 Prozent. Der primäre Unterschied war statistisch nicht gesichert. Die Randomisierung zu den beiden Blutdruckzielen erfolgte frühestens zwei Wochen nach dem Ereignis. Diese Studie untersucht somit längerfristige Vorbeugung, keine rasche Blutdrucksenkung beim akuten Schlaganfall. Fragen Sie nach Ihrem Zielbereich und melden Sie Schwindel oder andere Verträglichkeitsprobleme, damit die Behandlung angepasst werden kann.40


Alltag: Veränderungen, die sich durchhalten lassen

INTERSTROKE verglich 13.447 Menschen mit einem ersten Schlaganfall mit 13.472 Kontrollen. Rauchen, hoher beziehungsweise episodisch hoher Alkoholkonsum und ungünstige Ernährung waren mit Schlaganfall assoziiert; regelmäßige Aktivität und günstigere Ernährung mit einem geringeren Risiko. Das war eine Beobachtungsstudie, keine Prüfung eines Programms nach Schlaganfall. Daraus lässt sich keine feste Prozentzahl ableiten, um die eine Ernährungsänderung Ihr persönliches Wiederholungsrisiko senkt.50

Als ärztlicher Rat, nicht als Studienergebnis, lassen sich daraus für Ihren Alltag erreichbare Schritte ableiten: eine zu Ihren Fähigkeiten passende Bewegungsroutine, häufiger pflanzliche Lebensmittel und einen bewussten Umgang mit Alkohol. Alkohol sollten Sie nicht als Schutzmaßnahme beginnen. Wenn Sie viel trinken, sprechen Sie die Menge offen an. Wählen Sie Veränderungen, die in Ihren Tagesablauf passen, und besprechen Sie Unterstützung statt eines Plans, der Sie überfordert.

Ein Rauchstopp bleibt auch nach dem Ereignis bedeutsam. In einer Auswertung der IRIS-Kohorte wurden genau 450 Menschen, die nach Schlaganfall oder TIA aufgehört hatten, und 622 weiterhin Rauchende verglichen. Das geschätzte Fünf-Jahres-Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Tod lag bei 15,7 statt 22,6 Prozent. Weil der Rauchstopp nicht zufällig zugeteilt wurde, können weitere Unterschiede mitgewirkt haben. Es ist kein isolierter Wirksamkeitsnachweis gegen erneute Schlaganfälle. Für ein Gespräch über Unterstützung beim Aufhören liefert die Beobachtung dennoch einen konkreten Anlass.52

Vorbeugen: was einzelne Studien gezeigt haben

Plättchenhemmung, LDL-Senkung und Blutdruck: Ereignisse unter der geprüften Behandlung und in der Vergleichsgruppe, mit Blutungen direkt daneben.

Jede Karte hat eigene Population, Dauer, Endpunkt und Skala. Balken nicht zwischen Karten vergleichen; die Karten bilden keine Rangliste.

Plättchenhemmung

Kurz und gezielt nach leichtem Ereignis; dauerhaft keine Routine.

2013

CHANCE47

New England Journal of Medicine · n = 5.170 · 90 Tage

Primärendpunkt zugunsten Kombination

Kombination gegen ASS allein

Schlaganfall

Schlaganfall: 8,2 vs. 11,7 Prozent; HR 0,68 (95-%-KI 0,57 bis 0,81)47

Die 90 Tage Nachbeobachtung dürfen nicht mit 90 Tagen doppelter Behandlung verwechselt werden.47

2018

POINT49

New England Journal of Medicine · n = 4.881 · 90 Tage

Primärendpunkt zugunsten Kombination

Kombination gegen ASS allein

Primärer Endpunkt

Primärer Endpunkt: 5,0 vs. 6,5 Prozent; HR 0,75 (95-%-KI 0,59 bis 0,95)49

Diese Abwägung erklärt, warum eine Kombination einen definierten Anlass und ein festgelegtes Ende braucht.49

2020

THALES48

New England Journal of Medicine · n = 11.016 · 30 Tage

Primärendpunkt zugunsten Ticagrelor + ASS

Ticagrelor + ASS gegen ASS

Schlaganfall oder Tod

Schlaganfall oder Tod: 5,5 vs. 6,6 Prozent; HR 0,83 (95-%-KI 0,71 bis 0,96)48

Ihre Ergebnisse sind kein direkter Vergleich mit Clopidogrel und erlauben keine allgemeine Rangfolge zwischen den Kombinationen.48

2012

SPS3 (Plättchenhemmung)41

New England Journal of Medicine · n = 3.020 · Mittel 3,4 Jahre

Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

Kombination gegen ASS allein

Erneuter Schlaganfall

Erneuter Schlaganfall: 2,5 vs. 2,7 (Prozent pro Jahr); HR 0,92 (95-%-KI 0,72 bis 1,16)41

Das zeigt, wie unterschiedlich eine kurze Behandlung in der frühen Risikophase und eine langfristige Kombination bewertet werden müssen.41

LDL-Cholesterin

Statin gegen Placebo und zwei LDL-Zielwerte.

2006

SPARCL13

New England Journal of Medicine · n = 4.731 · Median 4,9 Jahre

Primärendpunkt zugunsten Atorvastatin

Atorvastatin gegen Placebo

Schlaganfall

Schlaganfall: 11,2 vs. 13,1 (roher Anteil in Prozent); adjustierte HR 0,84 (95-%-KI 0,71 bis 0,99)13

Besonders nach einer vorausgegangenen Hirnblutung muss die Übertragbarkeit deshalb individuell beurteilt werden.13

2020

Treat Stroke to Target46

New England Journal of Medicine · n = 2.860 · Median 3,5 Jahre

Primärendpunkt zugunsten < 70 mg/dl

< 70 mg/dl gegen 90 bis 110 mg/dl

Primärer kombinierter Endpunkt

Primärer kombinierter Endpunkt: 8,5 vs. 10,9 Prozent; adjustierte HR 0,78 (95-%-KI 0,61 bis 0,98)46

Das Ergebnis belegt weder eine Heilung noch, dass dieser Zielwert für jede Schlaganfallursache gleichermaßen geprüft wurde.46

Blutdruck

Blutdrucksenkung gegen Placebo und zwei Blutdruckziele.

2001

PROGRESS51

Lancet · n = 6.105 · Mittel rund 4 Jahre

Primärendpunkt zugunsten Perindopril-basiert

Perindopril-basiert gegen Placebo

Schlaganfall

Schlaganfall: 10,1 vs. 13,8 Prozent51

Die Studie stützt wirksame Blutdruckbehandlung; sie beweist nicht, dass alle Betroffenen genau dieselbe Medikamentenkombination benötigen.51

2013

SPS3 (Blutdruck)40

Lancet · n = 3.020 · Mittel 3,7 Jahre

Kein gesicherter Unterschied im Primärendpunkt

< 130 mmHg gegen 130 bis 149 mmHg

Erneuter Schlaganfall

Erneuter Schlaganfall: 2,25 vs. 2,77 (Prozent pro Jahr); HR 0,81 (95-%-KI 0,64 bis 1,03)40

Diese Studie untersucht somit längerfristige Vorbeugung, keine rasche Blutdrucksenkung beim akuten Schlaganfall.40

  • geprüfte Behandlung
  • Vergleichsgruppe
  • Sicherheit: schwere Blutung

KernsatzDiese Abwägung erklärt, warum eine Kombination einen definierten Anlass und ein festgelegtes Ende braucht.49 Die Studie stützt wirksame Blutdruckbehandlung; sie beweist nicht, dass alle Betroffenen genau dieselbe Medikamentenkombination benötigen.51

Daten als Tabelle
StudieBereichVergleichEndpunktErgebnis
CHANCE (2013)47PlättchenhemmungClopidogrel 90 Tage plus ASS erste 21 Tage vs. ASS 90 TageSchlaganfallSchlaganfall: 8,2 vs. 11,7 Prozent; HR 0,68 (95-%-KI 0,57 bis 0,81)
POINT (2018)49PlättchenhemmungASS plus Clopidogrel (2432) vs. ASS allein (2449), 90 TagePrimärer EndpunktPrimärer Endpunkt: 5,0 vs. 6,5 Prozent; HR 0,75 (95-%-KI 0,59 bis 0,95)
THALES (2020)48PlättchenhemmungTicagrelor plus ASS (5523) vs. ASS (5493)Schlaganfall oder TodSchlaganfall oder Tod: 5,5 vs. 6,6 Prozent; HR 0,83 (95-%-KI 0,71 bis 0,96)
SPS3 (Plättchenhemmung) (2012)41PlättchenhemmungASS 325 mg plus Clopidogrel 75 mg vs. ASS 325 mg alleinErneuter SchlaganfallErneuter Schlaganfall: 2,5 vs. 2,7 (Prozent pro Jahr); HR 0,92 (95-%-KI 0,72 bis 1,16)
SPARCL (2006)13LDL-CholesterinAtorvastatin 80 mg täglich vs. PlaceboSchlaganfallSchlaganfall: 11,2 vs. 13,1 (roher Anteil in Prozent); adjustierte HR 0,84 (95-%-KI 0,71 bis 0,99)
Treat Stroke to Target (2020)46LDL-CholesterinLDL <70 (1430) vs. 90 bis 110 mg/dl (1430), Statin und/oder EzetimibPrimärer kombinierter EndpunktPrimärer kombinierter Endpunkt: 8,5 vs. 10,9 Prozent; adjustierte HR 0,78 (95-%-KI 0,61 bis 0,98)
PROGRESS (2001)51BlutdruckPerindoprilbasiertes Schema, bei ausgewählten Patienten plus Indapamid (3051) vs. Placebo (3054)SchlaganfallSchlaganfall: 10,1 vs. 13,8 Prozent
SPS3 (Blutdruck) (2013)40BlutdruckSystolisch <130 (1501) vs. 130 bis 149 mmHg (1519)Erneuter SchlaganfallErneuter Schlaganfall: 2,25 vs. 2,77 (Prozent pro Jahr); HR 0,81 (95-%-KI 0,64 bis 1,03)

Quellen: 47; 49; 48; 41; 13; 46; 51; 40


Rehabilitation und Angehörige: Ziele gemeinsam festlegen

Nach einem Schlaganfall soll Üben zu Ihrer Belastbarkeit passen. AVERT untersuchte bei 2.104 Menschen eine besonders frühe und intensivere Mobilisierung außerhalb des Bettes innerhalb von 24 Stunden. Nach drei Monaten hatten 46 statt 50 Prozent ein günstiges funktionelles Ergebnis. Das spricht gegen die Annahme, mehr und früher sei in der akuten Phase immer besser. Es bedeutet nicht, dass spätere Bewegung schädlich ist oder dass Rehabilitation unterbleiben sollte. Klären Sie mit dem Behandlungsteam, wann, wie lange und mit welcher Unterstützung Sie üben können.54

Gesichtslose Figur geht aufrecht und vorsichtig mit einem goldenen Gehstock auf einem leuchtenden Weg, als Sinnbild der Rehabilitation nach einem Schlaganfall.
KI-generierte schematische Illustration

Angehörige können beim Verständnis des Behandlungsplans helfen und gemeinsam vereinbarte Schritte im Alltag unterstützen. Sie sollten dabei nicht automatisch die Rolle einer professionellen Rehabilitation übernehmen müssen. ATTEND prüfte in Indien ein strukturiertes Angehörigenprogramm bei 1.250 Betroffenen. Nach sechs Monaten waren in beiden Gruppen rund 47 Prozent gestorben oder auf Hilfe angewiesen. Ein zusätzlicher Nutzen für diesen primären Endpunkt wurde nicht gezeigt. Das Ergebnis betrifft dieses Programm und Versorgungssystem; es besagt nicht, dass Angehörige unwichtig sind.55

Aus ärztlicher Sicht, nicht aus der Studie abgeleitet, sind für Sie und Ihre Familie konkrete Absprachen hilfreich: Welche Tätigkeiten möchten Sie wieder selbst übernehmen? Welche Unterstützung ist dafür vorgesehen? Welche Aufgaben möchten Angehörige übernehmen, und wo brauchen auch sie Entlastung? Eine überschaubare Liste gemeinsamer Ziele kann das nächste Gespräch erleichtern. Die Unterstützung soll zu Ihren Wünschen und zu den Möglichkeiten Ihrer Familie passen.


Termin in der NEVPAZ-Sprechstunde

Die Privatpraxis NEVPAZ (Neurovaskulär-Psychiatrische Ambulanz) am Dammtorwall in Hamburg bietet neurologische Untersuchungen an. Wenn Sie nach einem Schlaganfall Fragen zur weiteren Behandlung besprechen möchten, können Sie einen Termin vereinbaren. Bringen Sie dazu gern Ihre Arztbriefe, Befunde und Ihren Medikamentenplan mit.

Bei akuten Beschwerden rufen Sie nicht die Praxis an, sondern sofort den Notruf 112. Die Akutbehandlung eines Schlaganfalls gehört in eine geeignete Klinik.

Kontakt und Anfahrt Nur Privatpatienten & Selbstzahler

Wie häufig ist ein Schlaganfall in Deutschland?

Rund 270.000 Menschen erleiden nach der orientierenden Schätzung der Deutschen Schlaganfall-Hilfe jährlich einen Schlaganfall; knapp 200.000 davon sind Erstereignisse. Die Zahl umfasst damit auch erneute Schlaganfälle. Sie ist keine bereits abgeschlossene Zählung für das Jahr 2026. Für Betroffene kann das Ereignis die Sprache, Beweglichkeit, Aufmerksamkeit oder Selbstständigkeit verändern. Deshalb zählt neben dem Überleben auch, wie viel Alltag erhalten bleibt.53

Wie häufig ist ein Schlaganfall in Deutschland?

Orientierende Schätzung der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Gesamtzahl und Erstereignisse getrennt hervorheben.

Orientierende Schätzung ohne angegebenes Bezugsjahr; keine abgeschlossene Zählung für 2026. Werte gerundet.

rund 270.000Schlaganfälle pro Jahr53
knapp 200.000davon Erstereignisse53
erneuteDie Zahl umfasst damit auch erneute Schlaganfälle.53 Eine eigene Zahl nennt die Quelle nicht.

Ein Punkt steht für rund 1.000 Menschen.

Was sich für Betroffene verändern kann

  • Sprache
  • Beweglichkeit
  • Aufmerksamkeit
  • Selbstständigkeit

Für Betroffene kann das Ereignis die Sprache, Beweglichkeit, Aufmerksamkeit oder Selbstständigkeit verändern.53

Eigene Kachel · weltweit · Modellschätzung für 2021

Globale Modellschätzung, kein Wert für Deutschland. Nicht mit der Deutschland-Schätzung verrechnen.

  • ischämischer Schlaganfall 65,3 %
  • Hirnblutung 28,8 %
  • Subarachnoidalblutung 5,8 %

Weltweit waren 2021 nach der GBD-Schätzung 65,3 Prozent der neuen Schlaganfälle ischämisch, 28,8 Prozent Hirnblutungen und 5,8 Prozent Subarachnoidalblutungen.67

  • Erstereignis
  • erneuter Schlaganfall (Rest der Gesamtzahl)

KernsatzSie ist keine bereits abgeschlossene Zählung für das Jahr 2026.53 Deshalb zählt neben dem Überleben auch, wie viel Alltag erhalten bleibt.53

Daten als Tabelle
KennzahlWertArt der Zahl
Schlaganfälle pro Jahr in Deutschlandrund 270.00053orientierende Schätzung, ohne Bezugsjahr
davon Erstereignisseknapp 200.00053orientierende Schätzung, ohne Bezugsjahr
erneute Schlaganfällein der Gesamtzahl enthalten; keine eigene Zahl in der Quelle–
Weltweit 2021, Anteil ischämischer Schlaganfall65,3 %67globale Modellschätzung (GBD 2021); kein Deutschlandwert
Weltweit 2021, Anteil Hirnblutung28,8 %67globale Modellschätzung (GBD 2021); kein Deutschlandwert
Weltweit 2021, Anteil Subarachnoidalblutung5,8 %67globale Modellschätzung (GBD 2021); kein Deutschlandwert

Quelle: 53


Stroke Units: spezialisierte Hilfe in der Akutphase

Eine Stroke Unit ist eine spezialisierte Station für die Behandlung von Schlaganfällen. Dort werden Untersuchung, Überwachung, Behandlung und frühe Rehabilitation aufeinander abgestimmt. Zum 31. Dezember 2025 waren bundesweit 356 Stationen zertifiziert: 171 regionale, 153 überregionale und 32 telemedizinisch vernetzte Stroke Units.68

Überwachungsmonitor mit Herzrhythmus- und Pulskurven neben einem leeren Klinikbett, daneben ein durchscheinendes Gehirn als Sinnbild der Stroke-Unit.
KI-generierte schematische Illustration

Nicht jede dieser Stationen führt selbst eine Thrombektomie durch. Ist eine Katheterbehandlung erforderlich, organisiert die Rettungskette die Versorgung im geeigneten Zentrum. Das Interventionsregister dokumentierte für 2025 insgesamt 19.181 mechanische Thrombektomien. Diese Zahl beschreibt Eingriffe im Register, nicht die Zahl aller Schlaganfälle und auch nicht die Zahl der Behandlungszentren.60

Stroke Units in Deutschland

Zertifizierte Stationen zum 31. Dezember 2025, nach Art. Getrennt davon: dokumentierte Thrombektomien im Register 2025.

Datierter Bestand zum Stichtag 31.12.2025, keine Live-Zählung. Der Umriss ist keine Standortkarte.

Umriss schematisch · keine Standorte

Zertifizierte Stroke Units · Stand 31.12.202568

356Stationen

Ein Quadrat = eine zertifizierte Station

Nicht verwechseln · Interventionsregister, Jahr 202560

19.181 dokumentierte mechanische Thrombektomien

Diese Zahl beschreibt Eingriffe im Register, nicht die Zahl aller Schlaganfälle und auch nicht die Zahl der Behandlungszentren.60

Um den Nutzen auszuschöpfen, müssen Verzögerungen in der gesamten Versorgungskette sinken.6

  • regional
  • überregional
  • telemedizinisch vernetzt

KernsatzEine Stroke Unit ist eine spezialisierte Station für die Behandlung von Schlaganfällen.68 Nicht jede dieser Stationen führt selbst eine Thrombektomie durch.60

Daten als Tabelle
KennzahlWertBezug
Zertifizierte Stroke Units gesamt35668Bestand 31.12.2025
davon regional17168Bestand 31.12.2025
davon überregional15368Bestand 31.12.2025
davon telemedizinisch vernetzt3268Bestand 31.12.2025
Mechanische Thrombektomien im Interventionsregister19.18160Registerjahr 2025; keine Zahl der Zentren

Quellen: 68; 60


Was Schlaganfälle die Gesellschaft kosten

Die Belastung reicht über den Krankenhausaufenthalt hinaus. In einer wissenschaftlichen Kostenanalyse wurden für Deutschland für das Jahr 2017 rund 17,6 Milliarden Euro gesellschaftliche Kosten geschätzt, etwa 0,54 Prozent des damaligen Bruttoinlandsprodukts. Dazu gehörten rund 9,09 Milliarden für die Gesundheitsversorgung, 0,87 Milliarden für stationäre Pflege, 2,67 Milliarden durch verlorene Erwerbstätigkeit und 4,97 Milliarden für unbezahlte Betreuung durch Angehörige oder Freunde. Das sind modellierte Kosten zu Preisen von 2017, keine aktuelle Rechnung für 2026.69

Unbezahlte Betreuung bindet Zeit für Pflege, Therapiebegleitung und Haushalt. Die Kostenanalyse bewertet einen Teil dieser Zeit wirtschaftlich. Die persönliche Belastung wird damit nur ausschnittsweise erfasst.69

Was Schlaganfälle die Gesellschaft kosten: Modell 2017

Wissenschaftliche Kostenanalyse für Deutschland, Bezugsjahr 2017. Die Breite jedes Blocks entspricht seinem Betrag; Block antippen für Details.

Modellierte Kostenschätzung für das Jahr 2017 in Preisen von 2017. Keine Hochrechnung auf 2026.

Hinweis zur Quelle: Die Kostenanalyse erschien im European Stroke Journal. Diese Fachzeitschrift gehört nicht zu den großen allgemeinmedizinischen und neurologischen Zeitschriften, auf die sich dieser Beitrag sonst stützt.

Deutschland · 2017

17,6 Mrd. €

gesellschaftliche Kosten, modelliert69

etwa 0,54 % des damaligen Bruttoinlandsprodukts69

Modell 2017

Einen Kostenblock auswählen

Die Belastung reicht über den Krankenhausaufenthalt hinaus.69

  • Gesundheitsversorgung
  • Stationäre Pflege
  • Verlorene Erwerbstätigkeit
  • Unbezahlte Betreuung

KernsatzDas sind modellierte Kosten zu Preisen von 2017, keine aktuelle Rechnung für 2026.69 Die persönliche Belastung wird damit nur ausschnittsweise erfasst.69

Daten als Tabelle
Kostenblock (Modell 2017, Preise 2017)Rund, Milliarden Euro
Gesundheitsversorgung9,0969
Stationäre Pflege0,8769
Verlorene Erwerbstätigkeit2,6769
Unbezahlte Betreuung durch Angehörige oder Freunde4,9769
Gesamt17,669
Anteil am Bruttoinlandsprodukt 2017etwa 0,54 %69

Quelle: 69


Häufige Fragen zum Schlaganfall

Kann ich bis morgen warten, wenn die Symptome verschwinden?

Plötzlich aufgetretene neurologische Ausfälle müssen sofort abgeklärt werden. Auch vorübergehende Beschwerden können einem Schlaganfall vorausgehen. Wählen Sie bei akutem Verdacht 112.3

Gibt es für alle Betroffenen 24 Stunden Zeit?

Nein. Die späten Behandlungsfenster gelten für ausgewählte Befunde. Warten Sie nicht ab: Gefäßlage, Bildgebung und der Zeitpunkt „zuletzt sicher ohne Symptome“ bestimmen die Möglichkeiten.4

Wird eine Hirnblutung mit einer Lyse behandelt?

Nein. Vor der intravenösen Thrombolyse eines ischämischen Schlaganfalls muss eine Hirnblutung ausgeschlossen werden. Eine Blutung braucht einen anderen akuten Behandlungspfad.11

Bleibt der Stentretriever im Gehirn?

Nein. Der Stentretriever ist ein rückholbarer Stent. Er wird nur für das Entfernen des Gerinnsels eingesetzt und bleibt nicht als dauerhafter Stent im Gefäß.20

Brauche ich nach jedem Schlaganfall ASS?

Nein. Die Ursache entscheidet mit. Bei Vorhofflimmern kann eine Antikoagulation erforderlich sein; ASS ist dafür kein beliebig austauschbarer Ersatz. Nach einer Hirnblutung gelten andere Abwägungen.12,13

Müssen zwei Plättchenhemmer dauerhaft eingenommen werden?

Nein. Kurze Kombinationen wurden bei ausgewählten Betroffenen geprüft. Eine langfristige Kombination nach lakunärem Infarkt brachte in SPS3 keinen gesicherten Schutzgewinn und verursachte mehr Blutungen. Ihr Plan sollte die Dauer klar benennen.41

Bedeutet ein PFO, dass die Ursache gefunden ist?

Nein. Eine solche Verbindung kann mit einer paradoxen Embolie zusammenhängen, aber auch zufällig bestehen. Andere Ursachen müssen geprüft und die Befunde gemeinsam eingeordnet werden.36


Quellen

Wischen Sie durch die Quellen oder filtern Sie nach Fachzeitschrift. Jede Quelle ist über DOI, PubMed oder die Originalseite nachprüfbar. Zahlen aus Deutschland stammen aus datierten Berichten; ihr Stichtag steht jeweils im Text.

01The Lancet Neurology2005

The Recognition of Stroke in the Emergency Room (ROSIER) scale: development and validation of a stroke recognition instrument

Nor AM et al.

Originalstudien = 343

Zitiert in: Schlaganfall erkennen: sofort 112, Überblick

02Stroke2017

BE-FAST (Balance, Eyes, Face, Arm, Speech, Time): Reducing the Proportion of Strokes Missed Using the FAST Mnemonic

Aroor S, Singh R, Goldstein LB

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Schlaganfall erkennen: sofort 112, Überblick

03The Lancet Neurology2013

Transient isolated brainstem symptoms preceding posterior circulation stroke: a population-based study

Paul NLM et al.

Originalstudien = 1.141

Zitiert in: Überblick, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

04NEJM2018

Thrombectomy 6 to 24 Hours after Stroke with a Mismatch between Deficit and Infarct

Nogueira RG et al.

Originalstudien = 206

Zitiert in: Überblick, Die erste Bildgebung entscheidet

05Stroke2006

Time is brain--quantified

Saver JL

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Überblick

06Nature Reviews Disease Primers2019

Ischaemic stroke

Campbell BCV, De Silva DA, Macleod MR, Coutts SB, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Überblick, Alteplase und Tenecteplase im frühen Zeitfenster

07JAMA2013

Clinical decision rules to rule out subarachnoid hemorrhage for acute headache

Perry JJ et al.

Originalstudien = 2.131

Zitiert in: Überblick, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

08The Lancet2022

Spontaneous subarachnoid haemorrhage

Claassen J, Park S

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Überblick

09NEJM2018

Thrombectomy for Stroke at 6 to 16 Hours with Selection by Perfusion Imaging

Albers GW et al.

Originalstudien = 182

Zitiert in: Was im Gehirn passiert, Die erste Bildgebung entscheidet

10NEJM1995

Tissue plasminogen activator for acute ischemic stroke

NINDS rt-PA Stroke Study Group

Originalstudien = 624

Zitiert in: Was im Gehirn passiert, Die erste Bildgebung entscheidet

11NEJM2008

Thrombolysis with alteplase 3 to 4.5 hours after acute ischemic stroke

Hacke W et al.

Originalstudien = 821

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Alteplase und Tenecteplase im frühen Zeitfenster

12NEJM2011

Apixaban in Patients with Atrial Fibrillation

Connolly SJ et al.

n = 5.599

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

13NEJM2006

High-Dose Atorvastatin after Stroke or Transient Ischemic Attack

Amarenco P et al.

n = 4.731

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

14The Lancet2022

Intravenous tenecteplase compared with alteplase for acute ischaemic stroke in Canada (AcT): a pragmatic, multicentre, open-label, registry-linked, randomised, controlled, non-inferiority trial

Menon BK et al.

Originalstudien = 1.600

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Alteplase und Tenecteplase im frühen Zeitfenster

15NEJM2018

MRI-Guided Thrombolysis for Stroke with Unknown Time of Onset

Thomalla G et al.

Originalstudien = 503

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

16NEJM2019

Thrombolysis Guided by Perfusion Imaging up to 9 Hours after Onset of Stroke

Ma H et al.

Originalstudien = 225

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Alteplase und Tenecteplase im frühen Zeitfenster

17NEJM2024

Tenecteplase for Stroke at 4.5 to 24 Hours with Perfusion-Imaging Selection

Albers GW et al.

Originalstudien = 458

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

18NEJM2024

Tenecteplase for Ischemic Stroke at 4.5 to 24 Hours without Thrombectomy

Xiong Y et al.

Originalstudien = 516

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

19JAMA2026

Tenecteplase for Acute Non-Large Vessel Occlusion 4.5 to 24 Hours After Ischemic Stroke: The OPTION Randomized Clinical Trial

Ma G et al.

Originalstudien = 570

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

20NEJM2015

A randomized trial of intraarterial treatment for acute ischemic stroke

Berkhemer OA et al.

Originalstudien = 500

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

21NEJM2023

Trial of Endovascular Thrombectomy for Large Ischemic Strokes

Sarraj A et al.

Originalstudien = 352

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

22NEJM2023

Trial of Endovascular Therapy for Acute Ischemic Stroke with Large Infarct

Huo X et al.

Originalstudien = 456

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

23NEJM2022

Trial of Endovascular Treatment of Acute Basilar-Artery Occlusion

Tao C et al.

Originalstudien = 340

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

24NEJM2025

Endovascular Treatment for Stroke Due to Occlusion of Medium or Distal Vessels

Psychogios M et al.

Originalstudien = 543

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

25NEJM2025

Endovascular Treatment of Stroke Due to Medium-Vessel Occlusion

Goyal M et al.

Originalstudien = 530

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

26NEJM2026

Endovascular Treatment of Medium-Vessel-Occlusion Strokes

Hu W et al.

Originalstudien = 563

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

27The Lancet2026

Efficacy and safety of tirofiban after successful endovascular reperfusion in acute ischaemic stroke (ATTRACTION) in China: a multicentre, double-blind, randomised controlled trial

Huang H et al.

Originalstudien = 1.380

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Thrombektomie: das Gerinnsel mit einem Katheter entfernen

28The Lancet2023

The third Intensive Care Bundle with Blood Pressure Reduction in Acute Cerebral Haemorrhage Trial (INTERACT3): an international, stepped wedge cluster randomised controlled trial

Ma L et al.

Originalstudien = 7.036

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

29NEJM2024

Andexanet for Factor Xa Inhibitor–Associated Acute Intracerebral Hemorrhage

Connolly SJ et al.

Originalstudien = 530

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

30NEJM2024

Trial of Early Minimally Invasive Removal of Intracerebral Hemorrhage

Pradilla G et al.

Originalstudien = 300

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

31The Lancet2002

International Subarachnoid Aneurysm Trial (ISAT) of neurosurgical clipping versus endovascular coiling in 2143 patients with ruptured intracranial aneurysms: a randomised trial

Molyneux A et al.

Originalstudien = 2.143

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Thrombektomie: das Gerinnsel mit einem Katheter entfernen

32NEJM2021

Left Atrial Appendage Occlusion during Cardiac Surgery to Prevent Stroke

Whitlock RP et al.

n = 4.770

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

33The Lancet2009

Percutaneous closure of the left atrial appendage versus warfarin therapy for prevention of stroke in patients with atrial fibrillation: a randomised non-inferiority trial

Holmes DR, Reddy VY, Turi ZG, Doshi SK, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Kleine Gefäße, große Arterien und Embolien

34NEJM2023

Early versus Later Anticoagulation for Stroke with Atrial Fibrillation

Fischer U et al.

n = 2.013

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

35The Lancet2024

Optimal timing of anticoagulation after acute ischaemic stroke with atrial fibrillation (OPTIMAS): a multicentre, blinded-endpoint, phase 4, randomised controlled trial

Werring DJ et al.

n = 3.621

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

36Neurology2020

Practice advisory update summary: Patent foramen ovale and secondary stroke prevention: Report of the Guideline Subcommittee of the American Academy of Neurology

Messé SR et al.

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

37The Lancet Neurology2014

Embolic strokes of undetermined source: the case for a new clinical construct

Hart RG, Diener HC, Coutts SB, Easton JD, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Kleine Gefäße, große Arterien und Embolien

38NEJM2017

Patent Foramen Ovale Closure or Anticoagulation vs. Antiplatelets after Stroke

Mas JL et al.

n = 663

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

39NEJM2018

Rivaroxaban for Stroke Prevention after Embolic Stroke of Undetermined Source

Hart RG et al.

n = 7.213

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

40The Lancet2013

Blood-pressure targets in patients with recent lacunar stroke: the SPS3 randomised trial

SPS3 Study Group

n = 3.020

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

41NEJM2012

Effects of Clopidogrel Added to Aspirin in Patients with Recent Lacunar Stroke

Benavente OR et al., SPS3 Investigators

n = 3.020

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

42The Lancet Neurology2013

Mechanisms of sporadic cerebral small vessel disease: insights from neuroimaging

Wardlaw JM, Smith C, Dichgans M

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Kleine Gefäße, große Arterien und Embolien

43Stroke1993

Classification of subtype of acute ischemic stroke. Definitions for use in a multicenter clinical trial. TOAST. Trial of Org 10172 in Acute Stroke Treatment

Adams HP Jr et al.

n = 20

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

44NEJM1991

Beneficial Effect of Carotid Endarterectomy in Symptomatic Patients with High-Grade Carotid Stenosis

North American Symptomatic Carotid Endarterectomy Trial Collaborators

n = 659

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

45NEJM2011

Stenting versus Aggressive Medical Therapy for Intracranial Arterial Stenosis

Chimowitz MI et al.

n = 451

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

46NEJM2020

A Comparison of Two LDL Cholesterol Targets after Ischemic Stroke

Amarenco P et al.

n = 2.860

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

47NEJM2013

Clopidogrel with Aspirin in Acute Minor Stroke or Transient Ischemic Attack

Wang Y et al.

n = 5.170

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

48NEJM2020

Ticagrelor and Aspirin or Aspirin Alone in Acute Ischemic Stroke or TIA

Johnston SC et al.

n = 11.016

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

49NEJM2018

Clopidogrel and Aspirin in Acute Ischemic Stroke and High-Risk TIA

Johnston SC et al.

n = 4.881

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

50The Lancet2016

Global and regional effects of potentially modifiable risk factors associated with acute stroke in 32 countries (INTERSTROKE): a case-control study

O’Donnell MJ et al.

n = 26.919

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

51The Lancet2001

Randomised trial of a perindopril-based blood-pressure-lowering regimen among 6,105 individuals with previous stroke or transient ischaemic attack

PROGRESS Collaborative Group

n = 6.105

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

52Neurology2017

Smoking cessation and outcome after ischemic stroke or TIA

Epstein KA et al.

n = 3.876

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

53Offizielle Daten

Factsheets zum Thema Schlaganfall für Journalisten

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Offizielle Angabe

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Wie häufig ist ein Schlaganfall in Deutschland?

54The Lancet2015

Efficacy and safety of very early mobilisation within 24 h of stroke onset (AVERT): a randomised controlled trial

AVERT Trial Collaboration group

n = 2.104

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

55The Lancet2017

Family-led rehabilitation after stroke in India (ATTEND): a randomised controlled trial

ATTEND Collaborative Group

n = 1.250

Zitiert in: Die erste Bildgebung entscheidet, Mittelgroße Verschlüsse: unterschiedliche Studienergebnisse

56JAMA Neurology2021

Local Cerebral Recombinant Tissue Plasminogen Activator Concentrations During Acute Stroke

Essig F, Kollikowski AM, Müllges W, Stoll G, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Alteplase und Tenecteplase im frühen Zeitfenster

57NEJM2012

A randomized trial of tenecteplase versus alteplase for acute ischemic stroke

Parsons M, Spratt N, Bivard A, Campbell B, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Alteplase und Tenecteplase im frühen Zeitfenster

58The Lancet2014

Effect of treatment delay, age, and stroke severity on the effects of intravenous thrombolysis with alteplase for acute ischaemic stroke: a meta-analysis of individual patient data from randomised trials

Emberson J, Lees KR, Lyden P, Blackwell L, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster

59JAMA2016

Time to Treatment With Endovascular Thrombectomy and Outcomes From Ischemic Stroke: A Meta-analysis

Saver JL, Goyal M, van der Lugt A, Menon BK, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Unbekannter Beginn und erweiterte Lysefenster, Thrombektomie: das Gerinnsel mit einem Katheter entfernen

60Offizielle Daten2026

Schlaganfallversorgung in Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie / DeGIR

Registerbericht

Zitiert in: Thrombektomie: das Gerinnsel mit einem Katheter entfernen, Stroke Units: spezialisierte Hilfe in der Akutphase

61JAMA2017

Effect of Endovascular Contact Aspiration vs Stent Retriever on Revascularization in Patients With Acute Ischemic Stroke and Large Vessel Occlusion: The ASTER Randomized Clinical Trial

Lapergue B, Blanc R, Gory B, Labreuche J, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Thrombektomie: das Gerinnsel mit einem Katheter entfernen

62Nature Reviews Disease Primers2023

Intracerebral haemorrhage

Puy L, Parry-Jones AR, Sandset EC, Dowlatshahi D, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Hirnblutung: andere Ursache, anderer Behandlungspfad

63The Lancet2017

Spontaneous subarachnoid haemorrhage

Macdonald RL, Schweizer TA

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Hirnblutung: andere Ursache, anderer Behandlungspfad

64Nature Reviews Disease Primers2016

Atrial fibrillation

Lip GY, Fauchier L, Freedman SB, Van Gelder I, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Kleine Gefäße, große Arterien und Embolien, Vorhofflimmern und das linke Vorhofohr

65Stroke2023

Detection of Cardioembolic Sources With Nongated Cardiac Computed Tomography Angiography in Acute Stroke: Results From the ENCLOSE Study

Kauw F, Velthuis BK, Takx RAP, Guglielmo M, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Kleine Gefäße, große Arterien und Embolien, Vorhofflimmern und das linke Vorhofohr

66Stroke2019

Blood Flow Lateralization and Collateral Compensatory Mechanisms in Patients With Carotid Artery Stenosis

Zarrinkoob L, Wåhlin A, Ambarki K, Birgander R, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Vorhofflimmern und das linke Vorhofohr

67The Lancet Neurology2024

Global, regional, and national burden of stroke and its risk factors, 1990-2021: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2021

GBD 2021 Stroke Risk Factor Collaborators

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Wie häufig ist ein Schlaganfall in Deutschland?

68Offizielle Daten2026

Jahresbericht 2025

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Offizielle Angabe

Zitiert in: Stroke Units: spezialisierte Hilfe in der Akutphase

69European Stroke Journal2020

Economic burden of stroke across Europe: A population-based cost analysis

Luengo-Fernandez R, Violato M, Candio P, Leal J

Modellierte Kostenanalyse

Zitiert in: Was Schlaganfälle die Gesellschaft kosten

Alle 69 Quellen als Liste
  1. Nor AM et al. The Recognition of Stroke in the Emergency Room (ROSIER) scale: development and validation of a stroke recognition instrument. Lancet Neurology 2005. DOI 10.1016/S1474-4422(05)70201-5 · PMID 16239179
  2. Aroor S, Singh R, Goldstein LB BE-FAST (Balance, Eyes, Face, Arm, Speech, Time): Reducing the Proportion of Strokes Missed Using the FAST Mnemonic. Stroke 2017. DOI 10.1161/STROKEAHA.116.015169 · PMID 28082668
  3. Paul NLM et al. Transient isolated brainstem symptoms preceding posterior circulation stroke: a population-based study. Lancet Neurology 2013. DOI 10.1016/S1474-4422(12)70299-5 · PMID 23206553
  4. Nogueira RG et al. Thrombectomy 6 to 24 Hours after Stroke with a Mismatch between Deficit and Infarct. NEJM 2018. DOI 10.1056/NEJMoa1706442 · PMID 29129157
  5. Saver JL Time is brain--quantified. Stroke 2006. DOI 10.1161/01.STR.0000196957.55928.ab · PMID 16339467
  6. Campbell BCV, De Silva DA, Macleod MR, Coutts SB, et al. Ischaemic stroke. Nature Reviews Disease Primers 2019. DOI 10.1038/s41572-019-0118-8 · PMID 31601801
  7. Perry JJ et al. Clinical decision rules to rule out subarachnoid hemorrhage for acute headache. JAMA 2013. DOI 10.1001/jama.2013.278018 · PMID 24065011
  8. Claassen J, Park S Spontaneous subarachnoid haemorrhage. The Lancet 2022. DOI 10.1016/S0140-6736(22)00938-2 · PMID 35985353
  9. Albers GW et al. Thrombectomy for Stroke at 6 to 16 Hours with Selection by Perfusion Imaging. NEJM 2018. DOI 10.1056/NEJMoa1713973 · PMID 29364767
  10. NINDS rt-PA Stroke Study Group Tissue plasminogen activator for acute ischemic stroke. NEJM 1995. DOI 10.1056/NEJM199512143332401 · PMID 7477192
  11. Hacke W et al. Thrombolysis with alteplase 3 to 4.5 hours after acute ischemic stroke. NEJM 2008. DOI 10.1056/NEJMoa0804656 · PMID 18815396
  12. Connolly SJ et al. Apixaban in Patients with Atrial Fibrillation. New England Journal of Medicine 2011. DOI 10.1056/NEJMoa1007432 · PMID 21309657
  13. Amarenco P et al. High-Dose Atorvastatin after Stroke or Transient Ischemic Attack. New England Journal of Medicine 2006. DOI 10.1056/NEJMoa061894 · PMID 16899775
  14. Menon BK et al. Intravenous tenecteplase compared with alteplase for acute ischaemic stroke in Canada (AcT): a pragmatic, multicentre, open-label, registry-linked, randomised, controlled, non-inferiority trial. Lancet 2022. DOI 10.1016/S0140-6736(22)01054-6 · PMID 35779553
  15. Thomalla G et al. MRI-Guided Thrombolysis for Stroke with Unknown Time of Onset. NEJM 2018. DOI 10.1056/NEJMoa1804355 · PMID 29766770
  16. Ma H et al. Thrombolysis Guided by Perfusion Imaging up to 9 Hours after Onset of Stroke. NEJM 2019. DOI 10.1056/NEJMoa1813046 · PMID 31067369
  17. Albers GW et al. Tenecteplase for Stroke at 4.5 to 24 Hours with Perfusion-Imaging Selection. NEJM 2024. DOI 10.1056/NEJMoa2310392 · PMID 38329148
  18. Xiong Y et al. Tenecteplase for Ischemic Stroke at 4.5 to 24 Hours without Thrombectomy. NEJM 2024. DOI 10.1056/NEJMoa2402980 · PMID 38884324
  19. Ma G et al. Tenecteplase for Acute Non-Large Vessel Occlusion 4.5 to 24 Hours After Ischemic Stroke: The OPTION Randomized Clinical Trial. JAMA 2026. DOI 10.1001/jama.2026.0210 · PMID 41642827
  20. Berkhemer OA et al. A randomized trial of intraarterial treatment for acute ischemic stroke. NEJM 2015. DOI 10.1056/NEJMoa1411587 · PMID 25517348
  21. Sarraj A et al. Trial of Endovascular Thrombectomy for Large Ischemic Strokes. NEJM 2023. DOI 10.1056/NEJMoa2214403 · PMID 36762865
  22. Huo X et al. Trial of Endovascular Therapy for Acute Ischemic Stroke with Large Infarct. NEJM 2023. DOI 10.1056/NEJMoa2213379 · PMID 36762852
  23. Tao C et al. Trial of Endovascular Treatment of Acute Basilar-Artery Occlusion. NEJM 2022. DOI 10.1056/NEJMoa2206317 · PMID 36239644
  24. Psychogios M et al. Endovascular Treatment for Stroke Due to Occlusion of Medium or Distal Vessels. NEJM 2025. DOI 10.1056/NEJMoa2408954 · PMID 39908430
  25. Goyal M et al. Endovascular Treatment of Stroke Due to Medium-Vessel Occlusion. NEJM 2025. DOI 10.1056/NEJMoa2411668 · PMID 39908448
  26. Hu W et al. Endovascular Treatment of Medium-Vessel-Occlusion Strokes. NEJM 2026. DOI 10.1056/NEJMoa2514120 · PMID 42127389
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Stand 01.10.2026 · Recherchestand 30.09.2026; Zugriffstiefe je Quelle dokumentiert

Dr. med. Amir Golsari

Autor

Dr. med. Amir Golsari

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Ausbildung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Mitautor klinischer Studien in der Schlaganfall-Bildgebung (u. a. WAKE-UP, NEJM 2018). Ärztlicher Leiter der Privatpraxis NEVPAZ in Hamburg.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung.