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Angststörungenund Panikattacken
Angststörungen sind Erkrankungen, bei denen Angst ohne reale Gefahr auftritt, sehr stark wird oder den Alltag einengt. In der Privatpraxis Nevpaz ordnen wir Ihre Beschwerden im ausführlichen Gespräch ein und planen mit Ihnen die nächsten Schritte.
- Nach aktueller Leitlinie, mit Quellen belegt
- Hamburg und bundesweit per Video
- Privatpatienten und Selbstzahler
Wenn Angst den Alltag bestimmt
ICD-10: F41.0 Panikstörung, F41.1 Generalisierte Angststörung, F40 Phobische Störungen
- Angststörungen sind häufig: In Deutschland erfüllten 15,4 % der Erwachsenen innerhalb von zwölf Monaten die Kriterien einer Angststörung.2
- Herzrasen, Atemnot und Schwindel sind typische körperliche Ausdrucksformen der Angst. Körperliche Ursachen sollten dennoch ausgeschlossen werden.1
- Die Leitlinie nennt Psychotherapie und Medikamente als Behandlungsangebote. Bei der Wahl soll Ihre Präferenz nach guter Aufklärung berücksichtigt werden.1
- Benzodiazepine sollen laut Leitlinie wegen des Abhängigkeitsrisikos nicht angeboten werden, Ausnahmen sind zeitlich befristet.1
Angst ist eine natürliche Reaktion, die vor Gefahren schützt.5 Von einer Angststörung sprechen Fachleute, wenn Angst ohne reale Bedrohung auftritt, übermäßig stark wird und die Lebensführung einschränkt.5 Zu den Angststörungen zählen die Panikstörung, die Agoraphobie, die generalisierte Angststörung, die soziale Phobie und die spezifischen Phobien.1 Sie treten häufig gemeinsam mit weiteren Angsterkrankungen, Depressionen oder Suchterkrankungen auf.3
Keine psychische Erkrankung kommt häufiger vor als die Angststörung, und Frauen trifft sie deutlich öfter als Männer.3 In einer großen Untersuchung der erwachsenen Allgemeinbevölkerung in Deutschland erfüllten 15,4 % innerhalb von zwölf Monaten die Kriterien einer Angststörung, bei den Frauen 21,4 %, bei den Männern 9,3 %.2 Rund jeder Vierte ist einmal im Leben betroffen.4
Eine Abklärung lohnt sich aus zwei Gründen. Angststörungen bleiben häufig unerkannt, weil Betroffene in der Sprechstunde meist körperliche Beschwerden schildern, etwa Schmerzen oder schlechten Schlaf, und nicht die Angst selbst.3 Zudem verschwinden sie unbehandelt nur selten ganz, weil Erwartungsangst und Vermeidung die Angst aufrechterhalten.5 Eine sorgfältige Einordnung ist die Grundlage für die Wahl der passenden Behandlung.
Wie sich Angst bemerkbar macht
Angst zeigt sich im Körper, in den Gedanken und im Verhalten. Die folgenden Beschreibungen dienen der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose.
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Plötzliche Panikattacken
Plötzliche Angstanfälle mit Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Enge in der Brust oder Schwindel, oft mit der Angst zu sterben. Die Beschwerden steigern sich innerhalb von rund 10 Minuten.1
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Angst vor bestimmten Orten
Bei der Agoraphobie besteht Angst vor Orten, die man im Notfall nur schwer verlassen könnte, etwa Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmittel oder enge Räume wie Fahrstühle.1
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Anhaltende Sorgen und Anspannung
Bei der generalisierten Angststörung bestehen ständige Sorgen, dazu Nervosität, Muskelverspannungen, Konzentrations- und Schlafstörungen. Die Beschwerden bilden einen Dauerzustand, keinen Anfall.1
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Angst vor Bewertung
Bei der sozialen Phobie machen Situationen Angst, in denen man im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Betroffene fürchten, sich zu blamieren oder von anderen schlecht beurteilt zu werden.1
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Spezifische Phobien
Die Angst beschränkt sich auf einzelne, umschriebene Situationen oder Objekte, zum Beispiel Höhe, bestimmte Tiere oder Blut und Spritzen.12
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Teufelskreis der Angst
Die Furcht vor der nächsten Attacke, die sogenannte Angst vor der Angst, schränkt die Lebensführung ein. Werden gefürchtete Situationen gemieden, verfestigt sich die Angst zusätzlich.5
Wann Sie sofort handeln sollten
Brustschmerz, Engegefühl in der Brust oder Atemnot können auch Zeichen einer Herz- oder Lungenerkrankung sein.1 Treten solche Beschwerden erstmals auf, lassen Sie sie immer ärztlich abklären, im Zweifel wählen Sie den Notruf 112. Bei Suizidgedanken wenden Sie sich bitte umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt, an eine psychiatrische Klinik oder an den Notruf 112.
So wird eine Angststörung abgeklärt
Die Diagnose stützt sich vor allem auf das ausführliche Gespräch. Ergänzend werden körperliche Ursachen der Beschwerden ausgeschlossen.1
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Ausführliches Erstgespräch
Am Anfang steht die Anamnese: Wann und in welchen Situationen tritt die Angst auf, welche körperlichen Beschwerden begleiten sie, was meiden Sie inzwischen. Für dieses Gespräch nehmen wir uns bewusst viel Zeit.
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Körperliche Abklärung
Zum Ausschluss einer körperlichen Ursache nennt die Leitlinie die körperliche Untersuchung, Blutwerte einschließlich des Schilddrüsenwerts TSH und ein EKG. Je nach Befund kommen weitere Untersuchungen infrage, etwa eine Lungenfunktionsprüfung.1
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Einordnung der Diagnose
Angststörungen werden nach der Klassifikation ICD-10 diagnostiziert. Dabei wird geprüft, ob zusätzlich etwa eine Depression oder eine Suchterkrankung vorliegt. Auch nach Suizidgedanken wird gefragt.1
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Planung der Behandlung
Sie erfahren, welche Behandlungen die Leitlinie empfiehlt, wie rasch sie wirken, wie nachhaltig sie sind und welche unerwünschten Wirkungen möglich sind.1 Auf dieser Grundlage planen wir gemeinsam die nächsten Schritte.
Wie Angststörungen behandelt werden
Die S3-Leitlinie „Behandlung von Angststörungen“ nennt Psychotherapie und Medikamente als Behandlungsangebote. Welche Behandlung gewählt wird, richtet sich nach guter Aufklärung auch nach Ihrem Wunsch.1
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Kognitive Verhaltenstherapie
Bei Panikstörung, Agoraphobie, generalisierter Angststörung und sozialer Phobie soll eine kognitive Verhaltenstherapie angeboten werden. Bei Vermeidungsverhalten gehört die Exposition dazu, also das begleitete Aufsuchen der Situationen, die Angst machen. Bei spezifischen Phobien ist die Expositionstherapie das empfohlene Verfahren.1
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Medikamentöse Behandlung
Als Medikamente empfiehlt die Leitlinie bei Panikstörung, Agoraphobie, generalisierter Angststörung und sozialer Phobie Antidepressiva aus den Gruppen der SSRI und SNRI. Die Wirkung setzt nach etwa 2 Wochen ein, mit einer Spanne von 1 bis 6 Wochen. Nach Abklingen der Beschwerden wird die Behandlung noch 6 bis 12 Monate fortgeführt.1
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Benzodiazepine nur ausnahmsweise
Benzodiazepine wirken gegen Angst, sollen laut Leitlinie wegen gravierender Nebenwirkungen wie der Entwicklung einer Abhängigkeit aber nicht angeboten werden. Nur in Ausnahmefällen können sie nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko zeitlich befristet angewendet werden.1
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Ergänzende Maßnahmen
Wirkt eine Psychotherapie oder ein Medikament nicht ausreichend, soll die jeweils andere Behandlungsform angeboten werden, auch eine Kombination ist möglich. Bei Panikstörung und Agoraphobie kann Ausdauersport ergänzend empfohlen werden. Betroffene und Angehörige sollen über Selbsthilfegruppen informiert werden.1
Die Behandlung wird individuell geplant, diese Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung.
Angststörungen in Zahlen
Das Diagramm zeigt, welcher Anteil der Erwachsenen in Deutschland innerhalb von zwölf Monaten die Kriterien der einzelnen Angststörungen erfüllte. Grundlage ist die Studie DEGS1-MH mit 5303 Teilnehmenden von 18 bis 79 Jahren, die Werte lassen sich wegen möglicher Mehrfachdiagnosen nicht addieren.2
Häufigkeit der einzelnen Angststörungen in Deutschland
12-Monats-Prävalenz bei Erwachsenen von 18 bis 79 Jahren, Studie DEGS1-MH, Diagnosen nach DSM-IV-TR, in Prozent
Spezifische Phobien sind mit 10,3 % die häufigste Angststörung, die übrigen Formen liegen zwischen 2,0 % und 4,0 %.
Quelle: Jacobi F, Höfler M, Strehle J et al. Erratum zu: Psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung. Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland und ihr Zusatzmodul „Psychische Gesundheit“ (DEGS1-MH). Der Nervenarzt 2016; 87: 88-90, Tabelle 1, Spalte „Gesamt“ (korrigierte Werte).2
Ihr Termin bei Nevpaz
Vor Ort am Dammtorwall 7a in Hamburg oder bundesweit per Videosprechstunde. Nur für Privatpatienten und Selbstzahler.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob es eine Panikattacke ist oder das Herz?
Anhand der Beschwerden allein lässt sich das nicht sicher unterscheiden. Herzrasen, Enge in der Brust und Atemnot gehören zu den typischen Zeichen einer Panikattacke, kommen aber auch bei Herz- oder Lungenerkrankungen vor. Zur Abklärung nennt die Leitlinie deshalb unter anderem die körperliche Untersuchung, Blutwerte und ein EKG.1 Treten Brustschmerz oder Atemnot erstmals auf, lassen Sie das immer ärztlich abklären, im Zweifel über den Notruf 112.
Brauche ich bei einer Angststörung Medikamente?
Nicht zwingend. Die Leitlinie nennt Psychotherapie und Medikamente als Behandlungsangebote und betont, dass Ihre Präferenz nach guter Aufklärung berücksichtigt werden soll. Bei spezifischen Phobien reicht die Studienlage für Medikamente nicht aus, hier ist die Expositionstherapie das empfohlene Verfahren.1 Welche Behandlung in Ihrer Situation sinnvoll ist, besprechen wir im persönlichen Gespräch.
Was ist mit dem Teufelskreis der Angst gemeint?
Gemeint ist, dass Angst eine Eigendynamik entwickelt und sich selbst aufrechterhält. Die Erwartungsangst, auch Angst vor der Angst genannt, schränkt die Lebensführung ein. Werden gefürchtete Situationen gemieden, verfestigt sich die Angstreaktion zusätzlich.5 Die Verhaltenstherapie setzt an dieser Stelle an: In der Expositionsbehandlung suchen Sie die gefürchteten Situationen bewusst und begleitet auf.4
Warum werden Beruhigungsmittel nicht dauerhaft empfohlen?
Benzodiazepine wirken zwar gegen Angst, bei länger dauernder Einnahme besteht aber die Gefahr einer Abhängigkeit.4 Die Leitlinie rät deshalb davon ab, sie anzubieten. Nur in Ausnahmefällen können sie nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko zeitlich befristet angewendet werden. Für die medikamentöse Behandlung nennt die Leitlinie stattdessen Antidepressiva aus den Gruppen der SSRI und SNRI.1
Kann ich auch per Videosprechstunde in die Praxis kommen?
Ja. Die Privatpraxis Nevpaz bietet neben der persönlichen Sprechstunde am Dammtorwall in Hamburg bundesweit eine Videosprechstunde an. Im Gespräch ordnen wir Ihre Beschwerden ein und planen mit Ihnen die nächsten Schritte. Die Praxis behandelt Privatpatientinnen und Privatpatienten sowie Selbstzahlerinnen und Selbstzahler. Körperliche Untersuchungen wie ein EKG oder eine Blutabnahme sind per Video nicht möglich und erfolgen bei Bedarf vor Ort.
Quellen
- Bandelow B, Aden I, Alpers GW et al. Deutsche S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Version 2 (Kurzversion). AWMF-Registernummer 051-028. Publiziert bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Stand 04/2021. Zur Quelle
- Jacobi F, Höfler M, Strehle J et al. Erratum zu: Psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung. Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland und ihr Zusatzmodul „Psychische Gesundheit“ (DEGS1-MH). Der Nervenarzt 2016; 87: 88-90. DOI 10.1007/s00115-015-4458-7. Zur Quelle
- Bandelow B, Lichte T, Rudolf S, Wiltink J, Beutel ME. Diagnostik und Therapieempfehlungen bei Angststörungen. Deutsches Ärzteblatt PP, Ausgabe 8/2014. Zur Quelle
- S3-Leitlinie Angststörungen, Patientenversion (Patientenleitlinie Behandlung von Angststörungen), Version 2. AWMF-Registernummer 051-028. Publiziert bei der AWMF, 2022. Zur Quelle
- Wittchen HU, Jacobi F. Angststörungen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 21. Robert Koch-Institut, Berlin 2004. Zur Quelle
Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
Ärztlich geprüft von Dr. med. Amir Golsari, Ärztliche Leitung. Stand: .