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PRIVATPRAXIS
NEUROLOGIE·PSYCHIATRIE

Multiple Sklerose: verstehen, behandeln, Alltag gestalten

Was bedeuten Veränderungen im MRT? Welche Behandlung passt zu Ihrem Verlauf? Wie gehen Sie mit Erschöpfung um, die andere Ihnen vielleicht nicht ansehen? Hier finden Sie Orientierung für Untersuchungen, Therapieentscheidungen und den Alltag.

  • 35 Quellen, u. a. aus Brain, NEJM, Neurology, The Lancet Neurology
  • Forschungsergebnis, Einordnung und Alltagstipp getrennt
  • Stand 01.10.2026

Was bei MS im Nervensystem geschieht

Multiple Sklerose, kurz MS, betrifft das zentrale Nervensystem: Gehirn, Rückenmark und Sehnerven. Bei der Erkrankung entstehen entzündliche Veränderungen, an denen unterschiedliche Immunzellen beteiligt sind. Dazu gehören T-Zellen, B-Zellen und die im Nervengewebe angesiedelten Mikrogliazellen. Eine Untersuchung von Gehirngewebe zeigte Entzündung sowohl bei schubförmigen als auch bei fortschreitenden Verläufen. Entzündung und Schädigung der Nervenfasern waren miteinander verbunden. Das erklärt, weshalb die Behandlung verschiedene Bestandteile des Immunsystems ansprechen kann. Solche Gewebeuntersuchungen zeigen jedoch Zusammenhänge in ausgewählten Proben. Sie können nicht vorhersagen, was bei einer einzelnen Person als Nächstes geschieht.1

Querschnitt durch ein feines Blutgefäß des Gehirns: Ein Ring dicht verbundener Wandzellen bildet die Blut-Hirn-Schranke; eine helle Abwehrzelle zwängt sich zwischen zwei Wandzellen hindurch ins Hirngewebe.
KI-generierte schematische Illustration

Die Myelinhülle unterstützt die schnelle Weiterleitung von Signalen. Bei MS können auch die Nervenfasern selbst, die Axone, geschädigt werden. In untersuchten MS-Gewebeproben fanden Forschende durchtrennte Axone. Bleibende Einschränkungen sind deshalb möglich. Nicht jede Beschwerde bleibt jedoch dauerhaft. Der MRT-Befund allein beschreibt jedoch nicht die gesamte Wirkung einer Behandlung und sagt Ihren persönlichen Verlauf nicht sicher voraus.2,3,4

Nervenfaser, umhüllt von einer in Abschnitte gegliederten Myelinscheide; an den schmalen Lücken dazwischen, den Ranvier-Schnürringen, leuchten goldene Signale auf. Ein aufgeschnittener Abschnitt zeigt die vielen Wicklungen der Hülle.
KI-generierte schematische Illustration
Zwei Nervenfasern im Vergleich: Die obere hat eine vollständige Myelinhülle, bei der unteren ist die Hülle an einer Stelle aufgelockert und abgebaut, umgeben von einem hellen Entzündungsschimmer und einer Abwehrzelle; die Faser selbst ist erhalten.
KI-generierte schematische Illustration

Myelin und Nervenleitung

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 28 Sekunden.

Gesprochener Text

Im Gehirn und Rückenmark bilden Oligodendrozyten die Myelinhülle um die Nervenfasern. Die Erregung springt von Schnürring zu Schnürring. Fehlt das Myelin, wird das Signal langsamer weitergeleitet oder bleibt ganz stecken. Bei MS können auch die Axone selbst geschädigt werden, dann sind bleibende Einschränkungen möglich. Neues Myelin kann entstehen, oft aber unvollständig.2,3,4,5

Entzündung an der Blut-Hirn-Schranke

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 25 Sekunden.

Gesprochener Text

Man nimmt an, dass MS-Herde entstehen, wenn Immunzellen ins Nervengewebe einwandern. Mit dem Haftmolekül Alpha-4-Integrin haften sie an der Gefäßwand und treten hindurch. Die Herde bilden sich um kleine, entzündete Venen. Im Herd überwiegen T-Zellen vom Typ CD8, B-Zellen tragen deutlich bei. Aus dem Blut eingewanderte Makrophagen räumen Myelintrümmer ab.1,5,6,7,8,9

Schematischer KI-Film, keine Messdaten
Schematischer KI-Film, keine Messdaten

Welche Beschwerden zu MS passen können

MS kann verschiedene Funktionen beeinträchtigen: Kribbeln oder Taubheit, steife Muskeln durch Spastik sowie Einschränkungen beim Gehen und bei Handbewegungen. Blasenbeschwerden können den Alltag ebenso belasten. Fatigue, Konzentrationsprobleme und depressive Beschwerden sind von außen oft weniger sichtbar. Eine NARCOMS-Registerauswertung mit Angaben von über 35.000 Teilnehmenden erfasste elf Beschwerdebereiche und zeigte, wie unterschiedlich Betroffene ihre Einschränkungen erleben. Sie beschreibt Selbstauskünfte, keine festgelegte Reihenfolge und keine persönliche Prognose. Nicht jeder Mensch entwickelt alle diese Beschwerden. Benennen Sie auch Probleme, die Sie bisher aus Scham oder wegen ihrer Unsichtbarkeit nicht angesprochen haben.10

Querschnitt durch das Rückenmark mit heller, schmetterlingsförmiger grauer Substanz in der Mitte; in der umgebenden weißen Substanz liegt seitlich ein kleiner, golden leuchtender Entzündungsherd.
KI-generierte schematische Illustration

Eine Sehnerventzündung, Optikusneuritis, kann mit einer Sehverschlechterung auffallen. Sie ist eine mögliche MS-Manifestation, kann aber auch andere Ursachen haben und braucht eine gezielte Abklärung.11

Schnitt durch ein Auge mit dem nach hinten abgehenden Sehnerv; ein kurzer Abschnitt des Sehnervs direkt hinter dem Auge leuchtet golden als Zeichen einer Entzündung.
KI-generierte schematische Illustration

Kopfschmerzen oder Antriebsminderung allein ergeben kein typisches MS-Diagnosemuster. Ihre Ursache muss individuell abgeklärt werden, statt sie automatisch MS zuzuschreiben. Auch bei passenderen neurologischen Beschwerden verlangen die Diagnosekriterien die Prüfung anderer Erklärungen.12

Symptom-Atlas: was sich zeigt und was verborgen bleibt

Mögliche Beschwerden bei MS auf einer schematischen Körperkarte. Auswahl per Klick, Tippen oder Tastatur (Pfeiltasten).

Nerven- und Körperfunktionen

Von außen oft weniger sichtbar

Hinweis

Eine Beschwerde auswählen

Eine NARCOMS-Registerauswertung mit Angaben von über 35.000 Teilnehmenden erfasste elf Beschwerdebereiche und zeigte, wie unterschiedlich Betroffene ihre Einschränkungen erleben. Sie beschreibt Selbstauskünfte, keine festgelegte Reihenfolge und keine persönliche Prognose.10

Keine Selbstdiagnose: Die Karte ordnet Begriffe ein. Auch bei passenderen neurologischen Beschwerden verlangen die Diagnosekriterien die Prüfung anderer Erklärungen.12

  • Nerven- und Körperfunktionen
  • Von außen oft weniger sichtbar
  • Allein unspezifisch
  • Ausgewählt

KernsatzNicht jeder Mensch entwickelt alle diese Beschwerden. Benennen Sie auch Probleme, die Sie bisher aus Scham oder wegen ihrer Unsichtbarkeit nicht angesprochen haben.10

Alle Beschwerden als Liste
BeschwerdeBereichErklärung
Sehen (Sehnerv)Nerven- und KörperfunktionenEine Sehnerventzündung, Optikusneuritis, kann mit einer Sehverschlechterung auffallen. Sie ist eine mögliche MS-Manifestation, kann aber auch andere Ursachen haben und braucht eine gezielte Abklärung.11 Nach einer Sehnerventzündung gehen Nervenfasern der Netzhaut zugrunde; die dünnere Netzhaut ist in der OCT gut messbar.5
Kribbeln oder TaubheitNerven- und KörperfunktionenMS kann verschiedene Funktionen beeinträchtigen: Kribbeln oder Taubheit, steife Muskeln durch Spastik sowie Einschränkungen beim Gehen und bei Handbewegungen.10
HandbewegungenNerven- und KörperfunktionenMS kann verschiedene Funktionen beeinträchtigen: Kribbeln oder Taubheit, steife Muskeln durch Spastik sowie Einschränkungen beim Gehen und bei Handbewegungen.10
Steife Muskeln (Spastik)Nerven- und KörperfunktionenMS kann verschiedene Funktionen beeinträchtigen: Kribbeln oder Taubheit, steife Muskeln durch Spastik sowie Einschränkungen beim Gehen und bei Handbewegungen.10
Gehen und GleichgewichtNerven- und KörperfunktionenMS kann verschiedene Funktionen beeinträchtigen: Kribbeln oder Taubheit, steife Muskeln durch Spastik sowie Einschränkungen beim Gehen und bei Handbewegungen.10 Bei Unsicherheit im Stehen oder Gehen sollte Rehabilitation das konkrete Problem aufgreifen.13
BlaseNerven- und KörperfunktionenBlasenbeschwerden können den Alltag ebenso belasten.10
FatigueVon außen oft weniger sichtbarFatigue kann körperliche und geistige Tätigkeiten erheblich erschweren.14 Sie sollte im Behandlungsgespräch konkret beschrieben werden: Was gelingt noch, wann bricht Ihre Belastbarkeit ein, und wie wirkt sich das auf Arbeit oder Familie aus?14
Konzentration und DenkenVon außen oft weniger sichtbarWenn Sie langsamer denken, bei Gesprächen den Faden verlieren oder mehrere Aufgaben schwer gleichzeitig bewältigen können, lohnt eine gezielte Abklärung.15
StimmungVon außen oft weniger sichtbarAnhaltende Niedergeschlagenheit, Angst oder Rückzug verdienen Aufmerksamkeit neben den körperlichen Beschwerden.16
Kopfschmerz, AntriebsminderungAllein unspezifischKopfschmerzen oder Antriebsminderung allein ergeben kein typisches MS-Diagnosemuster. Ihre Ursache muss individuell abgeklärt werden, statt sie automatisch MS zuzuschreiben.12
Gefühl, Muskelspannung und BewegungGemeinsam betrachtetMS kann verschiedene Funktionen beeinträchtigen: Kribbeln oder Taubheit, steife Muskeln durch Spastik sowie Einschränkungen beim Gehen und bei Handbewegungen.10
Von außen oft weniger sichtbarGemeinsam betrachtetFatigue, Konzentrationsprobleme und depressive Beschwerden sind von außen oft weniger sichtbar.10
Gleichgewicht, Schwindel und FatigueGemeinsam betrachtetDie gemessene Balance verbesserte sich gegenüber einer unbehandelten Kontrollgruppe; auch Schwindelbelastung und Fatigue wurden günstiger bewertet.13

Quellen: 10; 12; 11; 14; 15; 13; 16; 5


Schübe und Fortschreiten: die Verlaufsformen

Bei der schubförmigen MS, RRMS, treten abgegrenzte neurologische Verschlechterungen auf. Beschwerden können sich anschließend vollständig oder teilweise zurückbilden. Entwickelt sich nach einem solchen Verlauf eine allmähliche Zunahme von Einschränkungen, wird dies als sekundär progrediente MS, SPMS, bezeichnet. Bei der primär progredienten MS, PPMS, besteht ein fortschreitender Verlauf von Beginn an. Diese Bezeichnungen sind keine feste Abfolge, die jeder Mensch durchlaufen muss. Zusätzlich wird beschrieben, ob die Erkrankung aktiv ist, etwa durch Schübe oder neue MRT-Veränderungen, und ob Einschränkungen im betrachteten Zeitraum zunehmen. Auch bei fortschreitender MS können Schübe vorkommen. Umgekehrt können Einschränkungen ohne erkennbaren Schub langsam zunehmen, und das nicht erst in späten Phasen, sondern bereits bei schubförmiger MS. Für Sie ist deshalb eine konkrete Einordnung hilfreicher als das Etikett allein: Welche Aktivität wurde zuletzt beobachtet, und welche Funktionen haben sich verändert? Der Übergang zur SPMS lässt sich häufig erst rückblickend erkennen.17,18,19

Schübe und Fortschreiten: die Verlaufsformen

Qualitatives Schema. Verlaufsform wählen; mit „Aktivität“ und „Zunahme“ die beiden zusätzlichen Beschreibungen hervorheben.

Diese Bezeichnungen sind keine feste Abfolge, die jeder Mensch durchlaufen muss.17 Symbole statt Messkurven: kein Zeit- und kein Schweregradmaßstab.

Zusätzlich beschrieben:

Zusätzlich wird beschrieben, ob die Erkrankung aktiv ist, etwa durch Schübe oder neue MRT-Veränderungen, und ob Einschränkungen im betrachteten Zeitraum zunehmen.17 Neue Herde im MRT sind etwa zehnmal häufiger als Schübe, gemessen in Studiengruppen.5

RRMS · Schema ohne Zeit- und Schweregradmaßstab

Schubförmig

Bei der schubförmigen MS, RRMS, treten abgegrenzte neurologische Verschlechterungen auf. Beschwerden können sich anschließend vollständig oder teilweise zurückbilden.17

  • Schub
  • neue MRT-Veränderung
  • Rückbildung (Symbol)
  • Zunahme von Einschränkungen (Symbol)
  • möglich

KernsatzFür Sie ist deshalb eine konkrete Einordnung hilfreicher als das Etikett allein: Welche Aktivität wurde zuletzt beobachtet, und welche Funktionen haben sich verändert?17

Verlaufsformen als Text
VerlaufsformErklärung
RRMS · SchubförmigBei der schubförmigen MS, RRMS, treten abgegrenzte neurologische Verschlechterungen auf. Beschwerden können sich anschließend vollständig oder teilweise zurückbilden.17
SPMS · Sekundär progredientEntwickelt sich nach einem solchen Verlauf eine allmähliche Zunahme von Einschränkungen, wird dies als sekundär progrediente MS, SPMS, bezeichnet.17 Der Übergang zur SPMS lässt sich häufig erst rückblickend erkennen.17
PPMS · Primär progredientBei der primär progredienten MS, PPMS, besteht ein fortschreitender Verlauf von Beginn an.17 Auch bei fortschreitender MS können Schübe vorkommen.17
PIRA · Schubunabhängige VerschlechterungEinschränkungen nehmen mit Schüben zu (RAW) oder unabhängig davon (PIRA), auch schon früh bei schubförmigem Beginn.1819

Quellen: 17; 5; 18; 19


Wie die Diagnose gestellt wird

Die McDonald-Kriterien wurden 2024 überarbeitet und 2025 veröffentlicht. Sie ordnen klinische Befunde, MRT und weitere Untersuchungen zu einem diagnostischen Gesamtbild. Räumliche Dissemination bedeutet typische Veränderungen in verschiedenen Bereichen des zentralen Nervensystems. Zeitliche Dissemination bezeichnet Krankheitsaktivität zu unterschiedlichen Zeitpunkten, beispielsweise neue Veränderungen in einer späteren MRT-Untersuchung. Nach den neuen Kriterien ist dieser zeitliche Nachweis nicht mehr in jeder Konstellation zwingend. Unter bestimmten Voraussetzungen können zusätzliche Befunde eine frühere Diagnose ermöglichen. Der Sehnerv zählt nun als fünfte anatomische Region. Auch der Kappa-FLC-Index im Liquor kann anstelle oligoklonaler Banden verwendet werden. Zur Diagnose gehören weiterhin MS-typische Befunde und der Ausschluss einer besseren Erklärung. Müdigkeit oder einzelne unspezifische Flecken im MRT ergeben für sich keine MS-Diagnose.12

Durchscheinendes Gehirn in Schrägansicht: Um die hell dargestellten Hirnkammern und vereinzelt nahe der Rinde, im Hirnstamm und im Kleinhirn leuchten kleine ovale Herde als Sinnbild für Entzündungsherde in der weißen Substanz.
KI-generierte schematische Illustration

Ort und Zeit: wie die Diagnose zusammengesetzt wird

Interaktives Schema der überarbeiteten McDonald-Kriterien: fünf Regionen für die räumliche Verteilung, eine Zeitleiste für die zeitliche Entwicklung, dazu ergänzende Befunde.

Didaktisches Schema mit Beispielherden: keine Patientengeschichte, keine Eingabe eigener Befunde, kein Diagnosetest. Grundlage: McDonald-Kriterien, 2024 überarbeitet, 2025 veröffentlicht.12

Voraussetzung in jedem SchrittZur Diagnose gehören weiterhin MS-typische Befunde und der Ausschluss einer besseren Erklärung.12
12345Schematisch, nicht maßstabsgetreu

Räumliche Dissemination bedeutet typische Veränderungen in verschiedenen Bereichen des zentralen Nervensystems.12

Beispielherd je Region ein- oder ausblenden

Regionen mit Beispielherd: 0 von 5

Weniger als zwei Regionen: Die räumliche Dissemination ist im Beispiel nicht erfüllt.12

Typische Herde in mindestens zwei von fünf Regionen; bei fortschreitendem Verlauf genügen zwei Herde im Rückenmark.12

Region

Eine Region wählen

Im MRT suchen Ärztinnen und Ärzte nach einem für MS passenden Muster. Nicht jeder helle Fleck ist ein MS-Herd.20

  • Beispielherd
  • neuer Herd im späteren MRT
  • diagnostische Region

KernsatzDie 2024 revidierten, 2025 veröffentlichten Kriterien ermöglichen unter festgelegten Voraussetzungen eine frühere Diagnose. Einzelne unspezifische Beschwerden genügen dafür nicht.12

Regionen und Schritte als Text
SchrittErklärung
1. Kortikal / juxtakortikalRäumliche Dissemination bedeutet typische Veränderungen in verschiedenen Bereichen des zentralen Nervensystems.12 Herde in der Hirnrinde sind weniger entzündlich und zeigen deutlich weniger Schrankenstörung als Herde der weißen Substanz.5
2. PeriventrikulärRäumliche Dissemination bedeutet typische Veränderungen in verschiedenen Bereichen des zentralen Nervensystems.12
3. InfratentoriellRäumliche Dissemination bedeutet typische Veränderungen in verschiedenen Bereichen des zentralen Nervensystems.12
4. RückenmarkZur diagnostischen Untersuchung gehören Gehirn und Rückenmark; bei entsprechender Fragestellung wird auch der Sehnerv genauer untersucht.20 Herde im Rückenmark sind eine wichtige Ursache klinischer Beeinträchtigung.5
5. SehnervDer Sehnerv zählt nun als fünfte anatomische Region.12 Beide Verfahren können unter festgelegten Qualitätsbedingungen Hinweise auf eine Sehnervschädigung liefern.11 (Gemeint sind VEP und OCT.) Der Sehnerv lässt sich über MRT, OCT oder VEP als betroffene Region belegen, bei strenger Qualitätskontrolle und ohne bessere Erklärung.11
ZeitZeitliche Dissemination bezeichnet Krankheitsaktivität zu unterschiedlichen Zeitpunkten, beispielsweise neue Veränderungen in einer späteren MRT-Untersuchung.12
LiquorAuch der Kappa-FLC-Index im Liquor kann anstelle oligoklonaler Banden verwendet werden.12 Das sind ergänzende Hinweise auf Immunaktivität, keine alleinigen Beweise für MS.21
Sehbahn: VEP und OCTVisuell evozierte Potenziale, kurz VEP, prüfen, wie eine standardisierte visuelle Reizung im Gehirn beantwortet wird.11 Die optische Kohärenztomografie, OCT, untersucht dagegen Schichten der Netzhaut.11 Ihre Ergebnisse müssen zu den übrigen Befunden passen; auch andere Erkrankungen können Veränderungen verursachen.11
Besondere MRT-ZeichenSpezielle Aufnahmen können eine kleine zentrale Vene innerhalb eines Herdes oder einen charakteristischen Rand sichtbar machen. Solche Zeichen können die diagnostische Sicherheit erhöhen, stehen aber nicht überall in gleicher Qualität zur Verfügung.20

Quellen: 12; 21; 11; 20; 5

MRT: Lage und Art der Veränderungen zählen

Illustration einer Glastafel mit einem schematischen Querschnittsbild des Gehirns, wie es die Magnetresonanztomographie zeigt; neben den Hirnkammern sind mehrere kleine helle Herde zu sehen. Keine echte Aufnahme.
KI-generierte schematische Illustration

Im MRT suchen Ärztinnen und Ärzte nach einem für MS passenden Muster. Nicht jeder helle Fleck ist ein MS-Herd. Die aktuellen MRT-Empfehlungen berücksichtigen deshalb auch andere mögliche Erklärungen, etwa Gefäßveränderungen oder Migräne. Zur diagnostischen Untersuchung gehören Gehirn und Rückenmark; bei entsprechender Fragestellung wird auch der Sehnerv genauer untersucht. Spezielle Aufnahmen können eine kleine zentrale Vene innerhalb eines Herdes oder einen charakteristischen Rand sichtbar machen. Solche Zeichen können die diagnostische Sicherheit erhöhen, stehen aber nicht überall in gleicher Qualität zur Verfügung. Fragen Sie bei unklaren Befunden nach, welche Veränderungen tatsächlich typisch sind und welche ergänzende Untersuchung die offene Frage beantworten soll.20

Kontrastmittel kann anzeigen, dass die Blut-Hirn-Schranke an einer Stelle durchlässiger geworden ist. Diese Schranke reguliert den Austausch zwischen Blut und Nervengewebe. Eine Kontrastmittelanreicherung zeigt den Austritt des Mittels in das Gewebe; sie bildet nicht einzelne Immunzellen ab. Bereits eine frühe Untersuchung mit wiederholten MRT-Aufnahmen zeigte bei vier ausgewählten Fällen eine solche Schrankenstörung vor anderen neuen MRT-Veränderungen. Die Bilder und Beschwerden stimmten dabei nicht immer überein. Ein nicht kontrastmittelaufnehmender Herd bedeutet daher nicht automatisch, dass er für Ihre Beschwerden bedeutungslos ist. Diese kleine Fallserie begründet aber keine individuelle Prognose.22

Liquor und Sehbahn ergänzen das Bild

Der Liquor ist die Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umgibt. Bei einer Liquoruntersuchung können oligoklonale Banden auf eine Antikörperbildung innerhalb des zentralen Nervensystems hinweisen. Dafür werden Liquor und Blut gemeinsam beurteilt. Freie Kappa-Leichtketten sind ebenfalls Bestandteile der Antikörperproduktion; ein berechneter Index hilft, eine Produktion innerhalb des Nervensystems einzuordnen. Eine Studie bei Menschen nach einem ersten demyelinisierenden Ereignis zeigte eine ähnliche diagnostische Rolle von Kappa-Index und oligoklonalen Banden. Das sind ergänzende Hinweise auf Immunaktivität, keine alleinigen Beweise für MS. Weder sollten Sie einen positiven Laborwert ohne das übrige Untersuchungsergebnis als endgültige Diagnose verstehen, noch einen einzelnen unauffälligen Wert als abschließende Entwarnung.21

Visuell evozierte Potenziale, kurz VEP, prüfen, wie eine standardisierte visuelle Reizung im Gehirn beantwortet wird. Eine verzögerte Antwort kann eine verlangsamte Leitung in der Sehbahn unterstützen. Das Verfahren misst weder alle Nerven des Körpers noch allgemein deren Gesundheit. Die optische Kohärenztomografie, OCT, untersucht dagegen Schichten der Netzhaut. Beide Verfahren können unter festgelegten Qualitätsbedingungen Hinweise auf eine Sehnervschädigung liefern. Ihre Ergebnisse müssen zu den übrigen Befunden passen; auch andere Erkrankungen können Veränderungen verursachen. Geräte, Untersuchungsmethode und Vergleichswerte beeinflussen besonders die Beurteilung der VEP.11

MRT: dauerhafte Herde und aktive Herde

Zwei schematische Aufnahmen desselben Schnitts vor und nach Kontrastmittel, darunter die Blut-Hirn-Schranke als Erklärung. Befund oder Zustand wählen.

Eigene schematische Darstellung, keine MRT-Aufnahme eines Menschen. Größen und Helligkeiten sind vereinfacht.

T2/FLAIRAufnahme vor Kontrastmittel
Nach Kontrastmittelnur ein Herd reichert an

Befund im Schema wählen

So lesen

Zwei Aufnahmen desselben Schnitts

Im MRT suchen Ärztinnen und Ärzte nach einem für MS passenden Muster.20 Links vor, rechts nach Kontrastmittel.

Warum ein Herd anreichert: die Blut-Hirn-Schranke

NervengewebeBlutgefäßGefäßwand mit Schranke

Schranke

Intakt

Diese Schranke reguliert den Austausch zwischen Blut und Nervengewebe.22

  • heller Herd
  • Kontrastmittelanreicherung
  • Kontrastmittel im Gefäß

KernsatzBildgebung wird gemeinsam mit klinischen Befunden beurteilt.20

Befunde als Text
BefundErklärung
Herd mit AnreicherungKontrastmittel kann anzeigen, dass die Blut-Hirn-Schranke an einer Stelle durchlässiger geworden ist.22 Eine Kontrastmittelanreicherung zeigt den Austritt des Mittels in das Gewebe; sie bildet nicht einzelne Immunzellen ab.22 Bei 34 neuen Herden anfangs meist ein geschlossener Ring (65 %), seltener Knoten oder offener Ring (je 18 %); das Muster wandelte sich binnen Tagen.8
Herd ohne AnreicherungEin nicht kontrastmittelaufnehmender Herd bedeutet daher nicht automatisch, dass er für Ihre Beschwerden bedeutungslos ist.22
Kleiner heller FleckNicht jeder helle Fleck ist ein MS-Herd. Die aktuellen MRT-Empfehlungen berücksichtigen deshalb auch andere mögliche Erklärungen, etwa Gefäßveränderungen oder Migräne.20
Frühe VerlaufsstudieBereits eine frühe Untersuchung mit wiederholten MRT-Aufnahmen zeigte bei vier ausgewählten Fällen eine solche Schrankenstörung vor anderen neuen MRT-Veränderungen.22 Diese kleine Fallserie begründet aber keine individuelle Prognose.22

Quellen: 22; 20; 8; 5

Wie die Diagnose gestellt wird

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 27 Sekunden.

Gesprochener Text

Grundlage bleiben passende Beschwerden, typische Herde und keine bessere Erklärung. Das MRT soll immer Gehirn und Rückenmark umfassen. Räumlich verteilt heißt: typische Herde in zwei von fünf Regionen, neu ist der Sehnerv. Der zeitliche Nachweis ist nicht mehr in jedem Fall zwingend. Ersetzen kann ihn etwa ein positiver Liquorbefund mit oligoklonalen Banden oder Kappa-Index.12,20,21


Medikamente: welche Ziele sie verfolgen

Ocrelizumab · OPERA

Kugelige B-Zelle mit vielen kleinen Oberflächenmerkmalen; goldene, Y-förmige Antikörper haben sich mit ihren Armspitzen an einige dieser Merkmale geheftet, weitere schweben in der Nähe.
KI-generierte schematische Illustration

Verlaufsmodifizierende Medikamente, DMT, sollen neue Krankheitsaktivität und zunehmende Einschränkungen vermindern. Anti-CD20-Antikörper wie Ocrelizumab richten sich gegen bestimmte B-Zellen. In OPERA lag die jährliche Schubrate unter Ocrelizumab in beiden Studien bei 0,16 gegenüber 0,29 unter Interferon beta-1a. Diese Rate ist ein Durchschnitt über die Beobachtungszeit, kein Anteil dauerhaft schubfreier Menschen. Auch bestätigte Verschlechterungen waren seltener. Die Ergebnisse betreffen schubförmige MS und 96 Wochen. Infusionsreaktionen und weitere Nebenwirkungen gehören in die Entscheidung; eine Heilung wurde nicht gezeigt.23

Ofatumumab · ASCLEPIOS

Ofatumumab richtet sich ebenfalls gegen CD20-positive B-Zellen. In ASCLEPIOS lagen die jährlichen Schubraten bei 0,11 gegenüber 0,22 und 0,10 gegenüber 0,25 unter Teriflunomid. Die Studien verglichen Ofatumumab nicht direkt mit Ocrelizumab und begründen keine allgemeine Rangliste. Für Ihre Entscheidung zählen außerdem Anwendung, Begleiterkrankungen und Sicherheitsprofil. Schwere Infektionen wurden bei 2,5 Prozent unter Ofatumumab und 1,8 Prozent unter Teriflunomid berichtet.24

Rituximab oder Ocrelizumab · OVERLORD-MS

218randomisierte Personen

OVERLORD-MS verglich 2026 Rituximab mit Ocrelizumab bei neu diagnostizierter schubförmiger MS mit jüngster Krankheitsaktivität. Von 218 randomisierten Personen wurden 216 behandelt. Zwischen Monat 6 und 24 betrug die geschätzte Wahrscheinlichkeit ohne neue oder vergrößerte MRT-Herde 92,2 gegenüber 94,8 Prozent. Für diesen MRT-Endpunkt wurde die vorab definierte Nichtunterlegenheitsgrenze von −10 Prozentpunkten eingehalten. Das beweist keine vollständige Gleichwertigkeit aller Wirkungen und Risiken. Infektionen wurden häufiger unter Rituximab berichtet, bei 82 gegenüber 69 Prozent. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, erfordert eine individuelle Einordnung.25

Natalizumab · AFFIRM

Natalizumab hemmt ein Haftmolekül, mit dessen Hilfe Immunzellen in das zentrale Nervensystem gelangen. In AFFIRM lagen bestätigte Verschlechterungen nach zwei Jahren bei geschätzt 17 Prozent unter Natalizumab und 29 Prozent unter Placebo. Auch Schübe waren seltener. Die Behandlung verlangt eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und Überwachung. Diese frühe Placebostudie erlaubt keine einfache Rangliste gegenüber heutigen Medikamenten: Populationen, Vergleichsbehandlungen und Beobachtungszeiten unterscheiden sich.26

Natalizumab und PML

Ein besonderes Risiko unter Natalizumab ist die progressive multifokale Leukenzephalopathie, PML, eine ernste Infektion des Gehirns. Eine große Beobachtungsanalyse zeigte, dass die Risikoeinschätzung vom Antikörperstatus gegen das JC-Virus, früherer Immunsuppression und der Behandlungsdauer abhängt. Bei bestimmten antikörperpositiven Gruppen hilft zusätzlich die Höhe des Antikörperindex. Eine einzige pauschale Häufigkeitsangabe würde diese Unterschiede verdecken. Lassen Sie sich deshalb Ihre persönliche Risikokonstellation erklären und besprechen Sie, welche Kontrollen vorgesehen sind. Die damaligen Schätzungen aus Beobachtungsdaten sind keine Garantie für das individuelle Risiko und bilden spätere Änderungen der Behandlungspraxis nicht vollständig ab.27

Fingolimod · FREEDOMS

S1P-Modulatoren beeinflussen, wie bestimmte Immunzellen die Lymphknoten verlassen. FREEDOMS zeigte für Fingolimod bei schubförmiger MS eine jährliche Schubrate von 0,18 gegenüber 0,40 unter Placebo im untersuchten niedrigeren Dosierungsarm. Beobachtet wurden unter anderem ein langsamerer Herzschlag und Leitungsstörungen beim Behandlungsbeginn, eine Schwellung an der Stelle des schärfsten Sehens (Makulaödem), erhöhte Leberwerte und ein leicht erhöhter Blutdruck. Auch eine Tablettenbehandlung braucht daher einen ärztlich abgestimmten Plan mit Kontrollen. Ergebnisse einer Substanz lassen sich nicht unverändert auf alle S1P-Modulatoren übertragen.28

Bei fortschreitenden Verläufen genauer hinsehen

ORATORIO · Ocrelizumab

ORATORIO untersuchte Ocrelizumab bei primär progredienter MS. Eine mindestens zwölf Wochen bestätigte Zunahme von Einschränkungen trat bei 32,9 Prozent unter Ocrelizumab und 39,3 Prozent unter Placebo auf: 6,4 Prozentpunkte Unterschied. Die zwölf Wochen beschreiben die Bestätigung der Verschlechterung, nicht die gesamte Behandlungsdauer. Der Nutzen bestand in einer geringeren Häufigkeit des untersuchten Fortschreitens; verlorene Funktionen wurden nicht verlässlich wiederhergestellt. Die ausgewählte Population begrenzt die Übertragbarkeit. Einige Infektionen und Infusionsreaktionen waren häufiger. Tumorerkrankungen wurden bei 2,3 Prozent unter Ocrelizumab und 0,8 Prozent unter Placebo berichtet.29

EXPAND · Siponimod

EXPAND untersuchte Siponimod bei sekundär progredienter MS. Eine mindestens drei Monate bestätigte Verschlechterung wurde bei gerundet 26 Prozent unter Siponimod und 32 Prozent unter Placebo berichtet. Die statistische Analyse berücksichtigte die Zeit bis zum Ereignis. Die Population hatte unterschiedliche Anteile an Schubaktivität und fortschreitenden Einschränkungen; gleiche Wirkung für jede Form der SPMS ist damit nicht zugesagt. Entscheidend ist, wie aktiv Ihre Erkrankung ist und ob Ihre Situation der untersuchten entspricht. Herz-, Augen- und Leberrisiken sind zu berücksichtigen.30

Wo Therapien im Immunsystem ansetzen

Interaktives Netzwerk: Welches Wirkprinzip, welche Studie, welcher Angriffspunkt? Auswahl per Klick, Tippen oder Tastatur.

Eine Linie bedeutet: Diese Studie hat einen Wirkstoff mit diesem Angriffspunkt geprüft. Sie zeigt weder die Stärke einer Wirkung noch eine Rangfolge oder Empfehlung. Zelltherapien und experimentelle Verfahren sind eigene Gruppen.

So lesen

Einen Knoten auswählen

Links stehen Wirkprinzipien, in der Mitte die hier zitierten Studien, rechts der Angriffspunkt im Immunsystem. Auswahl hebt den ganzen Pfad hervor.

Anti-CD20

Anti-CD20-Antikörper wie Ocrelizumab richten sich gegen bestimmte B-Zellen.23 Infusionsreaktionen und weitere Nebenwirkungen gehören in die Entscheidung; eine Heilung wurde nicht gezeigt.23 Anti-CD20-Antikörper entfernen B-Zellen mit CD20. Vorläufer, viele Plasmablasten und Plasmazellen tragen kein CD20 und bleiben erhalten.2331

  1. OPERA I/II · Ocrelizumab N Engl J Med 2017
    In OPERA lag die jährliche Schubrate unter Ocrelizumab in beiden Studien bei 0,16 gegenüber 0,29 unter Interferon beta-1a.23B-Zellen
  2. ORATORIO · Ocrelizumab N Engl J Med 2017
    ORATORIO untersuchte Ocrelizumab bei primär progredienter MS.29B-Zellen
  3. ASCLEPIOS · Ofatumumab N Engl J Med 2020
    Ofatumumab richtet sich ebenfalls gegen CD20-positive B-Zellen.24B-Zellen
  4. OVERLORD-MS · Rituximab gegen Ocrelizumab N Engl J Med 2026
    OVERLORD-MS verglich 2026 Rituximab mit Ocrelizumab bei neu diagnostizierter schubförmiger MS mit jüngster Krankheitsaktivität.25B-Zellen
Haftmolekül hemmen

Natalizumab hemmt ein Haftmolekül, mit dessen Hilfe Immunzellen in das zentrale Nervensystem gelangen.26 Ein besonderes Risiko unter Natalizumab ist die progressive multifokale Leukenzephalopathie, PML, eine ernste Infektion des Gehirns.27 Natalizumab blockiert Alpha-4-Integrin und hemmt so die Einwanderung durch die Gefäßwand.26

  1. AFFIRM · Natalizumab N Engl J Med 2006
    In AFFIRM lagen bestätigte Verschlechterungen nach zwei Jahren bei geschätzt 17 Prozent unter Natalizumab und 29 Prozent unter Placebo.26Eintritt ins zentrale Nervensystem
  2. PML-Risikoanalyse Lancet Neurol 2017
    Eine große Beobachtungsanalyse zeigte, dass die Risikoeinschätzung vom Antikörperstatus gegen das JC-Virus, früherer Immunsuppression und der Behandlungsdauer abhängt.27Eintritt ins zentrale Nervensystem
S1P-Modulation

S1P-Modulatoren beeinflussen, wie bestimmte Immunzellen die Lymphknoten verlassen.28 Ergebnisse einer Substanz lassen sich nicht unverändert auf alle S1P-Modulatoren übertragen.28 S1P-Modulatoren halten Lymphozyten in den Lymphknoten zurück, sie zerstören sie nicht.28

  1. EXPAND · Siponimod Lancet 2018
    EXPAND untersuchte Siponimod bei sekundär progredienter MS.30 Siponimod wirkt selektiv auf die S1P-Rezeptoren 1 und 5.30Austritt aus den Lymphknoten
  2. FREEDOMS · Fingolimod N Engl J Med 2010
    FREEDOMS zeigte für Fingolimod bei schubförmiger MS eine jährliche Schubrate von 0,18 gegenüber 0,40 unter Placebo im untersuchten niedrigeren Dosierungsarm.28Austritt aus den Lymphknoten
BTK-Hemmung

Tolebrutinib hemmt die Bruton-Tyrosinkinase, BTK, erreicht das zentrale Nervensystem und beeinflusst B-Zellen und Mikrogliazellen.32 Der Wirkmechanismus allein erlaubt weder eine Übertragung auf alle MS-Verläufe noch auf andere BTK-Hemmer.33 BTK ist ein Signalbaustein in Mikroglia und B-Zellen; Tolebrutinib gelangt ins Gehirn und soll auf beide zielen.32

  1. HERCULES · Tolebrutinib N Engl J Med 2025
    HERCULES untersuchte sekundär progrediente MS ohne jüngste Schübe.32B-ZellenMikrogliazellen im Nervengewebe
  2. GEMINI 1 und 2 · Tolebrutinib N Engl J Med 2025
    Die beiden GEMINI-Studien prüften Tolebrutinib bei schubförmiger MS gegenüber Teriflunomid. Hier war die jährliche Schubrate, der primäre Endpunkt, nicht besser.33B-ZellenMikrogliazellen im Nervengewebe
CD40L-Blockade · Forschung

Frexalimab blockiert CD40L, ein Signal im Austausch zwischen Immunzellen.34 Größere und längere Untersuchungen sind für Wirkung und Sicherheit nötig.34

  1. Frexalimab · Phase 2 N Engl J Med 2024
    In einer randomisierten Phase-2-Studie mit 129 Menschen mit schubförmiger MS entstanden nach zwölf Wochen weniger neue kontrastmittelaufnehmende MRT-Herde als unter Placebo.34Signal zwischen Immunzellen
Stammzelltransplantation

Ziel ist eine anhaltende Kontrolle entzündlicher Krankheitsaktivität.35 Es werden keine Nervenstammzellen eingesetzt, die im Gehirn neue Nervenfasern herstellen.35

  1. MIST · aHSCT JAMA 2019
    In MIST wurden 110 Menschen mit hochaktiver schubförmiger MS trotz medikamentöser Behandlung randomisiert.37Blut- und Immunzellbildung
  2. Kanadische Studie · aHSCT Lancet 2016
    Eine frühere kanadische Studie untersuchte ein besonders intensives Verfahren bei 24 Menschen mit aggressiver MS.38Blut- und Immunzellbildung
  3. Brain-Vergleich · aHSCT Brain 2026
    Nach statistischer Angleichung waren Schübe unter aHSCT seltener; ein geringeres Risiko bestätigter Verschlechterung ließ sich dagegen nicht klar nachweisen.35Blut- und Immunzellbildung
CAR-T-Zellen · experimentell

Dabei werden eigene T-Zellen verändert, um bestimmte B-Zellen anzugreifen.36 Dieser experimentelle Ansatz begründet keine Behandlungsempfehlung.36

  1. CAR-T · zwei Behandlungen Med 2024
    Ein Bericht in Med beschrieb CD19-gerichtete CAR-T-Zellen bei zwei Menschen mit fortschreitender MS.36B-Zellen
  • Anti-CD20
  • Haftmolekül hemmen
  • S1P-Modulation
  • BTK-Hemmung
  • CD40L-Blockade · Forschung
  • Stammzelltransplantation
  • CAR-T-Zellen · experimentell

KernsatzDas erklärt, weshalb die Behandlung verschiedene Bestandteile des Immunsystems ansprechen kann.1

Quellen: 1; 23; 29; 24; 26; 28; 30; 32; 33; 37; 27; 38; 35; 25; 34; 36; 31

Wo Medikamente ansetzen

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 30 Sekunden.

Gesprochener Text

Verlaufsmodifizierende Medikamente sollen neue Krankheitsaktivität und zunehmende Einschränkungen vermindern. Antikörper gegen CD20 entfernen gezielt bestimmte B-Zellen. Natalizumab hemmt ein Haftmolekül, mit dem Immunzellen ins Nervensystem gelangen. S1P-Modulatoren halten Lymphozyten in den Lymphknoten zurück. Tolebrutinib, ein BTK-Hemmer, zielt auf B-Zellen und Mikroglia. Eine Heilung wurde nicht gezeigt.23,26,28,29,32

Schematischer KI-Film, keine Messdaten

BTK-Hemmer: neue Ergebnisse mit wichtigen Grenzen

Tolebrutinib · HERCULES

1.131randomisierte Personen

Tolebrutinib hemmt die Bruton-Tyrosinkinase, BTK, erreicht das zentrale Nervensystem und beeinflusst B-Zellen und Mikrogliazellen. HERCULES untersuchte sekundär progrediente MS ohne jüngste Schübe. Bei 1.131 randomisierten Personen trat eine mindestens sechs Monate bestätigte Verschlechterung bei 22,6 Prozent unter Tolebrutinib und 30,7 Prozent unter Placebo auf: 8,1 Prozentpunkte Unterschied bei median 133 Wochen Nachbeobachtung. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und deutliche Leberwerterhöhungen waren häufiger. Eine Person entwickelte ein als tolebrutinibbedingt bewertetes Leberversagen und starb nach einer Lebertransplantation an postoperativen Komplikationen. Das Ergebnis bedeutet keinen dauerhaften Krankheitsstopp. In der EU ist Tolebrutinib seit Juni 2026 für Erwachsene mit sekundär progredienter MS ohne Schübe in den letzten zwei Jahren zugelassen; die Leberwerte werden vor und während der Behandlung regelmäßig kontrolliert. Ob es für Sie infrage kommt, ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Entscheidung.32,39

Tolebrutinib · GEMINI

Die beiden GEMINI-Studien prüften Tolebrutinib dagegen bei schubförmiger MS gegenüber Teriflunomid. Hier war die jährliche Schubrate, der primäre Endpunkt, nicht besser. Ein günstigeres Ergebnis für bestätigte Verschlechterungen in einer gemeinsamen Auswertung war ein nachgeordneter Befund, der wegen der vorab festgelegten statistischen Prüfreihenfolge nicht als bestätigter Wirksamkeitsnachweis gilt. Beide Aussagen gehören zusammen: HERCULES zeigte einen Nutzen bei einer bestimmten fortschreitenden Verlaufsform, während GEMINI sein vorrangiges Ziel bei schubförmiger MS nicht erreichte. Der Wirkmechanismus allein erlaubt weder eine Übertragung auf alle MS-Verläufe noch auf andere BTK-Hemmer.33


Stammzelltransplantation: Neuaufbau des Immunsystems

Bei der autologen hämatopoetischen Stammzelltransplantation, aHSCT, werden eigene blutbildende Stammzellen gewonnen. Nach einer intensiven Behandlung, die Immunzellen stark vermindert, ermöglichen sie den Wiederaufbau der Blut- und Immunzellbildung. Der oft verwendete Ausdruck „Immunreset“ beschreibt dieses Prinzip nur vereinfacht. Es werden keine Nervenstammzellen eingesetzt, die im Gehirn neue Nervenfasern herstellen. Ziel ist eine anhaltende Kontrolle entzündlicher Krankheitsaktivität. Daraus folgt kein Heilungsversprechen und keine sichere Reparatur bereits entstandener Schäden.35

Aufgeschnittener Knochen mit feinem, schwammartigem Gerüst; in den Hohlräumen des Knochenmarks liegen leuchtende kugelige blutbildende Stammzellen, einige lösen sich nach oben.
KI-generierte schematische Illustration

Stammzelltransplantation: der Ablauf in fünf Schritten

Autologe hämatopoetische Stammzelltransplantation (aHSCT) als Schrittfolge. Schritt wählen, mit Pfeiltasten wechseln oder den Ablauf abspielen; Pause jederzeit.

Symbolische Darstellung ohne Zellzahlen und ohne Zeitmaßstab. Keine Aussage über ein Angebot dieser Behandlung in der Praxis.

vorher · 1 von 5

Eignung prüfen

Verfahren und Eignung müssen sorgfältig geprüft werden. Sprechen Sie bei Kinderwunsch vor einer Transplantation mit dem Team über mögliche Folgen für die Fruchtbarkeit und deren Schutz.37 Die Studie stärkt die Diskussion für ausgewählte aktive schubförmige Verläufe, begründet aber keine allgemeine Überlegenheit und keine Übertragung auf eine nicht aktive fortschreitende MS.35 Günstigere Verläufe hingen mit jüngerem Alter, schubförmiger MS, weniger Vortherapien und geringerer Behinderung zusammen (Beobachtungsdaten).40

Was aHSCT nicht ist

  • Es werden keine Nervenstammzellen eingesetzt, die im Gehirn neue Nervenfasern herstellen.35
  • Daraus folgt kein Heilungsversprechen und keine sichere Reparatur bereits entstandener Schäden.35
  • Dass in MIST niemand starb, bedeutet ebenfalls nicht, dass die Transplantation ohne tödliches Risiko ist.37
  • Immunzellen (Symbol)
  • eigene blutbildende Stammzellen
  • bestehender Nervenschaden

KernsatzZiel ist eine anhaltende Kontrolle entzündlicher Krankheitsaktivität. Daraus folgt kein Heilungsversprechen und keine sichere Reparatur bereits entstandener Schäden.35

Ablauf als Text
SchrittErklärung
1. Eignung prüfenVerfahren und Eignung müssen sorgfältig geprüft werden. Sprechen Sie bei Kinderwunsch vor einer Transplantation mit dem Team über mögliche Folgen für die Fruchtbarkeit und deren Schutz.37 Die Studie stärkt die Diskussion für ausgewählte aktive schubförmige Verläufe, begründet aber keine allgemeine Überlegenheit und keine Übertragung auf eine nicht aktive fortschreitende MS.35 Günstigere Verläufe hingen mit jüngerem Alter, schubförmiger MS, weniger Vortherapien und geringerer Behinderung zusammen (Beobachtungsdaten).40
2. Stammzellen gewinnenBei der autologen hämatopoetischen Stammzelltransplantation, aHSCT, werden eigene blutbildende Stammzellen gewonnen.35 Stammzellen werden mit Cyclophosphamid und Filgrastim ins Blut gelockt und gesammelt (Protokoll der kanadischen Studie).38
3. Intensive BehandlungNach einer intensiven Behandlung, die Immunzellen stark vermindert, ermöglichen sie den Wiederaufbau der Blut- und Immunzellbildung.35 Diese kleine Studie ohne Vergleichsgruppe zeigt sowohl die mögliche Wirkung als auch die Schwere der Behandlung.38 MIST: nicht-myeloablatives Verfahren mit Cyclophosphamid und Anti-Thymozyten-Globulin vor der Rückgabe.37
4. WiederaufbauBei aHSCT ermöglichen sie nach intensiver Vorbehandlung den Wiederaufbau der Blut- und Immunzellbildung.37 Der oft verwendete Ausdruck „Immunreset“ beschreibt dieses Prinzip nur vereinfacht.35
5. Nach der EntlassungBei 34 Prozent der Transplantierten wurden nach der Entlassung Komplikationen erfasst, überwiegend Infektionen.35 Wenn Sie diese Option erwägen, brauchen Sie eine individuelle Aufklärung durch ein erfahrenes Team, einschließlich früher und später Komplikationen sowie der verbleibenden Unsicherheit.38 Risiken: Komplikationen der Immunablation, Infektionen und Fieber bei fehlenden Abwehrzellen.35

Quellen: 35; 37; 38; 40

MIST

110randomisierte Menschen

In MIST wurden 110 Menschen mit hochaktiver schubförmiger MS trotz medikamentöser Behandlung randomisiert. Bei einer medianen Nachbeobachtung von zwei Jahren trat eine definierte bestätigte Verschlechterung bei drei Personen in der Transplantationsgruppe und 34 in der Vergleichsgruppe auf. Das Ergebnis spricht für eine starke Wirkung in dieser ausgewählten Situation. Die Studie war jedoch offen, die Vergleichsbehandlungen waren unterschiedlich, und nur wenige Teilnehmende wurden über fünf Jahre beobachtet. Ein direkter Vergleich mit allen heute verfügbaren hochwirksamen Therapien ergibt sich daraus nicht. Dass in MIST niemand starb, bedeutet ebenfalls nicht, dass die Transplantation ohne tödliches Risiko ist. Verfahren und Eignung müssen sorgfältig geprüft werden. Sprechen Sie bei Kinderwunsch vor einer Transplantation mit dem Team über mögliche Folgen für die Fruchtbarkeit und deren Schutz.37

Kanadische Studie

24Menschen, ohne Vergleichsgruppe

Eine frühere kanadische Studie untersuchte ein besonders intensives Verfahren bei 24 Menschen mit aggressiver MS. Bei vielen blieb entzündliche Aktivität lange aus; die zusammengesetzte Wahrscheinlichkeit ohne definierte Krankheitsaktivität lag nach drei Jahren bei geschätzt 69,6 Prozent. Eine Person starb an transplantationsbedingten Komplikationen. Diese kleine Studie ohne Vergleichsgruppe zeigt sowohl die mögliche Wirkung als auch die Schwere der Behandlung. Ihr Risiko lässt sich nicht als pauschale Zahl für jedes heutige Transplantationsverfahren verwenden. Wenn Sie diese Option erwägen, brauchen Sie eine individuelle Aufklärung durch ein erfahrenes Team, einschließlich früher und später Komplikationen sowie der verbleibenden Unsicherheit.38

Vergleich mit Cladribin und Alemtuzumab

Eine aktuelle Brain-Studie, online 2025 und im Heft 2026, verglich Transplantationsdaten mit Cladribin und Alemtuzumab. Nach statistischer Angleichung waren Schübe unter aHSCT seltener; ein geringeres Risiko bestätigter Verschlechterung ließ sich dagegen nicht klar nachweisen. Eine Besserung bestehender Einschränkungen wurde nach aHSCT häufiger beobachtet. Bei 34 Prozent der Transplantierten wurden nach der Entlassung Komplikationen erfasst, überwiegend Infektionen. Eine vergleichende Sicherheitsprüfung der Behandlungen erfolgte nicht. Es handelte sich um Beobachtungsdaten, keine randomisierte Zuteilung. Unterschiede in der Auswahl der Behandelten können trotz Angleichung fortbestehen. Die Studie stärkt daher die Diskussion für ausgewählte aktive schubförmige Verläufe, begründet aber keine allgemeine Überlegenheit und keine Übertragung auf eine nicht aktive fortschreitende MS.35

Autologe Stammzelltransplantation

Animierte Erklärung, keine Aufnahmen realer Personen. Sprecher: KI-Stimme. Dauer 28 Sekunden.

Gesprochener Text

Bei der autologen Stammzelltransplantation werden eigene blutbildende Stammzellen gewonnen. Nach einer intensiven Behandlung, die Immunzellen stark vermindert, bauen die Stammzellen Blut- und Immunzellen neu auf. Es werden keine Nervenzellen übertragen; geschädigte Nerven werden nicht sicher repariert. Zu den Risiken zählen Infektionen und Fieber bei fehlenden Abwehrzellen. Die Eignung prüft ein erfahrenes Team.5,35,37,38


Studien im Überblick

Jede Karte beschreibt eine einzelne Studie mit Population, Vergleich, Zeitraum und Endpunkt. Die Ergebnisse stammen aus unterschiedlichen Studien und lassen sich deshalb nicht zu einer Rangliste verbinden.

Acht Studien, acht Fragen

Jede Kachel beantwortet eine eigene Frage. Filtern, Kachel öffnen und Population, Effekt, Unsicherheit, Grenze und Quelle ansehen.

Jede Kachel hat ihre eigene Achse, Einheit und Frage. Die Studien stehen in keiner Rangfolge; Schubraten, MRT-Endpunkte und bestätigte Verschlechterung sind nicht austauschbar.

8 von 8 Studien

  • 2017OPERA I/II23N Engl J Med

    Senkt Ocrelizumab die Schubrate gegenüber Interferon beta-1a?

    n
    1.656
    Dauer
    96 Wochen
    Endpunkt
    Jährliche Schubrate

    Jährliche Schubrate, Durchschnitt über 96 Wochen, in beiden Studien23

    Was das bedeutet, und was nichtDiese Rate ist ein Durchschnitt über die Beobachtungszeit, kein Anteil dauerhaft schubfreier Menschen.23

  • 2020ASCLEPIOS I/II24N Engl J Med

    Senkt Ofatumumab die Schubrate gegenüber Teriflunomid?

    n
    1.882
    Dauer
    Median 1,6 Jahre
    Endpunkt
    Jährliche Schubrate

    ASCLEPIOS I

    ASCLEPIOS II

    Jährliche Schubrate je Studie24

    Was das bedeutet, und was nichtDie Studien verglichen Ofatumumab nicht direkt mit Ocrelizumab und begründen keine allgemeine Rangliste.24

  • 2026OVERLORD-MS25N Engl J Med

    Nichtunterlegenheit im MRT-Endpunkt

    Ist Rituximab im MRT-Endpunkt nicht schlechter als Ocrelizumab?

    n
    218
    Dauer
    Monat sechs bis 24
    Endpunkt
    Keine neuen/vergrößerten T2-Herde

    Differenz in Prozentpunkten (PP) mit 95-%-KI; Nichtunterlegenheitsgrenze −10 PP25

    Was das bedeutet, und was nichtDas beweist keine vollständige Gleichwertigkeit aller Wirkungen und Risiken.25

  • 2017ORATORIO29N Engl J Med

    Verringert Ocrelizumab bei primär progredienter MS das bestätigte Fortschreiten?

    n
    732
    Dauer
    Mindestens 120 Wochen
    Endpunkt
    Zeit bis zwölf Wochen bestätigter Verschlechterung

    Anteil mit mindestens zwölf Wochen bestätigter Verschlechterung29

    Was das bedeutet, und was nichtDer Nutzen bestand in einer geringeren Häufigkeit des untersuchten Fortschreitens; verlorene Funktionen wurden nicht verlässlich wiederhergestellt.29

  • 2025HERCULES32N Engl J Med

    Verzögert Tolebrutinib bei SPMS ohne jüngste Schübe die bestätigte Verschlechterung?

    n
    1.131
    Dauer
    Median 133 Wochen
    Endpunkt
    Sechs Monate bestätigte Verschlechterung

    Anteil mit mindestens sechs Monate bestätigter Verschlechterung32

    Was das bedeutet, und was nichtDas Ergebnis bedeutet keinen dauerhaften Krankheitsstopp.32

  • 2019MIST37JAMA

    Wirkt eine Stammzelltransplantation bei hochaktiver schubförmiger MS stärker als Medikamente?

    n
    110
    Dauer
    Median zwei Jahre
    Endpunkt
    Bestätigte EDSS-Zunahme ≥1 Punkt
    aHSCT3 von 55
    Medikamente34 von 55

    Personen mit bestätigter Verschlechterung je Gruppe (je 55 randomisiert)37

    Was das bedeutet, und was nichtDie Studie war jedoch offen, die Vergleichsbehandlungen waren unterschiedlich, und nur wenige Teilnehmende wurden über fünf Jahre beobachtet.37

  • 2021TRIUMPHANT-MS14Lancet Neurol

    Vorrangiger Endpunkt: keine Überlegenheit

    Lindern Amantadin, Modafinil oder Methylphenidat die Fatigue besser als Placebo?

    n
    141
    Dauer
    Woche fünf je sechswöchiger Periode
    Endpunkt
    MFIS-Fatiguewert

    Mittlerer MFIS-Fatiguewert; keine Überlegenheit (p = 0,20)14

    Was das bedeutet, und was nichtDas stellt die Beschwerden nicht infrage. Es zeigt, dass eine pauschale Medikamentenlösung nicht ausreichend belegt ist.14

  • 2024COMBO-MS41Lancet Neurol

    Kein nachgewiesener Zusatznutzen der Kombination

    Bringt die Kombination aus Verhaltenstherapie und Modafinil mehr als eine Behandlung allein?

    n
    336
    Dauer
    Zwölf Wochen
    Endpunkt
    MFIS-Veränderung

    Adjustierte Differenz in MFIS-Punkten mit 95-%-KI; Linie bei 0 = kein Unterschied41

    Was das bedeutet, und was nichtDa eine unbehandelte oder Placebogruppe fehlte, lässt sich die gesamte Verbesserung nicht sicher dem jeweiligen Verfahren zuschreiben.41

  • Effekt (Punkt) bzw. Behandlungsgruppe
  • 95-%-Konfidenzintervall bzw. Vergleichsgruppe
  • kein Unterschied

KernsatzDie Studien stehen in keiner Rangfolge: Populationen, Vergleichsbehandlungen, Endpunkte und Beobachtungszeiten unterscheiden sich.

Alle Studien als Tabelle
StudiePopulation / nEndpunktErgebnisGrenze
OPERA I/II (2017)23Schubförmige MS; n = 1656Jährliche Schubrate · 96 WochenOcrelizumab: 0,16; Interferon: 0,29, jeweils in beiden Studien.Kein Heilungsnachweis. KI der absoluten Schubraten-Differenz hier nicht verifiziert.
ASCLEPIOS I/II (2020)24Schubförmige MS; n = 1882Jährliche Schubrate · Median 1,6 JahreOfatumumab versus Teriflunomid: 0,11/0,22 und 0,10/0,25.Kein direkter Vergleich mit Ocrelizumab; schwere Infektionen 2,5%/1,8%.
OVERLORD-MS (2026)25Neu diagnostizierte aktive schubförmige MS; n = 218Keine neuen/vergrößerten T2-Herde · Monat sechs bis 2492,2% unter Rituximab versus 94,8% unter Ocrelizumab.Nichtunterlegenheitsgrenze −10 Prozentpunkte; keine umfassende Gleichwertigkeit; Infektionen 82%/69%.
ORATORIO (2017)29Ausgewählte PPMS; n = 732Zeit bis zwölf Wochen bestätigter Verschlechterung · Mindestens 120 Wochen32,9% versus 39,3%; Hazard Ratio 0,76.Begrenzte Übertragbarkeit; keine sichere Funktionswiederherstellung.
HERCULES (2025)32Nicht schubaktive SPMS; n = 1131Sechs Monate bestätigte Verschlechterung · Median 133 Wochen22,6% unter Tolebrutinib versus 30,7% unter Placebo.Mehr schwere Ereignisse; tolebrutinibbedingt bewertetes Leberversagen mit Tod nach Lebertransplantation an postoperativen Komplikationen. Kein Zulassungs- oder Heilungsnachweis.
MIST (2019)37Hochaktive RRMS trotz DMT; n = 110Bestätigte EDSS-Zunahme ≥1 Punkt · Median zwei JahreDrei Ereignisse unter aHSCT versus 34 bei fortgesetzter/angepasster DMT.Heterogene Vergleichsmedikation; wenige fünfjährige Verläufe; kein Heilungsbeleg.
TRIUMPHANT-MS (2021)14MS mit relevanter Fatigue; n = 141MFIS-Fatiguewert · Woche fünf je sechswöchiger PeriodePlacebo 40,6; Amantadin 41,3; Modafinil 39,0; Methylphenidat 38,6. Keine Überlegenheit: p=0,20.Vergleichs-KI hier nicht verifiziert; kurze Perioden; mehr unerwünschte Ereignisse.
COMBO-MS (2024)41MS mit belastender Fatigue; n = 336MFIS-Veränderung · Zwölf WochenKein nachgewiesener Zusatznutzen der Kombination gegenüber Einzelbehandlung.Keine Placebo-/unbehandelte Kontrolle; Teilnehmende nicht verblindet.

Quellen: 23; 24; 25; 29; 32; 37; 14; 41


Weitere Ansätze in der Forschung

Frexalimab · Phase 2

129Menschen, Phase 2

Frexalimab blockiert CD40L, ein Signal im Austausch zwischen Immunzellen. In einer randomisierten Phase-2-Studie mit 129 Menschen mit schubförmiger MS entstanden nach zwölf Wochen weniger neue kontrastmittelaufnehmende MRT-Herde als unter Placebo. Dieser kurze MRT-Endpunkt zeigt noch keinen langfristigen Schutz vor Einschränkungen. Größere und längere Untersuchungen sind für Wirkung und Sicherheit nötig.34

CAR-T-Zellen · zwei Behandlungen

Ein Bericht in Med beschrieb CD19-gerichtete CAR-T-Zellen bei zwei Menschen mit fortschreitender MS. Dabei werden eigene T-Zellen verändert, um bestimmte B-Zellen anzugreifen. Der Bericht beobachtete Zellen im Liquor und bei einer Person eine geringere Antikörperproduktion. Zwei Behandlungen ohne Vergleichsgruppe belegen weder verlässliche Sicherheit noch einen klinischen Nutzen oder Heilung. Dieser experimentelle Ansatz begründet keine Behandlungsempfehlung.36

Wann die zitierten Arbeiten erschienen sind

Publikationsjahre der hier verwendeten Quellen von 1990 bis 2026, in Bahnen nach Thema. Punkt anklicken für die Kernaussage.

Jahr der Veröffentlichung der zitierten Arbeit, nicht Jahr der Zulassung, Einführung oder Verfügbarkeit.

Mechanismus und Verlauf
Diagnostik
Verlaufsmodifizierende Therapie
Stammzellen und Zelltherapie
Symptome, Schub, Alltag
Häufigkeit

Achse bis 2003 verdichtet: In diesem Zeitraum liegen nur drei der zitierten Arbeiten. Punkte mit Zahl bündeln mehrere Arbeiten desselben Jahres.

Zeitachse

Eine Arbeit auswählen

Die Punkte zeigen, wann die hier zitierten Arbeiten erschienen sind, geordnet nach Thema. Auswahl zeigt die belegte Kernaussage.

  • Mechanismus und Verlauf
  • Diagnostik
  • Verlaufsmodifizierende Therapie
  • Stammzellen und Zelltherapie
  • Symptome, Schub, Alltag
  • Häufigkeit

KernsatzDas Erscheinungsjahr ordnet die Arbeiten zeitlich ein. Es sagt nichts über Zulassung, Verfügbarkeit oder die Stärke einer Wirkung.

Zeitachse als Tabelle
JahrArbeitThemaZeitschrift
1990Schranke im MRTDiagnostikBrain22
1998AxonschädenMechanismus und VerlaufN Engl J Med2
2004Yoga und TrainingSymptome, Schub, AlltagNeurology42
2006AFFIRMVerlaufsmodifizierende TherapieN Engl J Med26
2009Entzündung im GewebeMechanismus und VerlaufBrain1
2010FREEDOMSVerlaufsmodifizierende TherapieN Engl J Med28
2010AchtsamkeitSymptome, Schub, AlltagNeurology16
2013NARCOMSSymptome, Schub, AlltagInt J MS Care10
2014VerlaufsformenMechanismus und VerlaufNeurology17
2015COPOUSEPSymptome, Schub, AlltagLancet43
2016Kanadische aHSCT-StudieStammzellen und ZelltherapieLancet38
2017OPERA I/IIVerlaufsmodifizierende TherapieN Engl J Med23
2017ORATORIOVerlaufsmodifizierende TherapieN Engl J Med29
2017PML-RisikoVerlaufsmodifizierende TherapieLancet Neurol27
2018EXPANDVerlaufsmodifizierende TherapieLancet30
2018BEEMSSymptome, Schub, AlltagNeurology13
2019MISTStammzellen und ZelltherapieJAMA37
2020ASCLEPIOSVerlaufsmodifizierende TherapieN Engl J Med24
2021TRIUMPHANT-MSSymptome, Schub, AlltagLancet Neurol14
2022Kappa-IndexDiagnostikBrain21
2023CogExSymptome, Schub, AlltagLancet Neurol15
2024FrexalimabVerlaufsmodifizierende TherapieN Engl J Med34
2024CAR-TStammzellen und ZelltherapieMed36
2024COMBO-MSSymptome, Schub, AlltagLancet Neurol41
2024Inzidenz DeutschlandHäufigkeitJAMA Neurol44
2025McDonald-RevisionDiagnostikLancet Neurol12
2025OCT und VEPDiagnostikLancet Neurol11
2025MRT-EmpfehlungenDiagnostikLancet Neurol20
2025HERCULESVerlaufsmodifizierende TherapieN Engl J Med32
2025GEMINI 1 und 2Verlaufsmodifizierende TherapieN Engl J Med33
2025ErnährungSymptome, Schub, AlltagBMC Nutrition45
2026OVERLORD-MSVerlaufsmodifizierende TherapieN Engl J Med25
2026aHSCT-VergleichStammzellen und ZelltherapieBrain35
2026MS-Atlas weltweitHäufigkeitMult Scler J46

Quellen: 1; 2; 22; 17; 12; 21; 11; 20; 23; 29; 24; 26; 28; 30; 32; 33; 37; 27; 38; 35; 14; 41; 15; 13; 16; 43; 25; 42; 10; 45; 34; 36; 44; 46


Fatigue: Erschöpfung verdient eine eigene Behandlung

TRIUMPHANT-MS · Medikamente

Fatigue kann körperliche und geistige Tätigkeiten erheblich erschweren. Sie sollte im Behandlungsgespräch konkret beschrieben werden: Was gelingt noch, wann bricht Ihre Belastbarkeit ein, und wie wirkt sich das auf Arbeit oder Familie aus? Medikamente helfen hier nicht so verlässlich, wie man angesichts häufiger Verschreibungen vermuten könnte. In TRIUMPHANT-MS waren Amantadin, Modafinil und Methylphenidat im vorrangigen Fatigue-Endpunkt nicht besser als Placebo; unter den Wirkstoffen wurden häufiger unerwünschte Ereignisse berichtet. Das stellt die Beschwerden nicht infrage. Es zeigt, dass eine pauschale Medikamentenlösung nicht ausreichend belegt ist. Bei einem Therapieversuch sollten gewünschter Nutzen, Verträglichkeit und eine gemeinsame Überprüfung festgelegt werden.14

COMBO-MS · Verhaltenstherapie

COMBO-MS verglich eine auf Fatigue ausgerichtete kognitive Verhaltenstherapie, Modafinil und ihre Kombination. Die Belastung durch Fatigue nahm in allen Gruppen über zwölf Wochen ähnlich ab; die Kombination brachte keinen nachgewiesenen Zusatznutzen. Da eine unbehandelte oder Placebogruppe fehlte, lässt sich die gesamte Verbesserung nicht sicher dem jeweiligen Verfahren zuschreiben. Für Ihren Alltag bietet die Studie dennoch Anlass, Verhaltensstrategien ausdrücklich mit zu besprechen. Als praktischen Ausgangspunkt können Sie wichtige Tätigkeiten priorisieren, Pausen einplanen und beobachten, welche Aufteilung für Sie funktioniert. Verhaltenstherapie bedeutet nicht, dass Ihre MS oder Erschöpfung eingebildet wäre. Die Behandlung richtet sich auf den Umgang mit der Belastung.41


Konzentration und Gedächtnis im Alltag

Wenn Sie langsamer denken, bei Gesprächen den Faden verlieren oder mehrere Aufgaben schwer gleichzeitig bewältigen können, lohnt eine gezielte Abklärung. Ein einzelnes Gefühl von Vergesslichkeit beantwortet noch nicht, welche Leistung beeinträchtigt ist. CogEx untersuchte Menschen mit fortschreitender MS und nachgewiesen verlangsamter Informationsverarbeitung. Die Kombination aus kognitiver Rehabilitation und Ausdauertraining war beim vorrangigen Verarbeitungsgeschwindigkeitstest nach zwölf Wochen nicht besser als die Vergleichsprogramme. Diese enthielten allerdings ebenfalls Tätigkeiten und waren nicht völlig inaktiv. Daraus folgt kein allgemeines Urteil, dass Rehabilitation nutzlos sei. Für Ihre persönliche Planung können schriftliche Erinnerungen, eine ruhige Arbeitsumgebung und Aufgaben nacheinander sinnvolle Versuche sein. Solche Hilfen sind individuell zu erproben; das Studienergebnis garantiert keine Normalisierung der Gedächtnisleistung.15


Bewegung und Rehabilitation passend auswählen

Yoga und Fahrrad

69Menschen

Bewegung kann Teil Ihrer symptomorientierten Behandlung sein. Eine kleine randomisierte Studie verglich angeleitetes Yoga und Training auf einem stationären Fahrrad mit einer Warteliste. Nach sechs Monaten verbesserten sich einige Fatigue-Maße, während die vorrangig untersuchten Aufmerksamkeits- und Wachheitsleistungen nicht besser wurden. Für Sie ist das eine realistische Zielsetzung: Training kann an Beschwerden und Belastbarkeit ansetzen, ohne dass daraus ein sicherer Schutz vor weiterer MS-Aktivität folgt. Wählen Sie eine Form, die zu Ihrem Gleichgewicht, Ihren Einschränkungen und Vorlieben passt. Ein angeleitetes Programm kann den Einstieg erleichtern. Die Studie umfasste nur 69 Menschen und begründet weder ein universelles Trainingspensum noch die Überlegenheit einer einzigen Sportart.42

BEEMS · Gleichgewicht

88gehfähige Menschen

Bei Unsicherheit im Stehen oder Gehen sollte Rehabilitation das konkrete Problem aufgreifen. BEEMS untersuchte ein Programm mit Gleichgewichts- und Augenbewegungsübungen bei 88 gehfähigen Menschen mit MS. Die gemessene Balance verbesserte sich gegenüber einer unbehandelten Kontrollgruppe; auch Schwindelbelastung und Fatigue wurden günstiger bewertet. Das ist ein Argument für gezieltes Training nach einer Untersuchung. Aus besseren Balancewerten folgt aber nicht automatisch eine nachgewiesene Verhinderung von Stürzen. Als praktische Vorbereitung können Sie Situationen notieren, in denen Sie besonders unsicher werden, etwa beim Drehen oder bei eingeschränkter Sicht. Besprechen Sie sichere Übungsbedingungen und passende Unterstützung. Hilfsmittel und angepasste Aufgaben können Selbstständigkeit unterstützen; sie sind kein persönliches Versagen.13


Ernährung: den Alltag unterstützen

Eine randomisierte Studie in BMC Nutrition verglich bei 105 Menschen mit schubförmiger MS ketogene Ernährung, ein Fastenprogramm und eine gesunde Standardernährung über 18 Monate. Beim primären Endpunkt, neuen MRT-Herden, zeigte sich keine Überlegenheit der beiden speziellen Programme. Die Gruppen waren klein, und 81 Personen schlossen die Studie ab. Explorative Ergebnisse zu anderen Beschwerden begründen kein Heilversprechen. Diese Untersuchung belegt weder eine MS-Heildiät noch einen Ersatz für verlaufsmodifizierende Medikamente.45


Stimmung, Familie und gemeinsame Entscheidungen

Anhaltende Niedergeschlagenheit, Angst oder Rückzug verdienen Aufmerksamkeit neben den körperlichen Beschwerden. Eine randomisierte Studie zu einem achtwöchigen Achtsamkeitsprogramm zeigte Verbesserungen psychischer Lebensqualität, depressiver Beschwerden und Fatigue gegenüber üblicher Betreuung. Die Untersuchung belegt keine Heilung der MS; Erwartungen und zusätzliche Aufmerksamkeit können die Ergebnisse beeinflussen. Ein solches Programm ist eine mögliche Ergänzung und ersetzt bei einer behandlungsbedürftigen Depression keine gezielte Versorgung. Sie müssen Belastungen nicht allein bewältigen. Sprechen Sie möglichst konkret darüber, was Sie beeinträchtigt und welche Hilfe Sie wünschen.16


Neue Beschwerden: zeitnah einordnen lassen

Sofort handeln

Bei plötzlichen schweren Ausfällen

Bei plötzlich auftretender Lähmung, Sprachstörung oder einer anderen schweren akuten neurologischen Veränderung sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen. Solche Beschwerden dürfen nicht einfach einer bekannten MS zugeschrieben werden. Für weniger akute Veränderungen ist ein vorher vereinbarter Kontaktweg hilfreich. Notieren Sie Beginn, Art und Verlauf der Beschwerden sowie Begleitsymptome. So lässt sich beim Gespräch gezielter klären, welche Untersuchung und welche Behandlung jetzt nötig sind.

112 Notruf bei plötzlicher Lähmung, Sprachstörung oder einer anderen schweren akuten neurologischen Veränderung

Neue oder deutlich stärkere neurologische Beschwerden sollten ärztlich eingeordnet werden. Wenn ein behandlungsbedürftiger MS-Schub festgestellt wird, kommen unter anderem hoch dosierte Kortikosteroide infrage. COPOUSEP verglich bei einem akuten Schub Methylprednisolon als Tabletten mit einer Infusion. Beim festgelegten Verbesserungsmaß nach einem Monat war die orale Behandlung innerhalb der vorab definierten Grenze nicht unterlegen. Die Studie beantwortet eine Frage zur Verabreichung bei ausgewählten Menschen. Sie belegt weder, dass jede Verschlechterung Kortison braucht, noch eine langfristige Änderung des MS-Verlaufs. Nehmen Sie daher bei neuen Beschwerden Kontakt mit Ihrem Behandlungsteam auf und beginnen Sie keine solche Behandlung auf eigene Faust.43


Wie häufig ist Multiple Sklerose?

Eine deutsche Untersuchung wertete ambulante Abrechnungsdaten gesetzlich Versicherter von 2015 bis 2022 aus. Im untersuchten Kollektiv wurden 2022 insgesamt 9.957 Personen erstmals nach dem verwendeten Diagnosealgorithmus als MS-Fälle erfasst. Das entsprach rund 15,7 neuen Diagnosen je 100.000 Personen in diesem Jahr. Etwa 69 Prozent waren Frauen. Diese Zahl beschreibt neue Diagnosen in der untersuchten Versichertengruppe, nicht alle in Deutschland mit MS lebenden Menschen und auch nicht den Zeitpunkt, an dem die Erkrankung biologisch begonnen hat.44

Die im September 2026 veröffentlichte Aktualisierung des internationalen MS-Atlas schätzte für das Datenjahr 2024 weltweit rund 3,1 Millionen Menschen mit MS. Die Forschenden kombinierten Landesmeldungen mit ergänzenden Schätzungen. Unterschiedliche Erfassung und diagnostische Möglichkeiten begrenzen den direkten Vergleich zwischen Ländern. Die Veröffentlichung ist aktuell; ihre Häufigkeitsangabe bezieht sich auf 2024.46

Wie häufig ist MS? Stichjahr und Region zählen

Oben: welches Jahr und welcher Zeitraum hinter jeder Zahl steht. Unten: die beiden Kennzahlen getrennt, jeweils mit Art der Zahl und Grenze.

Zwei verschiedene Kennzahlen: neue Diagnosen je 100.000 Personen in einem deutschen Versichertenkollektiv und die geschätzte Gesamtzahl weltweit. Nicht vergleichen, nicht verrechnen.

Deutschland · GKV-Kollektiv · 2022

Neue Diagnosen (Inzidenz), nicht Anzahl der Erkrankten

15,7neue Diagnosen je 100.000 Personen und Jahr44
15,015,516,016,5

Genauer Wert 15,73; 95-%-Konfidenzintervall 15,43 bis 16,0444. Achsenausschnitt 15,0 bis 16,5.

Neue Diagnosen 2022
9.95744
Untersuchtes Kollektiv
63.282.052 GKV-Versicherte44

etwa 69 % Frauen unter den neu Diagnostizierten44
100 Felder = alle neuen Diagnosen im Kollektiv

Eine deutsche Untersuchung wertete ambulante Abrechnungsdaten gesetzlich Versicherter von 2015 bis 2022 aus.44

Weltweit · Datenjahr 2024

Menschen, die mit MS leben (Schätzung)

3,1 Mio.Menschen mit MS weltweit, rund46

Die Forschenden kombinierten Landesmeldungen mit ergänzenden Schätzungen. Unterschiedliche Erfassung und diagnostische Möglichkeiten begrenzen den direkten Vergleich zwischen Ländern.46

Die Veröffentlichung ist aktuell; ihre Häufigkeitsangabe bezieht sich auf 2024.46

  • Stichjahr / Schätzwert
  • Zeitraum bzw. Konfidenzintervall
  • Veröffentlichung

KernsatzDiese Zahl beschreibt neue Diagnosen in der untersuchten Versichertengruppe, nicht alle in Deutschland mit MS lebenden Menschen und auch nicht den Zeitpunkt, an dem die Erkrankung biologisch begonnen hat.44

Daten als Tabelle
KennzahlWert
Deutschland 2022: neue Diagnosen je 100.00015,73 (95-%-KI 15,43 bis 16,04)44
Deutschland 2022: neue Diagnosen gesamt9.95744
Kollektiv63.282.052 GKV-Versicherte mit erfüllten Beobachtungsbedingungen44
Frauenanteiletwa 69 %44
Welt 2024: Menschen mit MSrund 3,1 Millionen46

Quellen: 44; 46


Häufige Fragen zu Multipler Sklerose

Muss für die Diagnose immer ein zweiter Schub abgewartet werden?

Nein. Die 2024 revidierten, 2025 veröffentlichten Kriterien ermöglichen unter festgelegten Voraussetzungen eine frühere Diagnose. Einzelne unspezifische Beschwerden genügen dafür nicht.12

Ersetzt eine unauffällige MRT-Untersuchung das Gespräch über meine Beschwerden?

Nein. Bildgebung wird gemeinsam mit klinischen Befunden beurteilt. Die Qualität der Aufnahmen und mögliche andere Erklärungen müssen berücksichtigt werden.20

Sind blutbildende Stammzellen eine Reparatur für geschädigte Nerven?

Bei aHSCT ermöglichen sie nach intensiver Vorbehandlung den Wiederaufbau der Blut- und Immunzellbildung. Eine sichere Wiederherstellung zerstörter Nerven ist damit nicht belegt. In einer randomisierten Studie besserten sich die Einschränkungen nach der Transplantation im ersten Jahr im Mittel.5,37

Bedeutet ein negatives Studienergebnis, dass meine Fatigue nicht behandelbar ist?

Nein. Es begrenzt die Aussage zur geprüften Behandlung. Gemeinsam können Sie andere Ansatzpunkte und einen überprüfbaren, zu Ihrem Alltag passenden Plan besprechen.14


Termin in der NEVPAZ-Sprechstunde

Die Privatpraxis NEVPAZ (Neurovaskulär-Psychiatrische Ambulanz) am Dammtorwall in Hamburg bietet neurologische Untersuchungen an. Wenn Sie Beschwerden einordnen lassen oder eine laufende Behandlung besprechen möchten, können Sie einen Termin vereinbaren. Bringen Sie dazu gern Ihre Befunde, Ihre Notizen und Ihren Medikamentenplan mit.

Kontakt und Anfahrt Nur Privatpatienten & Selbstzahler

Quellen

Die Aussagen dieses Beitrags stützen sich auf die folgenden Veröffentlichungen. Wischen Sie durch die Quellen oder filtern Sie nach Fachzeitschrift. Jede Quelle ist über DOI oder PubMed nachprüfbar.

01Brain2009

The relation between inflammation and neurodegeneration in multiple sclerosis brains

Frischer JM et al.

Originalstudie

Zitiert in: Was bei MS im Nervensystem geschieht, Medikamente: welche Ziele sie verfolgen

02NEJM1998

Axonal transection in the lesions of multiple sclerosis

Trapp BD et al.

Originalstudie

Zitiert in: Was bei MS im Nervensystem geschieht, Weitere Ansätze in der Forschung

03Brain2006

Nodal, paranodal and juxtaparanodal axonal proteins during demyelination and remyelination in multiple sclerosis

Coman I, Aigrot MS, Seilhean D, Reynolds R, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Was bei MS im Nervensystem geschieht

04Archives of Neurology1977

Conduction in myelinated, unmyelinated, and demyelinated fibers

Waxman SG

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Was bei MS im Nervensystem geschieht

05NEJM2018

Multiple Sclerosis

Reich DS, Lucchinetti CF, Calabresi PA

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Was bei MS im Nervensystem geschieht, Welche Beschwerden zu MS passen können

06Nature Reviews Disease Primers2018

Multiple sclerosis

Filippi M, Bar-Or A, Piehl F, Preziosa P, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Was bei MS im Nervensystem geschieht

07NEJM2003

A controlled trial of natalizumab for relapsing multiple sclerosis

Miller DH, Khan OA, Sheremata WA, Blumhardt LD, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Was bei MS im Nervensystem geschieht

08Annals of Neurology2011

Evolution of the blood-brain barrier in newly forming multiple sclerosis lesions

Gaitán MI, Shea CD, Evangelou IE, Stone RD, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Was bei MS im Nervensystem geschieht, Wie die Diagnose gestellt wird

09Brain2018

The compartmentalized inflammatory response in the multiple sclerosis brain is composed of tissue-resident CD8+ T lymphocytes and B cells

Machado-Santos J, Saji E, Tröscher AR, Paunovic M, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Was bei MS im Nervensystem geschieht

10International Journal of MS Care2013

Natural history of multiple sclerosis symptoms

Kister I et al.

Originalstudien = 25.728

Zitiert in: Welche Beschwerden zu MS passen können, Weitere Ansätze in der Forschung

11The Lancet Neurology2025

The use of optical coherence tomography and visual evoked potentials in the 2024 McDonald diagnostic criteria for multiple sclerosis

Saidha S et al.

Diagnostischer Konsensus

Zu dieser Arbeit wurde eine Korrektur veröffentlicht.

Zitiert in: Welche Beschwerden zu MS passen können, Wie die Diagnose gestellt wird

12The Lancet Neurology2025

Diagnosis of multiple sclerosis: 2024 revisions of the McDonald criteria

Montalban X et al.

Diagnostischer Konsensus

Zitiert in: Welche Beschwerden zu MS passen können, Wie die Diagnose gestellt wird

13Neurology2018

Efficacy of Balance and Eye-Movement Exercises for Persons With Multiple Sclerosis (BEEMS)

Hebert JR et al.

Originalstudien = 88

Zitiert in: Welche Beschwerden zu MS passen können, Weitere Ansätze in der Forschung

14The Lancet Neurology2021

Safety and efficacy of amantadine, modafinil, and methylphenidate for fatigue in multiple sclerosis: a randomised, placebo-controlled, crossover, double-blind trial

Nourbakhsh B et al.

Originalstudien = 141

Zitiert in: Welche Beschwerden zu MS passen können, Studien im Überblick

15The Lancet Neurology2023

Cognitive rehabilitation and aerobic exercise for cognitive impairment in people with progressive multiple sclerosis (CogEx): a randomised, blinded, sham-controlled trial

Feinstein A et al.

Originalstudien = 311

Zitiert in: Welche Beschwerden zu MS passen können, Weitere Ansätze in der Forschung

16Neurology2010

MS quality of life, depression, and fatigue improve after mindfulness training: a randomized trial

Grossman P et al.

Originalstudien = 150

Zitiert in: Welche Beschwerden zu MS passen können, Weitere Ansätze in der Forschung

17Neurology2014

Defining the clinical course of multiple sclerosis: the 2013 revisions

Lublin FD et al.

Diagnostischer Konsensus

Zitiert in: Schübe und Fortschreiten: die Verlaufsformen, Weitere Ansätze in der Forschung

18JAMA Neurology2020

Contribution of Relapse-Independent Progression vs Relapse-Associated Worsening to Overall Confirmed Disability Accumulation in Typical Relapsing Multiple Sclerosis in a Pooled Analysis of 2 Randomized Clinical Trials

Kappos L, Wolinsky JS, Giovannoni G, Arnold DL, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Schübe und Fortschreiten: die Verlaufsformen

19Brain2022

Progression is independent of relapse activity in early multiple sclerosis: a real-life cohort study

Portaccio E, Bellinvia A, Fonderico M, Pastò L, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Schübe und Fortschreiten: die Verlaufsformen

20The Lancet Neurology2025

2024 MAGNIMS–CMSC–NAIMS consensus recommendations on the use of MRI for the diagnosis of multiple sclerosis

Barkhof F et al.

Diagnostischer Konsensus

Zitiert in: Wie die Diagnose gestellt wird, Weitere Ansätze in der Forschung

21Brain2022

The kappa free light chain index and oligoclonal bands have a similar role in the McDonald criteria

Arrambide G et al.

Originalstudien = 214

Zitiert in: Wie die Diagnose gestellt wird, Weitere Ansätze in der Forschung

22Brain1990

Breakdown of the blood-brain barrier precedes symptoms and other MRI signs of new lesions in multiple sclerosis. Pathogenetic and clinical implications

Kermode AG et al.

Originalstudien = 4

Zitiert in: Wie die Diagnose gestellt wird, Weitere Ansätze in der Forschung

23NEJM2017

Ocrelizumab versus Interferon Beta-1a in Relapsing Multiple Sclerosis

Hauser SL et al.

Originalstudien = 1.656

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Studien im Überblick

24NEJM2020

Ofatumumab versus Teriflunomide in Multiple Sclerosis

Hauser SL et al.

Originalstudien = 1.882

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Studien im Überblick

25NEJM2026

Rituximab versus Ocrelizumab in Newly Diagnosed Relapsing Multiple Sclerosis

Torkildsen Ø et al.

Originalstudien = 218

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Studien im Überblick

26NEJM2006

A Randomized, Placebo-Controlled Trial of Natalizumab for Relapsing Multiple Sclerosis

Polman CH et al.

Originalstudien = 942

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Weitere Ansätze in der Forschung

27The Lancet Neurology2017

Risk of natalizumab-associated progressive multifocal leukoencephalopathy in patients with multiple sclerosis: a retrospective analysis of data from four clinical studies

Ho PR et al.

Originalstudien = 37.249

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Weitere Ansätze in der Forschung

28NEJM2010

A Placebo-Controlled Trial of Oral Fingolimod in Relapsing Multiple Sclerosis

Kappos L et al.

Originalstudien = 1.272

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Weitere Ansätze in der Forschung

29NEJM2017

Ocrelizumab versus Placebo in Primary Progressive Multiple Sclerosis

Montalban X et al.

Originalstudien = 732

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Studien im Überblick

30The Lancet2018

Siponimod versus placebo in secondary progressive multiple sclerosis (EXPAND): a double-blind, randomised, phase 3 study

Kappos L et al.

Originalstudien = 1.651

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Weitere Ansätze in der Forschung

31Annals of Neurology2018

B-cell Therapy for Multiple Sclerosis: Entering an era

Greenfield AL, Hauser SL

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen

32NEJM2025

Tolebrutinib in Nonrelapsing Secondary Progressive Multiple Sclerosis

Fox RJ et al.

Originalstudien = 1.131

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, BTK-Hemmer: neue Ergebnisse mit wichtigen Grenzen

33NEJM2025

Tolebrutinib versus Teriflunomide in Relapsing Multiple Sclerosis

Oh J et al.

Originalstudien = 1.873

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, BTK-Hemmer: neue Ergebnisse mit wichtigen Grenzen

34NEJM2024

Inhibition of CD40L with Frexalimab in Multiple Sclerosis

Vermersch P et al.

Originalstudien = 129

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Weitere Ansätze in der Forschung

35Brain2026

Haematopoietic stem cell transplant versus immune-reconstitution therapy in relapsing multiple sclerosis

Kalincik T et al.

Originalstudie

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Stammzelltransplantation: Neuaufbau des Immunsystems

36Med2024

CD19-targeted chimeric antigen receptor T cell therapy in two patients with multiple sclerosis

Fischbach F et al.

Originalstudien = 2

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Weitere Ansätze in der Forschung

37JAMA2019

Effect of Nonmyeloablative Hematopoietic Stem Cell Transplantation vs Continued Disease-Modifying Therapy on Disease Progression in Patients With Relapsing-Remitting Multiple Sclerosis: A Randomized Clinical Trial

Burt RK et al.

Originalstudien = 110

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Stammzelltransplantation: Neuaufbau des Immunsystems

38The Lancet2016

Immunoablation and autologous haemopoietic stem-cell transplantation for aggressive multiple sclerosis: a multicentre single-group phase 2 trial

Atkins HL et al.

Originalstudien = 24

Zitiert in: Medikamente: welche Ziele sie verfolgen, Stammzelltransplantation: Neuaufbau des Immunsystems

39EMA, EMEA/H/C/0063862026

Cenrifki (tolebrutinib) – European Public Assessment Report, Produktseite

Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)

Behörde/LeitlinieErgänzende Quelle

Zitiert in: BTK-Hemmer: neue Ergebnisse mit wichtigen Grenzen

Quelle · abgerufen 01.10.2026
40JAMA Neurology2017

Long-term Outcomes After Autologous Hematopoietic Stem Cell Transplantation for Multiple Sclerosis

Muraro PA, Pasquini M, Atkins HL, Bowen JD, et al.

Ergänzende Quelle

Zitiert in: Stammzelltransplantation: Neuaufbau des Immunsystems

41The Lancet Neurology2024

Comparative effectiveness of cognitive behavioural therapy, modafinil, and their combination for treating fatigue in multiple sclerosis (COMBO-MS): a randomised, statistician-blinded, parallel-arm trial

Braley TJ et al.

Originalstudien = 336

Zitiert in: Studien im Überblick, Weitere Ansätze in der Forschung

42Neurology2004

Randomized controlled trial of yoga and exercise in multiple sclerosis

Oken BS et al.

Originalstudien = 69

Zitiert in: Weitere Ansätze in der Forschung, Bewegung und Rehabilitation passend auswählen

43The Lancet2015

Oral versus intravenous high-dose methylprednisolone for treatment of relapses in patients with multiple sclerosis (COPOUSEP): a randomised, controlled, double-blind, non-inferiority trial

Le Page E et al.

Originalstudien = 199

Zu dieser Arbeit wurde eine Korrektur veröffentlicht.

Zitiert in: Weitere Ansätze in der Forschung, Neue Beschwerden: zeitnah einordnen lassen

44JAMA Neurology2024

Updated Multiple Sclerosis Incidence, 2015–2022

Graf J, Akmatov MK, Meuth SG, Tremlett H, Holstiege J

Kohortenanalyse (Abrechnungsdaten)

Zitiert in: Weitere Ansätze in der Forschung, Wie häufig ist Multiple Sklerose?

45BMC Nutrition2025

Fasting, ketogenic, and anti-inflammatory diets in multiple sclerosis: a randomized controlled trial with 18-month follow-up

Bahr LS et al.

Originalstudien = 105

Zitiert in: Weitere Ansätze in der Forschung, Ernährung: den Alltag unterstützen

46Multiple Sclerosis Journal2026

Global prevalence of multiple sclerosis surpasses 3 million: 2024 update of the Multiple Sclerosis International Federation Atlas of MS

King R, Marrie RA, van der Mei I, Banwell B, Makaroff L, Rijke N, Helme A

Erhebung und Modellschätzung

Zitiert in: Weitere Ansätze in der Forschung, Wie häufig ist Multiple Sklerose?

47Annals of Clinical and Translational Neurology2024

Repeated iv anti-CD20 treatment in multiple sclerosis: Long-term effects on peripheral immune cell subsets

Feige J et al.

Beobachtungsstudie (Immunzellen)
Alle 47 Quellen als Liste
  1. Frischer JM et al. The relation between inflammation and neurodegeneration in multiple sclerosis brains. Brain 2009;132(5):1175–1189. DOI 10.1093/brain/awp070 · PMID 19339255
  2. Trapp BD et al. Axonal transection in the lesions of multiple sclerosis. New England Journal of Medicine 1998;338(5):278–285. DOI 10.1056/NEJM199801293380502 · PMID 9445407
  3. Coman I, Aigrot MS, Seilhean D, Reynolds R, et al. Nodal, paranodal and juxtaparanodal axonal proteins during demyelination and remyelination in multiple sclerosis. Brain 2006. DOI 10.1093/brain/awl144 · PMID 16766541
  4. Waxman SG Conduction in myelinated, unmyelinated, and demyelinated fibers. Archives of Neurology 1977. DOI 10.1001/archneur.1977.00500220019003 · PMID 907529
  5. Reich DS, Lucchinetti CF, Calabresi PA Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2018. DOI 10.1056/NEJMra1401483 · PMID 29320652
  6. Filippi M, Bar-Or A, Piehl F, Preziosa P, et al. Multiple sclerosis. Nature Reviews Disease Primers 2018. DOI 10.1038/s41572-018-0041-4 · PMID 30410033
  7. Miller DH, Khan OA, Sheremata WA, Blumhardt LD, et al. A controlled trial of natalizumab for relapsing multiple sclerosis. New England Journal of Medicine 2003. DOI 10.1056/NEJMoa020696 · PMID 12510038
  8. Gaitán MI, Shea CD, Evangelou IE, Stone RD, et al. Evolution of the blood-brain barrier in newly forming multiple sclerosis lesions. Annals of Neurology 2011. DOI 10.1002/ana.22472 · PMID 21710622
  9. Machado-Santos J, Saji E, Tröscher AR, Paunovic M, et al. The compartmentalized inflammatory response in the multiple sclerosis brain is composed of tissue-resident CD8+ T lymphocytes and B cells. Brain 2018. DOI 10.1093/brain/awy151 · PMID 29873694
  10. Kister I et al. Natural history of multiple sclerosis symptoms. International Journal of MS Care 2013;15(3):146–158. DOI 10.7224/1537-2073.2012-053 · PMID 24453777
  11. Saidha S et al. The use of optical coherence tomography and visual evoked potentials in the 2024 McDonald diagnostic criteria for multiple sclerosis. The Lancet Neurology 2025;24(10):880–892. DOI 10.1016/S1474-4422(25)00275-3 · PMID 40975103
  12. Montalban X et al. Diagnosis of multiple sclerosis: 2024 revisions of the McDonald criteria. The Lancet Neurology 2025;24(10):850–865. DOI 10.1016/S1474-4422(25)00270-4 · PMID 40975101
  13. Hebert JR et al. Efficacy of Balance and Eye-Movement Exercises for Persons With Multiple Sclerosis (BEEMS). Neurology 2018;90(9):e797–e807. DOI 10.1212/WNL.0000000000005013 · PMID 29386274
  14. Nourbakhsh B et al. Safety and efficacy of amantadine, modafinil, and methylphenidate for fatigue in multiple sclerosis: a randomised, placebo-controlled, crossover, double-blind trial. The Lancet Neurology 2021;20(1):38–48. DOI 10.1016/S1474-4422(20)30354-9 · PMID 33242419
  15. Feinstein A et al. Cognitive rehabilitation and aerobic exercise for cognitive impairment in people with progressive multiple sclerosis (CogEx): a randomised, blinded, sham-controlled trial. The Lancet Neurology 2023;22(10):912–924. DOI 10.1016/S1474-4422(23)00280-6 · PMID 37739574
  16. Grossman P et al. MS quality of life, depression, and fatigue improve after mindfulness training: a randomized trial. Neurology 2010;75(13):1141–1149. DOI 10.1212/WNL.0b013e3181f4d80d · PMID 20876468
  17. Lublin FD et al. Defining the clinical course of multiple sclerosis: the 2013 revisions. Neurology 2014;83(3):278–286. DOI 10.1212/WNL.0000000000000560 · PMID 24871874
  18. Kappos L, Wolinsky JS, Giovannoni G, Arnold DL, et al. Contribution of Relapse-Independent Progression vs Relapse-Associated Worsening to Overall Confirmed Disability Accumulation in Typical Relapsing Multiple Sclerosis in a Pooled Analysis of 2 Randomized Clinical Trials. JAMA Neurology 2020. DOI 10.1001/jamaneurol.2020.1568 · PMID 32511687
  19. Portaccio E, Bellinvia A, Fonderico M, Pastò L, et al. Progression is independent of relapse activity in early multiple sclerosis: a real-life cohort study. Brain 2022. DOI 10.1093/brain/awac111 · PMID 35325059
  20. Barkhof F et al. 2024 MAGNIMS–CMSC–NAIMS consensus recommendations on the use of MRI for the diagnosis of multiple sclerosis. The Lancet Neurology 2025;24(10):866–879. DOI 10.1016/S1474-4422(25)00304-7 · PMID 40975102
  21. Arrambide G et al. The kappa free light chain index and oligoclonal bands have a similar role in the McDonald criteria. Brain 2022;145(11):3931–3942. DOI 10.1093/brain/awac220 · PMID 35727945
  22. Kermode AG et al. Breakdown of the blood-brain barrier precedes symptoms and other MRI signs of new lesions in multiple sclerosis. Pathogenetic and clinical implications. Brain 1990;113(Pt 5):1477–1489. DOI 10.1093/brain/113.5.1477 · PMID 2245307
  23. Hauser SL et al. Ocrelizumab versus Interferon Beta-1a in Relapsing Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2017;376(3):221–234. DOI 10.1056/NEJMoa1601277 · PMID 28002679
  24. Hauser SL et al. Ofatumumab versus Teriflunomide in Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2020;383(6):546–557. DOI 10.1056/NEJMoa1917246 · PMID 32757523
  25. Torkildsen Ø et al. Rituximab versus Ocrelizumab in Newly Diagnosed Relapsing Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2026;395(1):44–53. DOI 10.1056/NEJMoa2600993 · PMID 42384870
  26. Polman CH et al. A Randomized, Placebo-Controlled Trial of Natalizumab for Relapsing Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2006;354(9):899–910. DOI 10.1056/NEJMoa044397 · PMID 16510744
  27. Ho PR et al. Risk of natalizumab-associated progressive multifocal leukoencephalopathy in patients with multiple sclerosis: a retrospective analysis of data from four clinical studies. The Lancet Neurology 2017;16(11):925–933. DOI 10.1016/S1474-4422(17)30282-X · PMID 28969984
  28. Kappos L et al. A Placebo-Controlled Trial of Oral Fingolimod in Relapsing Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2010;362(5):387–401. DOI 10.1056/NEJMoa0909494 · PMID 20089952
  29. Montalban X et al. Ocrelizumab versus Placebo in Primary Progressive Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2017;376(3):209–220. DOI 10.1056/NEJMoa1606468 · PMID 28002688
  30. Kappos L et al. Siponimod versus placebo in secondary progressive multiple sclerosis (EXPAND): a double-blind, randomised, phase 3 study. The Lancet 2018;391(10127):1263–1273. DOI 10.1016/S0140-6736(18)30475-6 · PMID 29576505
  31. Greenfield AL, Hauser SL B-cell Therapy for Multiple Sclerosis: Entering an era. Annals of Neurology 2018. DOI 10.1002/ana.25119 · PMID 29244240
  32. Fox RJ et al. Tolebrutinib in Nonrelapsing Secondary Progressive Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2025;392(19):1883–1892. DOI 10.1056/NEJMoa2415988 · PMID 40202696
  33. Oh J et al. Tolebrutinib versus Teriflunomide in Relapsing Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2025;392(19):1893–1904. DOI 10.1056/NEJMoa2415985 · PMID 40202623
  34. Vermersch P et al. Inhibition of CD40L with Frexalimab in Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine 2024;390(7):589–600. DOI 10.1056/NEJMoa2309439 · PMID 38354138
  35. Kalincik T et al. Haematopoietic stem cell transplant versus immune-reconstitution therapy in relapsing multiple sclerosis. Brain 2026;149(3):951–962. DOI 10.1093/brain/awaf286 · PMID 40755195
  36. Fischbach F et al. CD19-targeted chimeric antigen receptor T cell therapy in two patients with multiple sclerosis. Med 2024;5(6):550–558.e2. DOI 10.1016/j.medj.2024.03.002 · PMID 38554710
  37. Burt RK et al. Effect of Nonmyeloablative Hematopoietic Stem Cell Transplantation vs Continued Disease-Modifying Therapy on Disease Progression in Patients With Relapsing-Remitting Multiple Sclerosis: A Randomized Clinical Trial. JAMA 2019;321(2):165–174. DOI 10.1001/jama.2018.18743 · PMID 30644983
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Stand 01.10.2026 · Recherche in Originalveröffentlichungen; Zugriffstiefe je Quelle dokumentiert

Dr. med. Amir Golsari

Autor

Dr. med. Amir Golsari

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Ausbildung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Mitautor klinischer Studien in der Schlaganfall-Bildgebung (u. a. WAKE-UP, NEJM 2018). Ärztlicher Leiter der Privatpraxis NEVPAZ in Hamburg.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung.